[1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

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Sousanna
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Sousanna » Mi 13. Dez 2017, 17:55

Sein Sabbern vertiefte den hüpfenden, flackernden Schalk in Sousannas Augen. Es war kein Spott über sein Gieren sondern viel eher Freude daran so begehrt zu werden. Wie durch Zufall präsentierte sie sich noch etwas besser, ließ ihn im Genuss des Anblicks schwelgen und sich betrachten als wäre sie ein Kunstwerk, das nur dazu geschaffen worden war, durch seinen bloßen Anblick Freude zu bringen.

Leicht wandte sie sich, während er sprach, zu ihm und ehrliches Gefallen lag in ihrem Blick. Anerkennung und vielleicht sogar ein wenig Freude darüber, jemanden gefunden zu haben, der solche Dinge ähnlich sah. Vor allem jemanden, der offensichtlich aus einem hohen Clan stammte. Ein anmutiges Nicken war Zeichen ihrer Zustimmung. "Weise Worte für einen der hohen Herren. Ungewöhnlich weise.", schmunzelte sie leise und ihre Stimme hatte etwas verschwörerisches. Einen Tonfall, mit dem man für gewöhnlich nur von Putsch und Königsmord sprach. "Ich meine natürlich werden wir geprägt durch unser Blut - aber was wir mit unseren Anlagen tun, liegt an uns. Ob wir vernichten oder erschaffen, liegt immer in unserer Hand. Im Grunde sind wir alle gleich und frei." Leidenschaft sprach aus ihren Worten. Eine tiefere Leidenschaft als man sie bei einer Untoten erwartete.

Dann musste sie lachen und schüttelte leicht den schönen Kopf. "Dann scheine ich einen seltsamen Vater im Blute zu haben. Ich will ihn nicht meiden und er hat sich besser um mich gekümmert, als es je ein Vater oder Geliebter hätte tun können...", schwärmte sie und ein weicher, mädchenhafter Ausdruck ließ ihre Züge noch unschuldiger, noch sanfter wirken.
"Es stimmt schon, dass das die Sitte ist. Auch wenn durch den Krieg vieles zerrüttet wurde.", gab die Ravnos schließlich zu und hatte dabei wieder an Ernst gewonnen. "Aber es ist nichts, was wir auf offener Straße und an schönen Abenden wie diesem besprechen sollten. Außerdem" Sie zögerte, ehe dieses dunkle Verlangen auch wieder mit ganzer Macht in ihre Augen trat und ihre Seelenspiegel zu tiefen Seen der lustvollen Versprechungen werden ließ. "Hast du mir versprochen, mich zu duzen."
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Lorenzo
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Lorenzo » Mi 13. Dez 2017, 18:26

Als die junge Ravnos mit Ihren Reizen zu spielen begann, konnte man in Lorenzos Blick ein amüsiertes Schmunzeln erkennen. Offensichtlich so dachte er scheint auch Sie Spaß daran zu haben mit Ihren Reizen zu spielen und den Lohn dafür zu ernten nun ja das scheint ihr nicht weniger Vergnügen zu bereiten.

Als sie sich zu Ihm wandte und er diesen Blick von Anerkennung darin lesen konnte fühlte sich Lorenzo geschmeichelt.

„In der Tat so verhält es sich, die Veranlagung zu vernichten oder zu erbauen, beide sind vorhandenen, und es liegt an uns die wir über solche Macht verfügen, diese richtig zu nutzen.“
Dabei wurde sein Gesichtsaususdruck ernst, und man konnte deutlich sehen, wie wichtig es ihm war, seinen Standpunkt hierzu nochmals deutlich zu Ausdruck zu bringen.

„Nun das freut mich zu hören, dass euer Erzeuger mehr als nur eine Investition in euch sah, die es zurechtzubiegen galt. Aber wie jeder Vater, hatte auch er seine guten und schlechten Seiten, und Irgendwann akzeptierte er, dass ich meinen eigenen Kopf habe, auch nicht es nicht zu übersehen war, dass es ihm nicht gefiel. Nur gut, dass er meine Meinung bezüglich dessen, worüber wir gesprochen haben nicht kennt.“ Dabei warf er Sousanna einen zweideutigen Blick zu.

Als Sie Ihm wieder diesen von verlangen gezeichneten Blick zuwarf erwiderte er diesen und sprach,

„Nun da habt Ihr recht, darüber sollten wir uns tatsächlich an einem andren Ort unterhalten“, dabei warf er Ihr wieder seinen zweideutigsten Blick zu. „Wollen wir vielleicht wieder in eure Herberge gehen und dort den Rest der Nacht in meinem Zimmer verbringen, ich bin mir sicher das wir da noch einiges an Spaß haben könnten. Und natürlich du hast recht, immerhin hab ich dir das Du angeboten.“ Dabei blickte er Sie amüsiert und voller Begierde zugleich an.
Er weinte Tränen, Tränen aus Blut
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Liefen das Kinn entlang um dann das Oberhemd mit Blut zu benetzen
Und ein Lachen so kalt wie Eis umrandete sein Gesicht
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Sousanna » Mi 13. Dez 2017, 22:03

Zu seinen Worten nickte die stolze Königin der Gassen und strich über den Stoff ihres guten, dunkelgrünen Kleides, als müsste er zu einem solchen Anlass besonders gut sitzen. Für einen Moment schien sie über ihre Worte nachzudenken. "Nicht nur wir halten dieses Potential. Auch die Menschen tun das.", erklärte sie mit tiefen Ernst. "Wir sind alle eins. Wir alle wurden von Gott geschaffen. Alle mit dem selben Licht und Schatten. Wir haben noch mehr Hang zum Dunklen - können aber in diesem Dunklen noch mehr Licht erschaffen. Die Frage ist nur, warum wir uns so darauf versteifen, im Dunkeln zu verweilen und dort zu verweilen. Wenn sich aus dem Spiel von Licht und Schatten doch das schönere Bild ergibt."

Schwer seufzte sie und fuhr sich durchs Haar, ehe sie ihn wieder mit ihrem sanften Lächeln voller Sonne bedachte. "Oh Caspar hat mich stets gebogen", gab sie zu und kicherte wie jene junge Frau, die sie einst gewesen sein musste, "Aber stets zum Besten und eher so, wie man Wachs in warmen Händen biegt." Ein leises, verträumtes Leuchten erhellte ihre Augen. "Aber ja, ich hatte wohl Glück mit ihm."
Ihre Stirn legte sich in sanfte Falten. "Aber sagt, lässt er euch denn jetzt wenigstens tun, was ihr wünscht?", fragte sie dann einfühlsam und ruhig.

Nun wurde ihr Lächeln noch eine Spur lasziver und sie kam ihm näher. Es waren nur noch Winzigkeiten, die sie von einander trennten und ihr verführerischer Duft seine Nase kitzelte. "Ich komm gern mit dir auf dein Zimmer.", hauchte sie und legte die zarten, geschickten Hände sacht in seinen Nacken. "Und wenn du mich mit du ansprichst, tu ich das noch lieber."
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Lorenzo » Do 14. Dez 2017, 19:57

Lorenzo lauschte Sousannas Ausführungen aufmerksam zu, welche sich um das Thema Licht und Schattenseiten des Kainitenseins, oder auch des Menschseins drehten.

„Nun da hast du im Grunde recht, auch wenn ich der Auffassung bin, dass gerade Wesen wie wir es sind, mit so großer Macht und Fähigkeiten die den Setskindern ferne sind, viel mehr Verantwortung dafür tragen wie wir mit dieser Macht umgehen. Wenn ein Mensch ausrastet, dann nicht weil es ihn nach Blut verlangt, und sicher löscht er dabei nicht gleich ganze Dörfer oder ähnliches aus. Aber im Grunde stimme ich euch zu, beide Spezies, ob Mensch oder Vampir, wir haben die Veranlagung des Guten und des Bösen beziehungsweise wie ihr es Ausdrückt, Licht und Schattens in sich.

Was allerdings das von Gott geschaffen sein betrifft, kann ich euch nicht zustimmen, wir sind ganz sicher nicht von Gott geschaffen, wir sind Abkömmlinge Kains, wir sind sein Erbe, seine Schöpfung, seine Kinder.

Aber all das spielt in Wahrheit keine Rolle mehr, weil Erlösung für unserer Eins ausgeschlossen ist. Wir sind so bin ich der Überzeugung Wesen der Finsternis.

Denn Johannes schrieb im 1.Johannes 1 Vers 5
''Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben und doch in der Finsternis wandeln, lügen wir und tun nicht die Wahrheit. ''


Also können wir keine Geschöpfe Gottes sein, denn er ist Licht und wir sind die Finsternis, noch mehr wir leben in der Finsternis, denn sie ist unser Zuhause. Also ist es ausgeschlossen, dass wir von Gott erschaffen wurden. Aber auch das spielt bald keine Rolle mehr, wenn du mich aus den Pfaden der Reue und des Bedauern herausgeführt hast. Denn dann wird mir, so hoffe ich es, egal sein, ob ich für mein Überleben als Untoter töten muss, wenn es nötig wäre. Und wenn es nötig ist dazu ein vollkommenes Monster zu werden, nun dann soll es eben so sein.“

Als Sie dann von Ihrem Erzeuger Caspar sprach, konnte man sehen, wie sehr es den Jungen Kainiten freute, dass sie besser behandelt wurde, als es sein Erzeuger tat, und ein leicht angedeutetes Lächeln, das vor allem Freude ausdrückte, war auf einmal auf seinem Lippen zu sehen.

„Nun in der Tat, da ich ein Neugeborener bin und von meinem Erzeuger soweit Freigesprochen bin, kann ich soweit es Ihn betrifft tun und lassen was ich will, solange es in Genau stattfindet. Er meint, es wäre viel leichter für mich, nicht in der nähe meiner Familie weiterzuleben, wo die Versuchung sie zu kontaktieren so groß ist, denn immerhin denken sie das ich tot bin.“ Dabei konnte man sehen, wie sehr er sich Mühe gab, seinen Kummer, welcher der Gedanke an seine Familie auslöste, sich nicht anmerken zu lassen.

Als Sie Ihn dann mit diesem von Lust durchdrungenen Blick taxierte, hellte sich seine Miene Schlagartig auf, und jedes Wort danach, welches Ihre Lippen verließ, war wie Balsam für seine geschundene Seele. Dann reichte er Ihr die Hand „Nun meine schöne, dann sollten wir uns zurück auf den Weg ins Alla Murra machen, damit wir zusammen, die eine oder andere schöne Sache miteinander noch anstellen können.“ Dabei lächelte er Sie wieder mit diesem Blick an, der all seine Verdorbenheit und Sündhaftigkeit zum Ausdruck brachte, welche seinen Erzeuger oftmals zur Weißglut brachte.
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Sousanna » Fr 15. Dez 2017, 13:40

Sousanna mochte vielleicht eine gute Schauspielerin sein, doch wenn sie sich entschied, ihre wahren Gefühle zu offenbaren, geschah das umso eindrucksvoller und deutlicher. Da er begann über das Wesen der Vampire zu lamentieren, begannen ihre Augen auf der Suche nach etwas weniger Kitschigen durch die Gegend zu wandern und fast hätte man meinen können, das ihr Haupt im Takt des geschwollenen Italienisch sacht mit wippte, als sänge der Toreador ein Lied, das sie schon oft, vielleicht viel zu oft gehört hatte.
Erst als er seinen letzten Satz sprach, trat ein wunderschönes, listiges Lächeln auf ihre Lippen und ließ sie sinnlicher denn je erscheinen. Schließlich hauchte sie ihm, wie zur Belohnung einen einzigen Kuss voller dunkler Versprechungen auf die Seinen, ehe sie noch sehr dicht an seiner Haut raunte. "Wenn du mir folgst - wenn du es wirklich willst, dann werden Reue und Bedauern der Vergangenheit angehören. Deine ganze Existenz wird Genuss sein und Genuss wirst du bringen.", wisperten ihre Worte, weich wie dunkler Honig, dicht an ihm. Ihr warmer Atem kitzelte seinen Hals. "Ich kann dir nicht versprechen, dass du vollkommen wirst. Aber du kannst eine Bestie voll bittersüßer Macht werden. Kannst deine Zweifel abschütteln und eins mit dir werden. Ich kann dir versprechen, dass du dich vom Joch der Schuld befreist und du selbst wirst. Nur dein eigener Herr. Nicht mehr gebunden an deinen Erzeuger oder irgendjemanden. Freiheit kann ich dir schenken."

Über den Rat seines Erzeugers konnte die Ravnos nur nicken. "Es war gewiss ein kluger Rat.", murmelte sie und zupfte, etwas unbehaglich beinahe an ihrem Rock herum. "Gerade, wenn du sie liebst, ist es besser für dich und für sie." Sie selbst würde nicht über ihre Familie sprechen. Es waren zu viele, zu alte Wunden, die in ihrem toten Herzen schwelten und an die sie wohl wissend lange nicht gerührt hatte.

Schließlich nahm sie seine Hand und war mit einem Mal wieder jene sinnliche Verführerin, die er bereits im Zimmer erlebt hatte. Sie war ihm einen einzelnen, verführerischen Blick zu, der geschwängert war von Lust und tiefem Verlangen. Ein Blick, der der Salome alle Ehre gemacht hätte. "Es klingt nach einer Nacht, die nur noch immer freudenreicher werden kann.", raunte sie. "Wenn du es willst, habe ich noch einige schöne Kunststücke aus meiner Heimat, die ich dir zeigen kann."
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Lorenzo » Fr 15. Dez 2017, 15:02

Als Lorenzo zu seine Rede, über das wahre Wesen des Vampir seins, aus seiner Sicht beendet hatte, und die Schönheit neben Ihm, ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte, wurde die Stimme der Selbsanklage ruhig in Ihm. Er schien diesen Moment, des sich nicht mehr selbstanklagens, zu genießen. Jedes Wort, welches danach Ihren Mund verließ, war wie Balsam, auf stark verbranten Wunden, welche durch das Auftragen heilen.

„Das was du mir anbietest, das klingt nach wahrer Erlösung, und wirklich frei zu sein, an niemanden Gebunden zu sein, selbst die Erschafferbindung zu durchtrennen, das genau ist es, was ich möchte. Wann beginnen wir zwei hübschen, mit dem loslösen meiner Menschlichen, und den dazugehörigen Gedankenkonstrukten, welche mich moralisch binden?“ Dabei warf er Ihr einen Blick zu, der dem eines hungrigen Wolfes, am nächsten kam.

Das Sie dann zum Thema Familie nichts sagen wollte, ließ der junge Kainit so belassen, denn wenn Sie das Verlangen danach haben sollte, so dachte er, wird Sie es schon von selber machen.

„Du sag mal, können wir bevor wir zu dir zurück gehen, noch etwas jagen gehen? Denn ich bin doch etwas hungrig, und wie Ihr schon sagtet, solange ich hier in Genua nicht das Gastrecht habe, sollte ich lieber nicht hier losziehen, um meinen Hunger zu stillen.“ Nachdem er dies Gesagt hatte, ging er in eine dunkle Gasse, und man konnte hören, wie er das Essen, welches er in im Alla Murra zu sich genommen hatte, wieder hinauswürgte.
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Sousanna » Fr 15. Dez 2017, 20:44

Zart liebkosten ihre Hände sein Gesicht. "Dann werde ich dich erlösen.", hauchte sie leise und ein zartes Lächeln wie von Seide brachte die wahre Schönheit ihres Gesichts zum Tragen. Eine feine, aber zerbrechliche Schönheit, die so wundervoll zu ihrer Lehre passte. Ein verführerisches Angebot, das noch so unwirklich wirkte, als würde es in Rauch aufgehen, da man danach griff. Eins jener wundervollen Gespinste, die ihr Blut hervorzubringen wusste.
"Wir werden langsam anfangen. In den nächsten Tagen", erklärte sie dann mit einem Blick, der ähnlich hungrig aber doch auf andere Weise hungrig schien. "Ich werde dich auch meinem Lehrmeister vorstellen - und wir werden klären müssen, ob du zu einem der unserem taugst." Ein fröhliches Lachen brach die Spannung, die sich während dieser Worte aufgebaut hatte.
Mit jenem elfenhaften Grinsen tätschelte die hübsche Byzantinerin seine Wange. "Wir nehmen nur die auf in unsere Kreise, denen wir vertrauen können.", schmunzelte sie und ließ schließlich verschwörerisch lächelnd von ihm ab.

Sie hatte genickt und dann leicht die Augen gerollt, da er verschwand um sein Essen wieder loszuwerden. Da er wieder hervor trat und hoffentlich halbwegs sauber wirkte, präsentierte sich die Schöne auf ihre elegante Art und Weise gegenüber der Gasse. Lorenzo bekam einen träge amüsierten Blick zugeworfen.
"Ich werde nie verstehen, warum ihr immer wieder Zeug in euch schaufelt, um es dann wieder auszukotzen. Mein Verlobter tut das auch ständig...", sinnierte sie ruhig und betrachtete ihre Hände, also gäbe es dort eine Antwort auf ihre Fragen. "Schmeckt es wenigstens oder ist es genauso widerwärtig, wie wenn ich versuchen würde, zu essen?"
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Lorenzo » Fr 15. Dez 2017, 21:21

Als Sie sein Gesicht liebkoste und Ihre Hände in seinem Gesicht vergrub, entfleuchte Ihm ein von Lust durchdrungenen Seufzer. Das dieser jedoch gespielt war, um seinem Gegenüber jenes Gefühl zu geben, er wäre Wachs in Ihren Händen, das vertuschte er geschickt.

Als Sie Ihm dann Ihr sonnigstes Lächeln zuwarf, erwiderte er dieses, mit einen kecken leicht neckischen Lächeln, und nahm Sie in den Arm. Dabei flüsterte er Ihr sanft in ihr Ohr,

„Weist du das du echt eine Wunderschöne Frau bist, die sich wie ich finde, Ihrer Reize durchaus bewusst ist? Ich mag solche Frauen die Wissen was man an Ihnen hat.“ Dabei lächelte er Sie zärtlich an, und man konnte sehen, dass er dies was er sagte, durchaus auch so meinte.
„Nun auf das kennenzulernen eures Sires bin ich schon sehr gespannt, und ich hoffe ich kann mich als würdig erweisen, ein teil eures Clans zu werden, ich weiß man mag uns angehörige der High-Clans bei den euren nicht allzu gern dabei haben.


Als Sie Ihn dann auf seine Essensgewohnheiten ansprach, lächelte er Sie amüsiert an.

„Nun meine Liebe, was das Essen betrifft, ich wusste nicht das Ihr auch ein Kind Kains seid, zumindest bis zu dem Zeitpunkt bis ich etwas von meinem Blut in meinem Mund habe, welches nebenbei bemerkt wie der Nektar der Götter schmeckte. Und da ich meine Deckung nicht aufgeben wollte ein Sterblicher zu sein hab ich euer Essen angenommen. Ich muss schon sagen, euer Essen hat sehr gut geschmeckt, auch wenn es keinerlei Nährwert für mich hat. Aber sagt wollen wir nun gemeinsam Jagen gehen? Ich bin echt Hungrig und könnte einen Happen durchaus vertragen.“
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Sousanna » Fr 15. Dez 2017, 22:08

Er hätte ihr ins Gesicht lügen können und es wäre der Byzantinerin völlig gleichgültig gewesen. Solang sie bekam, was sie wollte - und in diesem Fall war das das Ausreizen der in dieser Nacht möglichen Sünden, konnte er ihr vorspielen, was auch immer er wollte. So spielte sie voll und ganz mit oder bemerkte sein kleines Schauspiel tatsächlich nicht, war voll und ganz jene dunkle Verführerin, die sie in diesem Augenblick sein wollte.
Diese Umarmung dann ließ sie ehrlich lächeln und sich an seinen Leib schmiegen, als gäbe es tatsächlich Wärme, die sie anziehen konnte. Da Sousanna sehr klein war, konnte sie eindrucksvoll zu ihm hinauf sehen und jene verführerische Unschuld, die sie so perfekt beherrschte, zum Tragen bringen. Ein geschmeichelter Blick umgarnte ihn sanft.
"Es wäre ein Zeichen von absoluter Dummheit, würde ich schon so lange auf dieser Erde wandeln und es nicht wissen.", erwiderte sie leise und mit einem halben Lächeln. Man spürte ihren Stolz über ihr ungewöhnlich hübsches Aussehen. Wie eine Katze, die sich elegant räkelte und genau wusste, dass man sie kraulen wollte. "Aber nur in der richtigen Umgebung erblüht Schönheit in voller Pracht." Ein charmantes Zwinkern flog in seine Richtung.
"Ach, solange du dir bewusst bist, das Caspar und ich gewissermaßen die Edelleute der unseren sind, wird alles gut laufen.", kicherte sie sehr amüsiert. "Dass du genug Fantasie im Sündigen hast, weiß ich ja schon."

Sousanna schmunzelte vor sich hin und legte den Kopf schief. "Alles für die Stille also", urteilte sie und grinste breit über den Kommentar zu ihrem Blut. "Freut mich aber das sowohl mein Essen als auch mein Blut gut waren."
Schließlich stieß sie sich von der Hauswand ab an der sie gelehnt hatte als hätte man sie dort hingegossen. "Komm mit, wir müssen dafür aus der Stadt.", kündigte sie an und begann ihn durch das Gewirr der Gassen hinaus aus der Domäne zu bringen.

Eine Weile würde sie schweigend an seiner Seite schreiten, ehe die junge Hehlerin offensichtlich unruhig wurde. Nervös zupfte sie an ihrem Ärmel herum und schien immer wieder anzusetzen, etwas zu sagen, ehe sie wieder verstummte. Es dauerte einige Augenblicke, bis Sousanna es schaffte zu verkünden: "Wenn wir jagen, dann wirst du mir helfen müssen. Mein Fluch ist nicht ganz ausgeprägt, so dass ich nicht mehr Zähne habe, als du schon sehen konntest." Es klang als wolle sie diese Worte schnell los werden - und im Mondlicht erkannte man, dass die Schönheit ziegelrot angelaufen war.
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Re: [1003] In jedem vollen Becher Wein [Lorenzo]

Beitrag von Lorenzo » So 17. Dez 2017, 17:08

Ob die Schönheit, welcher das Alla Murra gehörte, sein Spiel welches er mit Ihr Spielte merkte oder nicht, war Lorenzo vollkomme Egal. So sah man das Lächeln eines listigen Wolfes in seinem Lächeln widerspiegeln, welcher kurz davor stand seine Beute zu Fall gebracht zu haben.
Dass die junge Frau Ihr Verführungshandwerk verstand verstärkte sein Grinsen nur um so mehr, ja noch mehr er schien es regelrecht zu genießen, und wenn er erst mal hatte was er wollte, seine Freiheit von den Anklagenden Gedanken, und entsprechende Beziehungen für den erfolgreichen Handel hier in Genau, dann erst würde sein Inneres Ruhe finden, um die Früchte seiner Arbeit, zu genießen.

Als Sie dann Ihren Leib an den seinen schmiegte, und wie Wachs in seinen Händen war, blitze wieder sein versautes Grinsen auf. Er hatte eine Frau, welche das Bett in der Nacht mit Ihm teilte, um die Freuden der Leidenschaft ein weiteres mal mit Ihm zu teilen, und das reichte für den Anfang für Lorenzo und den Rest würde er sich auch noch holen, dessen war er sich sicher.

Nachdem Sie zu reden aufgehört hatte nickte er Ihr nur zu und lächelte Sie weiter an.

„Es wäre mir eine Ehre euch bei der Jagd helfen zu dürfen, und keine Sorge eurer Geheimnis, welches eure Reißzähne betrifft ist bei mir sicher.“ Als er das Rot in Ihrem Gesicht sah drückte er sie nochmals fest an seine Brust, „Ihr braucht euch nicht zu schämen denn jeder hat so seine Eigenheiten, und eure finde ich ausgesprochen süß.“

Als Sie dann die Stadttore Genuas verließen, konnte man deutlich sehen, wie aufgekratz Lorenzo wegen der bevorstehenden Jagdt war, er liebte es einfach, frisches warmes Blut, seine Kehle runterlaufen zu lassen, und nur der Gedanke daran, war ihm ein Genuss.
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