[1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

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Brimir
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Di 7. Nov 2017, 15:01

Der Nordmann beugte sich wieder vor und starrte Seresa an, als wolle er ergründen, wie sie es wagen konnte einem Ancilla solch eine Gegenfrage zu stellen. Und wäre er Ventrue oder Toreador, würde Brimir ganz sicher nicht so ruhig dabei bleiben... soviel stand fest.

"Ehrlichkeit für Ehrlichkeit... ", hauchte er dann knurrend in die Nacht.

"... ... wenn er seine Aufgabe als Liktor zur Seite geschoben hat, um einen... persönlichen Nutzen damit zu verhandeln, dass er... wegschaut... will ich das wissen. Wenn er den Seneschall umgeht... für sich... will ich das wissen. Ich bin selbst Liktor... und es wäre... schlecht, wenn ich nicht wüsste, wer durch das Amt in seine eigene Tasche wirtschaftet... du verstehst?"

Dann nickte er.

"Und ja... ... bevor du es mir vorhällst: Ich habe dich selbst davor bewahrt zu Maximininanus gebracht zu werden, um dich vor der Vernichtung zu bewahren... aber ich habe Nichts für mich herausgeschlagen. Ich habe nur dafür gesorgt, dass der Seneschall seine Macht nicht noch weiter untermauert... zum wohle Genuas."
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 7. Nov 2017, 18:56

Seresa war erschrocken zusammengezuckt und hatte in ihrer Bewegung für einen Moment innegehalten, als ihr Gegenüber die Nacht angeknurrt hatte. Ohne bewusst darüber nachzudenken, hatte sie den Kopf und den Blick gesenkt und ihre Hände dann zurück auf ihre Oberschenkel gelegt. Sie wich jedoch nicht zurück. Als er geendet hatte, hatte sie scheinbar ihren Schock bereits überwunden. Sprach klar und deutlich zu ihm.

„Bitte verzeih vielmals, verehrter Brimir. Gedankenlos forderte ich etwas, was mir in dieser Form nicht zustand. Bitte nimm meine aufrichtigen Worte der Reue an.“

Sie verbeugte sich tief, berührte fast den Boden mit ihrem Kopf. Für einen Moment verweilte sie in der Haltung, bevor sie sich erneut aufrichtete. Den Blick noch einen Moment gesenkt halten, bevor sie ihn erneut ansah.

„Was deine Frage betrifft, so war es für mich nicht verwunderlich, dass der Wunsch bestand - und es sei mir bitte gestattet die Worte der werten Sousanna selbst zu verwenden - die Gerichtbarkeit der höchst verehrten Aurore nicht mit dieser Lappalie zu belästigen. Lösungen zu finden, von denen alle profitieren.“

Sie schwieg für einen Moment, bevor sie weitersprach.

„Um deine Frage allerdings zu beantworten. Ja, der wohlwerte Gaius sprach davon, mich nicht zum verehrten Maximinianus zu bringen. Er sprach davon, so wie auch du davon sprachst. Ja, der wohlwerte Gaius sprach davon, ihm auf die Via Regalis de Chevalier zu folgen. Er sprach davon, so wie auch du davon sprachst, dir auf die Via Bestiae zu folgen. Ja, Loyalität in Form eines Treueschwurs wären dann Bestandteil der Via gewesen.“

Dann schüttelte sie den Kopf.

„Allerdings nein, der wohlwerte Gaius sprach nie in meiner Gegenwart davon seine Pflicht als Liktor ruhen zu lassen. Nein, mir ist nicht bekannt, ob er versucht oder versuchte sich durch sein Amt selbst zu bereichern. Seine persönlichen Forderungen an mich waren - gemäß meines Verständnisses - auf der Tatsache begründet, dass seine Mannen mich davon abgehalten hatten, die werte Sousanna zu vernichten. Eine durchaus nachvollziehbare, berechtigte und gerechtfertigte Forderung. Jedoch...“

Seresa zögerte etwas bevor sie offen weitersprach. Den Blick weiter auf ihr Gegenüber haltend.

„Ehrlichkeit für Ehrlichkeit.“

Sie nickte ihm zu, während sie leiser sprach.

„Ich will dir sagen, wie ich über die Geschehnisse denke. Ich gestehe, ich bin mir nicht sicher, ob der Redlichkeit seiner tatsächlich geäußerten Forderung. Es würde mich nicht verwundern, wären seine Forderungen damals nicht mehr als eine geschickt platziere und verlockende Falle gewesen. Umschmeichelnde Worte, um mich vom verehrten Seneschall weg und hin zu ihm zu locken. Zur Nichterhebung einer Anklage, auf Grundlage einer Lappalie. Ein Weg persönliche Forderungen zu erhalten, welche die höchst verehrte Aurore ihm womöglich im gleichen Maße nicht zugestanden hätte. Ich war zu jedem Zeitpunkt bereit, die Anklage vor den werten Seneschall zu bringen. Sowohl durch den wohlwerten Gaius, sofern er es in seiner Aufgabe als Liktor angemessen empfand. Sowohl durch die werte Sousanna, sofern sie es als Opfer als angemessen empfand. Sowie durch mich selbst, wäre keine Lösung gefunden worden, von denen alle Beteiligten profitieren. Dem wohlwerten Gaius war dies bekannt. Mit allem gebotenen Respekt dem wohlwerten Gaius und seiner Funktion als Liktor gegen über, es hätte mich jedoch nicht verwundert, hätte er die Anklage dem verehrten Seneschall dennoch vorgetragen, obwohl wir eine einheitliche Lösung gefunden und abgeschlossen hätten. Ich gestehe, ich kenne seine wahren Motive nicht. Doch das ist, was ich denke. Wie du selbst sagtest: Ehrlichkeit für Ehrlichkeit.“

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Di 7. Nov 2017, 23:56

Brimir nickte, als Seresa sich entschuldigte und nahm diese somit gütig an. Immerhin erkannte sie, dass sie einen Fehler gemacht hatte und korrigierte ihn direkt. Sie passte sich an. Das war ebenfalls gut. Vielleicht würde diese Brujah ja wirklich überleben. Und als die Frau vor ihm dann berichtete wog Brimir vor und zurück in seinem Schneidersitz. Dabei schloss er die Augen und lauschte den Worten. Ab und an runzelte er die Stirn.

"Danke... ", war die schlichte Antwort des Nordmannes. Seine Augen öffneten sich wieder und das Wiegen hörte auf. Doch welche Bedeutung ihre Antwort für Brimir machte, war den bernsteinfarbenen Seelenspiegeln nicht zu entnehmen.

"Als Gegenleistung für deine persönliche Sicht der Dinge... ... ... Ilario... Neugeborener vom Clan der Schatten... ist Wissenssammler... wenn du Fragen zu Genua... oder deiner Suche hast, kann ich einen Kontakt für dich herstellen."

Damit schien das Thema des Salubri für Brimir abgeschlossen. Neugierig blickte er Seresa an.

"Wir haben heute über viele Angebote gesprochen. Gibt es welche davon, die du direkt annehmen möchtest... außer mich kennen zu lernen? Und... hast du irgendwelche Fragen, außer die gestellten an mich?"
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mi 8. Nov 2017, 03:50

„Hab Dank, verehrter Brimir. Es wäre mir eine große Ehre, den werten Ilario kennenlernen zu dürfen. Jedoch nicht auf Grund der Suche nach Hinweisen über meine Abstammung. Denn bei eben jenen hattest du bereits du deine Hilfe angeboten und dieses Angebot hatte ich bereits dankend abgelehnt. Dennoch ist es mir eine Freude Andere unserer Art kennen zu lernen. Ich sagte dir bereits heute selbst, dass ich eine Wissenssuchende bin. Ich gestehe jedoch, ich muss noch vieles lernen. Ich bin in vielen Dingen unerfahren und ungeübt. Jedes Treffen mit einem der Unseren erlaubt mir, mich zu verbessern. Der Kontakt zu Jemanden, der das Wissen sammelt ist deshalb ein hohes Gut für mich und bietet viele Möglichkeiten für mich. Sofern es also dir zu Ehre gereicht und der werte Ilario, ebenfalls Interesse an einem Kontakt besäße, würde ich mich geehrt fühlen, wenn du einen Kontakt herstellen würdest.“

Seresa nickte Brimir zu. Ein Nicken, dass leicht in eine Verneigung überging. Scheinbar versuchte sie immer noch das richtige Maß an Respektsbekundung und Dankbarkeit zu finden, die ihrem Gefühl entsprach, ihr Gegenüber dabei aber nicht verärgerte.

„Was deine großzügige Angebote angeht.“

Ihre Augen blickten kurz in die Schwärze des Himmels und ihre Augen wanderten unablässig hin und her, als versuchte sie sich zu erinnern oder abzuwägen. Dann sah sie ihn an und begann zu sprechen. Auf die einzelnen Angebote Brimirs eingehend. Immer eine kurze Pause zwischen den einzelnen Angeboten lassend.

„Hab Dank für deine zahlreichen Angebote. Bitte sei versichert, sofern ich Teile von ihnen in der heutigen Nacht ablehne, hat dies nichts mit mangelndem Respekt dir gegenüber zu tun. Es ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass ich deine Großzügigkeit weder ausnutzen, noch überbeanspruchen will.

Was dein Angebot bezüglich des Schutzes vor Fabrizio Begado angeht, so lehne ich es derzeit ab. Ich werde mir deinen Ratschlag zu Herzen nehmen und mich vor ihm hüten. Jedoch gestehe ich, sehe ich derzeit noch keinen Bedarf des Schutzes vor ihm.

Was dein Angebot bezüglich des Schutzes vor meinem Clansältesten Mattia angeht, so lehne ich mit aller gebotenen Höflichkeit und mit allem Respekt dennoch vehement ab. Dies ist eine Angelegenheit des Clans. Sollte der verehrte Mattia, der werte Ajax, der werte Ramon oder der werte Salvadore mit mir zürnen, so ist dies ihr gutes Recht. Ich will und werde keinen Schutz von einem Clansfremden in Anspruch nehmen. Es ist etwas was den Clan als solches betrifft. Die Entscheidung, die ich in der Martinsfeste getroffen habe, war freiwillig und meine eigene. Als solche stehe ich für sie ein und gerade. Vor meinem Clan. Einerlei der Konsequenzen.

Was dein Angebot bezüglich der Aufgaben, die den Status erhöhen angeht, so lehne ich es ab. Mein vorrangiges Bestreben innerhalb der Domäne ist derzeit meine Suche. Da ich noch keinen Grund hatte, länger als nötig zu bleiben, habe ich keinen Bedarf.

Was dein Angebot bezüglich Ghule angeht, so lehne ich es ab. Blutsbande sind falsch. Sie lassen glauben, dass da etwas ist, was jedoch nicht da ist. Eine falsche Liebe und falsche Treue. Ein falscher Grund zu Sterben für oder wegen jemandem. Dinge zu tun, die man nie tun wollte. Ich habe keinen Bedarf.

Was dein Angebot bezüglich des Vasallentums angeht, so lehne ich es derzeit ab. Ich habe derzeit keinen Bedarf.

Was dein Angebot bezüglich der Zuflucht angeht, so würde ich dein Angebot sehr gerne annehmen.

Was dein Angebot bezüglich Informationen über die Stadt oder Personen angeht, so würde ich dein Angebot sehr gerne annehmen.

Was dein Angebot bezüglich der Via Bestiae angeht, so nehme ich es derzeit in Teilen an. Sollte ich Widererwarten in Luccoli auftauchen, ohne dich zuvor über mein Kommen informiert und um ein Gespräch gebeten zu haben, so bitte ich dich darum darauf zu achten, wie ich mich verhalte. Ich würde es nie wagen, dein Revier ohne einen triftigen Grund zu betreten. Sollte ich es dennoch tun und mich dir offen zeigen und mich offen verhalten, so werte es nicht als Annahme des Angebotes. Anderenfalls deute es als Annahme des Angebotes meinerseits.“


Seresa verneigte sich leicht und fügte wissentlich keine weiteren herausfordernden oder gar provozierenden Worte hinzu. Seine Aussage war deutlich genug gewesen.

„Auf die Frage, ob ich noch irgendwelche Fragen, außer die gestellten an mich habe, lautet die Antwort ja und sofern du es erlaubst, würde ich sie dir gerne stellen. Die dringlichste Frage, die ich gerade habe - und ich bitte dich um Verzeihung, dass ich sie direkt stelle - ist, ob ich eines deiner Angebote versehentlich vergessen oder aus unverzeihlicher Unachtsamkeit nicht wahrgenommen hatte.“

Sie sah ihr Gegenüber fragend an. Sie meinte alle Angebote angesprochen zu haben, war sich allerdings nicht sicher.

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Mi 8. Nov 2017, 12:44

Ein schlichtes Nicken war die Reaktion, als Seresa ihn bat Kontakt mit Ilario herzustellen. Dann war Brimir gespannt, welche Angebote sie annehmen wollte und welche nicht. Ihre Erklärung, dass es keine Absicht war ihm nahe zu treten, wenn sie einzelne davon ablehnte, nahm er deutlich gelangweilt auf. Als wäre dies sowieso klar und jede andere Art damit umzugehen eher dumm.

Bei Fabrizio nickte er dann zufrieden. Mehr konnte und wollte er diese Nacht gar nicht erwarten. Als es um den Schutz vor Mattia ging jedoch, hob Brimir eine Braue. Dann runzelte er die Stirn. Ob er diese Antwort für dumm oder bloß naiv hielt, war nicht zu erkennen. Doch der Nordmann schätzte Loyalität.. solange sie eine Sache nicht angriff: "Überleben steht über Allem... denk daran, wenn du deinem Ältesten gegenüber trittst und dich dafür rechtfertigen musst."

Das mit dem Status nahm Brimir teilnahmslos entgegen, als würde er gar nicht damit gerechnet haben und es mehr ein Beispiel gewesen sein.

"Kreudorf. Das Gebiet südlich von San Martino. Der Rest ist Jagdgebiet der Malkavianer. Du darfst dich da niederlassen und... ... ich würde es begrüßen, wenn du dabei hilfst das Dorf wieder aufzubauen. Ein Brand hat vor einigen Jahren für Verwüstung gesorgt." Die Vasallenschaft war mit einem knappen Nicken abgegolten. Er hatte nicht damit gerechnet, dass das heute Thema werden würde.

Die Informationen über die Stadt und Personen wurden ihr mit einem Nicken zugesichert. Hier müsste sie Fragen stellen, wenn sie darauf zurück kommen wollte.

Als es um Luccoli ging, grinste Brimir finsterer. "Wenn du ohne Einladung nach einer Anmeldung und offen in mein Jagdgebiet kommst, werde ich dich genauso behandeln, wie jeden anderen Eindringling... so wie es mein Pfad mir gebietet. Ein Jäger muss sein Revier verteidigen. Schicke also einen Boten, wenn es dir möglich ist oder rechne damit, dass ich erst hinterher Fragen stelle."

Dann nickte Brimir ein letztes Mal.

"Stell deine Fragen."
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mi 8. Nov 2017, 15:45

Brimirs Aussage bezüglich Mattia hatte Seresa nur mit einem kurzen Nicken quittiert. Jedoch blieb offen, was es tatsächlich bedeutete. Was auch immer der Gangrel befürchtete oder wusste, behielt er für sich. Was auch immer die Brujah befürchtete oder wusste, behielt auch sie für sich. Als er geendet hatte, ging Seresa allerdings noch einmal kurz auf seine Aussagen ein.

„Sollte ich widererwarten bei Luccoli auftauen, ohne dich zuvor über mein Kommen informiert und um ein Gespräch gebeten zu haben, so werde ich mich an der Grenze deines Reviers niederlassen und darauf vertrauen, dass du mich findest.“

Seresa verneigte sich vor Brimir, als Zeichen der Entschuldigung, des Respekts, wie auch als Zeichen des Verstehens.

„Bezüglich meiner Fragen. Du hast mir angeboten, den Kontakt mit dem werter Ilario herzustellen. Allerdings meintest du, solle ich, sollte ich jemals auf Fabrizio Begado treffen, nicht erwähnen, dass ich für dich arbeitete. Ich solle, wenn dann nur mit Acacia darüber sprechen. Wie verhält es sich mit dem werten Ilario? Ist er im Bilde über mich? Welchen Grund solle ich ihm nennen, weshalb gerade du einen Kontakt für mich mit ihm herstellst? Welche Aussage soll ich ihm gegenüber treffen, wenn er fragt, woher ich dich kenne?“

Die Brujah schwieg für einen Augenblick.

„Bezüglich Kreuzdorf, danke ich dir vielmals, verehrter Brimir. Schwebt dir etwas Bestimmtes vor, wie ich dabei helfen kann, das Dorf wiederaufzubauen?“

Seresa schien dann kurz nachzudenken, ob sie noch weitere Fragen hätte.

„Eine weitere Frage hätte ich, auch wenn sie viel mehr eine Bitte ist. Mir wurde bekannt, dass es drei Liktoren in Genua gibt. Vom wohlwerten Gaius und von dir, verehrter Brimir, weiß ich. Der Dritte im Bunde ist mir jedoch bedauerlicherweise weder persönlich noch namentlich bekannt. Sofern es auch in deinem Sinne ist, würde ich ihn gerne aufsuchen dürfen, um mich ihm vorzustellen. Ihn über meine Verfehlung bezüglich der werten Sousanna in Kenntnis setzen, sofern dies nicht bereits geschehen ist und ihm ein Gesicht zu meinem Namen geben.“

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Mi 8. Nov 2017, 17:07

Aus dem Schneidersitz sprang Brimir in die Hocke, ohne näher zu kommen. er musste sich dauernd bewegen, wie ein Tier, dass im Käfig saß. Der Nacken knackte, als er den Kopf zur Seite dehnte. Dann grinste der Wikinger wieder, nickte zufrieden über das geplante Vorgehen von Seresa, um ihn zu erreichen. Brimir wusste genau, dass Luccoli nur Jagdrevier war, aber das hat ihn schon davor nicht davon abgehalten Besucher aus seinem Wald herauszuhalten. Er hatte sich diesen Ort erkämpft und wer ihn haben wollte, würde auch darum kämpfen müssen.

"Sag ihm Nichts von unserer Zusammenarbeit. Unser Kennenlernen ist kein Geheimnis. Und bei einem Gespräch zwischen dir und mir als Liktor hast du nach einer Quelle für Wissen gefragt... ich habe dich weiter geleitet. Neben ihm fällt mir nur Benedetto ein, als jemand, der ebenfalls Wissen hortet. Nur bin ich mir sicher, dass Ilarios Preise... besser sind, als die des Chronisten. Je nachdem aus welchem Zeitraum du hier in Genua etwas suchst... was auch immer dieses Etwas ist... ist der Kappadozianer, aber vielleicht doch die bessere Wahl. Ich muss zugeben, dass ich wirklich Neugierig bin, ob deiner Suche."

Beim letzten Satz funkelten die Augen kurz auf. Dann kam Kreuzdorf.

"Wir haben es niedergebrannt auf Befehl der Prinzessin, um zu verhindern, dass der Stillebruch und der Wahnsinn des Ältestens der Malkavianer weiter um sich greift... eine längere Geschichte, die ich dir später gerne erzähle. Ich muss zugeben, dass ich seitdem nicht mehr dort war... Es ist ruhig geworden... und ich gehe davon aus, dass wir unser Ziel erreicht haben. Ich habe keine konkreten Ziele mit Kreuzdorf... außer, dass Normalität zurück kehrt. Viel wichtiger als der eigentliche Aufbau jedoch wäre, dass du die Ohren aufhältst. Falls der Name Ferruccio fällt, sag mir sofort Bescheid. Sollten die Menschen von einem Wunderheiler sprechen, muss ich das wissen." Der Nordmann zuckte mit den Schultern. "Wenn du einen weniger zerstörten Ort bevorzugst oder ein Wideraufbau in deinen Augen keinen Sinn macht, könnte ich dich auch nach Macelli schicken. Der liegt jedoch noch hinter Luccoli... noch weiter von der Stadt entfernt."

Dann kam Seresa auf die Liktoren zu sprechen und Brimir hob verwundert eine Braue.

"Du hast Titus nicht kennengelernt? Er lebt ebenfalls in der Martinsfeste. Neugeborener vom Clan der Kappadozianer... Erzeuger hat er mir gegenüber nie genannt. Ich kann ihn informieren und um einen Termin für dich bitten, wenn das dein Wunsch ist."
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 9. Nov 2017, 00:20

Während der Gangrel immer hibbeliger wurde, saß die Brujah weiterhin aufrecht und bewegungsarm da. Sein Verhalten schien sie nicht sonderlich zu stören. Zumindest verlor sie weiterhin kein Wort darüber.

„Hab Dank für deinen Hinweis bezüglich der Preise des verehrten Benedettos. Was deine Neugierde ob meiner Suche angeht, so bin ich zuversichtlich, dass du einer der Ersten sein wirst, die Kenntnis über Erfolg oder Fehlschlag erhalten werden. Wie ich bereits sagte, erreichte mich die Kunde, wonach Hinweise bezüglich meiner Abstammung hier in Genua zu fänden seien. Es ist mein Wunsch diese Spuren zu verfolgen und das Wissen über meine Ahnen zu vervollständigen.“

Seresa nickte dem Gangrel zu.

„Was Kreuzdorf angeht, so werde ich dich umgehend informieren, sollte dort der Name Ferruccio fallen. Der Name Ferruccio ist jedoch nicht ungewöhnlich. Kannst du mir noch mehr über ihn erzählen? Vielleicht etwas, woran ich ihn eindeutig erkennen kann? Sofern dich die Frage nicht beleidigt und sie gestattet ist, würde es mich interessieren, ob du ihn in deiner Funktion als Liktor suchst oder aus persönlichen Gründen.“

Der Brujah schien etwas eingefallen zu sein, als sie über Kreuzdorf gesprochen hatte.

„Doch hätte ich noch eine weitere Frage bezüglich Kreuzdorf, so du erlaubst. Der werte Toma erklärte, dass es nicht gestattet ist, sich in Kreuzdorf zu nähren, solange man das Gastrecht nicht erhalten hat. Bitte gestatte die Frage, ob sich dies auf das Dorf selbst oder auch auf dessen Umland im Süden bezieht. Ich kam bisher nie in die Verlegenheit, mich derart weit im Osten der Stadt nähren zu müssen. Und wahrlich ist es nicht meine Absicht, wissentlich gegen geltendes Recht verstoßen. Was deinen Vorschlag bezüglich Macelli angeht, so danke ich, muss ihn jedoch ablehnen. Ich wüsste nicht, wie ich in annehmbarer Zeit die Stadt gelangen, meine Nachforschungen anstellen und zurückkehren sollte. Zumal ich zusätzlich zwangsweise durch dein Revier müsste.“

Seresa schüttelte leicht den Kopf.

„Ich nehme an, dass Macelli für uns Beide keine akzeptable Lösung wäre. Was den wohlwerten Titus angeht, so lautet die Antwort auf deine Frage nein. Der wohlwerte Gaius sagte mir, dass sowohl du, verehrter Brimir, wie auch der wohlwerte Titus die Grenzen Genuas sichert, während er für die Stadt zuständig ist. Ich nehme an, er befand sich zu dem Zeitpunkt an einer der Grenzen. Ich nehme an, der wohlwerte Gaius hatte ihm ebenso wie dir einen Boten geschickt, um ihn über das Geschehene zu informieren. Ich nehme an, seine ehrenwerte Aufgabe für Genua war wichtiger, als sich wegen meines Angriffs - der zu dem Zeitpunkt bereits unter der Kontrolle des wohlwerten Gaius war - sich zurück zur Martinsfeste zu begeben. Sollte der wohlwerte Titus in der Zwischenzeit zurückgekehrt sein, so hatte er ganz offensichtlich noch nicht das Bedürfnis mich zu sehen. Dennoch ja, es wäre mir eine überaus große Ehre, wenn du ihm mein Anliegen vortragen würdest und sofern er Zeit für meine Wenigkeit erübrigen kann, ihn ebenso um einen Termin bitten würdest.“

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Do 9. Nov 2017, 17:21

"Erzähl mir von deinem Erzeuger. Oder fängt da deine Suche schon an?"

Es war nur eine kurze Unterbrechung in der Bewegung von Brimir zu sehen, ehe der Nordmann wieder nicht still saß.

"Seine Haut ist bleich und kränklich, seine blauen Augen kalt. Er besitzt spröde Lippen und ist mager, aber... erstaunlich Vital. Seine Hände sind von Bandagen umwickelt und weißen Löcher auf. Einfache Stoffe... meistens barfuß... er trägt dieses Kreuz auf der Brust... an einer Kette mit Holzperlen. Und er betet die ganze Nacht. Meistens sammelt er Menschen um sich und gibt sich als Heiler aus... wirkt Wunder, sagen die sterblichen... behandeln ihn, als sei er heilig."

Dabei schnaufte Brimir abfällig. Nur die Jagd war heilig. Wegen Maccelli nickte Brimir dann. Damit hatte er wohl gerechnet. Er erhob sich und holte einen Ast, um damit etwas auf den Boden zu zeichnen, dass wie eine Karte aussah. "Das Gebiet nördlich dieser Straße ist für dich zur Jagd verboten... nur zur Jagd... es ist nicht verboten sich dort auf zu halten oder gar ein Haus zu bauen. Südlich davon darfst du soviel jagen, wie du willst."

Dann jedoch hob Brimir die Braue. Er knurrte leise und wieder war das Ziel davon nicht Seresa.

"... ... ich nehme an, dass der... wohlwerte Gaius... gar keinen Boten zu mir geschickt hat... und dann wohl auch nicht an Titus. Zumindest ist bis heute keiner angekommen, um mich von deiner Raserei zu informieren oder mich einzuladen zur Feste zu kommen, um mit dir zu sprechen. Ich nehme an, dass Titus Nichts von dir weiß... also werde ich ihm die Bitte zu einem Gespräch von dir zukommen lassen."
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 9. Nov 2017, 18:22

Seresa saß da. Den Kopf gesenkt. Sie schwieg lange. Schien nachzudenken. Abzuwägen. Schließlich nickte sie. Ein kurzes Nicken. Die Brujah hob danach den Kopf. Ihr Blick war leicht fragend auf Brimir gerichtet.

„Was genau wünscht du über meinen Erzeuger zu wissen, verehrter Brimir? Mein Erzeuger stammt nicht aus Genua und es geht bei meiner Suche nicht um ihn. Bitte versteh, dass ich nicht gewillt bin, leichtsinnig Informationen über meine Suche zu teilen. Je mehr davon wissen, desto mehr können potenzielle Spuren auch verwischt oder verfälscht werden. Allein die Tatsache, dass ich offen darüber spreche, dass ich ersuche das Wissen über meine Ahnen zu vervollständigen, schadet mehr, als dass es mir nutzt. Jedoch ist es ein annehmbares Übel. Ich weiß, dass ich das Kind von Fabrizio Piccolomini, Anchilla vom Clan der Gelehrten bin. Jedoch endet hier mein Wissen über meine Abstammung. Da ich jedoch der Ansicht bin, dass ohne Kenntnis der Vergangenheit keine Zukunft entstehen kann, will ich dies beheben. Deshalb bin ich hier. Ich hoffe aufrichtig, dass du versteht und respektieren wirst, verehrter Brimir, dass ich dir zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Informationen zu meiner Suche geben möchte.“

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