[1002] Langersehntes Wiedersehen [Caterina]

[August + September '17]

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Sousanna
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Re: [1002] Langersehntes Wiedersehen [Caterina]

Beitrag von Sousanna » So 22. Okt 2017, 14:22

Sie hatte ihn schlicht und charmant dankbar angegrinst. "Ihr seid wahrlich ein Chameur", hauchte sie zurück.
Dann begann ihr Herz zu schlagen. Sie hatte sich gefreut auf diesen Moment - und fürchtete sich doch vor ihm. Gerade mehr denn je.

Leicht nervös zupfte sie an ihrem Kleid herum und konnte dieses Zeichen von Verlegenheit noch nicht einmal unterbinden, als sie sich gegenüber standen. Etwas in den rosigen Zügen der Ravnos schien zu kämpfen, da sie allein waren. Sie konnte sich nicht so blamieren. Durfte nicht... Aber sie hatte so lange gewartet. Hatte sich ins eigene Fleisch geschnitten für die Rose. Es war ihr gleich, dass Caterina sie vermutlich hasste. Sie musste... Nein, sie wollte... Es war zu lange her...

Einem Wirbelwind gleich stob die Byzantinerin auf Caterina zu. Hatten Ravnos seit neuestem Geschwindigkeit oder schien sie tatsächlich zu fliegen? Würde Caterina sich nicht tatsächlich wehren, fände sie sich in einer herzlichen Umarmung gefangen, in der ihr die weichen, duftenden Wellen die Nase kitzelten und leise Worte, einem Wasserfall gleich von vollen Lippen sprudeln würden. "Ich hab dich so vermisst. Meine Nächte wollten gar nicht mehr hell werden... aber ich hatte es versprochen ... und es gab Leute, die misstrauisch waren, weil ich so mitgelitten habe, als sie dich ungerechterweise so gequält haben ... es tut mir so leid ... und ich bin so froh, dass du mich überhaupt sehen wolltest."
Eine Masse an abgehakten, aber aus tiefem Herzen einer Untoten sprudelnder Wortfetzen, quoll einfach hervor als wäre ein Damm endlich gebrochen.
Ach! es sey die letzte meiner Thräne,
Die dem lieben Griechenlande rann,
Lasst, o Parzen, lasst die Schere tönen,
Denn mein Herz gehört den Todten an!
Friedrich Hölderlin

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Caterina
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Re: [1002] Langersehntes Wiedersehen [Caterina]

Beitrag von Caterina » Fr 17. Nov 2017, 13:06

Caterina war schlichtweg zu überrascht um sich überhaupt zu rühren.
Während der vermisste Duft die Nase hochstieg und der Wortschwall auf die Toreador einprasselte überkam die Frau alles auf einmal.
Gefühlt explodierte gerade die Seele der Mailänderin in hunderttausend kleine Splitter. Gleichzeitig stand die Welt still, als wollte sie dem Schauspiel zusehen und lachen.
Die lieblichen Worte drangen zwar einzeln vor, doch sie wollten sich nicht verbinden. Caterinas Inneres schrie aus Furcht auf, das Tier knurrte und sie selbst...

Von einer Sekunde auf die andere, sackte die sportliche Gestalt in sich zusammen. Jegliche Spannung wich, so als wäre das Leben volkommen entwichen. Noch auf dem gefühlt ewigen Weg zum Boden begannen schließlich die blutigen Tränen zu fließen, bis sie schließlich einen Strom bildeten, der von jämmerlichen Schluchzen untermalt wurde.
"...Sendest noch sterbend Düfte uns zu
Rose, du Holde!
Leben und sterben will ich wie du..."
JZitatschnipsel, Johann Jakob Ihle

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Sousanna
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Re: [1002] Langersehntes Wiedersehen [Caterina]

Beitrag von Sousanna » Sa 18. Nov 2017, 15:47

Sousanna hatte mit allem gerechnet. Mit Spott, Verachtung, Ärger, ebenso wie mit glücklicher Erwiderung, doch als die große Frau mit einem Mal in ihren Armen zusammensackte, herrschte nur noch Verwirrung in der Untoten. So gut sie es konnte, versuchte sie ihrer alten Freundin einen möglichst sanften Sturz zu ermöglichen.
Sacht zog sie sie an sich, gab Caterina die Möglichkeit ihr Gesicht an ihrer Schulter zu bergen und strich ihr übers Haar.

In diesem Moment breitete sich eiskalte Hilflosigkeit in ihr aus. Was hatte sie getan? Was war es, das die Toreador so sehr quälte? Sie hatte sich Freude und Lachen gewünscht und nun? Nun schien irgendetwas sehr schief gelaufen. So schief, dass ihr jegliche Worte fehlten.
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Toma Ianos Navodeanu
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Re: [1002] Langersehntes Wiedersehen [Caterina]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 14. Feb 2018, 10:52

[durch Moderator beendet]
Finitus
Zusammenfassung:
Nach einer langen Abwesenheit Caterinas nach der bestrafungszeremonie, trifft sich die Rose mit ihrer geliebten Ravnos, doch Caterina scheint sich verändert zu haben.
Keine Sünde zieht sie mehr an und allein das Zusammensein mit der Sünderin lässt sie aber daran zweifeln und in einen Strudel der Gefühle stürzen, was das Treffen der beiden Kainitinnen schnell beendet.
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