[1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 12. Dez 2017, 17:44

Toma nickte ihr knapp zu und winkte Cerb heran, dass es in Ordnung war und dieser nicht mehr aufpassen müsste.
Sie wandten sich seines Hauses zu und eigentlich hätte er Livia vorgehen lassen, doch da sie keine Anstalten machte vor ihm zu gehen, ging er eben selbst.

Im Inneren des Häuschens hielt Cerb ihr die Tür auf und die anderen Ghule erhoben sich von ihren Plätzen als sie eintrat.
"Sie ist ein Kind der Nacht." sagte Toma, was dazu führte, dass sich die Männer und zwei Frauen die am Tisch gesessen hatten vor der Fremden verbeugten.
Dann winkte Toma ihnen ein paar mal mit der Hand zu, was so viel aussagte wie: verschwindet. Und die Menschen, abgesehen von Cerb und Urs Unul verschwanden in den angrenzenden Räumen.
Ein warmes Feuer prasselte im Kamin und es roch noch nach dem Abendessen der Menschen.

Nachdem Toma seine Maske abgenommen und abgelegt hatte, wandte er sich Livia wieder vollends zu. Sein Kopf neigte sich zu einem grüßenden Nicken, bevor er sich selbst vorstellte.
"Willkommen in meinem Heim, Livia, Neugeborene des Blutes Set.
Mein Name ist Toma Ianos Navodeanu und ich wurde im Blut der Drachen neugeboren.
Solange ihr mein Gast seit, wird für euer Wohl gesorgt sein und kein Schaden euch zugefügt. Sofern ihr ein höfliches Benehmen zeigt. Wenn ihr etwa Blut wünscht, so werde ich euch etwas bringen lassen."

Die gelben Augen huschten über ihre recht gewöhnlich menschliche Gestalt.

Egal wie sie sich entscheiden würde, so würde er das Wort erneut an sie richten:
"Nun sagt, werte Livia, es würde mich interessieren wieso ihr denkt ich wäre ein großer Jäger? Und warum würdet ihr einen solchen aufsuchen? Warum wart ihr auf dem Dach? Habt ihr mich beobachtet?"
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Livia
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Do 14. Dez 2017, 22:49

Livia folgte dem Drachen und nickte seinen Ghulen kurz zu. Respektvolle Ghule - schön. Ein Umstand auf den sie selbst wohl zu wenig Wert legte.

"Habt Dank für eure Gastfreundschaft, wohlwerter Toma Ianos Navodeanu.
Ich hörte von einem ganzen Kult großer Jäger in der Domäne, nun war ich auf der Suche nach Ihnen. In der Hoffnung... mir etwas zeigen zu lassen." Sie lächelte etwas schräg. "Ich sah euch, wie ihr euch hier durch die Gassen bewegtet, mit euren Ghulen im Akkord, rasch und eingespielt. Eure Spuren sind natürlich schwer zu verfolgen..." Sie hob die Arme. Zu sehr ins Detail gehen wollte sie genau so wenig, wie den Eindruck erwecken, sie habe ihn wirklich direkt beobachtet... Diese Erklärung war sowieso viel wahrscheinlicher und nicht einmal komplett falsch.

"So war es nicht schwer die Hoffnung zu hegen, ihr könntet einer dieser Jäger sein." Lächelte sie milde.

Dann fügte sie an. "Da ich recht neu in der Domäne bin, suche ich natürlich möglichst Bekanntschaft mit vielen eingesessenen Kainiten zu machen. Womöglich kann man einander ja behilflich sein?" Bot sie doch reichlich offen an.

"Und ein Drache in Italia... das weckt natürlich Interesse und Faszination." Lächelte sie offen, mit einer leicht angedeuteten Neigung des all zu menschlichen Kopfes.

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 14. Dez 2017, 23:54

„Etwas zeigen? Vom Kult der Jagd? Ihr habt demnach Interesse an der Jagd? So seht ihr nicht aus. Aber das tun die Ghule dieser Geißel auch nicht.“ Angewidert zog er die Oberlippe hoch und entblößte eine Reihe scharfer Zähne.
„Ich weiss nicht ob sie überhaupt noch hier sind. Sind seit dem Krieg verschwunden. Vielleicht besser so.“ Diese Menschenweiber waren ohnehin viel zu überheblich gewesen. Sich wie Vampire aufzuführen...

„Ihr habt mich aber also beobachtet.“ Die Pupillen in den gelben Augen wurden ein wenig schmaler. Das gefiel ihm überhaupt nicht. Er hatte doch aufgepasst. Hatte doch niemanden gesehen...

„Was tut ihr denn in Genua? Euer Blut ist hier doch ebenso weit weg von zu Hause, wie das meine.“

fragte er lauernd.
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Fr 15. Dez 2017, 16:29

Livia hob etwas fragend die Brauen. "Ghule?" Diese Information war ihr Neu. "Von Ghulen hörte ich bisher noch nichts - ihr Ruf scheint nicht bis außerhalb Genuas zu dringen." Fügte sie fester Stimme an.

"Beobachtet ist zu viel gesagt, wohlwerter Fremder. Doch gesehen. Ja. Zu sehen ist für unsereins doch stets eine wichtige Quelle für Allerlei. Nicht nur für Jäger.
Ich bin Händlerin... Gelegenheiten, Angebote und Bedarf zu erkennen, bleibt auch für mich zentral." Leitete sie dann zur Beantwortung seiner zweiten Frage ein.

"Das führt mich auch hierher. Mein Blut selbst stammt aus ganz anderen Regionen, ja. Meine Linie jedoch stammt aus Italia. Wie ist dies mit euch? Eure Sprache ist ausgezeichnet, sie hat einen... verzeiht mir... einen einnehmenden, grollenden Unterton..." Kurz lächelte die musikalische Frau schwelgend. "Seid ihr ebenso auf jenem Stück Land neugeboren worden?" Versuchte sie durch ruhige aber klare Antworten und Fragen den lauernden Drachen zu besänftigen, noch ohne ihm einfach ein Angebot oder eine Anfrage zu stellen.

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 17. Dez 2017, 20:10

"Nein, ich stamme aus der selben Region wie ein Großteil meines Blutes. Wir herrschen für gewöhnlich im Osten im Gebiet der Karpaten und des schwarzen Meeres. Meine Heimatdomäne liegt jedoch weiter nördlich." erklärte der Drache bereitwillig, jedoch nicht wie oder warum es ihn hierher verschlagen hatte, noch wo er die Sprache gelernt hatte.

"Händler seid ihr also. Noch seltsamer dass ihr am Jagdkult Interesse habt. Womit handelt ihr denn? Musizieren könnt ihr ja aber scheinbar auch."
Langsam begann er um die Setitin herum zu gehen und sie eingehend zu betrachten.
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » So 17. Dez 2017, 20:55

"Die Herrschaft eures Clanes ist mir gut bekannt. In Konstantinopel gehört er zu den machtvollsten der führenden Häuser... mit harter aber effektiver Hand." Bemerkte sie respektvoll. Die Fremde drehte sich nicht, versuchte zwar den Tzimiske mit ihren Sinnen zu verfolgen, aber sie blieb ruhig sitzen. Relativ ruhig.

Noch fragte sie nicht tiefer.
"Handel, Jagd, Musik, all das ist im Kern doch eins - wohlwerter Drache. Findet ihr nicht? In all jenen Tätigkeiten geht es letztendlich um Perfektion und das Gewinnen eines Zieles durch die eigene Geistesschärfe.
Ob es nun ein ersehntes Gut ist, eine begehrte Beute oder eine verehrte Person... so kann alles eins sein." Sie lächelte sanft.


"Was ist mit euch? Nun kennt ihr meine drei Leidenschaften. Was ist die Eure..." Sie blickte an ihm hinauf, als er wieder in ihrem Blickfeld war. Eines war wohl offensichtlich seine Erscheinung.

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 17. Dez 2017, 23:34

'Harter aber effektiver Hand', ja das klang vertraut... "Wart ihr demnach jemals in Konstantinopel?" Früher war es ihm zu unspannend gewesen nach Byzanz zu gehen. Wieder unter Tzimisce zu sein und nichts neues. Mittlerweile würde er die Sicherheit des Clans und den Fokus den die Obertus dort auf Forschung legen jedoch ganz reizvoll finden.
Vielleicht als nächstes Ziel. Wieder näher an die Heimat.

"Im Handel geht es um Perfektion? In der Jagd?" fragte er skeptisch. "In der Musik...womöglich, damit kenne ich mich nicht aus, aber geht es bei der Jagd nicht schlicht um Erfolg? Worin liegt die Perfektion einer Jagd?
Jagt man nicht viel eher die Perfektion?
Und benötigt man für Musik denn einen scharfen Geist?"
Das sah er nicht so, aber vielleicht war es ihm nur zu unbekannt.

Als er wieder vor ihr war, setzte er sich ihr gegenüber, aber lehnte sich ihr entgegen. Die großen gelben Augen studierten ihr Gesicht.
Dann hob sich seine Hand und berührte ihre Wange. "Meine Leidenschaft ist die Schönheit.
Lebender wie starrer Dinge. Leider seid ihr bedauerlich menschlich. Aber wie so viele von uns."
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Mi 20. Dez 2017, 15:44

Livia nickte ergeben. "Ich lebte in Konstantinopel. Ja. Hatte auch mit den hohen Herren eures Blutes Geschäfte. Ein Grund, weswegen ich eurer Einladung gerne und vertrauensvoll folgte. Wenn es etwas gibt, in der Nacht, auf das man Vertrauen kann, dann die Gastfreundschaft eines hohen Drachen."

Als Toma sie so offen nicht verstand, es nicht einmal vorgab, andererseits verständnisvoll wirkte... war Livia kurz verwirrt. Eine ungewöhnliche Reaktion.
"In der Tat... die Musik muss nicht nur dem Publikum gefallen, sie muss die Klänge spüren, ehe die Welt sie vernimmt und die Finger legen, sie zu wandeln, wie sie gewünscht werden... scharfer Geist und geschickte Finger führen zur Perfektion - irgendwann.
Ebenso ist es in der Jagd. Man sucht die Perfektion wohl in allen Dingen, aber in der Jagd, da kommt es auf jedes Detail an. Es ist nicht nur der Blattschuss, der gelegt werden muss, es ist auch das Erspähen ebenjener Beute, es ist auch die Pirsch, die Hatz, das Lesen der Fährten, das Einberechnen von Witterung und dem Wittern der Tiere... nur wenn all dies perfekt läuft, dann bringt der perfekte Schuss die erstrebte Beute.
Und nun, im gleichen Muster verhält es sich beim Handel. Gute Auswahl von Partnern, Waren, Zielen, Preisen, zeiten, Wegen... manchmal denkt man sich schlicht 'dies ist es'. Nicht einfach den anderen über den Tisch gezogen zu haben oder schöne Ware erstanden zu haben, sondern einen Abschluss getroffen zu haben, der jedes Detail bedenkt und in sich geschlossen fast ein Kunstwerk ist..." Sie lächelte versonnen.

Dann fixierte sich der Blick langsam wieder. "Aber verzeiht, ich rede ununterbrochen." Als Toma wenig später ihre eigene Schönheit kommentiere... gewissermaßen abfällig... blieb sie kurz erstarrt. Erstarrt auch, da der fremde Kainit ,der Former, sie berührte...
Livia ließ es geschehen, sie hatte ihre Augen höchst konzentriert auf den Tzimiske, jede Bewegung wäre Reaktionshervorrufend, aber sie ließ ihn. Nach einigen Momenten seiner kalten Finger auf ihrer kalten, ach so menschlichen, Haut, legte sie den Kopf leicht schräg und lächelte etwas verschüchtert. Das erste Mal Toma gegenüber... aber diese Berührung war dann doch viel der Unsittlichkeit. "Euer Ziel scheint andere Vorbilder zu haben?" Fragte sie langsam, vorsichtig, und etwas als wäre sie außer Atem oder Erregt durch die Situation.. es war immerhin ein Monstrum, nicht einfach ein Raubtier, das vor ihr lächelte.
"Tote und Lebende aber nicht Human? So schafft ihr non-ikonische Kunst? Neue Formen? Neues Leben?" Riet sie professionell und sanft selbstsicher ins leere.

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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 21. Dez 2017, 21:20

Die Augen des Ungeheuers wurden mit einem mal schmaler, die Pupillen zogen sich zu Schlitzen zusammen, während seine Hand weiter auf ihrer Haut lag und mit seinen dürren Finger über Schläfe und hinab zu ihrem Kinn strich. „Habe ich jemals erwähnt, dass ich etwas schaffe?“
Seine Augen bohrten sich in ihre. „Ich sagte meine Leidenschaft wäre die Schönheit....nicht dass ich Kunst schaffe.“
Immherin hätte er auch schlicht Sammler sein können.
Es gab durchaus vielerlei Möglichkeiten wie sie darauf kam. Die Einrichtung des Hauses vielleicht, oder aufgrund ihrer Kenntnis anderer Tzimisce oder aber sie hatte doch schon von ihm gehört und hatte ihn also vorher angelogen.
Seine Finger verließen nicht ihre Haut,sondern berührte sie noch weiter. Fuhr ihren weichen verletzlichen Hals entlang.
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Re: [1003] Wenn der Hunger uns treibt [Livia]

Beitrag von Livia » Fr 22. Dez 2017, 20:13

Livia schauderte, als der Tzimiske sie bedrohlich anblickte und seine Hand auf ihrer kalten Haut ruhen ließ. Ein anderes Schaudern diesmal. Und das erste mal in ihrem Gespräch flackerten ihre Augen wirklich. Es erforderte sie große Anstrengung ihre Züge zu kontrollieren und zugleich nichts davon nach Außen zu zeigen. Dann legte sie sich sanft in die Bewegung des Tzimiske - als läge ihr Hals noch ein paar Finger breiter offen dar.
Ihre Augen schlossen sich kurz fast, und ohne das sinnliche Lächeln, wäre es eine klare Unterwerfungsgeste geworden. Doch das Schaudern wandelte sich in zumindest leichte, großmeisterlicher vorgespielte, Erregung.

Fast wie ein schnurren klang ihre Stimme danach, als sie die Augen wieder öffnete in die düsteren Schlitze des Drachen fixierte. Die katzenhaften Worte hatten etwas fesselndes und die Geste etwas faszinierendes... ergeben und stark.
"Ihr sprecht sehr wenig, wohlwerter Former. Doch seid ihr bereits ein erschreckend und doch Aufmerksamkeit bannendes Beispiel eurer Leidenschaft. Non-ikonischer, non-humaner, Kunst und Ästhetik." War sie eingenommen von seinem Aussehen? Zumindest nicht abgestoßen... nein, aktuell war ihr Blick so sehr auf den Former gerichtet - seine Augen - sie blickte ihn ebenso interessiert an, wie er so manches Gesicht betrachtete. Wie ein Künstler.
Langsam erhob sie selbst ihre linke Hand und fuhr sie, parallel zu seiner, in Richtung von Tomas monströsem und stachelbewehrten Kinn, der überlangen Mundöffnung an seiner Wange. Nur zwei abgespreizte Finger, als wolle auch sie ihn berühren - dessen Hände an ihr lagen.
Für einen Menschen sicherlich eine höchst verführerische Geste, ein höchst intimer Moment, doch er zielte hier nicht auf die Verführung eines Ungeheuers ab... kurz ließ Livia ihre Unmenschlichkeit in ihrem Blick durchscheinen - Gier und Faszination - fast wie entrückt wollte sie sanft dieses Kunstwerk vor sich berühren. Und Toma konnte all das genau in ihren Augen sehen - diese ach so menschlichen Augen, aus deren verlangendem und unmenschlichem Blick sich kaum zu lösen war...

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