[1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Fr 27. Okt 2017, 14:27

Er hatte ihr eine Nachricht zukommen lassen. Grimsteinn, so stellte sich der Bote vor, war ebenfalls Nordmann, wenn auch deutlich gepflegter, als der Jäger. Er teile Seresas Kontakten mit, dass Brimir sie zu sprechen 'wünschte'. Wobei die Art, wie Grimsteinn das mitteilte, auch nach 'verlangte' klingen konnte. Er nannte einen Ort außerhab der Stadtmauern und die zwölfte Stunde in drei Nächten. Dann verabschiedete sich der doch recht höfliche Wikinger wieder und verschwand in den Tag.

In jener Nacht - klar und warm - strahlte ein Neumond seine Dunkelheit über das Land. Es gab kaum eine Lichtquelle, von den Leuchtfeuern und Laternen in der geschundenen Stadt einmal abgesehen. Aber die Mauern waren so weit weg, von der Spitze des Olivenhains, dass es keinen Unterschied machte. An dem Wegesrand stand der Bote, der ihr die Nachricht gebracht hatte. Gekleidet war er in feinen Stoffen, die durchaus von Besitz zeugten. Und als die Kainitin sich näherte, verneigte er sich tief vor ihr, ohne etwas zu sagen.
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 27. Okt 2017, 15:06

Seresa war die Strecke bereits die Nächte zuvor mehrfach gelaufen, um abzuschätzen, wie lange sie wohl dafür benötigen würde. Sie wollte nicht zu spät erscheinen oder gar den Liktor warten lassen. Ob er sie tatsächlich in Form des Liktors, als Ältester der Gangrel oder als Anchilla erwartete würde, war ihr dabei unbekannt. Jedoch war es für das Erscheinen einerlei. Er stand über ihr und er hatte nach ihr rufen lassen. Sie hatte seinem Ruf Folge zu leisten und sie kam besser nicht zu spät.

Langsam ging sie den Weg entlang, bis sie den Mann am Wegesrand erblickte. Sie näherte sich ihm und erkannte ihn als den ehemaligen Boten wieder. Bevor sie ihn jedoch eines längeren Blickes würdigte, blickte sich Seresa um. Sie wollte sicher sein, dass sie den Gangrel der sie zu sich gerufen hatte, nicht fahrlässig übersehen hatte.*

In einem Gebüsch in der Nähe, sah sie einen schwarzen Schatten lauern. Sie war sich nicht sicher, ob es tatsächlich Brimir war oder etwas anderes. Was auch immer es war, es verbarg sich und wollte somit nicht gesehen werden. Da sie den Gangrel nirgends offen stehen sah, entschied sich Seresa das einzig Richtige in ihren Augen zu tun. Sie lächelte den Boten freundlich an und nickte ihm zu.

„Seid gegrüßt, Signore Grimsteinn. Es ist mir eine Freude Euch wiederzusehen.“

Aus dem Augenwinkel behielt sie den schwarzen Schemen im Blick, ohne ihn direkt zu fokussieren.

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Vergleichender Wurf um festzustellen, ob Seresa Brimir entdeckt. Modifikationen auf Grund der Dunkelheit.
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Fr 27. Okt 2017, 15:37

"Bitte, bitte, Herrin Seresa. Einfach nur Grimsteinn." Noch immer verharrte er in der gebeugten Haltung und schluckte schwer. "Mein Herr bat mich, euch hier zu empfangen. Er wird sicher gleich zu uns stoßen." Der Blick des Nordmannes hing bewusst auf den Füßen von Seresa und er blickte nicht in das Gebüsch, in dem Brimir lauerte.

Der Jäger indess veränderte seine Position. Er folgte der Reihe von Olivenbäumen, um schräg hinter Seresa zu kauern. Und war dabei gespannt, ob sie reagierte oder ihn wirklich wahrnahm.
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 27. Okt 2017, 16:17

Seresa wirkte für einen Augenblick etwas verwundert und überfordert, als ihr Gegenüber in dieser Haltung verweilte. Schließlich nickte sie ihm jedoch zu.

„Ich danke Euch für Eure Mühe, Grimsteinn. Bitte entspannt Euch derweil wir auf Ihn warten.“

Ihr Blick folgte dem Schatten, als er sich bewegte. Als er jedoch schräg hinter ihr verschwand, blickte sie erneut zu Grimsteinn und senkte ihre Augen dann einen Moment später. Was hatte der Jäger nur vor?! Seresa schloss die Augen und lauschte hinter sich. Ohne bewusst darüber nachzudenken, hatte sie ihr Gewicht bereits verlagert, um gegebenenfalls auszuweichen. War er so wahnsinnig, sie tatsächlich von hinten anspringen zu wollen?! Seresa spürte, wie das Tier in ihr sich nun deutlicher bemerkbar machte. Zu ihrem eigenen Schutz die Fangzähne ausfahren und sich umdrehen wollte, um wütend in Richtung des Jägers zu fauchen. Noch nichts des Gleichen geschah. Stattdessen öffnete Seresa die Augen. Noch immer mit einem Angriff rechnend, tat sie einige Schritte vorwärts.

Seresa ging seitlich an Grimsteinn vorbei vom Weg herunter, um sich in das Gras abseits des Weges zu setzen. Die Stelle an der sie den Schatten inzwischen vermutete betrachtend. Zumindest war das ihr Plan gewesen. Sie hatte keine Lust auf Spielchen mit dem Gangrel.

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Fr 27. Okt 2017, 16:50

Grimsteinn erhob sich erst, als sie ihm sagte, dass er entspannen dürfe. Und er nickte ihr dafür dankbar zu. Brimir beobachtete die folgende Situation mit einem Grinsen im Gesicht. Er war sich sicher, dass Seresa ihn bemerkt hatte. 'Sie hat gute Instinkte.', dachte er für sich und als sie sich von der Bedrohung abwendete und einfach ging, erhob sich der Nordmann aus dem Gebüsch. Sie war gerade einen Schritt hinter dem verwirrten Grimsteinn, als Brimir auf den Weg trat.

"Kein Grund zu gehen, Seresa. Ich habe dich nicht rufen lassen, um dich zu verjagen."

Das Knurren in der Stimme war noch immer dort und auch die Zeichnungen auf der Haut wirkten nicht Anders, als in der Nacht im Kerker von Gaius.
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 27. Okt 2017, 17:07

Seresa drehte sich um, als sie die Stimme Brimirs vernahm. Sie verneigte sich angemessen vor ihm, bevor sie ihm mit ruhiger Stimme antwortete.

„Es ist mir eine Ehre und Freude Euch wiederzusehen, verehrter Brimir. Bitte seid versichert, ich hatte nicht vor zu gehen. Die Straße erschien mir schlicht als kein allzu sicherer Ort, um dort zu verweilen und Eure Ankunft zu erwarten. Zu groß die Gefahr, dass Etwas aus den Schatten bricht und über den Weg eilt.“

Ob sie einen nächtlichen Reiter meinte oder den Gangrel der eben aus jener Richtung schienen war, in dem sie den Schatten zuletzt vermutet hatte, war dabei unklar.

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Sa 28. Okt 2017, 12:34

Brimir nickte zur Begrüßung und verzog leicht das Gesicht, während ihrer ersten Worte.

"Sag 'du'. In meiner Heimat reden wir selbst Könige so an. So fern von dort... macht es Genua zu einem hemischeren Ort für mich."

Dann jedoch nickte Brimir mit einem Lächeln auf den Lippen. Sein Blick wandert in der Nacht umher.

"Deine Instinkte sind wahrlich gut... ... für jemanden, der der Menschlichkeit anhängt. Aber... keine Sorge... der Ort hier ist sicher."

Er deutet auf die Stelle, auf die sie gerade zuging und sprach dabei Worte im nordischen mit Grimsteinn, der sich vor Beiden verbeugte - vor Brimir mehr, als vor Seresa - und dann Platz an einem Baum nahm.

"Setzen wir uns. Wir haben viel zu bereden."
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Sa 28. Okt 2017, 14:17

Seresa hatte auf das Angebot oder vielmehr die Forderung Brimir ihn mit du anzusprechen nur kurz und verstehend genickt. Als er ihren Instinkt dann jedoch gelobt hatte, hatte sie verlegen ihren Blick gegen Boden geschlagen. Lange verweilte er dort jedoch nicht. Denn als die fremdländischen Worte über seine Lippen wanderten und Grimsteinn sich danach hinsetzte, blickte sie den Gangrel interessiert an, während sie weiter in Richtung der Stelle ging, in die er deutet hatte. Auf seine Worte sich zu setzen, war ihre Antwort sehr schlicht.

„Sehr gerne.“

Dort angekommen, blieb sie stehen und wartete, bis Brimir Anstalten machte sich zu setzen. Sobald er dies tat, würde auch sie sich setzen.

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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Brimir » Sa 28. Okt 2017, 14:58

Brimir ließ sich in einer geschickten Bewegung, die einem Jäger durchaus würdig war, zu Boden gleiten. Dort im Gras angekommen wartete er sogar, bis Seresa auch saß, ehe er sie wieder fixierte und dem Bernstein seiner Augen aussetzte.

"Ist es dir gut ergangen? Der Krieg hat dich offenbar nicht verschlungen und du lebst noch." Es war ein zufriedenes Grinsen, was seine Lippen in diesem Moment zierte. "Ich habe viele Fragen... aber eine drängt sich mir auf... nein... sie quält mich sogar ein wenig... seitdem ich von dir gehört habe und das erste Mal mit dir sprach."

Brimir machte einen Moment Pause und beugte sich dann vor.

"Erzähl mir von der Raserei... wie du sie empfunden hast... wie du das Biest siehst... welche Rolle dein Blut dabei einnimmt."
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Re: [1003] Rasend in den Abgrund [Seresa]

Beitrag von Seresa » Sa 28. Okt 2017, 20:29

Seresa hatte sich vor Brimir in gebührendem Abstand niedergelassen. Sie kniete dabei mehr, als dass sie tatsächlich saß. Es war die gleiche Haltung, die er bereits gesehen hatte, als er zusammen mit Acacia den Raum der Martinsfeste betreten hatte. Sie schien diese Haltung offensichtlich nicht speziell für ihn einzunehmen. Es schien für sie schlicht eine bequeme Haltung zu sein, zu knien und derweil auf ihren Fersen zu sitzen. Seresa hatte die Hände offen sichtbar ineinander und auf ihren Oberschenkeln abgelegt.

Wie auch bei den Augen von Toma, war es Seresa nur schwerlich möglich, den fixierenden Blick von Brimir auf Dauer standzuhalten. Zu sehr verwirrte die Farbe seiner Augen ihren Geist und zwang sie unbewusst dazu, den Blick gelegentlich zu senken. Als ihr Gegenüber gegenendet hatte, überlegte sie für einen kurzen Moment. Ihre Augen wanderten ziellos umher und wurden gelegentlich zusammengekniffen. Es waren viele Fragen und durchaus keine, die man einfach beantworten konnte. Schließlich begann sie mit der ersten und offensichtlich einfachsten, ob es ihr gut ergangen wäre.

„Ich gestehe, gut ist nicht der Ausdruck den ich verwenden würde. Doch wie du bereits selbst sagtest: Ich lebe noch. Mehr kann ich derzeit wahrlich nicht verlangen.“

Sie löste für einen Moment ihre Hände und zupfte den Umhang enger um ihre Schultern, als wollte sie sich vor einer Kälte schützen, die das Wort Krieg in ihr auslöste. Sie senkte ihren Kopf etwas.

„Bitte verzeih, wenn ich derzeit nicht über dieses Thema weiter sprechen möchte. Zu vieles ist geschehen. Zu viele und zu verwirrende Dinge. Wenn du erlaubst, würde ich gerne zu einem anderen - späteren - Zeitpunkt noch einmal mit dir darüber sprechen. Sobald ich mir etwas mehr im Klaren darüber bin, was tatsächlich geschehen ist. Was es für mich und meine Zukunft in Genua bedeutet. Zumal du mich nicht in deiner Aufgabe als Liktor zu dir bestellt hast. Oder irre ich mich in diesem Punkt?“

Seresa blickte den Gangrel fragend an.

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