[1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Ramon
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Ramon » Fr 22. Sep 2017, 17:02

Ramon blickte die Gruppe weiterhin glasig an, kaum eine Mimik die von einem Gefühl kündete, nur Apathie.


Ihr steht in Klauen vor mir, die nur so nach Blut zu schreien scheinen, und offensichtlich wurde ihr Durst in den Zellen nicht gestillt, also scheint dies nur logisch... und wer wäre ein leichteres Ziel, als der Empfänger der strafenden Strahlen, der vor euch steht ?

Erneut blickte Ramon Brimir und die anderen Kainiten an, er wusste nicht, was diese Situation bringen würde.. und hatte eigentlich auhc kein Interesse daran es herauszufinden.
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Gaius Marcellus
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 22. Sep 2017, 17:07

Gaius blickte nur verwundert auf Ramon... wie kam er auf solchen Schwachsinn. Beleidigenden Schwachsinn... Seine Miene macht das deutlich, doch mehr kam nicht, Gaius hielt sich an die Bitte der Schattenherzögin und hielt sich raus. Allein seine beruhigende Präsenz und des Brujas mögliches Wissen, dass keine Exekution im Gaius Haus, zumindest sicher nicht in seinem Krankenzimmer erfolgen würde...

Manchmal war es wirklich nicht schwer, den Mund zu halten, manchmal aber doch sehr..
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Sousanna » Fr 22. Sep 2017, 17:34

Sousanna blickte verwirrt und besorgt von einem zum anderen. Sie wusste nicht, was hier geschah. Und der Tonfall des Gangrel legte zumindest nahe, dass er einer Exekution im Moment gar nicht so abgeneigt war.
Was war in der Kammer geschehen, dass sie nun Ramon nach dem Leben trachteten? Hatte das Biest versucht sie zu treffen, indem sie Ramon irgendetwas nachsagte?
Die Ratlosigkeit in ihren großen Rehaugen verriet, dass sie im Moment weder wusste, welcher Wahn Ramon gepackt hatte, noch was Acacia und Brimir bewogen hatte, die Befragung zu unterbrechen.

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Fr 22. Sep 2017, 18:01

Mit leise raschelnden Röcken war sie dem durch die Gänge eilenden Gangrel gefolgt, doch kein Wort hatte ihre Lippen verlassen. Ebenso wenig wie die Brimirs, bis sie erneut in das Krankenzimmer traten und ein Stirnrunzeln auf der glatten Stirn der Lasombra erschien. Dennoch schwieg sie während Brimir seine Frage stellte, auch wenn ihr Stirnrunzeln sich ein wenig bei der Antwort verstärkte. Offensichtlich irritierte sie das Verhalten des Brujahs … andererseits war er am Tag vorher den gnadenlosen Strahlen der Sonne ausgesetzt gewesen und so etwas konnte schon traumatisch sein.

Immer noch schweigend trat sie in dem kleinen Raum neben Brimir, sodass Ramon sie nun ganz sehen konnte … und sie ihn. „Sieh mich an, Ramon.“, forderte sie mit ruhiger Stimme, in der jedoch immer noch der Schatten des Zorns lag. Doch dann veränderte sich ihre Tonlage, wurde sanfter, schmeichelnder, wie Öl, welches selbst in die kleinsten Ritzen floss und sich dort festsetzte. „Beantworte meine Fragen wahrheitsgemäß und vollständig.“, forderte ihre glatte, samtweiche und doch so grausame Stimme, die ihm keine Wahl gab als zu gehorchen. War sein Geist doch nicht viel mehr als eine rohe, ungeschützte Masse, vollkommen ausgeliefert den düsteren Gaben, die ihr Blut ihr verlieh und die sie zu solch gefürchteten Monstren machten. „Sag mir was genau du Mattia und Seresa über Maximinianus gesagt hast. Woher weiß Seresa von dem Vorgehen gegen ihn und was hast du noch verraten?“ Sie sprach leise, so leise, dass Ramon sie verstehen würde, aber selbst die Kainiten an der Tür würden sich bemühen müssen den Inhalt ihrer Worte zu erfassen.

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Ramon » Fr 29. Sep 2017, 19:16

Ramon erstarrte, und klebte anschließend wie ein Egel an Acacias Lippen. die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, und so sprudelte er flüchtigerweise mit den Dingen heraus, die die Schatten von ihnen wissen wollten. Um Schatten zu beruhigen, musste mann die richtigen Worte sprechen, die Worte die den Schatten gefallen würden, und sie hofften beide, das die Worte Acacia genügen würden.
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Fr 29. Sep 2017, 20:55

Die geflüsterten Worte, die von den Lippen des gut aussehenden Brujahs flossen und dazu gedacht waren den Schatten zu beruhigen, schienen in die Dunkelheit zu sinken … und zu verschwinden. Als hätte es sie niemals gegeben. Nur ganz leicht bewegte sich Acacia, schob dadurch ihre Schulter aber ein wenig vor den klauenbewehrten Gangrel an ihrer Seite. Erneut erhob sich ihre Stimme süß und sanft wie Honig, floss in seinen Geist und zwang ihn unter ihre Kontrolle. Das Gefühl war grausam und sie bemühte sich nicht einmal es wie eine feine Klinge wirken zu lassen. Das hier war eine Strafe und dennoch drang ihre Stimme kaum weiter als bis zu den beiden Kainiten an der Tür. „Du wirst niemals wieder über diese Intrige oder ihren Inhalt sprechen oder ihn sonst irgendwie, irgendwem zu Kenntnis bringen.“ Der Befehl sank tief in den so verletzlich vor ihr liegenden Geist ein, während ihr Blick kühl auf Ramon gerichtet war. Dann jedoch verlor ihre Stimme die zwingende, brechende Süße und glitt zurück in ihren normalen Tonfall. „Du hast bis zum nächsten Mondwechsel Zeit diese Domäne und ihre Gestade mit deinen Leuten zu verlassen. Solltest du danach jemals wieder einen Fuß nach Genua setzen wirst du damit die Tradition der Domäne brechen und um es ganz klar für dich zu formulieren: Dann wirst du vernichtet und es wird keinen Handel, keinen Kompromiss, es wird nichts geben was dich retten kann.“ Für einen Moment noch starrte sie den Brujah vor sich an, bis sie sicher war, dass ihre Worte angekommen waren.

Als sie sich umdrehte, suchte sie den Blick des Gangrels und hielt ihn für einen Moment. „La ham være. Han er nærmere døden enn til livet. Hans blod er ikke verdt det som tåler hendene dine.“* Die Worte waren leise und fremd, kaum mehr als ein Wispern in der Dunkelheit. Doch waren sie laut genug, damit der Gangrel sie verstehen konnte. Dennoch überließ sie ihm die endgültige Entscheidung und verließ den Raum. Kurz glitt ihr Blick über Gaius und ihr Mimik war wieder so glatt und ruhig wie ein tiefer Teich im Wald. „Ich werde das jetzt endgültig klären.“ Mit diesen Worten führte sie ihr Weg erneut zurück in die Zelle der Gefangenen.

Im Gegensatz zu vorher war Acacia nur noch schön und kalt, aber kein gnadenloser Racheengel mehr. Irgendetwas hatte ihr Temperament gekühlt oder noch schlimme so kalt werden lassen, dass ihre Züge nun sehr ruhig waren. Aber zumindest die Schatten benahmen sich nun wieder wie sie sollten. Ihr Blick fiel auf die Brujah, die sich eilig erhob und sich respektvoll verneigte. „Sieh mich an.“, forderte die Lasombra mit leiser, kühler Stimme und wartete bis Seresa den Kopf gehoben hatte und sie anblickte. „Du hast mich persönlich beleidigt, als du Sousanna angegriffen und schwer verletzt hast. Doch dieser Zorn kennt Gnade und Vergebung. Ich denke, dass du in der Lage bist diesen Fehler wieder gut zu machen und dieser Groll wird verrauchen.“ Für einen Moment schwieg sie und blickte der Brujah direkt in die Augen, während das Schwarz ihrer Augen kalt und hart wurde. „Solltest du jedoch jemals meine Stadt oder meine Herrin bedrohen oder ich das auch nur glauben, werde ich dich und jeden der dir etwas bedeutet jagen bis ihr nur noch eine Erinnerung bitterer Asche auf den Lippen der Zurückgebliebenen sein werdet. Ich kenne dich nicht und ich traue dir nicht, doch ich gebe dir die Chance dich zu beweisen. Beweise deinen Wert für die Stadt, die meine Heimat ist und ich werde das honorieren. Solltest du versagen …“ Ein langsames, grausames Lächeln spielte auf ihren Lippen. „Nun das wird sicher nicht geschehen.“


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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Brimir » Sa 30. Sep 2017, 21:03

Die Anspannung in dem Gangrel wuchs, nachdem Ramon seine Erklräung abgegeben hatte, weshalb er wohl derjenige sein könne, der Asche war. Und er wollte gerade etwas sagen, als Acacia das übernahm. Die Muskeln spannten sich zum Zerreißen an, als der Brujah der geballten Kraft des Blutes zum Opfer wurde und die Informationen aus ihm heraus sprudelten. Selbst, wenn der Katharer versucht war nur ihr zu Antworten, so waren seine Ohren doch fein genug, um das Gesagt mit zu bekommen.

Dann knurrte er leise: "Veräter."

Doch wieder schob sich Acacia vor und vollendete das Urteil, dass sie aus Gnädigkeit schon lange aufgeschoben hatte. Bedauern stand in dem Blick des Nordmannes -neben der Wut, die dort loderte. Bedauern darüber, dass damit Abmachungen hinfällig waren? Oder aber darüber, dass der Brujah doch noch Zeit bekommen hatte abzureisen? Es war schwer zu sagen.

Ihre Worte an den Nordmann ließen diesen kurz verstummen. 'Die Jagd ist heilig, sonst nichts' schoss es ihm durch den Kopf, als Acacia schließlich ging und seine Augen noch immer Ramon fixierten. Offenbar wollte er sich an das gesagte von Acacia halten, doch zugleich loderte es in seinen Augen. 'Sei so dumm... ... tu mir den Gefallen und sei so dumm, Veräter.'

Brimir blieb und wartete, was Ramon nun sagen oder tuen würde. Dann würde Gaius noch seine Erklärung erhalten müssen... und die würde nicht einfach werden.

***************

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Seresa » Sa 30. Sep 2017, 21:30

Acacia war alleine zur Seresa in den Raum zurückgekommen. Als die Lasombra geendet hatte, hatte Seresa nur erneut demütig ihren Kopf gesenkt und der Ältesten mit einer ehrerbietenden Verneigung, ihren Respekt bekundet und signalisiert, dass sie verstanden hatte. Acacia hatte keine Frage gestellt und zuvor klar formuliert, dass Seresa ihre Zeit nicht verschwenden sollte. So verweilte die Brujah schweigend. Abwartend der Dinge, die als Nächstes geschehen sollten.

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Brimir » Fr 6. Okt 2017, 20:00

Der Nordmann drehte sich dann letztlich um, ohne Ramon aus dem Winkel seiner Aufmerksamkeit zu lassen. Sein Blick fixierte Gaius.

"Du hällst Veräter an unserer Sache als Gast in deinem Heim." erklärte er die Situation und schnaufte, was aber nicht dem Salubri galt. Es war ihm scheinbar gleich, wer das alles hörte. "Seresa weiß von unseren Plänen... Mattia weiß davon... und noch ein dritter Brujah... die Pläne, die niemals nach außen dringen sollten. Sie mögen sich zwar unserer Sache anschließen... aber Leck bleibt Leck... das Schiff geht unter."

Dann schüttelte er den Kopf und verschränkte die Arme.

"Was... die Angreiferin angeht. Wurde die Stille gebrochen? Laut Sousanna nicht... weil sie... ... 'heldenhaft'... die Stille gewart hat. Wurde eine andere Tradition gebrochen? Ein Angriff in Raserei ist kein Traditionsbruch, wenn niemand vernichtet wird. Das Einzige wogegen sie verstoßen hat... wissen wir Beide... und... willst du ihm wirkllich in die Hände spielen? Er der unser Aller Köpfe rollen sehen will? Ich plädiere darauf: Lass sie frei. Setzen wir sie für unsere Sache ein... und lassen am Ende Aurore urteilen."
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 7. Okt 2017, 03:59

Gaius wirkte geduldig im Schatten der Ankilla. Er hatte die flüsternden Worte des Brujah nicht belauscht und hob daher nur die Augen. Doch dann sprach Acacia ihre schweren Worte... und Gaius Brauen hoben sich. Er trat einen SChritt in den Raum und funkelte die Anwesenden an. All dies Handeln war ungeheuerlich und unhöflich im Gröbsten. Doch als Gaius die Wut der Ankilla spürte - sie würde nicht unbegründet sein - und des Brujah Apathie... da schwieg er. Es würde an einem anderen Zeitpunkt zu klären sein. Und so ließ er auch Acacia ziehen. So gern er sie in seinen Gedanken verehrte oder von Dutzenden seiner Armbrustschützen vernichten ließ... noch schenkte er ihr Vertrauen, wenn auch mit zunehmender verborgener Empörung.

Auf Brimir blieb der Blick aber düsterer Liegen, gerade von ihm, seinem verschworenen Verbündeten und einem wahren Kenner der Gastfreundschaft und Gastrechte, aber auch Gästepflichten, hatte er anderes Verhalten erwartet... Würdigeres. Würdigeres als dieses Schauspiel, dass aller Anwesender Ehre in den Schmutz zog... zumindest seine und die der Ankilla selbst. Zum Glück waren kritische Zeugen rar.

Um so wichtiger war es, dass der Nordmann nun nicht Acacia weiter hinterherrannte, sondern das Wort an ihn richtete. Endlich...
Gaius hörte also diese Worte an. Dem Nordmann zeigte er, in Acacias Abwesenheit, diese Mischung aus Neugierde, Verbundenheit, Enttäuschung und Genervtheit aber doch schon deutlicher... Zu seinem Kommentar betreff Ramon nickte er nur bedauernd und auch wenn er die Details nicht kannte, wirkte Gaius dem Brujah gegenüber auch... enttäuscht.
"Befassen wir uns später damit... Ramon, bleib hier und erhol dich ein paar Nächte... Ich will nicht, dass du in der Sonne zergehst..." Egal, was die Ankilla dachten.
Zu des Brujahs weiterer Zukunft äußerte sich Gaius nicht, vermutlich war er dabei aber auch kein Entscheidungsträger. Noch hatte er auch zu wenig Wissen über den Verrat von dem sie sprachen... womöglich würde der Zorn noch aus der Enttäuschung erwachsen. Dann trat er aus dem Raum mit dem Brujah heraus und nahm erst später das Wort wieder an sich.

Als Brimir zu seiner Gefangenen begann... defensiv... zu sprechen hob er nur die Braue. Und nickte langsam.
"Selbstverständlich. Was dachtest du? Mein Heim ist kein Gefängnis, mein Blut keine Spende..." Gaius hatte sich bisher in keiner Weise zu dem Thema geäußert, auch wenn der Kollege so wirkte, als habe er das... verwirrend.

"Was die Stille angeht, das werden wir erst in ein paar Wochen wissen... ein paar Menschen mussten meine Leute jedoch bereits von Anderem überzeugen.
Was den Burgfriede angeht, er gilt. Aber der Seneschall ist kein geeigneter Richter. Selbstverständlich...
Aber sie hat sich an einer geehrten Vasallin und geschätzten Freundin vergangen, ungescholten kann sie nicht gehen... auch Ramon brach keine wahre Tradition und wurde bestraft. Ob das Opfer von hohem Blut ist oder nicht, darf hier keinen Unterschied machen.
Im Mindesten soll sie Auflagen die Raserei zu verhindern annehmen und das Streben für die Domäne und Sousannas Ehrung versprechen." Da stimmte er zu, blickte aber zu Sousanna, die er nicht vergessen sehen wollte nach ihrem letzten Gespräch. Wie seltsam dieser Unterschied in der Behandlung zu Adelchis... warum schien Adelchis den Ankilla mehr wert? Nur wegen hohen Blute? "Sie bereut nicht und sieht sich im Recht in ihrer Raserei, so ist es nur eine Frage der Zeit, ehe jemand anderes nicht das Glück hat, gerettet zu werden... kein Umstand, den ich in Genua wünschenswert finde. Im Mindesten muss sie Besserungsstreben versichern..." Fügte der eine Liktor hinzu, womit er aber auch den Vorschlag des anderen annahm.

"Aber..." Kurz zögerte Gaius, holte Luft, jetzt erst schien es wirklich wichtig zu werden. "Was zum Geier ist das für ein Spiel uns gegenüber?
So unglaublich rennt uns die Zeit nicht davon, dass wir dafür jede vernünftige Höflichkeit und Verbundenheit vergessen müssen und uns behandeln wie Menschenkinder...
So unglaublich und für die Domäne entscheidend ist der Vofall nicht, dass er eure brennende Aufmerksamkeit und gewaltsame Entscheidung erfordert..."

Er schaute auch Sousanna an, wie um sie einzubeziehen.
"Wir sind Verbündete, ihr seid meine Gäste, wir beide sind Amtskollegen..." Ein kurzer Zug Bitterkeit lag in seinem Blick.
"Ein großer Grund des Kampfes gegen den Seneschall ist das erklärte Ziel keinen einzelnen Kainiten mehr in seine Übermachtsposition gelangen zu lassen, seine respektlose Machtphantasie zu strafen... die ihn zum Verrat gegen Matteo bewegte... einen respektvollen Umgang in alle Ebenen zu erzeugen.
Wir arbeiten bis aufs Äußerste zusammen. Ein großer Grund dafür sind unsere engen Loyalitäten, Freundschaften und bloßes Vertrauen...
Spielt nicht mit den Loyalitäten derer, die euch respektieren... das ist weder gerecht, noch weise." Hier schien viel mehr der Grund des Unmutes des Salubri zu liegen... Brimir gegenüber sprach er offen, er griff ihn nicht an, wie am Tag des gegenseitigen Spottes - aber er sprach den Missstand in einer Umgebung an, in der er hoffte, aller Gesicht war mehr als gut gewahrt und Keiner käme sich angegriffen vor... und... ehe es zu spät war.
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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