[1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Brimir
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[1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Brimir » Di 14. Nov 2017, 17:32

Der Krieg war vorbei. Brimir saß im südlichen Teil der Stadt etwas abseits des Hafens. Dort, wo man einen guten Blick über die Schiffe und die Schäden hatte, die der Krieg Genua gebracht hat. Das Treiben auf den Kais war zum Großteil verstummt und nur in den Hafenkneipen sah man noch größere Menschenmengen. Brimir genoss den Blick von hier, wirkte die Welt doch soviel Kleiner und das Sein an sich unwichtiger. Die Spuren des Krieges lagen wie Narben auf der Stadt, doch sie würden verheilen. Soviel stand fest. Doch, was der Krieg aus den Kainiten dieser Stadt gemacht hatte... das wusste keiner. Dennoch gab es neue Ziele.

Brimir trug heute keine Rüstung. Einzig die Einhandaxt ruhte an seiner Seite. Auf seiner Schulter saß ein Rabe mit dem er sich krächzend zu unterhalten schien. Er trug eine lederne Tunika und Hose. Schuhe waren heute keine an den Füßen zu finden.
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Amalia
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Amalia » Di 14. Nov 2017, 18:25

Geistesabwesend wandelte das Ungesicht durch die dunklen, kriegsgegerbten Gassen Genuas. Sie war alleine und die Striemen brannten. Sie würde sich später heilen, doch der brennende Schmerz, war eine gute Strafe, für ihr bisheriges Versagen. Sie hatte die Strafe genommen ohne mit der Wimper zu zucken, was waren diese Striemen schon im vergleich zu der Scham, die sie momentan verspürte? - *Ein Jahr und noch kein Ergebnis* - Sie hatte das Kettenhemd abgelegt und trug nun ihre dunkle Robe, ihre langen Haare verdeckten die Seite, die nicht die grässliche Fratze zeigte.

Als sie nach oben Blickte merkte sie, dass ihre Füße sie zum Hafen getrieben hatten. Sie lächelte, als sie die Spiegelung des Mondes sah. Sie schloss kurz ihre Augen und versank in Gedanken. So stand sie dort für mehre Minuten, den kühlen Seewind, der ihre Züge umgarnte, genießend. Sie öffnete die Augen, als ihr Blick auf eine, ihr wohl bekannte person fiel.

Sie näherte sich dem Nordmann und stellte sich neben ihn. Sie verneigte sich höflich und sagte dann mit sanfter Stimme und mehr als gebrochenen Akzent "Sei gegrust, vererte Brimir. Ich mich ser wunder euch zu sehen hier. Wie es gehen euch?"
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Brimir » Mi 15. Nov 2017, 15:12

Der Nordmann schaute Amalia eine Weile an, während sie die Augen geschlossen hatte. Er trug Stofffetzen um die Hände, was deutlich wurde, als sie näher kam. Und nach ihrer Verbeugung nickte er ihr zu. Jedoch erhob er sich nicht. Stattdessen lud er sie ein, sich zu ihm auf den Boden zu setzen, indem er dorthin deutete.

"Du lernst die Sprache der Genuesen." Er wirkte nicht sonderlich überrascht, aber wohl zufrieden damit. "Das... erinnert mich an meine ersten Jahre hier."

Ein Lächeln zeichnete sich ab auf dem Gesicht des Gangrel. "Ich grüße auch dich, Amalia und ich... kann mich nur bedingt beklagen. Der Krieg ist anders verlaufen, als ich das im Vorfeld dachte und... ach... lass uns die Nacht nicht mit solchen Dingen, wie den Krieg verbringen. Er ist vorbei und manche Sachen werden noch früh genug angesprochen werden. Wie ist es dir ergangen?"

Dann fiel ihm noch was auf und er grinste wölfisch.

"... auch, wenn ich wohl einer der Wenigen sein werde, die dies von dir verlangen... aber... lass das 'Euch' weg... ich bin eine Person... und in meiner Heimat sagen wir auch zu Königen und Jarlen 'du'."
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Amalia » Mi 15. Nov 2017, 21:03

Amalia setzte sich dankbar nickend zu dem Gangrel und guckte kurz auf die Stofffetzen an seinen Händen "Ia, Dario es mir bringt bei. Wozu hast du Stoff an deine Hand?" Amalia saß neben ihm und blickte wieder einen Moment hinaus aufs mehr - Ku jeni ju nëna? - fragte sie sich selbst, ehe sie sich an den Gangrel wandte. "Ich ser froh zu sehen dich. Du mir noch schulden eine Geschichte." Sie lächelte freundlich und lehnte sich etwas zurück, wobei sie sich mit ihren Händen abstützte. "Geschichte immer gut sein um zu vergessen Dingse wie Krieg."
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Brimir » Di 21. Nov 2017, 10:54

"Manche Wunden brauchen länger zum Heilen als Andere. Und Sizilien wusste selbst jemanden, wie mich, zu verwunden." Er zuckte mit den Schultern und grinste schief dabei. "Ich lebe noch... Die Nacht zu überdauern ist das höchste Ziel der Jagd."

Er lachte leicht und schmunzelte dann, um deutlich zu machen, dass er das Folgende nur bedingt ernst meinte. Oder war es schlicht eine Überspielung, dass er es doch ziemlich ernst nahm? "Du bist also nur froh, mich zu sehen, weil ich dir etwas schulde?" Der Nordmann beugte sich vor , legte die Hände zusammen und die Ellenbogen auf die Knie.

"Aber gut... Schulden müssen beglichen werden, auch, wenn es nur eine Geschichte ist. Weil du mich mit dem Lernen der Sprache Genuas an meine ersten Jahre hier erinnerst, will ich dir auch von meiner ersten Jagd in Genua erzählen. Ist das eine geschichte, die du hören willst?"
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Amalia » Do 23. Nov 2017, 12:46

Amalia fing nun auch leicht an zu lachenund sagte "Nein ich nicht nur deshalb sein froh zu sehen dich. Ich immer froh sein zu sehen bekanntes Gesicht." Dann überlegte sie kurz und versuchte das Gesagte des Gangrels zu verstehen, was ihr nach ein kurzer Zeit auch gelang, denn sie grinste nun etwas breiter und nickte "Ia so ein Geschichte ware ser gut. Als klein Madchen ich immer habe gehort Geschichten von große Jagd. Es waren ser schon wenn du mir konntest sagen etwas von erst Jagd." Als sie dies sagte machte es sich die Zweigesichtige bequem und war bereit den Worten des Ältesten der Gangrel zu lauschen.
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Brimir » Mi 29. Nov 2017, 14:04

Brimir nickte auf die Bemerkung, dass sie sich generell über bekannte Gesichter freute. Offenbar war ihm das wirklich nicht so wichtig. Aber auch er hatte so seine Probleme damit Amalia zu verstehen, was darauf zurück zu führen war, dass er trotz der Jahre hier, nie akzentfrei wurde... es wahrscheinlich gar nicht wollte. Die Sprache der Heimat war eine Tradition, die es zu pflegen galt.

"Ich kam in den Jahren nach dem letzten großen Angriff der Muselmänner nach Genua. Mehr als 6 Jahrzehnte ist dies nun her. Damals waren auch Kainiten, wie Acacia und Maximinianus frisch in der Domäne, auch, wenn sie länger hier waren als ich selbst. Selbst Aurore war erst Jahre zuvor Prinzessin von Genua geworden und hat die Domäne von ihrem Vorgänger... übernommen. Jedenfalls suchte ich einen Ort, an dem ich sesshaft werden konnte und Maximinanus, der mir sehr bei meiner Ankunft hier geholfen hat, erzählte mir von einem Werwolf, der in den Wäldern von Luccoli hauste... und da ich von Aurore den Auftrag erhalten habe für Sicherheit in der Domäne zu sorgen, nahm ich mir dieser Sache an."

Brimir machte die Augen enger und beugte sich vor, um die Atmosphäre der Geschichte zu untermalen.

"Über Nächte schlich ich durch die Dunkelheit der Nacht, nachdem die Sonne untergegangen war und durchstreifte die Wälder auf der Suche nach dem Untier, dass laut den Dorfbewohnern Menschen und Tiere riss. Sie sagten ihm riesige Klauen und einen monströsen Kiefer nach. Ich war bereit für die Jagd und die heiligen Zeichen zierten meinen Schädel. Einige Tagesmärsche von Genua entfernt fand ich schließlich eine alte Kultstädte und drei Wölfe stellten sich mir und Frekki, meinem treuen Begleiter, in den Weg. Einer von ihnen war ein Ungetüm und doch roch er ein wenig... nach uns. Nach unserer Art."

Brimir verzog das Gesicht ein wenig, doch dann kehrte der Jäger zurück in den Blick. Mit den armen begann er zu gestikulieren, während der Rabe auf der Schulter sitzen blieb - offenbar gewöhnt, dass sich Brimir oft bewegte.

"Ich erlegte den Ghul in einem Kampf, bei dem sich alle drei Wölfe auf mich stürzten. Sie bissen und kratzen, doch weder ihre Zähne, noch ihre Krallen schafften es durch Kette und meine Haut hindurch. Am Ende war ich siegreich... der riesige Wolf... du wirst sein Fell am Hoftag sehen... er war so groß, dass er mir als Umhang dient. Jedenfalls... als das Untier starb zogen sich die anderen Beiden zurück. Doch meine Jagd war noch nicht zu Ende. Denn wo ein Ghul ist, ist auch sein Herr. Tiefer in den Ruinen wartete er auf mich und stürzte sich mir entgegen. Kein Mensch mehr... Seifzer, lange Arme... vom Tier beseelte Augen. Er war zum Vasail geworden... auf seiner letzten Raserei. Seine Krallen schnitten mir in die Haut... so, wie meine in seine. Am Ende schaffte ich es ihn in Starre zu schlagen. Doch der Kampf riss tiefe Wunden. Ich war siegreich... und durch meine erste Jagd in Genua hielt ich nicht nur mein Versprechen gegenüber Aurore... auch beanspruchte ich, was noch heute mein ist: Luccoli."

****************

Vortrag:
@John_'Brimir'_Wick (Stefan): 4d10 >=6 f1 = (5 3 6 7, 2 successes) = 2
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Amalia » Fr 1. Dez 2017, 23:12

Amalia lauschte mehr als aufgeregt den Worten des älteren Kainiten und machte während der Geschichte große Augen. Es wirkte fast so wie damals, als sie bei ihrem Vater auf dem Schoße saß und seinen abenteuerlichen Geschichten lauschte. Als Brimir geendet hatte strahlte sie ihn an, ehe sie etwas fragend dreinblickte. Es dauerte nicht lange und ihre gebrochene Stimme klang durch die Nacht "Das waren mehr als tolle Geschichte Brimir. Sie zeigen, dass du sein ser große Jager. Doch ein Sache ich mir Fragen. Was sein ein Va-sa-il? Ich nie haben grhört Wort wie diese." Amalia wirkte recht neugierig, fand sie es doch meistens mehr als spannend etwas neues zu lernen, vor allem wenn es die Kinder der Nacht betraf.
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Brimir » So 3. Dez 2017, 22:06

Es war immer wieder gut, wenn Zuhörer einer Geschichte sich einfingen ließen. Es war wichtig, damit die Worte weiterlebten und von ihnen erzählt wurde. Am Ende lächelte Brimir sein Raubtierlächeln. "Es freut mich, dass die Geschichte dir gefällt." Und auch das Lob perlte nicht ganz an dem Jäger ab, der daraufhin erfreut nickte.

Jedoch runtzelte er dann bei ihrer Frage die Stirn. "Du weist nicht, was ein Vasail ist?" Es klang wenig spötisch, sondern deutlich überrascht. "Wenn die Pfade der Erleuchtung versagen oder ein Pfadwechsel missglückt, dann übernimm das Biest in uns die Kontrolle. Es verdrängt alles, was wir einmal waren und unser Körper wird die Hülle des Biestes. Eine Raserei... ... die Letzte... ... weil es keinen Weg für uns zurück gibt. Ein Vasail ist eine Gefahr für uns alle... und die einzige Erlösung, die wir ihnen bringen können ist der Tod."
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Re: [1003] Folternde Tiere? [Amalia]

Beitrag von Amalia » Mo 4. Dez 2017, 22:57

Amalia lächelte und als sie gefragt wurde ob sie es nicht wisse, nickte sie deutlich. Sie hörte dem Ältesten der Tiere zu und als er es ihr erklärt hatte zeigte sie Kenntnis "Aaaah. Du meine kafshë. Ia ich haben gehort von diesen. Meins Mutter hat mir erzahlt von den Schrecken den sie bringen. Als sie mich haben gewarnt abzukommen von rechtem Weg. Zu meinem Gluck alles haben geklappt." Sie lächelte und blickte wieder hinaus aufs mehr. "Du magst das Wasser auch so gern wie ich es mag? Es mich immer kann beruhigen. Dann kann ich besser denken nach."
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