[1002] Geschwister fremden Blutes [Vikram]

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Sousanna
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Re: [1002] Geschwister fremden Blutes [Vikram]

Beitrag von Sousanna » Mo 6. Nov 2017, 09:49

Das schöne, ausdrucksstarke Gesicht der Schönen zeigte relativ genau, was sie von "Gesprächen" hielt: Pure Langeweile. Tatsächlich zeigten ihre Züge eine beeindruckende Demonstration der puren Qual, die allein die Vorstellung auf einer rauschenden Feier nur Gesprächsräume zu benötigen, in ihr auslöste. Bisher hatte sie das Gefühl gehabt, dass die Schatten Stil hatten - dieser hier zeichnete sich jedoch offensichtlich vor allem durch kühle Arroganz und spröde Prunksucht aus.
Langsam und ihren wunderhübschen Leib zur Schau stellend, überschlug die Hehlerin die Beine und blickte Vikram direkt in die Augen. "Gesprächsräume", wiederholte sie und der Hauch eines Seufzens lag in ihrer sonst so lebhaften Stimme. "Sollten unser geringstes Problem sein. Vor allem, wenn der Preis keine Rolle spielt." Dann würde sie sich sogar bemühen, nicht vor Langeweile zu sterben.

Einen Moment lang schwieg Sousanna. Ein schlanker Finger lag auf vollen Lippen. Man konnte ihr geradezu ansehen, dass sie ihre innere Liste erweiterte. Bereits Möglichkeiten durchspielte. "Wann wünscht ihr euer Fest zu veranstalten und gibt es irgendwelche weiteren Besonderheiten, die man bedenken sollte?", wollte sie wissen.
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Vikram
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Re: [1002] Geschwister fremden Blutes [Vikram]

Beitrag von Vikram » Di 14. Nov 2017, 22:10

Vikram hätte von all seinen Sinneswahrnehmungen abgeschnitten sein müssen, wenn ihm hätte entgehen sollen, dass die Kainitin vor ihm tatsächlich enttäuscht war. Das war sicherlich der einfachste und sicherste Weg um wenig Aufmerksamkeit zu erregen, doch der Kainit beschloss in diesem Moment mit dem Feuer zu spielen. Die Frau vor ihm konnte für ihn wichtig sein, ihre Meinung über ihn konnte noch wichtiger werden und allein deswegen ließ er in seinen Augen etwas Geheimnisvolles aufblitzen, das durch ein süffisantes Lächeln unterstützt wurde, als sie noch einmal nachhakte. Wenn sie nicht blind oder mit einer übernatürlichen Dummheit gesegnet war, würde sie verstehen, dass das sogenannte Gespräch nicht im gewohnten Rahmen stattfinden würde und zumindest für einen der Gesprächsteilnehmer alles andere als langweilig sein würde.

„Es käme mir sehr entgegen, wenn sich das Fest innerhalb des Folgemonats zutragen kann. Es erfordert noch einiges mehr an Planung, dessen bin ich mir durchaus bewusst und ich muss zudem noch einige Kontakte zusammentragen. Ihr verkehrt nicht rein zufällig in den gehobenen Klassen, die an einer solchen Feierlichkeit teilnehmen würden?“
Vikram war wach und vollkommen in seinem Element. Nun hieß es dranzubleiben und jene Vorbereitungen zu treffen, die ihm auch in Zukunft über die Runden helfen würden.
Und will ich was erreichen, komm ich auch dahin. Ich werde keinem weichen, weil ich besser bin! - MA

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Re: [1002] Geschwister fremden Blutes [Vikram]

Beitrag von Sousanna » Mi 15. Nov 2017, 17:54

Ein halbes Lächeln, das auf seine ganz eigene Art eine überraschende Arroganz aufwies, teilte ihre sinnlichen Lippen. Ihr Haupt legte sich eine Nuance zur Seite und die dunklen Augen schienen ihren Fokus einen Augenblick zu verschärfen. Schienen sich in den seinen festzuboren. Waren die Ravnos nicht die Könige des wandernden Volks? Und sagte man diesem nicht nach, es könne Gedanken lesen?
Noch ehe dieser Gedanke zu Ende gedacht war, zeigte sich erneut dieses halbe Lächeln. Ein Lächeln, das Händler und Füchse vereinte. "Gewiss kenne ich einige, die sich nach Festen sehnen würden in diesen schweren Zeiten. Auch in den ... gehobenen " Sie betonte dieses Wort mit einem weiteren Lächeln. Ihre Zunge schien es kurz und spöttisch zu liebkosen. Wie eine schöne Frau wie sie es gewiss immer wieder mit besinnungslosen Trinkern tat. "Klassen verkehre ich. Es mag euch überraschen, doch ich habe bereits in den goldenen Hallen Byzanz' an Festlichkeiten teilgenommen." Ein verschwörerischer Blick, der verriet, dass es garaniert nicht nur in zweiter Reihe gewesen war. "Wenn ihr wünscht, vermittle ich auch geeignete Gäste. - Dann solltet ihr nur eure Klientel etwas genauer umreißen."
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Re: [1002] Geschwister fremden Blutes [Vikram]

Beitrag von Vikram » Sa 25. Nov 2017, 17:40

Keines ihrer Worte entging ihm. Er war aufmerksam, aber nicht angespannt oder begierig. Stattdessen war er die Ruhe selbst, durch und doch locker, obwohl seine Haltung aufrecht und makellos wirkte, war er jederzeit zu einem plötzlichen Aufbruch fähig.
„Tatsächlich wundert mich gar nichts, das mit Euch in Verbindung steht. Viel eher rechne ich damit, wenn ich Eure Dienste in Anspruch nehme“, erklärte er sachlich und gab damit preis, dass er besser informiert war, als manch anderer und seine Beobachtungsfähigkeit besser ausgeprägt war. Es kostete ihn nichts das zuzugeben. Vielmehr war es genau dieser kleine Einblick, den er gern verstreute wie ein Appettithäppchen.
„Was meine Gäste angeht, so rede ich entsprechend von den wichtigen Leuten Genuas und denen, die sich für wichtig halten. Leute mit Einfluss, mit Kontakten, die jedoch unter der Obrigkeit stehen.“
Eine seiner schwarzen, langen Strähnen, die sich gelöst hatte, wurde mit einer perfekt einstudierten Handbewegung zurückgelegt, als er Sousanna genauer erläuterte, worauf er hinauswollte. Vermengt mit seinem eindringlichen Blick und den markanten Gesichtszügen, war sein Bild bereits nun das eines Aristokraten, den er nur zu gern mimte, aber noch keineswegs war.
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Re: [1002] Geschwister fremden Blutes [Vikram]

Beitrag von Sousanna » So 26. Nov 2017, 16:25

Ein geschmeicheltes Lächeln umspielte ihre Lippen - und auch wenn man nicht ganz sicher sein konnte, ob diese Schmeichelei tatsächlich ihren Zweck erfüllt hatte, war es doch ein mehr als ansehnlicher Anblick. Egal ob es ehrlich war oder nicht, der Ravnos stand die Rolle der unschuldigen, naiven Schönheit vortrefflich. Und wenn es eine Rolle war, dann trug sie sie wie eine zweite Haut.
"Gewiss tut ihr das", begann sie ihrerseits eine kleine Schmeichelei, die mit einem sehr ästhetischen Aufschlag langer, dichter Wimpern garniert war. "Ihr scheint mir immerhin wie ein sehr kluger Mann, der nichts unbedacht lässt und besser beobachten kann als ein Adler."
Nun kehrte das schelmische Grinsen zurück, das auf so charmante Weise mit ihrer Unschuld brach, dass man kaum anders konnte, als es zu erwidern. "Ich schätze solche Kunden sehr." - Vor allem wenn man sie dann doch aufs Kreuz legen konnte.

Die Beschreibung der Kundschaft quittierte sie mit leicht gespitzten Lippen. Die leicht nachdenkliche Miene einer Händlerin, die im Kopf alles durchrechnete.
Dann legte sich ihr Kopf leicht schief und nachdenklich musterte Sousanna den Lasombra. "Ich meine zu verstehen.", erklärte sie schließlich und auch in ihrem Tonfall hörte man noch die Gedanken, die sich im Hintergrund rasch drehten. "Geld spielt keine Rolle, sagtet ihr?"
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