[1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

[Oktober '17]

Moderatoren: Toma Ianos Navodeanu, Acacia

Benutzeravatar
Amalia
Salubri
Beiträge: 317
Registriert: Fr 18. Aug 2017, 00:03

[1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 27. Nov 2017, 04:06

Es war ein kühler Abend und der Winter hielt Einzug in die, vom Krieg zerrüttete Stadt. Amalia stand auf dem Wall der Martinsfeste und lies den Blick über das Umland schweifen. All das Land, welches die Narben des Krieges trug. Viele Narben und jede von ihnen würde ihre eigene Geschichte haben. Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen bei dem Gedanken wie sehr sie nun diesen, ihr ach so fremden Land, ähnelte. Sie schloss die Augen und ein stilles Gebet verließ ihre Lippen und stieg hinauf zu den Sternen. Nach ein paar Minuten verließ Amalia den Wehrgang und begab sich hinab in das innere der Feste. Es dauerte nicht lange und ihre Füße hatten sie in den Rittersaal getragen, wo der fette Priester sie bereits erwartete Amalia lächelte leicht und nickte ihm kurz zu. Ein gnädiges verständnisvolles Lächeln - Er machte seine Arbeit gut und der Hass der einst noch in ihr loderte war fast verloschen – Die beiden verließen die Feste in gewohnter Tracht. Dario als Priester und Amalia in ihrem schweren Kettenhemd und so zog es das ungleiche Paar aus der Feste hinaus in die dunkle Nacht.

Es dauerte nur einen kurzen Moment der Unendlichkeit und die beiden erreichten die Stadt, welche dabei war, die Wunden, die die Sarazenen hinterließen zu heilen. Hier und da sah man noch die Spuren des Krieges, Spuren, welche heilen würden. Was zerstört war würde wiedererrichtet werden und Genua im neuen Glanz erstrahlen.

Amalia und Dario gingen noch ein gutes Stück, ehe sie den Hafen erreichten. Amalia war gerne hier, fast so gerne, wie in den Thermen, deren Zukunft, nach Gaius‘ verschwinden nun mehr als ungewiss waren. Vielleicht konnte sie Titus überreden sie ihr zu überlassen, als Ort der Ruhe und Entspannung. Die Zweigesichtige blickte auf das stille Meer und setze sich auf den Steg, wo sie ihre Beine baumeln lassen konnte. Das Holz knarzte ein wenig, als der Fette sich neben seine Herrin setzte und sie kurz anlächelte – Stille umgarnte diesen Moment, welcher die Zeit zum Stillstand brachte. Nach ein paar Minuten, welche Stunden glichen, fingen die beiden an zu reden und der Wind trug ihre Stimmen hinaus aufs Meer.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

Benutzeravatar
Toma Ianos Navodeanu
Tzimisce
Beiträge: 1194
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 12:41

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 29. Nov 2017, 21:59

Toma lief durch Domus und seine Augen fuhren über die Schäden, die noch sichtbar waren, über die Spuren, die der Krieg hinterlassen hatte.
Beinahe unbewusst trieb es ihn Richtung Hafen. Wie damals. Mit Seresa, als er noch gedacht hatte es würde eine gewöhnliche Nacht, wie eh und je. Doch so sehr hatte er sich geirrt. So einiges hatte sich seitdem geändert.

Unruhig, angespannt trugen ihn seine Füße durch die verlassenen Straßen und sein Blick glitt immer mehr gehetzt über die Fassaden und durch die Dunkelheit der Gassen. Seine Ghule waren bei ihm. Um ihn herum, doch er fühlte sich nicht sicher. Immer wieder warf er einen Blick zurück. Er würde es nicht vergessen. vergessen wie der Speer durch seinen Rücken gedrungen war, sein Herz durchstoßen hatte. So plötzlich, so unerwartet. Das würde er nicht wieder zu lassen.
So ungeschützt. Er musste etwas ändern.
Am Tor von Platealonga blieb er einen Moment stehen und betrachtete es. Hier, hier war es.
Er schüttelte den Kopf und wandte sich weiter zum Hafen hinunter. Er wusste gar nicht warum. Doch nun war er einmal hier. Es war sinnvoller einen anderen Weg zurück zu nehmen, als den den er ohnehin schon gekommen war.

Am Hafen, am dunklen schwarzen Wasser blieb er einen Moment stehen, dachte daran zurück, wie er Seresa hier zurück gelassen hatte. Ob sie die Nacht eigentlich überlebt hatte?
Etwas in Gedanken versunken, sah er auf das kalte Nass hinaus.
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Seresa » Do 30. Nov 2017, 18:39

Seresa zog ihren Umhang enger um ihre Schultern, als sie vor die Tür der Herberge trat. Nach einigen Augenblicken erreichte die Stelle, an welcher sie Toma damals getroffen hatte. In jener Nacht, als die Schatten über Genua hereingeschwappt waren. Seresa rieb sich über die Unterarme, während sie zum Hafen hinunterschritt.

Sie war diesen Weg mit dem Drachen gegangen sowie ohne ihn. Hatte die Leichen gesehen, welche die Straßen gepflastert hatten. Seresa schüttelte schwerfällig den Kopf. Wieviel von all dem war ihr Schuld?! Hätte sie es gar verhindern können?! Hätten sie es verhindern können?! Seresa seufzte schwer, während sie ihre Füße weiter zum Hafen trugen. Sie benötigte einen Namen. Eine Auskunft. Wo sie diese finden sollte, war ihr nicht bewusst. Vor allem nicht wie sie diese erhalten sollte, ohne ungewollt Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Als sie den kleinen Dachvorsprung erreichte, unter welchem sich Toma und Seresa untergestellt hatten als Schutz vor dem Regen, blieb sie stehen und drehte sich um. Blickte in Richtung Domus. Seresa seufzte schwer, während sie sich erneut umwandte und langsam in Richtung Hafenbecken schritt. Sie hatte den Drachen nach dieser Nacht nicht aufgesucht, doch wirklich sicher, warum sie es nicht getan hatte, war sie sich selbst nicht. Jene Nacht war mehr als ein Jahr her. Es gab andere Dinge zu tun. Wichtigere Dinge. Zumindest hatte sie sich das eingeredet. Seresa ging weiter Schnurgeradeaus in Richtung Wasserkante. Den Blick starr auf das Meer vor ihr haltend. Genauer gesagt die Hafeneinfahrt. Die Erinnerung an die schreckliche Nacht ignorierend. Sowie sie den Rest der Welt heute um sie herum ignorierte.

Vielleicht war es jedoch auch einfach nur eine Ausrede gewesen. Eine Ausrede, die sie vorschob, um ihm nicht erklären zu müssen, was in jener Nacht geschehen war. Oder gar eine Ausrede, um nicht feststellen zu müssen, dass sein Haus leer gewesen wäre, wenn sie dort angeklopft hätte. Hätte sie es tatsächlich bereut?!

„Ach verfluchtest seist du!“

Seresa verscheuchte den Gedanken mit ihren Worten aus dem Kopf. Nur weil sie noch Keinen wie ihn getroffen hatte, bedeutete das nicht, dass sie sich den Luxus von vorschnellem Vertrauen leisten konnte.

Benutzeravatar
Amalia
Salubri
Beiträge: 317
Registriert: Fr 18. Aug 2017, 00:03

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Fr 1. Dez 2017, 23:34

Es dauerte nicht lange und Amalia erhob sich von ihrem Platz. In Gedanken noch ganz wo anders und nicht wirklich im hier und jetzt. Sie wollte gerade gehen, als ihr Blick auf eine, ihr wohl bekannte Gestalt fiel. Amalia lächelte freundlich und begab sich zu ihr. Ohne groß zu fragen gesellte sie sich zu der Brujah und blickte mit ihr hinaus aufs Meer "Nacht zum Gruß, werte Seresa. Wie ist es euch ergangen?" sie schmunzelte und neigt höflich ihr Haupt zur Begrüßung. "Seid ihr auch hier um über die Nächte unseres Lebens nachzudenken? Dafür ist das Meer mehr als passend."
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Seresa » Sa 2. Dez 2017, 01:19

Seresa hatte sich der Salubri zugewandt, als diese sie angesprochen hatte. Dass Amalia die Brujah in der Landessprache angesprochen hatte, schien sie ganz offensichtlich nicht zu überraschen.* Auf ihrem Gesicht war kein Anzeichen der Verwunderung oder der Verwirrung darüber zu sehen, dass Amalia nicht albanisch sprach. Dass sie direkt mit Seresa sprach und nicht über Dario. Ebenso konnte man in Seresas Gesicht nicht sehen, was ihre wahren Gedanken waren, als die Salubi bei ihrer Frage geschmunzelt hatte. Stattdessen lächelte Seresa Amalia an und neigte ihr Haupt vor der Dame. Nickte ihr höflich zu.

„Seid gegrüßt, werte Amalia. Werter Dario. Es ist mir eine Freude euch wiederzusehen.“

Seresa nickte dem Ghul an Amalias Seite ebenfalls zu.

„Habt Dank für Eure freundliche Nachfrage, werte Amalia. Ich gestehe, es mir ist gut ergangen.“

Sie nickte kurz Amalia zu.

„Ich hoffe Euch ist es ebenfalls gut ergangen?!“

Seresa blickte die Salubri für einen Moment an, bevor ihr Blick auf das Meer ging. Sie schwieg einen Moment und schüttelte dann leicht den Kopf, bevor sie wieder zu Amalia blickte.

„Um Eure Frage redlich zu beantworten: Nein, ich bin heute Nacht nicht hier, um nachzudenken. Jedoch scheint es als hätte Euch dieser Anlass hierher geführt. Wünscht Ihr mit mir darüber zu sprechen, was Euren Geist umtreibt, werte Amalia?“

Die Brujah blickte Amalia fragend an und beschrieb mit ihren Händen eine öffnende Geste, als wäre sie bereit zuzuhören, sofern die Salubri darüber sprechen möchte. Jedoch war Seresas Geste nicht fordernd oder gar zwingend. Ihre Bewegung machte den schlichten Eindruck eines höflichen Angebotes.

---
* Manipulation + Ausflüchte:
@Seresa (Ria): 5d10 >=6 f1 = (9 8 8 10 2, 4 successes) = 4

Benutzeravatar
Toma Ianos Navodeanu
Tzimisce
Beiträge: 1194
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 12:41

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 2. Dez 2017, 14:17

Toma hatte sich bereits weiter Richtung Süden gewandt und war der Hafenkante weiter gefolgt, als er der beiden Gestalten, gewahr wurde. Kurz blieb er stehen und beobachtete die beiden Frauen.
Welch seltsamer Zufall diese Nacht doch für ihn bereit hielt. Gerade hatte er an sie gedacht und nun war sie hier. Das hatte er nun wirklich nicht erwartet. Noch weniger hätte er erwartet, in ihrer Gesellschaft die Salubri zu sehen.
Wundervoll...
Er überlegte einen Moment ob er einfach umdrehen sollte und wieder nach Domus zurückkehren, doch dann trieb ihn doch wieder die Neugier weiter vorran.

Toma war kein wirklich unauffälliger Geselle, weniger noch durch die drei Ghule, die ihn begleiteten und eben solche Masken wie er selbst trugen und deren Schritte deutlich in der ruhigen Nacht zu vernehmen waren.
Es war demnach nicht so, dass er die beiden plötlich überraschen würde, als er sich ihnen näherte.

"Welch ein Zufall...werte Seresa." Sie beide hier am Hafen, als hätten sie nach einander gesucht, was er für seinen Teil jedoch wirklch nicht getan hatte.
Toma nickte ihr zu und blickte dann erst zu Amalia. Einen Moment schien er sie wohl einfach anzublicken, bevor er vor ihr ebenso das Haupt neigte "werte Amalia...guten Abend euch beiden."
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Seresa » Sa 2. Dez 2017, 18:31

Seresa hatte geschwiegen, als sie die näherkommenden Schritte gehört hatte. Die Brujah hatte sich zu der ankommenden Gruppe zugewandt. Auf ihrem Gesicht hatte sich deutlich eine gewisse Verwirrtheit wiedergespiegelt, als sie die verhüllten Gestalten auf Amalia und sich zukommen gesehen hatte. Ihr Körper hatte sich angespannt, während sie sich auf einen Angriff der Gruppe vorbereitet hatte. Als sie dann jedoch in der Dunkelheit die bekannten Masken gesehen und die bekannte Stimme des Drachen vernommen hatte, hatte sie sich nahezu im gleichen Moment entspannt und ein offenes und erfreutes Lächeln war über ihre Lippen gehuscht.

Seresa war mit einer leichten Verbeugung in der Bewegung höflich einige Schritte vom Meer zurückgetreten, um dem Drachen angemessen Platz zu machen, so dass sich ein Kreis bilden und er sich ungehindert dem Gespräch anschließen konnte. Nachdem Toma auch Amalia begrüßt hatte, hatte Seresa sich Toma zugewandt und ihm zugenickt.

„Seid gegrüßt, werter Toma. Es ist mir eine Ehre und aufrichtige Freude Euch wiederzusehen.“

Benutzeravatar
Amalia
Salubri
Beiträge: 317
Registriert: Fr 18. Aug 2017, 00:03

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Sa 2. Dez 2017, 20:24

Amalia, welche gerade der Brujah sagen wollte, was ihren Geist umgab verstummte, als sich die Gruppe näherte. Sie wartete geduldig bis der Drache und Seresa sich begrüßt hatten, ehe sie selbst das Wort an den Tzimisce richtete, zu welchem sie höflich und freundlich ihr Haupt neigte "Werter Toma Ianos Navodanu. Auch ich freue mich sehr euch wiederzusehen, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass es der Hafen sein würde, wo sich unsere Wege kreuzen. Ich hoffe ihr hattet eine angenehme Nacht bis jetzt?"

Während Amalia nur das Haupt neigte, wie es angebracht war. Verneigte sich Dario wie gewohnt ganz, vor dem Kainiten. Im wurde mit der Zeit nicht nur Respekt und Höflichkeit beigebracht, sondern auch, dass Kainiten zu den höchsten Wesen dieser zählten. Nichts war näher an der Großheit der Mutter drann, als die Kinder der Nacht.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

Benutzeravatar
Toma Ianos Navodeanu
Tzimisce
Beiträge: 1194
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 12:41

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 2. Dez 2017, 20:54

„Das hatte ich ebenso nicht erwartet,....werte Amalia. Ein Zufall...ein interessanter.“ erwiderte er in abgehackten Worten, als würde er zwischendurch noch überlegen, wie er diese Situation am besten bezeichnen sollte.
„Ihr habt augenscheinlich überlebt.“ Damit waren sicherlich beide Frauen gemeint, doch die Maske drehte sich zu Seresa, als er dies sagte.
Er würde nicht sagen er war erfreut, dafür lag ihm zu wenig an der Brujah und er kannte sie zu schlecht, aber er fand es auch nicht bedauernswert. Anders bei der Salubri, mit deren Ende er immerhin ein wenig zufireden gewesen wäre.

„Sagt, was ist euch in jener Nacht widerfahren, als ich euch hier zurück ließ?“
Das würde er wahrlich gern erfahren. Vom Hafen hatte er später nicht mehr viel gesehen. Hatte sie den Angriff direkt mitbekommen?
Sein Blick glitt nun auch einmal über Amalia.
„Und ihr? Wart ihr bei Gaius gewesen?“ Von ihm hatte er seit einiger Zeit nun nichts mehr gehört. Was nicht sonderlich ungewöhnlich unter Vampiren war, doch nach der Zeit des Krieges vielleicht doch bedenklich. Andererseits hatte er viele der hiesigen Vampire nicht allzu oft gesehen.
"Messer rein...Gedärme raus...Messer rein...Gedärme raus..."

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 538
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Seresa » Sa 2. Dez 2017, 22:19

Seresa hatte dem Drachen zugenickt, als er zu ihr geblickt hatte und festgestellt hatte, dass sie überlebt hatte. Ihr Blick hatte sich daraufhin kurz etwas gesenkt. Fast so als sei sie verlegen. Dann ging ihr Blick kurz zu Amalia und dann zurück zu Toma.

„Ich gestehe, ich hatte überaus großes Glück, werter Toma. Bitte seid Euch versichert, dass ich aufrichtig bedaure, dass ich Euch in jener Nacht nicht gefolgt bin. Ihr hattet geknurrt und ihr erwähntet Feuer.“

Die Brujah schüttelte langsam, aber bestimmt den Kopf.

„Bitte verzeiht die Offenheit meiner Worte, werter Toma, doch zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich mich nicht getraute Euch zu folgen. Als Ihr weg wart, kletterte ich auf eines der nahen höheren Häuser, um Eure Vermutung des Brandes zu überprüfen. Tatsächlich sah ich, was Ihr bereits in weiser Voraussicht erahnt hattet. Bitte glaubt mir, dass ich wahrlich überlegt hatte, Euch dennoch zu folgen und Euch zu warnen.“

Seresa senkte verlegen den Kopf und den Blick.

„Vielleicht könnt Ihr mir eines Tages vergeben, dass ich es nicht getan habe, werter Toma.

Sie nestelte an ihrem Umhang und gab Preis, weshalb sie den Drachen seit jener Nacht nicht aufgesucht hatte. Sie fühlte sich offensichtlich schlecht dafür, es damals nicht getan zu haben. Seresa seufzte, während sie sich zwang Toma wieder anzublicken. Ihr Blick wanderte dennoch immer wieder zum Boden zurück.

„Ich gestehe, die Aussicht darauf im Schlaf vom Feuer überrascht zu werden, hatte mich verängstigt. Ich hatte die Stadt verlassen und ruhte außerhalb der Stadtmauern.“

Seresa blickte zu Boden und dann wieder zu Toma.

„Ich hoffe, Euer Haus war von dem Feuer nicht betroffen, werter Toma. Ich gestehe, ich hatte mich nicht getraut nachzusehen.“

Sie schwieg für einen kurzen Augenblick und schien nachzudenken.

„Gestattet Ihr mir die Frage, werter Toma, ob sich Eure zweite Vermutung ebenfalls bewahrheitet hatte?“

Seresa hatte bewusst das Wort ´Angriffe´ nicht ausgesprochen. Überließ es Toma, ob und wie er darüber in Anwesenheit der Salubi sprechen wollte.

Gesperrt