[1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Ilario » Sa 11. Nov 2017, 00:36

Im schwachen Licht des Mondes zeichneten sich die Überreste Kreuzdorfs ab. Etwas oberhalb, auf einer kleinen Anhöhe, stand ein kahler Baum. Eigentlich der ideale Ort um ein paar aufgeknüpfte, verwesende Leichen baumeln zu sehen in diesen Zeiten. Doch der Untote der dort wartete war nur in Begleitung dreier Bewaffneter, die etwas abseits standen. Auch er hatte sich wohl noch nicht daran gewöhnt, dass dieser unseelige Krieg vorüber war. Ilario streckte seine Hand aus und fuhr nachdenklich über das tote Holz. Was mochte ihn nur getötet haben und war der Baum überhaupt völlig tot? Mochte er im Frühling wieder zartestes Grün tragen, neue Triebe entwickeln? Würde Kreuzdorf möglicherweise ebenfalls weiter dahinsiechen und sterben oder zu neuem Leben erwachen?

Solche Gedanken beschäftigten den Magister oberflächlich, während er in der Tiefe ganz anderen Erinnerungen nachhing... Die Nacht in der er die Männer getötet hatte, die verborgenen fast vertrieben und schließlich dabei versagt hatte. Seine Prinzessin verloren hatte. Er würde nicht vergessen. Nichts.

Eigentlich war er aber aus anderem Grunde hier: Brimir hatte ihm ausgerichtet, dass besagte Brujah, Seresa, ihn treffen wolle. Und da Ilario von Acacia und dem Gangrel so einiges erfahren hatte kam ihm dies recht gelegen. Auch er hatte Fragen an Seresa. So wartete er...
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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Seresa » Sa 11. Nov 2017, 02:30

Der Weg nach Kreuzdorf war für die Brujah ungewohnt. Nur einmal war sie durch die Ruinen des Dorfes gegangen. Dies war jedoch vor mehr als einem Jahr gewesen und damals war sie aus der entgegengesetzten Richtung durch Kreuzdorf gereist. Nie hätte sie sich vorstellen können, dass dies hier womöglich bald ihr neues Zuhause werden würde. Etwas unsicher suchend blickte sie sich um, fand jedoch weder die genannte Anhöhe, noch den kahlen Baum.* War sie gar am falschen Ort?!

Brimir hatte ihr den Lasombra empfohlen und den ersten Kontakt hergestellt. Seresa war zeitig aus Genua aufgebrochen, doch jetzt verfluchte sie sich innerlich dafür, dass sie die Strecke nicht bereits die Nacht zuvor einmal abgelaufen war. Hier, soweit entfernt von Genua war es schwierig eine exakte Zeit auszumachen. Dennoch wollte sie ihren Gesprächspartner ungern länger als unbedingt nötig warten lassen. Es war unhöflich. Seresa stieß einen leisen Fluch aus. Wo war dieser Baum?! Die Brujah ging weiter durch das Dorf und zwang sich zur Ruhe. Dies war Kreuzdorf. In diesem Punkt war sie sich sicher. Langsam drehte sie sich um sich selbst und endlich erspähte sie die Anhöhe mit besagtem Baum.** Für einen Moment meinte sie eine Bewegung in der Ferne gesehen zu haben, jedoch war sie sich nicht sicher.

Seresa schlug ihren Umhang auf und strich ihn auf den Rücken, bevor sie sich an den Aufstieg machte. Als sie der Kuppe näherkam, verlangsamte sie ihre Schritte zunehmend. Sie versuchte nicht sich anzuschleichen, sondern ging offen in Richtung der Person, die sie nun neben dem Baum stehen sah.*** Seine Begleitung nahm sie allerdings nicht wahr. Seresa näherte sich langsamen Schrittes. Sie war alleine unterwegs. Ihre Hände hingen locker an ihrer Seite herab. Sie war unbewaffnet und in ihrer normalen, schlichten Kleidung unterwegs, die sie aus der Ferne einem Botenjungen zum Verwechseln ähnlichsehen ließ.

In einigem Abstand blieb sie stehen und blickte in Richtung der Person. Brimir hatte ihr keine Beschreibung des Lasombras gegeben. Sie bezweifelte zwar, dass ein Mensch hier auf jemand warten würde, jedoch war es nicht gänzlich auszuschließen. Seresa blieb abwartend stehen, bis ihr Gegenüber sie bemerken würde und ihr ein Zeichen geben würde, sich ihm nähern zu dürfen oder sich gar selbst nähern würde.


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*-*** Wahrnehmung + Aufmerksamkeit:
@Seresa (Ria): 4d10 >= 6 f1 = (4 9 4 1, 0 successes) = 0
@Seresa (Ria): 4d10 >= 7 f1 = (7 1 9 4, 1 success) = 1
@Seresa (Ria): 4d10 >= 6 f1 = (1 10 5 9, 1 success) = 1

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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Ilario » Sa 11. Nov 2017, 19:36

Seine Bewaffneten blieben wachsam, doch ein knappes Nicken Ilarios gab ihnen zu verstehen, dass dies die Person war auf die er wartete. Mit einladender Geste gab er Seresa zu verstehen doch näher zu kommen, schließlich waren sie hier um zu reden. So sie näher trat, konnte Seresa mehr Details erkennen: Ilario war hochgewachsen und hager, ein blasser asketischer Gelehrter, weder besonders abstoßend in seiner Erscheinung noch besonders hübsch. Dennoch mit einer gewissen Ausstrahlung, eben kein gewöhnlicher Kainit.

Als die Brujah näher trat schlug Ilario die Kapuze seiner fließenden, dunklen Gewands zurück und lächelte kühl, wenn auch einladend.
"Es freut mich, dass ihr hergefunden habt werte Seresa."Irgendetwas in seinem Tonfall legte nahe, dass er gern noch Titel, Ahnenlinie und ähnliches hinzugefügt hätte wenn er diese gekannt hätte. Dann folgte ein respektvolles Nicken unter Neugeborenen. "Ilario Contarini, Neugeborener im Blut der Schatten, Vasall Genuas, Kind des Lucius Valerius Gala, Ahn der Schatten zu Venedig." stellte er sich knapp aber in aller Form vor. Ein zwei Dinge blieben unerwähnt, wohl den riskanten, unsicheren Zeiten geschuldet.
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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Seresa » Sa 11. Nov 2017, 21:42

„Seresa, Neonate vom Clan der Gelehrten, Kind von Fabrizio Piccolomini, Anchilla vom Clan der Gelehrten. Es ist mir eine Ehre Eure Bekanntschaft zu machen, werter Ilario, Neugeborener vom Clan Lasombra, Kind von Lucius Valerius Gala, Ahn vom Clan Lasombra.“

Seresa verneigte erneut vor ihrem Gegenüber respektvoll das Haupt.

„Bitte verzeiht, werter Ilario, solltet Ihr bereits lange gewartet haben. Jedoch war Kreuzdorf bisher wahrlich keiner jener Orte, welche ich für gewöhnlich aufsuchte.“

Die Brujah senkte ihren Blick und um Entschuldigung bittend etwas das Haupt vor dem Lasombra. Dann sah sie erneut den Schatten an.

„Habt Dank, dass Ihr dem Wunsch um Kontaktaufnahme zugestimmt hattet und Zeit für meine Wenigkeit erübrigen konntet.“

Seresa musterte ihr Gegenüber. Ohne es vermutlich selbst zu wissen, hatte Brimir ihr mit diesem Kontakt ein großes Geschenk gemacht. Einen Kontakt, der es tatsächlich geschafft hatte mit nur wenigen Gesten und in nur zwei einfachen Sätzen bereits ihr Interesse zu wecken. Vielleicht jedoch wusste es der Gangrel auch viel zu genau. So oder so, die Nacht verhieß auf die eine oder andere Weise spannend zu werden.

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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Ilario » So 12. Nov 2017, 14:11

"Es ist mir ebenso eine Ehre werte Seresa, Neonatin vom Clan der Gelehrten, Kind Fabrizio Piccolominis, Ancilla vom Clan der Gelehrten." Eine Kainitin von tadellosen Umgangsformen wie es schien, was Ilario freute. Davon gab es dieser Tage leider viel zu wenige... Kurz dachte er an diesen frechen Gangrel zurück... Asche im Wind.

Er erwiderte Seresas Blick als sie ihn musterte und nickte zustimmend.
"Zeit kann und muss man sich nehmen, schließlich habe ich auch ein Interesse daran neue Gesichter kennenzulernen. Nach allem was ich von meinen... Verbündeten gehört habe, war es mir wirklich ein Bedürfnis euch zu treffen. Doch dazu später mehr, was ist euer Anliegen? Weshalb wolltet ihr Kontakt aufnehmen?" Ilario war wirklich neugierig, allzu häufig kam so etwas nicht vor. Von Brimir hatte er nicht viel erfahren, vielleicht suchte die junge Brujah einen Fürsprecher? Oder jemanden der ihren Fall vor der prinzlichen Autorität vertrat? Gespannt harrte er ihrer nächsten Worte.
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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Seresa » So 12. Nov 2017, 18:47

Seresa nahm die leichte Verzögerung wahr bei der Bezeichnung seiner Verbündeten. Jedoch ging sie in diesem Moment nicht weiter darauf ein. Schließlich waren seine Worte diesbezüglich eindeutig gewesen. Stattdessen beantwortete sie seine Fragen.

„Der verehrte Brimir erwähnte Euch und Euren werten Namen. Er nannte Euch eine Quelle für Wissen. Gar einen Wissenssuchenden?!“

Die Brujah schwieg für einen Moment, während sie ihn bei dem letzten Wort leicht fragend anblickte.

„Er war es, der mir empfahl Euch aufzusuchen, hätte ich Fragen zu Genua oder zum Grund meines Aufenthaltes hier. Ich gestehe, er nannte in diesem Zuge auch den verehrten Benedetto als Jemanden der ebenfalls Wissen hortet. Der verehrte Brimir meinte jedoch, dass Eure Preise besser wären, als die des verehrten Chronisten. Bitte verzeiht meine Offenheit und Direktheit in diesen Dingen. Ich gestehe, bin ich heute nicht hier um Eure Preise in Erfahrung zu bringen, noch ob sie tatsächlich besser wären. Es gibt für mich derzeit keinen Grund ihre Angemessenheit in Frage zu stellen. Bitte seid versichert, es ist nicht meine Absicht Euch beleidigen zu wollen, werter Ilario, jedoch bin ich eigen bei der Auswahl meiner Quellen. Mir nutzen schlicht und ergreifend Informationen nichts von Jemandem, dem ich nicht auch gewillt bin Vertrauen zu schenken. Deshalb war und ist es mein Anliegen Euch kennenzulernen.“

Sie nickte Ilario zu. Ein langsames und respektvolles Nicken.

„Da es nicht mein Ziel war in Genua sesshaft zu werden und die letzten Monate wahrlich keinen Grund für offizielle Feiern geboten hatten, war es mir bisher nicht vergönnt von Euch zu erfahren. Ich bin mir sicher, unter anderen Umständen wäre mir Euer werter Namen bereits weitaus früher zu Ohren gekommen. Euren werten Namen nun durch den verehrten Brimir zu erfahren, war im wahrsten Sinne des Wortes, ein ganz und gar erfreulicher Zufall.“

Ihr Blick war noch immer auf den Lasombra vor ihr gerichtet. Er verlor jedoch Zusehens immer mehr von seiner musternden Natur. Jedoch schwang in ihren letzten Worten noch immer etwas Misstrauen, ob dieses 'Zufalls' mit.

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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Ilario » Mo 13. Nov 2017, 18:45

"Was eure Quellen angeht würde ich das nicht als eigen, sondern als klug bezeichnen.
Zumindest bei bedeutsamen Angelegenheiten. Und ja, ich sammle und suche Wissen. Ob meine Preise jedoch besser sind als die des verehrten Benedetto vermag ich nicht zu sagen."


Eine Weile sah er sie an, die meergrauen Augen nachdenklich auf das Gesicht der Brujah gerichtet. Dann wanderten ihr Blick gen Nachthimmel.

"Um einen Kainiten wirklich kennen zu lernen braucht es Jahre, Jahrzehnte... Dennoch will ich versuchen euch soweit Einblick zu gewähren, dass ihr entscheiden könnt ob ihr mir den Grund eures Hierseins offenbaren mögt.
Einige Fragen zur Domäne kann ich euch vermutlich auch beantworten.
Ganz wie ihr mögt werte Seresa.
Dass der verehrte Brimir euch an mich verwies ist mehr oder minder Zufall, dass ich heute hier bin nicht. Ich wollte euch treffen, mir ein Bild von euch machen."
Einiges schien der Schatten zu wissen, anderes zu ahnen, doch fand sich keine Wertung ihrer Person in seiner Stimme. Neutral bleibend gedachte Ilario sich zunächst ein eigenes Bild zu machen ehe er urteilte.
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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Seresa » Mo 13. Nov 2017, 21:15

Die Brujah betrachtete ihr Gegenüber einen Augenblick lang schweigend, als er geendet hatte. Sie schien nachzudenken, bevor sie dem Lasombra leicht zunickte.

„Bitte, werter Ilario, fühlt Euch frei zu jeder Zeit Fragen jedweder Art zu stellen um Euch selbst ein Bild von mir zu machen.“

Ihre Hände beschrieben eine öffnende, gar einladende Geste. Sie war interessiert daran herauszufinden, ob er vertrauenswürdig war. Seresa wollte ihm das selbe Recht zugestehen.

„Sofern es mir möglich ist, werde ich versuchen sie zu Eurer Zufriedenheit zu beantworten. Was Euren Einwand bezüglich eines wahrhaftigen Kennens betrifft, so habt Ihr natürlich recht. Ich bezweifele wahrlich, dass wir jemals wirklich wissen, ob unser Gegenüber uns belügt. Uns betrügt. Uns für seine Zwecke einspannen will. Oder ob er gar wahrhaft redlich ist. Ich hörte davon, dass es Manchen vergönnt ist, ihr Gegenüber zu lesen wie ein offenes Buch. Das sie ihrem Gegenüber sozusagen an der Nasenspitze ansehen können, ob dieser lügt.“

Die Brujah zuckte leicht mit den Schultern.

„Bedauerlicherweise verfüge ich nicht über derartige Talente. So verbleibt mir nur der Wunsch des Kennenlernens, um ein Gefühl zu entwickeln. Eine Tendenz, wenn Ihr so wollt. Mir ist durchaus bewusst, dass es möglich ist, dass ich mich mit meiner Einschätzung irre. Dass ich womöglich meinem Gegenüber unrecht tue, wenn ich dessen Redlichkeit in Frage stelle. Jedoch bin ich wahrlich Niemand, der es sich leisten könnte wahllos und gedankenlos Wissen zu kaufen, um dann erst im Nachhinein sortieren und auswählen zu können. Da meine finanziellen Mittel begrenzt sind, bevorzuge ich - sofern es die Gegebenheit zulässt - den Tauschhandel.“

Seresa schwieg für einen Augenblick, während ihre toten braunen Augen ihr Gegenüber musterten, als versuchten sie herauszulesen, was er prinzipiell davon hielt.

„Mein Wissen bezüglich Genua ist auf Grund meines erst sehr kurzen Aufenthaltes hier, jedoch bedauerlicherweise noch sehr beschränkt. Ich würde mir nicht anmaßen wollen mich eine Wissenssammlerin zu nennen. Ich muss noch vieles lernen. Bin wahrlich in vielen Dingen noch unerfahren. Verstehe einiges nicht. Ich suche Wissen und versuche redlich darin besser zu werden.“

Eine fast entschuldigende Geste folgte ihren Worten.

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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Ilario » Di 14. Nov 2017, 18:45

Unergründlich blickten die grauen Augen des Lasombra Seresa an. "Niemand kann stets wissen ob man ihm die Wahrheit sagt, geschweige denn wissen ob das was jemand für wahr hält auch wirklich wahr ist. Besonders die letzten Jahre haben gezeigt, dass unter Unseresgleichen schwer ist Täuschung, Lüge, Wahrheit und schlichte Unbedarftheit auseinanderzuhalten."
Ilario schüttelte sein Haupt, insbesondere letztere Eigenschaft schien ihm ein Gräuel. Dann sog er tief die kalte Nachtluft ein und nickte der jungen Brujah zu.
"Wissen für Wissen, nur gerecht und vor allem sehr viel wertvoller als schnöder Mammon. Eine Antwort für eine Antwort wenn es euch recht ist? Bedingungslose Wahrheit kann ich euch nicht zusichern, es gibt Dinge von höherer Bedeutung die dies ausschließen mögen... Doch mein Wort, dass ich euch nicht wissentlich belügen werde, sondern mich in diesem Fall in Schweigen hüllen und euch eine andere Frage beantworten würde. Falls ihr mit dieser Bedingung eurerseits ebenfalls unleben könntet... "

Seresa war wohlgefällig höflich und auch ebenso vom Blut der Hohen Clans. Noch dazu von Brimir hergeschickt. Ilario hatte kein Interesse sie zu verstimmen durch Lügen. Außerdem wirkte die Brujah nicht auf den Kopf gefallen und könnte genau das sein was sein was er suchte...
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Re: [1003] Am Totenbaum [Seresa,Ilario]

Beitrag von Seresa » Di 14. Nov 2017, 23:32

„Einst traf ich auf einen unseren Art der meinte, die Politik hätte uns zu ängstlichen Narren werden lassen, die hinter jedem gesprochenen Wort eine Falle wittern. Ich vermute, er hatte damit nicht gänzlich unrecht. Ich gestehe, konnte ich mich selbst vor jenem Gedanken nicht wahrlich freisprechen. Doch ich verstehe selbst wenig von der Politik. Ich folge für gewöhnlich nicht ihren Pfaden. Bin mir meiner eigenen Unfähigkeit und Ungeübtheit dieses verworrenen Tanzes wohl bewusst. Kreuze ihre Wege nur, sofern es sich nicht vermeiden lässt. Umgehe sie, sofern es mir möglich ist.“

Die Brujah schwieg für einen kurzen Moment, bevor sie weitersprach.

„Ich gestehe jedoch, ich bin sehr freut, dass Euch mein Vorschlag zur Ehre gereicht.“

Seresa nickte ihrem Gegenüber zu. Sie war ihm und seiner Art tatsächlich nicht abgeneigt. Die Lasombra von Genua hatten sich im Gegensatz zu manchen anderen Clans als durchaus angenehme Gesprächspartner für sie erwiesen.

„Wissen für Wissen. Eine Antwort für eine Antwort. Ein Wort für ein Wort, so Ihr erlaubt, werter Ilario. Das wäre in meinen Augen wahrlich ein guter und angemessener Tausch.“

Die Brujah nickte dem Lasombra erneut zu. Sie schien dem Vorschlag tatsächlich redlich zugeneigt zu sein.

„Zwar folge ich nicht der Via Regalis, welche das Wort mehr ehrt als andere Wege der Nacht, jedoch ist mein Wort viel wert. Ich werde und würde es nicht geben, hätte ich nicht wahrhaft vor es auch zu halten. Sofern Ihr bereit seid mir Euer Wort auf die von Euch erläuterten Bedingungen zu geben, werde ich Euch auch das Meinige geben.“

Seresa schwieg einen kurzen Augenblick, während sie ihm weiterhin offen in die Augen blickte.

„Zu den selben Bedingungen selbstverständlich. Ich will und werde Euch keine bedingungslose Wahrheit zusichern, denn auch für mir gibt es Dinge von höherer Bedeutung, die dies ausschließen mögen. Doch mein Wort, dass auch ich Euch nicht wissentlich belügen werden, sondern mich in diesem Fall in Schweigen hüllen und Euch eine andere Frage beantworten würde. Falls Ihr mit diesen Bedingungen Eurerseits ebenfalls unleben könntet.“

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