[1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mi 17. Jan 2018, 16:42

"All das und noch mehr. Mein Interessen sind vielfältiger Natur, vor allem aber strebe ich nach Erkenntnissen welche sich hinter dem Schleier verbergen. Speziell gilt meine Passion den okkulten Geheimnissen und dunklen Mysterien unserer Art. Jedoch, durch die Verstrickungen der Politik in die ich geraten bin, sind fast alle Arten von Geheimnissen und Information für mich relevant geworden. Inzwischen sammle ich Wissen jeglicher Coleur. Was gegebenenfalls auch den Handel damit mit sich bringen mag."

Ein offensichtliches Angebot, nicht fordernd sondern lediglich die Möglichkeit offenlegend. Ilario betrachtete die bronzenen Tafeln, dann legte sich der Blick seiner meergrauen Augen erneut auf die junge Dame.

"Was ist mit euch werte Livia Alesia? Ist der Handel, das Verwalten euer Talent oder eure Passion? Oder gibt es gar etwas anderes, eine Sache die euch mit innerer Freude erfüllt?"

So gut wie jeder dessen Geist dem Mahlwerk der Ewigkeit trotzen wollte hatte irgendetwas das ihn oder sie begeisterte und antrieb. Zumindest Ilarios Verständnis nach war dem so.
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » So 21. Jan 2018, 00:54

Livia lächelte kurz versonnen bei den Worten des gelehrten Politikers vor sich. Eine spannende Karriere und ein kleiner Wunschtraum jedes Wissenssuchers.

"Nun..." kurz begegnete Livia den starken Augen ihres Gegenübers, dann wanderte ihr Blick wieder zu Boden und suchte diesen kurz ab. "Sowohl als auch. Will ich meinen. Aber nicht ausschließlich, ich bin ein Wesen der hohen und niederen Kultur, liebe das Angenehme und das Bildende, von einem heißen Bad, zu einem sportlichen Tanz, zu einem klassischen Theaterstück." Sie lächtelte kurz schwelgend. "Ich selbst betätige mich auch manchmal in den Künsten. Die Nacht hat uns doch große Gaben der Geschicklichkeit zukommen lassen... eine Harfe in der Hand eines Kainskindes, kann ganze Räume zu Tränen rühen. Den Künstler eingeschlossen... unsere Seelen laben, Entrückung bringen und zugleich die Schönheit unserer Kultur - die aus mehr als Krieg besteht, nach dem Kriege fortdauert und aufsteigt - bedeuten." Ein Funken Traum war in der jungen Kainitin zu spüren, irgendwo zwischen dem Fluch einem niederen Haus anzugehören und dem lukrativen Handel mit den weltlichen Gütern lag ein brennend Herz.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Di 23. Jan 2018, 12:42

Sichtlich erfreut hörte der Lasombra ihre Worte. Auch wenn Tanz und Musik nicht unbedingt seine Lieblingsbeschäftigung darstellten, so war ihm in den vergangenen Jahren schmerzlich bewusst geworden, dass es der kainitischen Kultur Genuas an solchem fehlte. Entsprechend war sein Tonfall einen Hauch freundlicher, weniger geschäftlich, geworden als er erwiderte:

"Das ist überaus erfreulich zu hören. Etwas mehr Kultur kann nie schaden, vor allem nach Zeiten des Schreckens. Um so mehr freut es mich wenn ihr euch dauerhaft in Genua niederlassen solltet. Zu fröhlicheren Zeiten könntet ihr mit eurer Kunst vielleicht gar den Hof erfreuen, wer weiß?"

Ihre Handelstätigkeit war natürlich auch von Interesse für Ilario, wenn sich diese auch nicht auf der monetären Ebene bewegten. Er überlegte kurz und dann im Plauderton eine Frge zu stellen.

"Eure Reisen, führten sie euch auch schon einmal nach Gallipoli oder Turin? Wobei meines Wissens nach die Domäne Turin keine Gäste willkommen heisst. Oder unterhaltet ihr vielleicht sogar Kontakte in einer der beiden Städte?"
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Di 23. Jan 2018, 14:57

Livia lächelte ebenso erfreut, als sogar dem Schattenhaften etwas Freude anzumerken war. Jener Senator vor ihr war noch verhältnismäßig Nah an seiner menschlichen Seite wie es schien, zumindest hatte er noch ein Bild für den tieferen Sinn einer Hofhaltung, nicht nur die pervertierte vampirische Wahrnehmung.

"Sehr gerne, wie gerne würde ich ihrer höchst verehrten Majestät meine Aufwartung auf diese Art zum Präsente machen, jedoch fürchte ich, wird der kommende Hoftag keine gute Kulisse für derartige Freudenbekundungen?" Sie lächelte etwas unsicher.

Kurz dachte sie über Ilarios Frage nach, schüttelte dann leicht das Haupt. "Ich bereiste beide Städte in meiner Funktion als Händlerin, Gehilflin damals, als Mensch... die kainitische Gesellschaft kenne ich nicht persönlich, nein.
Gerade Turin ist als geographisch wichtige Stadt bedauerlich.
Bedürft ihr des Kontaktes in jene Domänen? Wohlwerter Herr Senator."
Noch lag kein gezieltes Angebot in ihren Worten, aber auch nicht einfach eine Frage der Neugierde... beides wäre wohl machbar.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mi 24. Jan 2018, 11:25

Frohsinn und Heiterkeit, Musik bei Hofe, das alles war Ilario nicht wirklich fremd und dennoch sehr weit entfernt von seinem Wesen. Schon zu Zeiten da er noch atmete. Dennoch sah er den Sinn dahinter, die Notwendigkeit. War er doch selbst kein Tyrann der seine Untergebenen stets mit Angst und Schrecken antrieb, sondern andere Formen der motivation nutzte.

"Der kommende Hof, die Versammlung, wird wohl eher weniger von Frohsinn geprägt sein. Vielleicht könnte eine traurige Weise oder ein melancholisches Klagelied eher Wohlgefallen finden. Doch wage ich nicht zu beurteilen ob ein solches nicht auch den Zorn ihrer höchstverehrten Majestät wecken, sie in tiefe Traurigkeit stoßen oder gar die Herren Mailands erzürnen könnte."

Der Lasombra dachte nach, schüttelte dann jedoch sein Haupt.

"Vermutlich kennt ihr keinen kainitischen Kontakt, da ihr als sterbliche Frau dort wart? Was ich bräuchte wäre ein kainitischer Ansprechpartner, vor allem in Gallipoli. Turin sperrt sich ja nach wie vor gegen Gäste."
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Di 30. Jan 2018, 11:08

Livia nickte etwas betrübt, so sah sie es wohl auch.

"Ich will sehen, ob sich etwas auftun lässt, versprechen kann ich es jedoch nicht. Reicht euch einfach ein kainitischer Kontakt, um euch vorstellen zu lassen, oder denkt ihr an etwas spezielleres?" Sie blickte ihn kurz fragend an.
"Gallipoli ist eine ungewöhnliche Wahl." Erneut ein Blick, diesmal jedoch ohne direkte Frage.

"Sagt, wohlwerter Herr, gibt es eine Art der Kunst, die ihr besonders Schätzt? Oder eine Art der Musik, die euch noch besser erreichen kann? Melodie ist ein Werkzeug, den Menschen gegenüber, viele von uns sind dagegen wenig empfindlich - aber dadurch auch nicht mehr in der Lage, viel zu genießen. Jedoch haben auch viele ältere Neugeborene noch gewisse Lieblingsstile und Leidenschaften." Sie lächelte etwas aufgemuntert.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Do 1. Feb 2018, 12:12

"Gallipoli berührt möglicherweise ein persönliches Interesse von mir. Was ich dort jedoch erst herauszufinden gedenke. Ich bräuchte einen Kontakt bei dem ich mich schriftlich ankündigen kann, jemanden offiziellen, der Gäste empfangen oder ankündigen kann."

Mehr wollte der Lasombra dazu wohl nicht sagen. Ihre Worte zur Musik bedachte er mit einigen Augenblicken stillen Nachdenkens, als könne Ilario sich nicht mehr recht entsinnen welche Melodien ihm Freude spendeten.

"Ich habe die Stille zu schätzen gelernt, aber einst erfüllten mich die gregorianischen Choräle mit Ehrfurcht und Demut. Ebenso erinnere ich mich dunkel an traurige Waisen auf der Kithara, die meine Mutter spielte."
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Fr 2. Feb 2018, 16:27

Livia lächelte bei den reflektierten Worten des Lasombra. Die Stille... sie musste auf lange Scht fast zwangsläufig ihr Begleiter werden. Ein Begleiter jedoch, der den Wahnsinn im Gepäck trug.

"Die Kithara... traditionsreich und so schön, heute nicht mehr so oft zu hören, ich verstehe." Ein kleiner Blick von Erinnerungen flog auch bei ihr durch das schöne Gesicht.

"Ich möchte euch nichts versprechen, aber sollte ich etwas auftun können in den nächsten Jahren, werde ich mich selbstverständlich melden. Gerne würde ich euch unterstützen." Aber zuerst war eben das Ankommen in Genua von Relevanz und daher wollte Livia eine solche Aussicht nicht als Geschäftsabschluss bekunden, Unzuverlässigkeit war ein großer Makel - ein zuvor nicht versprochener Erfolg hingegen eine positive Überraschung, wenn auch nicht so zuverlässig im Lohne.

"Wohlwerter Herr, gibt es in dieser Domäne kulturelle Ereignisse der Kainskinder?
Von Konzerten zu Gladiatorenkämpfen habe ich schon alles erlebt - doch was ist mit Genua? Dieses Elysium, es wirkt sehr... erhaben..." Wenig feierlich oder gar ausgelassen also.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mo 5. Feb 2018, 13:20

Die Stille brachte manchmal Wahnsinn, manchmal auch den Tod. Und manchmal brachte der Wahnsinn auch die Stille. Der Mystiker und Gelehrte in ihm schätzte die Stille aber vor allem ihrer ganz eigenen Qualität wegen. Konzentration und Kontemplation. Allen Ausführungen Livias lauschte er und quittierte sie schließlich mit einem einzelnen Nicken. Dann wandte er sic der von ihr angesprochenen kulturellen Vielfalt der Domäne zu.

"In der Tat, dieser Ort hier ist sehr erhaben. Dennoch versteh ich was ihr meint, dies hier ist kein Ort der heiteren Geselligkeit wie sie manch einer sucht. Vor meiner Zeit, vor mehr als einem Jahrzehnt, gab es wohl auch einmal so etwas wie einen Gladiatorenkampf oder ein Turnier, von Konzerten weiß ich leider nichts. Ein jedes gesellschaftliche Ereignis wäre jedoch ein Zugewinn für Genua denke ich, gerade nach Zeiten des Krieges."

Auch wenn er es hier nicht sagen würde war ilario durchaus der Meinung, dass es als Gegenpart zur Erhabenheit San Donatos vielleicht einen Ort bräuchte der den frivoleren Neigungen der niederen Clans entsprach. Ein Ventil für die Jugend auch.
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Mo 5. Feb 2018, 15:13

Livia nickte voller Verstehen, womöglich würde es derartiges ja eines Nachts geben. Womöglich durch ihre, womöglich durch ihrer beiden Bestrebungen?

"Sollte der Gedanke mit Mascharana vollendet werden... wer weiß." Sie lächelte.

"Eine letzte Frage hätte ich noch, wohlwerter Herr Senator... was hat es mit der Vasallität in dieser Domäne auf sich?" Leichte legte sie den Kopf schräg.
"Welche Rolle spielt sie?
Ich hörte... hörte von Vasallen Mailands? Hörte von Vasallen die gegeneinander standen in dem zerstörten Dorf vor der Stadt? Hörte von Vasallen in Gefangenschaft ohne Aussicht auf Errettung durch ihre Lehnsherrin?" Livia wirkte weder tadelnd noch bestürzt, das stand ihr nicht zu, aber sie war milde irritiert... die Vasallität in Genua schien ungewöhnlich.
"Zugleich hörte ich aber auch, dass all jene, die wahrlich und wirklich Genua verschrieben sein wollen... diese Vasallität anzustreben hätten, auch ohne damit automatisch Amt und Würden annehmen zu müssen?" Ein weiterer wohl eher ungewöhnlicher Punkt für die so menschliche Kainitin.
Ein Gedanke, an dem Livia viel herumgekaut hatte, die letzten Nächte.

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