[1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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[1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Ilario » Di 12. Sep 2017, 14:49

Das sachte, regelmäßige Klatschen der Wellen wenn sie auf die Kaimauer trafen, untermalt vom unermüdlichen Knarren vom Holz und Tauen der Handels- und Kriegsschiffe bildeten zusammen mit dem dumpfen Gegröle aus einer Nahen Taverne die typische Geräuschkulisse Platealongas. Zumindest bei Nacht.

Ein merkwürdiges Dreiergespann lief die Hafenanlagen entlang: Ein schlanker Mann Ende Dreißig, recht blass und seiner edlen Gewandung nach ein Adeliger. Ihn begleitend ein bewaffneter Wächter der wachsam den Blick schweifen ließ und eine Junge, oder doch ein Mädchen, von vielleicht elf Jahren. Immer wieder deutete der oder die Halbwüchsige auf verschiedenen Schiffe und deren Segeltypen, Takelage, Beflaggung und Bauweise. " ...und diese dort, der Bauweise nach vermutlich venezianisch hat sogar 'was ganz neuartiges an Bord. Hab die Seeleut' drüber sprechn hörn. Ein Eisenanker." Erklärte der Junge? gerade ziemlich stolz. "Lateinsegel, keine Ruder, ein Segelschiff zum Handeln."

Ilario blieb stehen und sah das ehemalige Waisenkind ernst an. "Bald wirst du noch viel mehr darüber lernen müssen und bis dahin auch deine Aussprache etwas verfeinern müssen. Dennoch, sehr gut Alerio. Du lernst schnell." Zufrieden nickte der Magister und schritt weiter, die beiden folgten. Der Hafen platzte schier aus allen Nähten, nicht nur dass wie übliche etliche Handelsschiffe vertäut waren sondern auch die schiere Massen an Kriegsschiffen beeindruckte. Die Ruhe vor dem kommenden Sturm.

Alerio gab weiter zum Besten was er über die Schiffe und ihr Herkunft wusste, bisweilen ergänzte der dunkle Adlige um etwas die Städte betreffend. insgesamt schien er aber sehr zufrieden mit seinem Zögling.
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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Luca » So 29. Okt 2017, 23:13

Neben den Kriegsschiffen fanden sich im Hafen jede Menge Handelsschiffe. Bauchig und breit, um möglichst viel Fracht transportieren zu können, lagen sie wie gestrandete Wale an den Kais der Stadt. Daneben lockten Keipen und Bordells, und nach der langen Seereise und mit ausbezahlter Heuer konnten es viele der Matrosen kaum erwarten, die Stadt und ihre Vergnügungen zu erkunden. So war mehr als ein Seemann anzutreffen, der seinen Lohn in Hochprozentiges investiert hatte.

Während das ungleiche Dreiergespann an den Schiffen entlangwanderte, wankte wohl der ein oder andere Matrose an ihnen vorbei, um sich in die Hängematten seines Schiffs fallen zu lassen und den Rausch auszuschlafen. Allerdings fiel bei genauerem Umsehen auch eine Gestalt auf, die über eine Planke vom Schiff Richtung Land ging. Sie wankte zwar recht überzeugend und war auch seemännisch gekleidet, doch konnte sie schwer verbergen, dass sie für einen Matrosen, der unter der brennenden Sonne schuften musste, eigentlich viel zu bleich war und überdies für die körperliche Arbeit an Bord eine etwas schmächtige Statur besaß.

Erst als sie Land betreten hatte, fiel Luca die drei Menschen auf, die unverkennbar nicht zum üblichen Umfeld hier passten. Ein Kind und ein Adliger, die hier des Nachts die Schiffe inspizierten? Eigentlich hätte er sich aus dem Staub machen müssen, doch seine Neugier siegte und so drückte er sich ein wenig im Dunkel herum und ließ die Drei näherkommen. Vielleicht wäre es ja möglich, unauffällig etwas vom Gespräch aufzuschnappen?

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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Ilario » Di 7. Nov 2017, 23:51

Je mehr der Lauscher lauschte bekäme er den Eindruck, dass der Lehrling hier wohl in seinem Wissen getestet wurde. Schiffe, deren Herkunft, übliche Anzahl der Besatzung, solche Dinge wurden aufgezählt während die drei weiterschlenderten. Schließlich käme jedoch eine Frage auf die Luca vermutlich die Ohren spitzen ließe: "Und nun sag mir Alerio, wer ist die Herrin dieses Viertels, vereinfacht gesagt?"
Eben jener Alerio überlegte, drehte den schmalen Körper einmal herum, betrachtete die Hafengegend und sagte schließlich, mit fast schon Ehrfurcht in der Stimme: "Die verehrte Herrin von den Schwarzen Segeln, Herr."

Währenddessen liess der bewaffnete Wächter seien Augen wachsam wandern und suchte nach Auffälligkeiten, Kleinigkeiten die drohende Gefahr verheißen könnten...


Wahrnehmung und Aufmerksamkeit(Spezialisierung Hinterhalte falls relevant): heute um 23:45 Uhr
@Ilario (Martin) rolled 30. (1 + 10 + 1 + 6 + 4 + 8 = 30)
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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Luca » So 12. Nov 2017, 00:06

Herrin von den schwarzen Segeln? Das klang sehr interessesant ... ob das merkwürdige Gespann noch mehr Informationen preisgeben würde? Luca war mit einem Mal höchst konzentriert, und sämtliches Seemannsgehabe fiel von ihm ab. Die drei waren während ihrer Plauderei an ihm vorbeigeschlendert, als er sich in die Dunkelheit zwischen den schmutzigen Häusern des Hafens versteckt gehalten hatte. Um nicht außer Hörweite zu geraten, war der Ravnos gezwungen, sich zu bewegen. Jede Deckung nutzend, schlich er hinter ihnen her und sein vormals torkelnder Gang hatte sich in ein leichtfüßiges Huschen verwandelt.
________________________________________________
Geschick + Heimlichkeit:
heute um 23:38 Uhr @Luca (Tobi): 7d10 = (9+8+2+5+9+1+4) = 38 -> 2 Erfolge

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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Ilario » Fr 17. Nov 2017, 08:21

Der Leibwächter zumindest bemerkte Luca nicht und so konnte er unbemerkt auch folgende Worte aufschnappen die der Hagere zu dem Jugendlichen sprach: "Und was tust du wenn du ihr begegnen solltest? Ob in meiner Begleitung oder allein?"
Alerio, ob nun Junge oder Mädchen, fuhr sich durch die kurzen, strubbeligen Haar und sagte zögerlich: "Ich bin still, senke den Blick... knie nieder? Herr? " Woraufhin Ilario wohlwollend den Kopf schüttelte und dann nickte. "Korrekt, wenn du mit ihr in direkte Interaktion trittst, beispielsweise eine Botschaft überbringen sollst oder die Herrin der schwarzen Segel dich ansprechen sollte.
Wenn dies nicht der Fall ist, du zum Beispiel in meiner Begleitung bist, senke ebenfalls den Blick, sei still so du nicht aufgefordert wirst zu sprechen und versuche einfach so unauffällig wie möglich zu sein. Aber das kannst du ja recht gut."

Alerio zuckte mit den schmalen Schultern angesichts des Lobes, während sich gleichzeitig ein fast stolzes Lächeln abzeichnete. Unauffällig bleiben, ja das war etwas das man schon früh lernte da wo sie aufgewachsen waren und Alerio war am besten darin.
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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Luca » So 19. Nov 2017, 14:34

Die Sache mit der 'Herrin der schwarzen Segel' klang wichtig, hier bot sich die einmalige Chance, mehr über sie zu erfahren. Wenn er es nur geschickt anstellen würde ...

Rasch machte der Ravnos mehrere schnelle Schritte, bis er direkt hinter der kleinen Gruppe stand und bemühte sich um die höflichste Stimme, zu der er in der Lage war. "Gute Abend, meine Herren. Ich kam nicht umhin, Teile eures Gesprächs mitanzuhören. Mein Name ist Luca Moretti, und ich bin hier als Bote aus Venedig hergesand worden. Meine Aufgabe ist die Auslotung möglicher, lukrativer Handelsbeziehungen, denn ich arbeite für einen sehr wohlhabenden Meister. Von der 'Herrin der schwarzen Segel' habe ich nun schon gehört, und es wirkt so als könnte sie diejenige sein, die ich suche. Da ihr sie zu kennen scheint, könntet ihr mir vielleicht mit eure Einschätzung weiterhelfen?" Demütig senkte er den Blick, und wartete gespannt auf die Reaktion.

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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Ilario » Mi 22. Nov 2017, 18:19

Aufmerksam musterte Ilario den Fremden,
hörte er gar einen venezianischen Akzent heraus aus dessen Worten? Eine sachte Geste seiner Linken gab dem Bewaffneten zu verstehen, dass er sich zurückhalten solle. Das war eine merkwürdige Zufallsbegegnung... wie zufällig sie auch sein mochte.


"Die Herrin der Schwarzen Segel sucht ihr? Eine Einschätzung? Ich will euch gern helfen, doch sagt mir zunächst, wessen Bote seid ihr? Wie es der Zufall so will bin ich selbst ein Sohn Venetiens und pflege noch immer gute Kontakte dort." Der schlanke Adligen sprach leise, doch so dass der vermeintliche Bote ihn gut verstehen konnte.
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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Luca » Mo 27. Nov 2017, 23:27

Der Ravnos sprach weiter, und Ilario könnte bei genauem Hinhören tatsächlich einen recht exotischen Akzent wahrnehmen. Die Aussprache einiger Wörter mochte er wohl wirklich schon einmal aus venezianischen Mündern gehört haben, aber nicht alle. Die Stimme dieses Mannes schien wohl von mehr als nur einer Sprache geschliffen worden zu sein.

"Es tut mir aufrichtig leid, werter Herr, aber ihr werdet wohl einsehen müssen, dass ich meine Anstellung nicht lang behalten würde, wenn ich gleich jedem Fremden meinen ganzen Auftrag enthüllen kann. Wie ich sehe, seid ihr doch sicher ein Mann von hoher Geburt und als solcher wird es euch doch bewusst sein, dass der Anstand wenigstens zuerst eine Vorstellung gebietet?" Auch die Stimme des Ravnos war ruhig, und doch fest.

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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Ilario » Mo 4. Dez 2017, 12:48

Während er zunächst akzentfreies italienisch, vielleicht angepasst ans Genuesische, gesprochen hatte, liess Ilario nun Eigenheiten des Venezianischen in seine Rede einfließen. Dass er möglicherweise einen Kainiten vor sich haben könnte schien der Lasombra zwar nicht vollkomen auszuschließen, aber auch nicht gerade zu erwarten.

"Oh, ich vergaß. Ilario Contarini, aus dem Geschlecht der Contarini zu Venedig. Edelmann und Gelehrter, derzeit ansässig in Genua. Und mit wem habe ich die Ehre?"
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Re: [1002]Ebbe und Flut [Luca, Ilario, offen]

Beitrag von Luca » So 10. Dez 2017, 00:09

"Nun, meinen Namen habe ich euch bereits genannt - und leider hatte ich nicht das Glück, in eine edle Familie hineingeboren worden zu sein." begann der Verkleidete seine Rede. "Doch ich kann euch sagen ..." Plötzlich hielt er inne und sah sich nach hinten um. Hinter einigen aufgestapelten Tonnen war ein leises Rumpeln zu hören gewesen. Hatte er dort nicht etwas gesehen? Doch, ganz sicher, da waren zwei Schergen gewesen, die sich nun in den Schatten verbogen! War er beim letzten Coup etwas doch nicht vorsichtig genug gewesen, hatten sie ihn gefunden?

Die bleiche Gestalt wirkte nun auf einmal hektisch und nervös. Etwas zusammenhangslos von einem wichtigen vergessenen Termin stammelnd, ging der Ravnos rückwärts, drehte sich nach einigen Schritten um und ging dann so schnell er konnte, ohne zu rennen, davon. Schnell war er in der nächsten Gasse verschwunden.

Nur wenige Sekunden nach dem plötzlichen Verschwinden des Kainiten tauchten tatsächlich zwei Gestalten hinter den Tonnen auf - zuerst ein alter Seemann, der befriedigt grunzend an seinem Gürtel hantierte und anschließend zur nächsten Keipe stolperte und dann - eine dürre und elend aussehende Frau, die sich mit einer Hand das Haar richtete, während sie mit der anderen einige Münzen zählte.

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