[1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 13. Dez 2017, 16:55

Als Seresa ihn nach der Prinzessin fragte, gefror ihm etwas das Gesicht, was sie zu seinem Glück aber nicht sehen konnte und selbst wenn, wäre diese Regung vielleicht nur schwer aus seinem Gesicht heraus zulesen gewesen.
Jetzt hatte er vergessen, dass Seresa dies noch gar nicht gewusst hatte und dass er es ihr damals bewusst verheimlicht hatte...

„Ich wusste es vor eurer Ankunft, aber es erschien mir nicht sinnvoll diese doch heikle Tatsache einer Fremden anzuvertrauen. Gerade in Zeiten des Krieges. Nun hat sich diese Angelegenheit ja geklärt.“
Er richtete seinen Blick auf Amalia, bevor er weiter sprach.
„Mir ist nicht bekannt, wer sie tatsächlich entführte, doch ebenso wie die werte Seresa verstehe ich nicht wen ihr mit falschen Bruder meint?“
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Fr 15. Dez 2017, 22:41

Amalia blickte für einen Moment etwas verwirrt drein, ehe sie wieder mit dem Reden begann "Nun mit falschem Bruder meine ich Mailand. Taten sie doch so, als wären sie unsere Brüder, ehe sie uns feige verrieten. Von daher war meine Überlegung einerseits Mailand und andererseits Sizilien. Vielleicht war es aber auch jemand aus unserer Domäne, doch dafür kenne ich unsere Geschwister nicht gut genug. Ich weile ja noch nicht so lange in dieser Domäne wie andere." Amalia lächelte und blickte zurück aufs Meer.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Seresa » Sa 16. Dez 2017, 03:54

„Natürlich, werter Toma, es wäre äußerst unklug eine solch heikle Tatsache einer Fremden anzuvertrauen. In jeden Zeiten. Nicht nur in denen des Krieges. Vertrauen ist wahrlich ein sehr… interessantes Thema.“

Seresa nickte Toma höflich zu. Lächelte ihn sogar durchaus verständnisvoll an. Ihre Stimme enthielt keine Ironie, wohl aber war da etwas Ungewöhnliches in der Wahl ihrer Worte.

„Habt Dank, dass Ihr es mich nun habt wissen lassen. Ich hoffe, ihre höchst verehrte Majestät Aurore ist wohl auf.“

Erneut nickte sie dem Tzimiscen zu, dann wanderte ihr Blick zu Amalia.

„Sagtet Ihr nicht, dass Euer Bruder im Blute, der wohlwerter Gaius, vor Freund und Feind sprach, nachdem ihr siegreich die Feinde zurückgeschlagen hattet? Dass der Feind wiederkam, nach seinem Verschwinden. Dass ihr unverzüglich in das Lager der Mailänder gingt, welche in Verhandlungen mit Euch traten?!“

Seresa blickte die Salubri fragend an.

„Bitte verzeiht die womöglich naive Frage, werte Amalia, war ich nicht anwesend und ich gestehe, ich verstehe bedauerlicherweise nichts von der Kriegsführung und wenig von der Politik, jedoch erschließt sich mir gerade nicht, gegen wen ihr zuvor gekämpft hattet, wenn ihr sagt, dass Mailand Euch feige verraten hatte.“

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 17. Dez 2017, 20:23

Seresas Spitze des Themas Vertrauen, war dem Drachen nicht entgangen und er warf ihr einen ungehaltenen Blick zu, was sie ja aber gar nicht richtig sehen konnte und er aber vergessen hatte,
Jedoch begleitete ein leises Murren diesen Ausdruck, was leiser war als es bei Amalia der Fall gewesen war. Dann wandte er den Blick ab von ihr und sah Amalia an.

Toma hatte keine Ahnung was in diesem Krieg eigentlich passiert war, wer wann nun auf welcher Seite gestanden hatte. Sizilien war eindeutig Feind. Doch Mailand...das war ihm zu konfus. Waren sie erst Freund, dann Feind und jetzt wieder so etwas wie Freund gewesen?
Weiterhin schweigend hörte er daher einfach nur Seresa zu, die sich ebenso Gedanken zu diesem Umstand gemacht hatte.
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 18. Dez 2017, 00:38

Amalia blickte hinaus aufs Meer, jedoch würde dem aufmerksamen Beobachter etwas an ihrem Blick auffallen. Das Auge, welches normalerweise starr, weiß und blind nach vorne blickte, drehte sich langsam zu der Brujah. Beobachtete sie und ihr Blick bohrte sich direkt in die Seele Seresas. Wieder hatte man das Gefühl, der kalten Finger, welche näherkamen – immer näher – kalt und gnadenlos. Amalias, sonst schon bedrohliche Aura wirkte nun wieder vernichtend und grausam. Langsam drehte sie den Kopf in die Richtung der Frau neben ihr. Ein schiefes Lächeln verwandelte Amalias Gesicht in eine beunruhigende Fratze. Eben jene Fratze, welche viele Männer als das Letzte auf Gottes schöner Welt wahrgenommen hatten. Amalia blickte lange zu der Brujah, ehe sie das Wort erhob „Werte Seresa. Ihr müsst mich nicht immer fragen, ob ihr mich was fragen dürft. Ich weiß, dass ihr einfach nur höflich sein möchtet und ich bin euch auch sehr dankbar, doch stehe ich nicht über euch. Wir sind beide Neugeboren und durch eure Frage mich zu fragen, komme ich mir vor wie etwas, was ich nicht bin. Nun … Ich und mein wohlwerter Bruder haben, wie auch eure Brüder gegen Mailand gekämpft. Nachdem Gaius und ich, die Bestie der Hölle, bestehend aus Fleisch und Knochen, totbringend und Wahnsinn und Verzweiflung nährend, erschlagen hatten, flohen die Mailänder, welche diesen Dämon beschworen hatten. Sie kamen aus allen Richtungen und jene, die aus unserem Lager flohen wurden von der Rede meines Bruders gefesselt. Ich gebe zu, dass sein handeln mehr als naiv war, lockte er so doch alle zu sich und half ihnen bei seiner Gefangennahme. Also kam der Feind nicht wieder, er wurde bei der Flucht aufgehalten. Ich bin keine Entscheiderin. Ich führe nicht den Krieg, ich töte. Der Tod ist der große Gleichmacher. Ich weiß nicht wo es schief lief, ich wusste nur, dass Mailand der Feind war und so vergoss ich ihr Blut in der Zeit ohne Hunger, in der blutgetränkten Nacht. Entschuldigt mich, aber wenn man erst noch die Nachbarn erschlägt, entführt und Höllenbestien auf sie hetzt und ihnen dann plötzlich hilft …. Ist man ein falscher Bruder.
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mo 18. Dez 2017, 01:03

Toma hatte die Regung der Salubri interessiert beobachtet. Er fand es amüsant, wie sie sich an Seresas Ausdrucksweise störte. Er konnte es nachfühlen, doch anders als die Salubri fand er es äußerst angenehm als höherstehend behandelt zu werden.
Wirklich aufmerksam wurde er jedoch erst wieder, als er Bestie, Fleisch, Knochen, Dämon... vernahm.
Mit ganz neuem Interesse lauschte er nun den Worten der Schlächterin und bevor Seresa irgendetwas darauf erwidern konnte, trat er einen Schritt näher auf Amalia zu.
„Höllenbestie? Was für eine Bestie? Dämon? Wovon sprecht ihr?“
Die plötzliche Aufregung und Neugier in der Stimme des Drachen waren deutlich herauszuhören.
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Di 19. Dez 2017, 17:20

Amalia, welche nicht mit einer Frage auf das Untier gerechnet hatte zog überrascht eine Braue hoch, ehe sie die Frage des Drachen beantwortete.

„Es war in der selben Nacht, in der unser Lager überfallen wurde. Gaius und ich waren mit den gottestreuen Martinsrittern abgeschnitten vom Rest des Lagers. Wir töteten viele und noch heute klingen ihre Schreie aus Agonie und Pein in meinen Ohren. Wundervolle Lieder des Todes. Nun so kam es, dass wir irgendwann hinter den Feinden waren … und da sahen wir es ... die Bestie … den Dämon. Es war ein riesiges Wesen mit einem Schalenpanzer bestehend aus Knochenplatten, welche mit blasser, fleischweißer Haut überzogen waren. Es hatte eine Reihe von spinnenartigen Beinen und die Ausmaße waren gigantisch. Es brachte Angst und Verzweiflung in unsere Reihe und der Kampf war gnadenlos. Doch mit vereinten Kräften schafften wir es die Kreatur zu bezwingen. Ich weiß nicht, was mit dem Kadaver passierte, hatte ich doch einige Verletzungen davongetragen, welche geheilt werden mussten.“

Dann blickte sie zu dem Tzimisce „Wisst ihr, was es mit dieser Kreatur Satans auf sich hatte? Und was ist mit euch werte Seresa? Habt ihr jemals von solchen Kreaturen gehört oder gelesen?“
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 20. Dez 2017, 00:50

Die in den Schatten der Maske versteckten Augen wurden größer als die Salubri sprach.
Ein riesiges Spinnenwesen mit Knochenpanzer...erstaunlich sehr erstaunlich. Es gab einige Möglichkeiten. Vielleicht gab es tatsächlich so ein Tier, vielleicht war es tatsächlich ein Wesen der Hölle oder, das was er selbst plausibler fand, es war eine Schöpfung.
Mailand...Toma wusste welcher Ahn in den Reihen Mailands stand. Und selbst wenn nicht diese Möglichkeit bestünden hätte, dass es sich um eine tzimisceske Kreatur handelte, so wäre er schon auf Grund dieser reinen Abnormalität äußerst interessiert daran gewesen.
Fassungslos blickte er der Salubri an und schien nach Worten zu suchen, bevor er sie plötzlich aufgebracht anfuhr.
„Wie könnt ihr nicht wissen, was damit geschehen ist?! Mit dem Kadaver? Er ist einfach zurückgeblieben? Solch ein Fund! Wie konntet ihr nur!“ Die Möglichkeiten so etwas zu untersuchen, zu lernen...machte ihn fast wahnsinnig, dass er diese Möglichkeit nicht bekommen hatte, schlimmer noch, dass sie ihm durch die Finger geronnen ist. Monate nach den Kämpfen, nichts wäre mehr zu finden! Und die Mailänder hätten vermutlich ohnehin alles eingesammelt.

Schon beinahe theatralisch anmutend schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und gab klagende Laute von sich. Welch Vergeudung!

„Wie sah es aus? Genauer? Tierisch? Menschlich? Was meint ihr mit gigantisch? Wie groß? Wie hat es sich bewegt? Wie war der Kopf? Auch wie eine Spinne?...“
so viel wollte er wissen und konnte gar nicht alles so schnell in Worte fassen. „Erzählt mir alles was ihr wisst!“
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Amalia » Do 21. Dez 2017, 00:45

Amalias Blick ruhte nun vollends auf ihrem Rivalen. Ihre Miene war weiterhin durchaus interessiert doch in ihrem Inneren war sie heimlich eher amüsiert über das Gehabe des Drachen. Sie lies seine Antwort etwas ruhen und blickte kurz zu der Brujah, ehe sie selbst wieder Antwortete

"Nun da nach dem Tod der Kreatur mein Bruder seine Naivität beweisen musste und es geschafft hatte sich gefangennehmen zu lassen, führte ich seinen letzten Befehl aus und rannte zurück zum Lager um unseren Verbündeten Bescheid zu geben. Die Überzahl und die Fähigkeit eine Finsternis zu erzeugen, welche unsere Soldaten tragisch verenden lies ... sorgten für den nötigen Nachdruck Gaius Befehl auszuführen." Hier sah sie wieder etwas bedrübt aus und es dauerte einen Moment, ehe sie wieder antwortete

"Nun es war tierisch, wobei mir so etwas bis her noch nicht untergekommen ist ... es war ungefähr zwei Schritt hoch, drei bis vier Schritt breit. In der Länge umfasste es sechs bis sieben Schritt. Der Kopf ... der Kopf war ... bullig mit glatter, bleiche Haut. Es besaß keinen richtigen Hals und der Kopf an sich war so groß wie der Oberkörper eines ausgewachsenen Mannes ... Augen saßen seitlich, wie bei einem Pferd und sie waren recht klein. Manchmal rollte es ... so wie eine Art Walze ... mhhh ... ich glaub das war alles ... zumindest alles was ich euch jetzt sagen könnte, so leid es mir auch tut, da es auch mich interessiert, was diese Kreatur war, oder wer sie erschaffen hat." Amalia blickte wieder etwas betrübt zu Boden und wartete, bis einer von den beiden was sagte.
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Re: [1003] Narben des Krieges [Offen/Amalia]

Beitrag von Seresa » Do 21. Dez 2017, 16:31

Seresa hatte das leise Murren des Tzimiscen auf ihre Bemerkung zur Kenntnis genommen. Wie sie es jedoch tatsächlich gedeutet hatte, war in diesem Moment unklar geblieben, hatte sie nichts weiter darauf erwidert.

Seresa hatte Amalia - nach ihren Worten an sie - nur ein kurzes Nicken geschenkt. Die Worte der Salubri waren klar formuliert gewesen und es gab für Seresa keinen Grund, ihrem Wunsch nicht zu entsprechen. Etikette war in Genua kein anerkanntes Gut und so passte Seresa sich inzwischen schlicht den diversen und unterschiedlichen Wünschen ihres Gegenübers an. Auch wenn Seresa die Vorstellung durchaus unangenehm war, dass sie Toma weiter den Respekt - in eben jener Form zukommen lassen würde - die sie als angemessen empfand, während sie mit der Salubri in einer für Seresa gefühlt dreckigen und respektlosen Art und Weise sprechen würde.

Seresa hielt sich danach erstmal zurück, schien die Salubri durch ihre Erzählung das Interesse des Tzimiscen ganz offensichtlich geweckt zu haben. Etwas, was Seresa durchaus interessiert zur Kenntnis nahm und nicht vorhatte zu unterbinden.

Auf Amalias Frage hatte Seresa nur stumm den Kopf geschüttelt. Sie schien sich gerade nicht verbal einmischen zu wollen, schien der Tzimiscen noch immer überaus interessiert zu sein und sie wollte ganz offensichtlich nicht herausfinden, was passiert, wenn sie seine Neugierde unterbrechen würde. So schwieg sie weiterhin und lauschte aufmerksam dem Gespräch der Beiden.

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