[1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Gaius Marcellus
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[1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 12. Okt 2017, 18:25

Kurz nach Amalias Ankunft war es Zeit für den Clan Salubri sich das erste Mal in Genua zu sammeln. Gaius und FurFur hatten sich vor einem dutzend Jahren das letzte Mal gesehen - ein positives Gespräch, gar eine Art Auftrag, aber seither war wenig passiert... Doch nun war es Zeit, die Geschehnisse mit Maximinianus spitzten sich immer weiter zu, der Krieg und die neue Clansschwester.

So war Gaius mit einigen Mannen und Amalia aufgebrochen FurFurs Lager zu besuchen. Sollte es noch dort zu finden sein, wo es ihm vor Jahren genannt war. Sich dort einen Eindruck zu verschaffen und natürlich nach dem schönsten Salubri der Domäne zu suchen...
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

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Il Canzoniere
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Re: [1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Il Canzoniere » Do 9. Nov 2017, 18:01

Contratra Predis - oder Flussmund, in den einfachen Worten des Volkes, lag ruhig da. Geradezu idyllisch ruhig. Mit seinen kleinen und einfachen Hütten, den an den Strand gezogenen Fischerkähnen und dem Duft nach Eintopf der am Ortseingang in der Luft lag. Es war ziemlich wenig los, auf den paar kleinen Wegen die durch das Nest führten. Hier und da betrachtete jemand die Fremden mit skeptischen Blicken, aber einem Bewaffneten Kontingent trat niemand entgegen.
Vorbei an der ausgebrannten Ruine eines Wirtshauses - welche wie ein Mahnmal die teilweise bereits mit Moos überwachsenen verkohlten Überreste in den Himmel ragen ließ - hin zur kleinen Dorfkirche. Dem einzigen Ort wo um diese Uhrzeit noch ein wenig Betrieb zu sein schien. Mehrere verwegen aussehende Männer in Waffenröcken und mit Speeren saßen an einem vor der Kirche aufgestellten Tisch und unterhielten sich leise. Erhoben sich als die kleine Gruppe Gäste eintraf. Keiner von ihnen war hübsch anzusehen. Sie wirkten wie Söldner. Jahrelang in Schlachten gestählt und in Kriegen geformt. Jeder von ihnen hatte hier oder da eindeutige Symbole die dem Christentum zuzuordnen waren. Ob als Brandzeichen, Narben, Anhänger oder auf der Kleidung aufgestickt.

Einer von Ihnen sagte leise etwas zu einem der anderen, der sich daraufhin abwandte und in der Kirche verschwand. Die anderen wartete schweigend bis Gaius, Amalia und ihre Gruppe näher gekommen waren ehe sie sie abschätzend musterten. Als die beiden Gruppen aufeinander stießen ging hinter ihnen bereits die Kirchentür auf und ein überdurchschnittlich hochgewachsener Mann mit dunklen, mittellangen Haaren, einem schlanken Gesicht mit harten Ausdruck und der militärisch knappen Art trat heraus. Gerade zog er den Gürtel seiner Schwertscheide fest, als ob er dieses innerhalb der Kirche nicht tragen würde.

Er schien zumindest Gaius zu erkennen und nickte diesem knapp zu, woraufhin sich auch die Anwesenden Männer ein wenig entspannten. Als er näherkam konnten die beiden Gäste einen leichten Geruch nach getrocknetem Blut an ihm feststellen, dessen Kombination mit fremden Schweiß Amalia eigenartig vertraut vorkam. Die Amulette, Talismane und Schutzzeichen an seiner Lorica Squamata waren allesamt tief-christlicher Bedeutung. Man erkannte Antoniuskreuz, koptisches sowie byzantinisches Kreuz, eine Münze die Kaiser Konstantin zeigte, Staurogramm, verschiedene Fische, Petruskreuz, einen dreckigen Fetzen auf dem - vermutlich mit Blut - ein dünnes IHS aufgezeichnet worden war, sowie ein silbernes Christusmonogramm. Auch viele weitere, den beiden nicht geläufige Amulette und Symbole waren über Kleidung, Rüstung, Haut und Hals verteilt.

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Re: [1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 9. Nov 2017, 21:04

Gaius umfasste den Rosenkranz, den er heute über dem Wappenrock seines Ordens trug, er ignorierte die Silberspiegelscheibe im Zentrum diesmal - heute hatte er eine Bestie vor sich, er brauchte keine in sich und die letzten Tage hatten das treffen düster und schwer angekündigt.
FurFur war auch Gaius Nemesis, auch wenn er dies noch nicht wusste - doch durch Amalias eintreffen, könnte sich dies womöglich ändern... könnte sich einiges im Clan ändern. Und das auch fast nur zum Guten, denn zum Schlechten... nunja. Er hatte also seine Bedenken fortgewischt und hoffte simpel ,dass seine Intuition ihm getreu blieb und recht behielt.


"Die heilige Jungfer zum Gruße, Bruder." Grüßte Gaius den Herrn des Ortes langsam und in der Sprache ihres Clans. "Es freut mich dich wieder wohlbehalten und weiterhin auf deinen Wegen zu sehen - zu viele Jahre sind vergangen, ohne dass ich deine Stimme hörte. Doch die Zeit vergeht schnell für die Tüchtigen.
Ich bringe eine Schwester unseres Blutes, sie dir vorzustellen, dich ihr vorzustellen."
Dabei blickte er auf Amalia, machte eine Art der einladenden Geste, auf dass die beiden Neugeborenen sich selbst vorzustellen wüssten.

Dann lächelte und nickte er seinen Clansbruder freundlich an und wartete auf dessen Erwiederung.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

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Re: [1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Amalia » Do 9. Nov 2017, 23:17

Puren Ekel empfand Amalia, als ihr die Kreuzkette umgelegt wurde, doch manchmal war es besser im Dunkeln zu bleiben. Titus war so ein Fall und Furfur erst recht. Zumindest wurde ihr das so von Gaius gesagt. Ihre Pläne waren noch groß und so konnte sie keinen fanatischen Christen brauchen, welcher ihr auf den Versen war. Amalia neigte höflich ihr Haupt, als sie ihren unbekannten Clansbruder sah. Er roch vertraut ... der süße Duft von Schmerz, Leid und Folter haftete an ihm. Scheinbar war dieser Krieger den Wegen der Erleuchtung nicht abgeneigt.

"Gott zum Gruß, Bruder. Es ist mir eine große Ehre ein weiteres Kind Saulots zu treffen. Ich bin Amalia, Neugeborene unseres Blutes und Wandlerin auf den Wegen Samiels. Ich bin die Tochter der Elisabeta, Ancilla unseres Blutes in Ravenna, Tochter der Mirana, Ahnin unseres Blutes in Odessa. Freigesprochen von der höchstverehrten Katharina, Prinzessin und Ahnin des Clans des Mondes der Domäne Kruja in Albanien." Amalia wendete den Blick nicht ab, während sie sprach. Ihr saphirblaues Auge war durchgänig auf den Christen gerichtet.
"Ich kann deine Angst fühlen Mensch. Sie ist spürbar gegenwärtig. Ich kann mit den Fingern darüberstreichen und ihr krankes Aroma schmecken. Ist dieses Entsetzen Nährboden für Hass, dann lass mich daran laben und dich dabei völlig auslöschen."

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Re: [1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 29. Nov 2017, 10:21

Gaius stellte die beiden Salubri einander vor, blieb eine höfliche Weile aber verabschiedete sich dann freundlich, um die zwei Inquisitoren sich selbst zu überlassen - sie waren es, die sich kennen lernen sollten - und auch ohne es heute anzusprechen, dachte Gaius, habe er seinen Anspruch auf den Ältestentitel erhärtet, indem er diese bloße Vorstellung arrangiert hatte.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

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Re: [1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Il Canzoniere » Do 21. Dez 2017, 00:07

"Furfur, Neugeborener von Samiels Blut, Kind des Ecuriel, des erste Schlags."

stellte er sich auf uraltem enochäisch seiner Clansschwester vor. Sein Blick glitt sie kritisch musternd hinab, ehe sich seine Aufmerksamkeit wieder zu Gaius verschob der sich verabschiedete. Mit einem dünnen, neutralen Nicken entließ er diesen und lud Amalia mit einer einladenden Geste in die kleine Kirche hinter sich ein. Schweigend würde er neben ihr herschreiten, die Tür passieren und auf dem Weg zum leeren Weihwasserbecken einen kurzen Seitenblick zu ihr hinüberwerfen.

"Du trägst das Blute Miranas in dir, daher will ich dich als Verbündete behandeln. War sie doch eine Brieffreundin Ecuriels, soweit ich weiß." kurz zuckte Schmerz durch sein sonst so hartes Gesicht. Es veränderte sich mit der Bekreuzigung nachdem er seine Hand in das Weihwasserbecken getaucht hatte. Es zischte als er sich bekreuzigte und in Richtung des Altars einen Kniefall andeutete.

"Ich kann dich nur warnen. Die Domäne ist von Dämonenpaktierern unterwandert, von Lügnern dominiert und von Verbrechern bewohnt. Welch traurige Aufgabe dich auch hierher geführt hat, erwarte keine Hilfe von irgendeiner Instanz." Frustration war in seiner Stimme zu hören, dominant, gleich hinter seiner offensichtlichen Verärgerung. "Unserseins hier ist selten, wie überall anders auch. Aber anders als anderswo hilft man sich nicht einmal unter Blutsgeschwistern, das musste ich auf die unseelige Art lernen. Um dieser Unsitte nicht ebenfalls zu verfallen: Amalia, gibt es etwas das ich für dich tun kann? Das wir beide gemeinsam tun können um die Wünsche unserer Ahnen zu befriedigen? Gibt es eine Jagd oder etwas anderes bei der ich helfen kann?" alles in allem wirkte er, trotz seiner freundlich gemeinten Worte, nicht sonderlich freundlich. Eine düstere Stimmung ging von ihm aus, schien gar essentieller Teil von ihm zu sein.

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Re: [1002] Eine magische Herde (FurFur, Amalia)

Beitrag von Amalia » Fr 29. Dez 2017, 15:45

Als Gaius sich verabschiedete konnte sich Amalia ein kurzes rollen der Augen nicht verkneifen - Typisch für diesen Sohn einer Hündin, immer aus der Affäre ziehen - kurz schüttlete sie den Kopf, ehe sie wieder zu Furfur blickte. Sie folgte ihn und als er ihre Großerzeugerin erwähnte wurden ihren AUgen gößer.

"Oh, ihr kennt die sehr verehrte Mirana? Das freut mich sehr." Sie lächelte knapp, als sie den Schmerz in seinem Gesicht sah, und sie wartete, bis er sein Werk getan hatte, ehe sie es ihm nachmachte. Als das Weihwasser ihre Hand berührte merkte sie schnell, warum es gut war, dass die Seele ihres Blutes stärker war, als die anderer Kainiten. So zierhte ihr verdorbenes Fleisch keine Narben, als sie sich bekreuzigt hatte.*
Sie hörte ihrem Bruder im Blute aufmerksam zu, ehe sie selbst etwas sagte.

"Ihr scheint nicht große Stücke auf unseren Bruder zu halten ... hat er denn nicht euren Rückhalt als Ältester? Als Erstgeborener unseres Blutes? Was Domäne angeht ... so kann ich mir denken, verdorben bis aufs Blut. Ich wäre euch mehr als dankbar, wenn wir beide zumindest einander helfen. Etwas, was unter Geschwistern im Blute mehr als wichtig ist. Wem kann man trauen, wenn nicht den eigenen ... Zur Zeit gibt es nichts, außer der Aufgabe meiner Mutter jedes unwürdige, dämonische Leben mit Stumof und Stiel zu vernichten. Sollte ich Hinweise auf etwas bekommen, werde ich mich natürlich an euch wenden, auf das wir zusammen Gottes Wille vollstrecken. Aber lasst mich euch das gleiche fragen ... gibt es etwas, wo meine bescheidenen Fähigkeiten von nutzen sind? Wo ihr Hilfe braucht."

Amalia neigte höflich das Haupt und wartete gespannt auf eine Antwort des Blutsbruders.


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