[1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Das Archiv. Alte Forenspiele landen hier.

Moderatoren: Toma Ianos Navodeanu, Acacia

Benutzeravatar
Brimir
Gangrel
Beiträge: 1197
Registriert: Do 21. Jan 2016, 13:52

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Di 31. Okt 2017, 15:12

"Hör auf... ... dich ständig zu verbeugen oder zu entschuldigen... ... ich lasse dich schon wissen, wenn du mich beleidigst. Und ich bin kein Ventrue, für den es das höchste der Gefühle ist, wenn eine Neugeborene vor seinen Füßen kriecht, wie eine Made. Ich verwechel Respekt nicht mit übertriebener Unterwerfung... ... keine Sorge."

Brimir wirkte erst belustigt, doch dann schnaufte er abfällig und es schien ihn wirklich zu stören, dass sie das tat. Doch widmete er sich letztlich wieder dem eigentlichen Thema und schüttelte den Kopf.

"Du willst dem Tier zeigen, dass du ihm vertraust... und zeitgleich bist du nicht bereit los zu lassen. Es sind zwei verschiendene Welten, die sich gegenseitig ausschließen. Es gibt keinen Weg dazwischen. Du musst von jetzigen Sein loslassen, um ein anderes Bild zu deinem Tier zu erhalten. Dass du das nicht kannst ist ein typisches Problem... Alerio... mein erster Schüler... war genauso." Kurz zeigte sich Schmerz in den Augen des Alten, der aber gleich wieder verblasste. "Am Ende wirst du erkennen, dass du so oder so... in diese Spirale fallen wirst. Es gibt kein Entkommen für dich, auch, wenn du dies gerne hättest. Irgendwann wird das Tier dich einholen. In einigen Jahren... Jahrzehnten... vielleicht auch erst in einem Jahrhundert... aber irgendwann versagt die Menschlichkeit in dir. Da muss ich nichtmal Seher für sein... die Erfahrung zeigt, dass ich Recht habe."

Seine Stimme klangt trotz des Knurrens, dass sie untermalte, wieder väterlich sanft.

"Ich verlange gar Nichts von dir, Seresa. Wenn du dich an deine Menschlichkeit halten willst... tu das. Ich werde dich nicht davon abbringen. Jäger zu sein kann man genauso wenig erzwingen, wie es zanghaft die Jagd nach Blut oder Leben ist, die man nur mit Konflikten lösen kann. Die Jagd nach Informationen, Macht, Reichtum... ist ebenfalls eine Jagd. Aber wie gesagt... du musst den Weg freiwillig wählen... wie jeden Anderen auch."

Am Ende grinste Brimir breit. Sie stellte die richtigen Fragen. Das war gut.

"Du besitzt Informationen... und Potenzial. Beides kann ich gebrauchen. Du musst wissen... ich bin erst einige Nächte vor unserem ersten Treffen zum Ancilla geworden. Und der Krieg hat mein Netz zerrüttet, dass mir geholfen hat, aufzusteigen. Es ist Nichts, was man nicht durch Zeit heilen könnte. Aber... ich wäre dumm, wenn ich nicht die Basis ausbauen würde... und dafür... brauche ich Leute, die Potenzial haben. Ich würde gerne mit dir zusammen arbeiten... um dich kennen zu lernen... und die Arbeit eines Tages zu vertiefen."

Der Nordmann setzte sich wieder auf. Es war, als könne er nicht wirklich lange in einer Position verharren und müsse sich ständig bewegen.

"... ... und ich bin nicht Ancilla geworden, ohne zu wissen, dass alles einen Preis hat. Du bist hier in Genua... weil du etwas suchst. Und ich bin seit mehr als 60 Jahren in Genua... und alles, was ich nicht über die Stadt weiß... ... kann ich rausfinden. Ich kann dir deine Suche erleichtern, wenn du das möchtest."
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 256
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Mi 1. Nov 2017, 13:55

Seresa hatte den Blick gesenkt, als sie gescholten wurde. Als er damit geendet hatte, hatte sie nur verstehend genickt und ihn wieder angesehen. Während er gesprochen hatte, hatten sie kurz ihre Augenbrauen zusammengezogen, als er von Alerio gesprochen hatte. Als er sich wiederaufgerichtet hatte, hatte sich ihr Körper für einen Augenblick angespannt. Als er jedoch sitzen geblieben war, entspannte sie sich wieder und sie verweilte in der aufrecht, sitzknienden Position. Scheinbar schien es ihr nichts auszumachen, länger in dieser einen Haltung zu verweilen.

„Du könntest meine Suche erleichtern?“

Die Brujah legte ihren Kopf leicht schräg und blickte den Gangrel fragend an.

„Fürwahr, das wäre ein interessanter Gedanke, verehrter Brimir, doch schienst du dabei bedauerlicherweise eine Sache zu übersehen: Meine Suche ist derzeit der einzige Grund, der mich in Genua hält.“

Sie schwieg für einen Moment, während sie ihn aufmerksam beobachtete.

„Neben der unglücklichen Geschichte mit der werten Sousanna natürlich. Ich war ausgezogen in der Hoffnung, nach meiner Suche wieder heimkehren zu dürfen. Für mich gab es bisher keinen Grund länger zu bleiben, als unbedingt nötig. Es wäre überaus respektlos und unklug, dir eine längerfristige Zusammenarbeit in Aussicht zu stellen, wollwissend, dass ich nicht gedachte zu bleiben.“

Ohne sich darüber im Klaren zu sein, wollte sie sich bereits entschuldigend verbeugen vor Brimir, erstarrte dann jedoch im Ansatz der Bewegung und ging zurück in die aufrechte Haltung.

„Jedoch gestehe ich, hatte die verehrte Acacia - oder gar du - mich verwirrt und mich mit einer Faszination zurückgelassen, die ich nicht recht greifen - noch begreifen - kann.“

Seresa blickte Brimir an, als versuchte sie eine Reaktion auf ihre nächsten Worte in ihrem Gegenüber zu erkennen.

„An dem Tag an dem ihr meine Zelle betreten hatte, war ich von Furcht erfüllt. Doch je länger ihr da wart und gewartet hattet, umso mehr entspannte sich mein Tier bis es schließlich…“

Ein fragender Blick war in ihrem Gesicht, als sei sie sich selbst nicht sicher, ob sie das richtige Wort verwendete.

„Schlief?!

Sie zögerte für einen Moment, bevor sie weitersprach.

„Seid meiner Verwandlung hatte ich nie mehr dieses Gefühl. Dieses Gefühl nicht in jedem Moment der Raserei einher fallen zu können. Wie ich bereits sagte, ich weiß nicht, ob die verehrte Acacia oder du, verehrter Brimir, der Grund dafür wart, spürte ich weder bei ihr damals, noch bei dir jetzt, erneut dieses Gefühl. Doch wenn ich dich über das Tier sprechen höre, vermute ich, war es dein Werk?“

Seresa beobachtete ihr Gegenüber weiter, um seine Reaktion auf ihre Worte abschätzen zu können. Ihre Worte waren ruhig, fast entspannt. Es war kein Vorwurf in ihrer Stimme zu hören, als sie weitersprach. Vielmehr eine gewisse Neugierde.

„Ich weiß nicht, ob du tatsächlich nachempfinden kannst, wie ich diesen Moment empfand. Wie es ist für jemanden wie mich ist, diesen kurzen Moment lang sein Tier nicht zu fühlen. Ich wünsche mir zu verstehen, wie so etwas möglich ist. Warum es überhaupt möglich ist. Bitte versteh mich nicht falsch, verehrter Brimir, es ist nicht mein Wunsch mein Tier zu unterdrücken. Das Gefühl des Schlafes wieder zu verlieren und der Macht meines Tier ausgesetzt zu sein, dass danach in mir wütete, hatte mir erneut nur allzu deutlich bewusstgemacht, dass wir für immer aneinander gebunden sind. Dennoch möchte ich verstehen, wie es jemand anderen möglich ist, derartig Macht auf und über mein Tier ausüben.“

Sie richtete ihren Kopf wieder auf und legte ihre Hände erneut entspannt ineinander auf die Oberschenkel.

„Das ist es, was mich tatsächlich interessieren würde. Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin mir sicher, du wärst bei meiner Suche fürwahr eine große Hilfe. Doch möchte ich die Ergebnisse meiner Suche möglichst unverfälscht und selbst aus erster Hand erhalten.“

Seresa unterdrückte erneut den Impuls einer Verbeugung und senkte für einen Augenblick die Augen.

„Allerdings gestehe ich, dass ich einem besseren Kennenlernen grundsätzlich nicht abgeneigt bin. Sofern es noch immer dein Wunsch ist. Ich kann und werde dir jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht mein Wort geben, dass ich nach erfolgreichem Abschluss meiner Suche und der Verhandlung, in Genua verweilen werde. Solltest du dennoch Interesse daran hegen, mich näher kennenzulernen, so wäre es mir eine Ehre. Ich gestehe jedoch offen, dass ich weiß nicht, welche Informationen ich in deinen Augen besitzen könnte, die dir von Nutzen sein könnten, noch welches Potenzial du in mir sehen magst.“

Die Brujah senkte kurz den Blick nach unten auf das Gras. Sie schwieg, bevor sie den Blick wieder erhob.

„Was die Pfade der Nacht jedoch angeht, so hatte ich mir nie große Gedanken darübergemacht, welche Pfade es zur eigenen Erlösung gibt und welcher wohl der Richtige wäre. Du sprachst jedoch von deinem ersten Schüler Alerio und seinen Schwierigkeiten. Darf ich fragen, ob es ihm gelungen ist sie zu überwinden und dir auf deinen Weg durch die Nacht zu folgen?“

Benutzeravatar
Brimir
Gangrel
Beiträge: 1197
Registriert: Do 21. Jan 2016, 13:52

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Mi 1. Nov 2017, 22:47

Der Kopf des Nordmannes ruckte hin und her und doch ließen seine Augen Seresa nicht wirklich frei. Ihre Worte lösten einen Schauer der Neugierde in dem Leib des Nordmannes aus. Doch dann rollte er sich auf die Knie und stemmte sie Hände auf den Boden. Nun sah er wirklich aus, wie ein Raubtier, dass in den Wäldern umher tollte.

"Wir sind uns ähnlicher, als du denkst, Seresa." begann Brimir mit einem Lächeln auf den Lippen, dass dem eines Wolfes glich. "... ich kam mit einer Suche nach Genua. 14 Jahre hatten drei Kainiten Zeit sich hier breit zu machen... und zu verschwinden. Sie hatten eine Aufgabe hier... und meldeten sich nicht mehr. Ich bin heute noch auf der Suche... trotz Hilfe. Aber inzwischen habe ich ein Heim gefunden... ich will nicht sagen, dass dir das gleiche Schicksal blüht... aber... .... die Ziele können sich ändern... innerhalb weniger Jahre. Ich rechne also nicht damit, dass du in den nächsten Jahren abziehst... ... und wir Beide durchaus voneinander profitieren können. Aber das, was ich anbiete, beruht ebenfalls auf Vertrauen. Ich verstehe also, wenn du dir Zeit lassen willst. Dennoch wäre es mir eine Freude, wenn wir uns... als Verbündete sehen und gegenseitig unterstützen. Und uns dabei kennenlernen."

Der Nordmann zuckte mit den Schultern, als wäre es ihm gleich, wenn sie sich freiwillig durch das Ablehnen des Angebotes, länger in Genua aufhalten würde oder nicht. Dann nickte er und hob den Kopf, um einem Klang in der Dunkelheit zu folgen. Schließlich senkte er diesen doch wieder.

"Wie ich schon sagte: Wir Gangrel verstehen das Tier besser als jeder andere Clan. Und unser Blut gebietet darüber, wie kein Anderes. Ich war es, der dafür sorgte, dass dein Tier schlief... um für ein sicheres Gesprächsumfeld zu sorgen. Es ist die das Alter, das mir die Macht über das Tier Anderer gibt... um eine Raserei zu verhindern... oder einem rasenden Kainiten zu helfen das Biest zurück zu rufen. Nichts, was man in wenigen Jahren erlernen kann. Es ist eine Waffe im Kampf eine Raserei bei seinem Gegner zu verhindern... oder ein Werkzeug, um andere zu schützen. "

Und beim letzten Thema verzog Brimir leicht das Gesicht. Aber erst, als Alerio angesprochen wurde.

"Wenn du dich für einen Pfad entscheidest, wirst du nicht drum herum kommen, deinen menschlichen Teil hinter dir zu lassen. Ich frage mich, warum du das fast hinter dich gebracht hast... und dich dann wieder herausgezogen hast, statt den Weg zum Ende zu gehen und dir einen Pfad auszuwählen? Aber... du hast nach Alerio gefragt. Er war dabei den Wechsel zu vollziehen... oder schon den ersten Schritt in Wahrheit gegangen... so genau kann man das nicht sagen... es ist ein fließender Übergang... ... es ist etwas sehr persönliches, auf dem dich kein Lehrer begleiten kann. Aber er ist nicht dem Tier verfallen beim Wechsel, wenn es das ist, was du fragen wolltest. Er wurde von einem Feigling vernichtet... jemanden, der Genua verraten hat, um sein Leben zu schützen. Eine Spinne, die alles in seine Fänge zieht."

Als Brimir von Alerios Mörder sprach, wurde das Knurren düsterer und das Feuer in den Augen glomm auf.
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 256
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Do 2. Nov 2017, 06:57

Als sie sich dem Raubtier gegenübersah, hatte Seresa ihren Blick leicht seitlich gesenkt, um den Augenkontakt mit ihm zu verlieren. Jedoch ließ sie ihn keinen Moment wirklich aus den Augen. Ihr Körper verweilte in der aufrechten Haltung. Die Hände blieben offen und ruhig auf den Oberschenkeln liegen. Wenn sie Angst hatte vor dem Raubtier, dass vor ihr lauerte, so spiegelte es sich an ihr nicht wieder. Zumindest nicht offensichtlich. Ein vorbeigehender Wanderer hätte annehmen können, dass sie gerade ein sitzendes Häschen wäre, dass vor dem großen bösen Wolf in eine Schockstarre verfallen war.

Anstatt zu antworten, senkte Seresa den Kopf, dann rollte sie den Körper etwas ein. Den Gangrel weiter aufmerksam beobachtend, legte sie ihre Hände auf den Boden neben sich und schob ihre Beine rückwärts, bis sie wieder den selben Abstand zwischen sich und den Gangrel gebracht hatte. Danach setzte sie sich wieder auf ihre Fersen, richtete sich auf, legte die Hände erneut offen in den Schoss und hob den Kopf. Ihr Blick wandte sich ihm wieder zu und richtete sich auch verbal erneut an Brimir.

„Ich bedaure aufrichtig die Vernichtung deines Schülers. Sofern es für dich nicht zu schmerzhaft ist darüber zu sprechen, würde ich dich gerne fragen, welchen Grund jemand haben könnte deinen Schüler zu vernichten. Ebenso würde es mich interessieren, wie genau der Verrat dieser Spinne an Genua aussah und wie dieser mit der Ermordung deines Schülers zusammenhängt. Vor allem aber, was du damit meinst, wenn du davon sprichst, dass er alles in seine Fänge zieht.“

Sie blickte Brimir fragend an.

„Was jedoch deine Frage zu meinem Pfadwechsel angeht, so will ich dir offen zu dir sein. Wie ich bereits sagte, hatte ich mir nie große Gedanken darübergemacht, welche Pfade es zur eigenen Erlösung gibt und welcher wohl der Richtige wäre. Es war weder mein Wunsch, noch mein freier Entschluss, diesen Weg zu gehen. Auch geschah es nicht in Absicht einen neuen Pfad zu wählen.“

Sie zog den Umhang, der bei ihrer Bewegung verrutsch war, erneut eng um ihre Schultern.

„Wie dem auch sei. Es ändert nichts daran, dass ich an diesen Punkt nicht mehr zurück möchte.“

Seresa schwieg für einen Moment, bevor sie weitersprach.

„Was du jedoch in der Zelle getan hast, dafür danke ich dir aufrichtig. Bitte sei dir versichert, ich werde deine Offenheit darüber und deine Handlung damals nicht vergessen.“

Sie schien kurz über das was er gesagt hatte nachzudenken.

„Aber du hast recht, verehrter Brimir, Ziele ändern sich und wir wissen nie, was das Schicksal für uns bereit hält. Wir können nur auf die Zeichen achten und versuchen zu erahnen, wohin es uns führen wird. Versuchen die richtigen Verbündeten zu finden und uns gegenseitig unterstützen. Uns besser kennen lernen. Vertrauen schaffen.“

Seresa schwieg erneut für einen Augenblick.

„Jedoch gestehe ich, weiß ich noch immer nicht, welche Informationen ich in deinen Augen besitzen könnte, die dir von Nutzen sein könnten, noch welches Potenzial du in mir sehen magst.“

Benutzeravatar
Brimir
Gangrel
Beiträge: 1197
Registriert: Do 21. Jan 2016, 13:52

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Fr 3. Nov 2017, 00:43

Also sie soch weg bewegte grinste Brimir sein Raubtierlächeln und es wirkte fast so als würde er gleich los lachen. Doch dieses Lachen blieb aus und stattdessen hob er eine Braue und schüttelte den Kopf.

"... ... wenn ich dir etwas tun wollen würde... ... lägst du schon in Starre... oder hättest die Feste nicht verlassen. Ich hätte nicht mit Gaius über deine Freilassung geredet. Wovor fürchtest du dich, dass du weg rutschst?"

Der Kopf legte sich etwas schief. Dann setzte sich der Nordmann wieder. Immer in Bewegung war der Gangrel.

"Du solltest dich nach einem Weg umsehen... und dich entscheiden... früh genug. Denn ich verspreche dir, dass die wieder an diesen Punkt, den du nicht wieder erleben willst, zurück kehren wirst. Und, wenn du nicht bereit bist... kann das dein Untergang sein. Wenn das Biest ersteinmal... wirklich frei ist... ... wird kein Platz mehr für dich sein. Es wird deine letzte... und ewige Raserei sein. Ich habe einst ein solches, bemitleidenswertes Wesen gejagt... kein schönes Schicksal."

Brimir zuckte mit den Schultern.

"Wir drehen uns im Kreis. Wenn du die Jagd kennen lernen willst, weißt du, wo du mich findest."

Brimir schloss die Augen. Dabei rieb er die Schläfen, ehe er in den Himmel sah.

"Alerio hat ihn verfolgt... hatte eine Spur in seiner Pflicht als Liktor. Und als er ihn festsetzen wollte... ... nunja. Er floh feige und ließ ein Gebäude auf meinen Schüler stürzen. Er wurde unter Steinen erschlagen... und sein Mörder verheimlichte es... ... bis die Macht von Aurores Blut ihm die Wahrheit entlockte. Und selbst dann versteckte er sich hinter der Macht einen anderen Ahnen, der ihn bisweilen schützt."

Während Brimir davon berichtete war blanker Hass in seinen Augen zu erkennen. Er wartete nur auf die Chance diesen jemanden zu jagen. Soviel war klar.

"Hinzu kommt, dass er einen meiner Clanbrüder in die Hände Siziliens getrieben hat... um mir zu schaden. Von ihm ist ebenfalls nur Asche über."

Erst dann fixierten die Augen Seresa wieder.

"... ... was war es, dass Gaius von dir forderte, als du in seiner Zelle warst? Was war sein Preis dafür, dass er dich nicht zu Maximininanus brachte?"
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 256
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 3. Nov 2017, 15:50

„Bitte verwechsle die Erweisung von Respekt und die Anerkennung deines Standes, nicht mit Furcht, verehrter Brimir. Ich weiche von dir, weil du Raum dich beanspruchst. Es wäre unhöflich dieser Forderung nicht unverzüglich nachzukommen. Manch einer würde es gar als Provokation deuten. Wenn es dein Wunsch ist, dass ich an der Stelle verweile, so werde ich verweilen. Äußerst du jedoch nicht diesen Wunsch, werde ich weichen und dir den Raum lassen, welcher dir gebührt.“

Seresa blickte dem Gangrel direkt in die Augen.

„Würde ich dich fürchten, wäre ich geflohen, um sowohl dir, wie auch meiner Strafe zu entkommen. Würde ich dich fürchten, so hätte ich mir Männer geholt, hinter welchen ich mich verstecken könnte. Würde ich dich fürchten, würde ich versuchen dich mit honigsüßen und klebrigen Worten um meinen Finger zu wickeln und dich gnädig zu stimmen.“

Sie schwieg einen Moment und zeigte ihre offenen, leeren Handflächen.

„Jedoch bin ich hier. Ich bin alleine gekommen, als du nach mir gerufen hast. Ich spreche offen mit dir, obwohl ich nicht weiß, ob ich dir vertrauen kann oder ob du womöglich ein böses Spiel mit mir treibst. Ich bezweifle nicht, dass du mich erneut in Starre legen oder mich in Gefangenschaft bis zur Verhandlung bringen könntest. Ich weiche von dir, weil ich dich und deine Macht anerkenne, verehrter Brimir.“

Seresa verneigte sich. Wohl wissend, dass ihr Gegenüber es nicht guthieß und dennoch erschien es ihr richtig in diesem Moment.

„Was deine Frage bezüglich den wohlwerten Gaius angeht, so wiederhole ich gerne, was ich dir bereits in der Zelle gesagt hatte. Er forderte Loyalität und Vertrauen von mir, war jedoch nicht bereit selbiges zu geben. Trat mein gegebenes Wort, meine Loyalität und mein Vertrauen gar leichtsinnig mit Füßen. Wie auch du, dachte er, dass ein neuer Pfad mir helfen und meine Raserei in die richtigen Bahnen lenken würde. Die Via Regalis de Chevalier und nicht die Via Bestiae allerdings. Wie auch du sagte er, dass ihm nicht daran gelegen ist, den verehrten Maximinianus in jenen Zeiten zu stärken. Dass er nur ein Exempel an mir zu statuieren würde. Wenn ich nun so über seine Worte nachdenke, klingt vieles vertraut zu dem, was auch du sagtest. Bitte gestatte die Frage, ob meine Annahme richtig ist, dass der wohlwerte Gaius, wie auch die werte Sousanna Teil eures Plans waren?“

Sie blickte den Gangrel ehrlich interessiert an, bevor sie noch einige Worte bezüglich seines einstigen Schülers hinzufügte.

„Was die Vernichtung deines Schülers und deines Clansbruders betrifft, so sei dir mein aufrichtiges Beileid gewiss. Die Vernichtung oder die Freigabe zur Vernichtung eines der Unseren sollte einzig und alleinig dem Prinzen der Domäne obliegen. Sollte ich deine Schülerin werden, so wäre ich dir zu Dank verpflichtet, wenn du mir den Namen eben jener Spinne nennen würdest. Ich würde mich gerne schützen und der möglichen Gefahr, die von ihm für mich ausgeht, bewusster sein. Mich sozusagen vor seinen Fängen schützen.“

Benutzeravatar
Brimir
Gangrel
Beiträge: 1197
Registriert: Do 21. Jan 2016, 13:52

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Di 7. Nov 2017, 00:12

Der Nordmann lächelte freudig. Wieder war da etwas in seinem Blick, dass auch von einem Vater kommen könnte.

"Respekt und Fucht gehen einher. Ein Wolf, der vor seinem Leittier zurück weicht... tut dies auch aus Respekt... vor der Stärke und auch Furcht davor den Kampf zu verlieren, der dadurch entfacht wird, wenn er es nicht tut. Er weiß, dass er unterlegen ist... und weicht. Instinkt, Seresa...... Instinkt. Wie ich schon sagte... er liegt in dir verborgen. Es ist fast schon... bedauerlich, dass du ihm nicht... mehr vertraust. Bedauerlich."

Bei ihrer Antwort bezüglich Gaius knurrt Brimir leise und bedrohlich, ohne etwas zu sagen. Seine Muskeln spannen sich an, ehe er dann doch das Wort an sie richtet.

"Im Gegensatz zu ihm... ... nutze ich aber nicht mein Amt aus, um etwas von dir zu fordern und meine Forderungen zu untermauern. Ich... erkaufe mir Loyaltität nicht durch eine... Funktion. Und... ich zwinge dir keinen Weg auf, für den du dich nicht selbst entscheidest. Das... ... hat soviel Sinn, wie einem Stein das Schwimmen beizubringen. Es war dennoch klug von ihm zu verhindern, dass du in Maximinianus Hände kommst... ... und was deine Frage angeht... du weist schon zu viel über diese Dinge, dafür, dass du nicht Teil der Stadt sein willst."

Brimirs Wut schien sich nicht auf Seresa zu richten, denn seine Worte waren genauso vom Ton her, wie die davor. Und auch, als Brimir weiter sprach änderte sich das nicht. Er lachte sogar einmal auf.

"Du sagst mir, dass du nicht meine Schülerin werden willst, weil du den Weg nicht gehen kannst... und doch fragst du mich nach einem Namen für den Fall, dass du meine Schülerin wirst. Du kannst mich nicht mit Dingen locken, die du zuvor so wehement abgelehnt hast. Aber... in diesem Fall... hätte eine einfache Frage eh gereicht. Wie ist der Name der Spinne? Fabrizio Begado... Lasombra... Clansbruder von Alerio... ... Pirat... ... Ich habe es nicht geschafft Alerio vor ihm zu schützen, da ich in Starre lag. Sandro... war naiv... dumm... ... und schwach... nicht lange hier... nicht vorbereitet. Sag ihm einfach nicht, dass du mit mir arbeitest, wenn du ihm begegnest. Am Besten... redest du nur mit Acacia darüber. Die Zeiten ändern sich... und ich bin inzwischen sehr wohl in der Lage... meine Leute vor diesem Bastard zu beschützen. Du fürchtest dich davor in seine Fänge zu geraten... ich... bin der Feind der Spinne... ich werde dich beschützen... wenn du das willst."
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 256
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 7. Nov 2017, 02:16

„Missversteh mich nicht. Ich sagte niemals, dass ich nicht deine Schülerin werden will. Ich sagte niemals, dass ich den Weg nicht gehen kann.“

Verärgerung, ob Brimirs Worte, schwang in ihrer Stimme mit. Ihre Augen funkelten den Gangrel an.

„Deinen Worten nach, muss ich zurückkehren in die Dunkelheit. Zurückkehren ins Grauen. Zurückkehren ins schwärzeste Schwarz. Zurückkehren an einen Punkt, an den ich nie mehr zurückkehren wollte. Es gibt einen Unterschied zwischen Können und Wollen, verehrter Brimir. Bei Zeiten müssen wir handeln. Dinge tun, die wir so nicht tun wollen. Dinge tun, weil sie wichtig sind. Dinge tun, weil sie richtig sind.“

Seresa betrachtete ihr Gegenüber einige Momente schweigend. Dann jedoch schüttelte sie bestimmt den Kopf.

„Jedoch - und ich möchte dies noch einmal betonen - hatte ich bisher dein großzügiges Angebot - dich und somit die Jagd - besser kennenlernen zu dürfen, nicht abgelehnt. Vielmehr bist du es, der sich um eine konkrete Antwort auf die Frage, wie ich dir von Nutzen sein könnte und welches Potenzial du in mir siehst, windet.“

Ihre Augen waren zu schmalen Schlitzen geworden und ihr Blick durchaus herausfordernd. Dann schüttelte sie erneut den Kopf und ihre Stimme wurde wieder weicher. Der Zorn klang langsam ab.

„Ich sagte dir bereits, dass ich nicht vorhabe, dich mit honigsüßen und klebrigen Worten um meinen Finger zu wickeln. Noch will ich dich mit sonstigen Dingen locken. Ich stelle dir nichts in Aussicht, was ich nicht bereit bin zu geben. Ich gebe dir kein Wort, welches ich nicht bereit bin zu halten. Wenn ich etwas wissen möchte, so frage ich höflich danach. Wenn man mir keine Antwort auf meine Frage geben kann oder geben will, so akzeptiere ich dies. Vielleicht ist dies einfach der Unterschied zwischen mir und Anderen, die Teil dieser Stadt sein wollen. Ich versuche Dinge zu verstehen, die mir unklar sind. Unschlüssig. Die nicht in das Bild zu passen scheinen. Allerdings kenne ich die Bedeutung des Wortes Nein und akzeptiere diese.“

Seresa verneigte sich vor dem Gangrel.

„Was den wohlwerten Gaius betrifft, so hatte er mir niemals einen Weg aufgezwungen, noch versucht eben jenes zu tun. Es war zu jedem Zeitpunkt meine eigene Entscheidung. Wie du offerierte er mir die Wahl. Wie du forderte er im Gegenzug Loyalität und Vertrauen.“

Sie schwieg für einen kurzen Moment.

„Etwas, dass ich durchaus bereit bin zu geben. Dir zu geben. Jedoch bin ich mir bewusst, dass jedes großzüge Angebot einen Preis hat. Bitte gestatte deshalb erneut die offene und direkte Frage: Was ist es was ich besitze, dass du mich nicht einfach erschlägst?! Welche Informationen besitze ich in deinen Augen, die dir von Nutzen sein könnten und welches Potenzial siehst du in mir?“

Benutzeravatar
Brimir
Gangrel
Beiträge: 1197
Registriert: Do 21. Jan 2016, 13:52

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Di 7. Nov 2017, 11:11

Als sie Brimir verärgert korrigierte wurde das Gesicht des Nordmannes kälter - falls das denn überhaupt möglich war. Dennoch unterbrach der Wikinger sie nicht und ließ sie ihrem Zorn freie Luft machen, wie ein bockiges Kind, dass sich abreagierte. Und als sie fertig war, ließ er die Stille noch einen weiteren Moment bestehen, bevor er wieder sprach.

"Du hast Recht, als du sagtest, dass du nicht meine Schülerin werden willst. Dennoch laden deine Worte dazu ein genau das zu glauben, denn was du sehr wohl sagtest ist, dass du den Weg in deine Dunkelheit nicht gehen willst... ... und kannst. Falls du tatsächlich bereit bist den Schritt doch zu wagen, um dein Tier wahrlich zu verstehen... lass es mich eines Tages wissen. Ich habe Zeit... und wie ich schon sagte ist das keine Entscheidung, die du jetzt oder unter Zwang treffen musst. Ein Stein schwimmt nun mal nicht, genauso, wie ein Initiant auf einem Pfad diesen niemals bis zum Ende gehen kann, wenn er nicht mit vollem Herzen dabei ist. Und meine Einladung des Kennenlernens bezüglich der Jagd und meiner Person besteht immer noch... gleich, ob du dich dafür entscheidest eine wahre Jägerin zu werden oder nicht."

Er machte eine kurze Pause, ehe Brimir wieder lächelte.

"Ich winde mich nicht vor einer Antwort auf deine Frage herum. Ich antworte nur nicht offensichtlich. Du fragst mich nach den Potenzial, was ich in dir sehe... und ich rede von Instinkten und biete dir an dich der Jagd anzuschließen. Du fragst mich, welche Informationen du hast, die mir nützlich sein können und ich stelle dir Fragen. Du fragst mich welchen Nutzen du für mich haben könntest und ich offenbare dir, dass der Krieg mein Netz in Genua geschwächt hat und ich dir anbiete, dass ich dich dort sehen würde. Die Macht eines Ancilla basiert auf den Neugeborenen, die für und mit ihm zusammen agieren. Die Neugeborenen helfen dem Ancilla und im Gegenzug gibt er einen Teil seiner Macht... in Form von Schutz, Aufgaben, die den Status erhöhen... oder eben durch Ghule oder Vasalentum weiter... genauso, wie er selbst einem Ahnen hilft und dadurch weiter aufsteigt. Ein filigranes Netz... und gerade als Mitglied eines geringen Clans... braucht es mehr, als nur eine Ahnenreihe und einen großen Namen als Erzeuger, um sich zu behaupten. Deshalb... will ich, dass du für mich arbeitest."

Er lehnte sich wieder etwas vor, weil das, was er nun sagen wollt wichtig zu sein schien.

"... ... ich gehe davon aus, dass Mattia, sollte er von unserem Gespräch in der Zelle in der Martinsfeste und den folgen für den Clan Brujah erfahren... er nicht sonderlich amüsiert darüber sein wird. Auch das ist etwas, vor dem ich dich schützen könnte, falls wir zusammen arbeiten. Du brauchst eine Zuflucht? Ich bin Mondsenator und kontrolliere ein Gebiet außerhalb der Stadt. Du brauchst Informationen über die Stadt oder Personen... ich bin Jäger. Es ist ein Geben und ein Nehmen zwischen einem Jarl und denen, die ihm folgen. Wusstest du, dass es Ameisenarten gibt, die Blattläuse 'melken' und den dadurch gewonnen Honigtau als Nahrung nutzen? Im Gegenzug beschützen die Ameisen die Blattläuse vor ihren Fressfeinden. Oder eine Spinnenart, die einen Frosch... der durchaus zur Speise der Spinne gehören könnte... verschont, weil dieser Milben und Ameisen frisst, die sich an den Eisern der Spinne zu schaffen machen und die zu klein sind, dass die Spinnenmutter sie selbst abwehren könnte. Zusammenarbeit... kann beide Seiten stark machen."

Damit schien der Vortrag über Symbiosen im Tierreich auch schon beendet zu sein, bevor er wirklich angefangen hatte. Brimir gab Seresa einen Moment Zeit, um das aufzunehmen und zu verarbeiten. Dabei setzte der Nordmann sich in den Schneidersitz und wippte vor und zurück.

"Gut... ... wegen Gaius habe ich eine weitere, wahrscheinlich letzte Frage: Hat er dir angeboten, dich nicht zu Maximinanus zu bringen oder seine Pflicht als Liktor ruhen zu lassen, wenn du ihm dafür Loyalität schwörst oder gar seiner Via folgst?"

**************
Int + Tierkunde
@John_'Brimir'_Wick (Stefan): 4d10 >=6 f1 = (6 3 4 9, 2 successes) = 2
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
Grettirs Saga

Benutzeravatar
Seresa
Brujah
Beiträge: 256
Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:49

Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 7. Nov 2017, 14:53

„Zusammenarbeit kann beide Seiten stark machen.“

Seresa nickte etwas geistesabwesend, während sie seine Worte gehaucht wiederholte. Dann senkte sie den Blick, während sie mit den offenen Handflächen über das Gras rechts und links neben ihr fast zärtlich strich. Sie schien nachzudenken, während sie gegen einen einzelnen Halm mit dem Mittelfinger schnipste. Dann nahm sie ihn kurz zwischen die Finger und für einen Moment hatte man das Gefühl, sie würde ihn herausrupfen. Dann jedoch ließ sie los und strich weiter behutsam über das Gras.

„Bevor ich dir antworte, gestatte mir eine Frage auf deine Frage, verehrter Brimir.“

Die Brujah blickte wieder zum Gangrel auf. Musterte ihn.

„Was ist der wahre Grund, weshalb du von mir eine Antwort auf diese Frage ersuchst?“

Gesperrt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast