[1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Sa 30. Dez 2017, 23:41

"Sehr rücksichtsvoll von euch und klug. Es gibt sicher mehr als genug Möglichkeiten seinen Platz in den Gefilden des Handels zu finden, und das am besten ohne irgendeinem der Etablierten auf die Füße zu treten. Sprecht zuvor am besten mit der verehrten Acacia della Velanera und der werten Sousanna von den Ravnos."

Ilario sah das ganz pragmatisch, entweder würde sie ihren Platz im Schatten Acacias und Sousannas finden und dort wachsen oder aber zumindest für Beschäftigung dieser sorgen. Allerdings dachte er an seine Abmachung mit Sousanna, in einen Handelskrieg wollte er nun wirklich nicht hineingezogen werden.

"Eine neue Heimat finden. Der Gedanke ist mir vertraut, nur zu gut. Wenn es euch ihre höchstverehrte Majestät erlauben sollte, wollt ihr also hier wahrhaftig eine neue Heimstatt finden und mehr sein als nur ein Gast?"


Es würde Veränderungen geben, dessen war der Magister sich sicher. Gäste würden das bleiben oder vielmehr werden was sie waren: Gäste, nicht mehr und auch nicht weniger.
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » So 31. Dez 2017, 01:46

Livia nickte mit einem lieblichen Lächeln, zwar hatte sie auf mehr Eigeninitiative des Fremden gehofft, andererseits bekam sie so die Gelegenheit sich von ihrer besten Seite zu zeigen - diese Gelegenheit würde sie nutzen.
"Ich danke euch für den Hinweis. Die wohlwerte Neugeborene Sousanna lernte ich bereits kennen, die verehrte Ancilla Acacia della Velanera hingegen leider noch nicht, aber ich hoffe dazu wird sich noch eine Gelegenheit finden." Immerhin standen sie hier in ihrem Elysium...

"In der Tat wäre ich geehrt, eines Nachts mehr als nur Gast oder Geschäftstreibender in dieser Domäne werden zu können. Mein Clan ist unbekannt in diesen Gefilden. Der Krieg scheint vor allem Krieger hierhergelockt zu haben, so hoffe ich als geübte Ministeriale der Bücher, Zahlen und Geschäfte hier einiges für das Wohl beider Welten beitragen zu können und damit selbst einen Platz zu finden, ganz wohl."
Durchaus einen permanenten Platz.

"Aber dies ist selbstverständlich ganz und gar von ihrer höchstverehrten Majestät abhängig. Ich muss zugeben, ich bin sehr gespannt und nicht weniger nervös die weitbekannte Herrin von Genua eines Nachts sehen zu dürfen... ihre Schönheit ist in ganz Italia in aller Munde." Führte die Fremde etwas schüchtern schwärmend aus.
Von den restlichen Gesprächsthemen, weswegen Aurore wohl noch in den Mündern der Welt war, schwieg sie - womöglich wusste sie auch einfach wenig, Informationen reisten manchmal langsam.

"Ihr seid demnach auch nicht in Genua geboren oder gezeugt worden, aber es ist euch zu einer wahren Heimat geworden? Wohlwerter Ilario Contarini." Fragte sie nach kurzer Pause selbst, um ihrem Gegenüber nicht zu Einseitig zu erscheinen.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Di 2. Jan 2018, 16:33

"Eine Ministeriale, nun gut. Ich denke solche Fähigkeiten sind weit nützlicher als andere Leute mit dem Schwert zerteilen zu können. Sie sind eher schaffend als zerstörerisch, ein Aspekt der nach diesem elenden Krieg willkommen sein dürfte."

Ihr Lob auf die Schönheit seiner Lehnsherrin quittierte Ilario mit einem wohlwollenden Nicken, auch wenn Schönheit allein nicht viel bedeutete in seinen Augen hatte sie doch ihren Wert. Dass inzwischen an den Höfen der italienischen Domänen Aurore aus wesentlich gewichtigeren Gründen das Gesprächsthema sein dürfte war ihm bewusst, jedoch kein Thema für ein erstes Zusammentreffen mit einer Fremden.

"In der Tat komme ich ursprünglich aus der Lagunenstadt, aus der Republik Venedig. Vor nicht einmal zehn Jahren verließ ich meine alte Heimat im Guten und kam hierher. In Genua fand ich schnell eine neue Heimat.

Auch wenn es noch etwas dauert bis die höchstverehrte Prinzessin Hof hält und euch empfangen wird... gibt es etwas das ich für euch tun kann um euren Aufenthalt bis dahin etwas angenehmer zu gestalten? Angenommen euch wird erlaubt euch niederzulassen in der Domäne, was recht wahrschienlich erscheint ob eurer Fähigkeiten die der Domäne zugute kämen und eurer geschulten Umgangsformen, gäbe es ein Gebiet welches ihr bevorzugen würdet werte Signora? Vielleicht könnte ich euch dementsprechend Kontakt vermitteln zu den dort ansässigen Kainiten. Beispielsweise dem entsprechenden Senator."


Eine spannende junge Dame allemal und noch mit nützlichen Fähigkeiten. Wenn sie diese zum Wohl der Domäne, neben dem eigenen natürlich, einsetzen würde, so gesehen wäre es aus Ilarios Sicht nicht verkehrt ihr ein wenig Starthilfe anzubieten. Wer weiß wozu dies gut sein könnte in der Zukunft.
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Di 2. Jan 2018, 16:55

Livia lächelte erfreut ob seines Komplimentes. Ein seltsamer Umstand, dass das Kriegsvolk immer genau nach den Kriegen in Verachtung geriet, egal wie sehr sie sich bemüht hatten... aber es war auch stets das Kriegsvolk, dass das Leid brachte und... man brauchte sie simpel danach nicht mehr. Womöglich auch der Neid und die Furcht vor dem großen Mann mit dem Schwert in der Hand? Andererseits - Kainiten waren davon doch reichlich weniger beeindruckt.

"Venedig. Wie schön. Dann seid ihr in einem wahren Zentrum des Handelns aufgewachsen. Die Lagunenstadt konnte ich als Mensch einst sehen, sie hat mir die Sinne auf lange Zeit gebannt gehalten." Schwelgte sie einen Moment.

"Was euer Angebot angeht: ich bin erfreut über eure zuvorkommende Haltung und werde dieses Angebot gerne annehmen." Sie lächelte dankbar.
"Gibt es denn möglicherweise etwas, dass ich für euch und die Domäne tun könnte, wohlwerter Herr?" Fragte sie, noch ehe sie ihren eigenen Wunsch konkretisierte, die Tiefe des angebotenen Gefallens hatte der Schatten klar gemacht.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Do 4. Jan 2018, 16:31

Das verbliebene Kriegsvolk, jene die nach wie vor treu zu Genua standen, war im Gegenteil recht gut gelitten bei Ilario. Anders sah er jedoch jene deren Loyalität strittig schien oder Neuankömmlinge. Schwerter konnte man immer gut gebrauchen, nur besser wenn sie die Heimat schützten und nicht bedrohten. Er musste dringend mit Titus reden.

"Venedig ist in der Tat immer eine Reise wert. Der Handel war jedoch nie mein Metier und auch das verwalterische Handwerk erlernte ich erst jüngst. Daher bin ich sicher es wird zukünftig Gelegenheit geben bei der ich eure Kenntnisse gebrauchen könnte. Die Domäne wird sicher davon profitieren wenn ihr bleibt, denn floriert der Handel belebt das auch den Handelsplatz nicht?

Derzeit wüsste Ilario nicht wie ihm Livia behilflich sein könnte, doch eine kleine Gefälligkeit in der Zukunft war stets von Nutzen. So deutete der Magister ihr ihr Anliegen zu konkretisieren. Genua konnte eine gute Verwalterin sicher gebrauchen, so jemand würde dem jeweiligen Siestri Stabilität verleihen. Die Frage war nun welches profitieren würde?
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Do 4. Jan 2018, 16:50

Livia nickte zustimmend, zu all seinen Aussagen. Ein Preis musste nicht sofort benannt werden, Vorstellungen waren gewöhnlich genug, als dass man sich diesbetreffend nicht absichern müsste - beidseitig.

"Die Sestiere selbst sind mir noch nicht ins Detail bekannt.
Das stolze Maschara eignet sich sicherlich gut als zentraler Ausgangsort für großen Verkehr." Sie lächelte kurz charmant, womöglich würde er sie dort gleich hinfortkomplimentieren, gänzlich protektiv werden, oder gar ein weiterführendes Angebot stellen?
"Die beiden Torviertel Domus und Borglio eignen sich sicherlich ebenso gut.
Gerade die Präsenz anderer merkantil ausgerichteter Kainitin entzieht sich leider jedoch noch meinem Kenntnisstand."
Livia als Kainitin plante nicht Krämerläden, sondern Routen und Absatzmärkte - nicht in der Größenordnung der hiesigen Hausherrin wohlgemerkt.

"Zentral scheint mir jedoch das Hafenviertel als Verladestation zu sein. Dessen verehrter Senatorin eines Nachts vorgestellt zu werden, gerade von einem angesehenem Clansbruder wie euch, wohlwerter Herr Senator" Sie lächelte hoffnungsvoll. "Das wäre mir sicherlich eine große Hilfe." Womöglich hätten sie sogar später einfach Glück... wer wusste das schon. Eine Andeutung, dass sie das Gespräch mit der Hausherrin über das Gespräch mit dem Senator stellte vermied die Setitin jedoch gezielt - das wäre schlicht stillos gewesen.

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Mo 8. Jan 2018, 17:58

Einen Moment lang überlegte Ilario, die Fingerspitzen aneinanderlegend, und musterte Livia erneut. Weniger wertend als vielmehr abwägend. Nutzen und Risiko.

"Zunächst, falls ihr hier und heute nicht vorstellig werden könnt, vermittle ich gerne ein Treffen zwischen euch und meiner verehrten Ältesten. Solltet ihr Platealonga als Ziel eurer Bemühungen auswählen rate ich allerdings dringend zur Vorsicht. Man warnte mich selbst bei meiner Ankunft damals vor einer kainitischen Gruppierung die das Viertel weitestgehend als das ihre betrachtet. Sie nennen sich die Könige ... allerdings weiß ich nicht was der Krieg und die Zerstörungen am Hafen von ihrem Anspruch übrig ließ.

Domus und Broglio, die beiden Torviertel haben derzeit eine Gemeinsamkeit die euch zugute kommen könnte: Beide haben auf unbestimmte Zeit keinen Senator, beide haben ihren mächtigsten kainitischen Spieler eingebüsst. Der werte Liktor Gaius Marcellus befindet sich in mailändischer Gefangenschaft, wohl mindestens die nächsten zwölf Jahre, und die werte Senatorin Melissa, der Drache von Broglio, soll vernichtet sein.

Solltet ihr hingegen entscheiden Mascharana zum Ausgangspunkt eurer Bestrebungen zu machen... dann werde ich dies nicht verhindern. Im Gegenteil, ich würde es unter Umständen sogar begrüßen. Es ist schwer dort Fuß zu fassen zwischen den Villen der Patrizier, doch ich könnte euch sicherlich behilflich sein bei manchen Problemen. Solltet ihr euch also für Mascharana entscheiden, so kommt damit offen zu mir. Im Vorfeld einige Dinge zu klären macht die Dinge einfacher, profitabler und beugt blutigen Missverständnissen vor."


Grundsätzlich hatte Ilario nichts gegen einen weiteren Kainiten in Mascharana, doch ohne jeden Zweifel gab es neben möglicher Zusammenarbeit und Profit auch bestimmte Sphären und Reviere die die seinen waren.
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Mo 8. Jan 2018, 18:54

Livia lächelte dankbar, bei den Worten und Angeboten des Senators. Auf seine Aufforderung zur Entscheidung hin war sie zwar etwas verwirrt, aber er war wohl ein Politiker, darum ließ sie sich wenig anmerken.

"Sehr gerne nehme ich dann jenes Angebot an, es wäre mir eine Ehre." Wortwörtlich.

"Für eure Warnungen will ich euch danken und was euer Sestiere angeht, so sehe ich das ganz wie ihr und komme gerne offen zu euch. Gerade Kainiten unterschiedlicher Schwerpunkte und Stände haben sicherlich einige Möglichkeiten für alle Seiten konstruktiver und profitabler Kooperation."
Gab sie ihm damit ihre Zusage. Zumindest wenn es um größere Angelegenheiten ging, verstand sich.

"Darf ich fragen, wohlwerter Herr, worin eure Berufung in der Nacht liegt?" Er sprach wie ein Politiker, war auch Senator, aber nicht lange in der Domäne. Er sah aus wie ein Priester, gewissermaßen... aber das Aussehen täuschte doch so oft...

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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Ilario » Do 11. Jan 2018, 17:50

"Konstruktiv und profitabel, so wie eine Kooperation sein sollte. Auch denke ich, dass ihr mit eurer Einschätzung gar nicht so falsch liegt. Bei unterschiedlicher Schwerpunkten und den damit vermeidbareren Konflikten ließe sich so etwas gut gestalten. Wenn euer Entschluss also konkret wird, dann lasst es mich wissen. Dann werden wir in einem anderen Rahmen diskrete Gespräche führen, Vereinbarungen und Absprachen treffen."

Und zuvor wäre die Zeit Erkundigungen einzuholen über Livia und das Haus Merkur allgemein. Ilario wollte schon wissen welche Art von Schlange er sich da möglicherweise ins Haus holte. Es bliebe abzuwarten für welches Siestri die Setitin sich entschied, welcher Weg in Genua anzukommen der ihre wäre.

"Mein Berufung? Nun, dieser vermaledeite Krieg hat dafür gesorgt, dass ich auch auf dem Feld der Politik heimisch geworden bin. Zu allererst bin ich aber ein Mann es Wissens, vor allem des verborgenen Wissen, der Geheimnisse und Mysterien. Leider ließ mir der Krieg und die Nachwehen wenig Raum dafür."
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Re: [1003] In Zeiten des Umbruchs [Livia, Ilario]

Beitrag von Livia » Do 11. Jan 2018, 18:08

Livia nickte bestätigend. Dazu gab es wenig hinzuzufügen. Jene Entscheidungswilligkeit, von welcher der Lasombra mehrfach gesprochen hatte, machte sie indess stutzig... entweder war er ein sehr kategorisch denkender Kainit, oder der Politiker hatte mehr Wissen über die zukünftige Gestaltung Genuas, als Livias bisherige Quellen.

"Offensichtlich zumindest sehr erfolgreich." Erkannte sie etwas leiser an, bedenklich. Aber der Clan der Schatten war für seine grausame Effizienz bekannt. Sie hatten wohl einiges gemeinsam, hatte ihr Erzeuger berichtet. Der Clan Sets und der Clan der Schatten... aber was? Jene dunkle Effizienz?
"Diese Zeit wird sicherlich eines Nachts zuende sein, wenn Ordnung, Friede und Aufgabenteilung wieder Sicherheit der Nächte gewährleistet... findet sich sicherlich auf für die große Erkenntnis wieder mehr Raum." Fügte sie nachdenklich an.

"Woran forscht ihr, wohlwerter Herr? Also nur soweit, wie man diese Frage offen stellen kann." Lächelte sie eingrenzend. "Beispielsweise Grundsatzfragen, wie die Beschaffenheit unseres Zustandes, die Wege der Erlösung, das Tier in uns, die Gaben des Blutes... derartiges."

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