[1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Brimir
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Brimir » So 8. Okt 2017, 00:58

Brimir ignorierte das Thema Ramon schlicht weiter. Wahrscheinlich war es auch besser so und dann wendete er sich dem Grund des Besuchs zu.

"Was ich dachte? Nun... sie befindet sich nicht erst seit Minuten in deinem Kerker... was soll ich da denken?"

Brimir nickte sachte und schüttelte dann auch gleich den Kopf.

"Ich bin mir sicher, dass es genau das ist, was Acacia gerade von ihr fordert: Widergutmachung gegenüber Sousanna. Dein Vergleich zu Adelchis hinkt... Seresa hat, soweit ich das mitbekommen habe, kein Blutband zu Sou versucht aufzubauen. Und ich muss dir widersprechen... natürlich behandelt man einen Angriff auf den einen Clan, anders als den Angriff auf einen Anderen... soetwas wie... Gleichheit... gibt es nicht. Jeder unserer Fälle ist Anders und hat andere mehr oder wenig weitreichende politische Konsequenzen... Jeder."

Als Gaius jedoch das Thema auf etwas Anderes lenkte knurrte Brimir deutlich - selbst, wenn er bis zum Ende zuhörte. Dann hob er eine Braue und blickte Gaius mehr als ernst an.

"Große Worte über Amtskollgen und Respekt... lass mich nochmals meine Frage von meiner Ankunft stellen: Wo... ist der Bote, der die Nachricht an mich überbringt? Wieso findet der Bote an Acacia, der sie erst suchen muss, sie weit vor dem, der wissen müsste, wo er mich findet? Entweder wurde er abgefangen... oder es gab keinen. Acacia ist nicht Liktor... ich bin es sehr wohl... und auch, wenn man mich gerne als ihren... Schoßhund betrachtet... ... was ich sehr amüsant finde, da es nur beweisst, dass diejenigen weder sie noch mich kennen... reicht es nicht sie zu informieren, über das, was passiert ist. Und du wunderst dich, dass ich keinen Respekt aufbringe, wenn man mir keinen entgegen bringt? Ehrlich?"

Sein Blick wanderte kurz zu Sousanna und allein die Tatsache, dass Gaius dieses Thema vor ihr ansprach, war eine Respektlosigkeit in sich. Brimir raffte sich und schnaufte nochmal. Seine Stimme jedoch klang etwas ruhiger.

"Aber um dich zu beruhigen... ich habe nicht vor mit Loyalitäten zu spielen. Ich habe vor trotz des Krieges meiner... Pflicht als Liktor nach zu kommen... und dazu gehört, dass ich mich auch mit solchen... ... Problemchen... befasse. Dennoch habe ich keine Zeit für so einen Scheiß... solang wie ich schon hier bin, hätte ich auch den Feind ausspionieren... oder Genua anders helfen können."
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Gaius Marcellus
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Gaius Marcellus » So 8. Okt 2017, 02:50

Gaius Augen weiteten sich kurz, schlichte Ausweichmanöver und Rechthabereien statt Empathie... nun gut, er hatte das Gleiche wohl auch getan. Gaius dachte zuerst nach, er würde nicht in die gleiche Gesprächsfalle eilen...
Zu Seresa nickte er nur. Dachten sie hier gleichermaßen, wie es zu erwarten stand... gut.

"Jeder Fall ist Anders... aber seien wir wenigstens so ehrlich das untereinander auszusprechen und verkleiden es nicht hinter Juristereifloskeln oder glauben, dass diese Gründe für uns alle gelten. Für dich und mich bedeutet ein Adelchis nicht mehr und keiner sollte das erwarten... ganz im Gegenteil, mir bedeutet ein Angriff auf meine Senatorenkollegin und Freundin weit mehr...
Aber weder das eine noch das andere ist zu rechtfertigen und ist jetzt zu rechtfertigen und gar von uns selbst."

Gaius pausierte kurz "Sousanna, würdest du uns kurz einen Moment geben, bitte?" Mit der Zustimmung des Opfers des Falles würde sich Gaius dann mit Brimir einige Meter zurückziehen und noch einige Worte sprechen.

Nach einem kurzen Zögern ging er dann auf Brimirs eigenen Schmerz ein.
"Ich kenne deinen Schmerz..." Eröffnete der Begleiter der königlichen Witwe leicht schmunzelnd aber doch leise.
"Du beantwortest deine Frage jedoch selbst, dies ist ein Problemchen, aus unserer Amtssicht ohne jegliche Komplikation. Sousanna wünschte sich die Anwesenheit ihrer zwei Vertrauten, wohl um zu entscheiden, ob sie Anklage erheben will oder nicht... solange dies nicht geschieht oder der Fall eine komplizierte Wendung bekommt, bedarf er die Liktoren nicht." Gaius war jedoch nicht nur als Liktor in die Sache involviert.

"Aber ja, in diesem Krieg gibt es die gewisse Sicherheit, dass du und die Herrin der Schatten gemeinsam erscheint, aber auch abseits davon erfordert die Geschichte keine weitere Aufmerksamkeit unseres Amtes." Dabei zögerte Gaius noch einmal.
"Aber das war von Außen ohne die Faktenlage zu kennen nicht ersichtlich... ich verstehe also, warum es dir als Zuordnung zum Schoßhunde vorkam oder als Übergehen... ich wollte dich nicht beleidigen." Dabei nickte er langsam respektvoll.

"Jedoch hoffe ich sehr, dass auch du verstehst, wogegen sich mein Protest richtet, dass wir gerade für wenig Zeit haben, aber am allerwenigsten für inneren Zwist durch Unachtsamkeit oder Großmut. Wir stehen gemeinsam in diesem Kampf, wir werden uns davon nicht durch unsere Feinde abbringen lassen, aber wir dürfen uns davon auch nicht durch uns selbst und unser Verhalten abbringen lassen..." Schloss er langsam. Weniger anklagend, aber eindringlich.
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Mo 9. Okt 2017, 22:57

Sie wartete einen Augenblick lang ab ob die Brujah antworten wollen würde, als diese jedoch schwieg und nur demütig den Kopf senkte, schüttelte Acacia leicht den Kopf und legte die feingliedrigen Hände auf dem schweren Rock übereinander. „Sollte Brimir keine Einwände haben, kannst du gehen. Gibt es sonst noch Fragen, die du in Bezug auf die Domäne oder deine Situation hast?“, erkundigte sie sich mit höflicher Kühle in der Stimme, während ihr Blick nicht einen Moment von der Brujah wich. Dass sie selbst keine schweigenden Duckmäuser leiden konnte, würde sie ihr vielleicht später noch verraten oder Seresa war klug genug es selbst herauszufinden. Für den Moment war sie jedoch zufrieden damit, dass die Brujah sie nicht mit endlosen Texten und dem Flehen um Vergebung langweilte.
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Seresa » Di 10. Okt 2017, 08:08

Seresa antwortete sogleich auf die gestellte Frage der Lasombra. Scheinbar hatte die Brujah nicht ihre Zunge verschluckt, sondern erinnerte sich schlicht einfach nur allzu gut daran, was der einstige Racheengel über knappe Zeit gesagt hatte. Deswegen blieb ihre Aussage schnörkellos und für Seresas Empfinden in einer unverschämten, hässlichen und kurzen Direktheit.

„Ja.“

Sie verneigte sich erneut. Ein Zeichen des Dankes, ob der Frage der Lasombra. Die Brujah lieferte selbst daraufhin die Erklärung, weshalb sie nicht mehr als ein ja gesagt hatte.

„Viele.“

Ihr Blick war danach ruhig und abwartend auf der Anchilla geblieben. Die Älteste hatte Seresa nicht gefragt, welche Fragen diese hätte. Auch hatte Acacia nicht gesagt, dass sie die Zeit für die Brujah erübrigend würde, um die Fragen zu beantworten. Noch hatte die Lasombra gesagt, dass sie überhaupt vorhatte, sie zu beantworten.

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Di 10. Okt 2017, 21:08

Die schmalen, dunklen Brauen der tödlich schönen Frau hoben sich zu eleganten Bögen als Seresa so derartig einsilbig antwortete. Es war schon beinah beleidigend wie sich die junge Brujah mit ihr umsprang. „Du musst noch sehr viel lernen, Brujah.“, erhob sich wieder die dunkle Stimme der Lasombra. „Ich kann blinden Gehorsam ebenso wenig leiden wie Zeitverschwendung … oder die Verschwendung von Talent. Also: Du hast mich diese Nacht gekostet, weil ich hierher kommen musste um dieses … Durcheinander zu beseitigen. Wenn ich dir also implizit anbiete deine Fragen zu beantworten, die Gaius dir garantiert nicht beantwortet hat, dann solltest du dieses Angebot nutzen und nicht stur auf deinem Standpunkt beharren.“ Täuschend sanft klangen die Worte von ihren Lippen und klangen dabei so rein und perfekt geschliffen, dass man ihr ihren Status schon anhören konnte. Es gab keinen Zweifel daran, dass sie von hoher Geburt war und doch trug sie dieses Privileg wie einen lange eingetragenen, bequemen, aber dabei schlichten Mantel. Es war ihr Geburtsrecht und sie musste es nicht betonen. Sie strahlte es einfach in jedem Moment ihres Daseins aus.
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Seresa » Di 10. Okt 2017, 22:19

„Ja, das muss und das will ich, verehrte Acacia.“

Seresa verneigte sich.

„Ihr sagtet, ich spreche zu viel und zu unnütz. Ihr sagtet, ich solle so wenig Worte wie möglich verwenden. Ihr sagtet, ich solle nicht noch mehr von Eurer Zeit stehlen. Ihr sagtet, Ihr kennt mich nicht und Ihr traut mir nicht. Ihr drohtet mir, mich und die meinen zu jagen und zu vernichten.“

Beim letzten Satz konnte Seresa den Groll in ihrer Stimme nicht mehr verbergen. Sie musterte die Lasombra vor sich.

„Und dennoch bietet Ihr mir nun an, meine Fragen zu beantworten?!“

Ihre Augen wurden kurz zu schmalen Schlitzen, während sie die rhetorische Frage an die Älteste stellte.

„Ihr sagtet, dass Ihr mir eine Chance geben werdet, meinen Wert für die Stadt zu beweisen. Also frage ich Euch, verehrte Acacia, was ist der Preis für Eure Großzügigkeit? Welches meiner Talente wäre Euch im Austausch für Antworten nützlich?“

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Brimir » Mi 11. Okt 2017, 10:48

Brimir hob eine Braue und diese verweilte einen Moment lang oben. Erst als Gaius Sousanna aus dem Gespräch raus nahm, wurde der Blick wieder normal.

"Du wirfst vor, dass man Adelchis besonders behandelt hat, machst das selbe aber im Falle deiner Freundin." Es war ein eher trauriges Kopfschütteln, dass Brimir da aufbrachte ehe er weiter fort fuhr. "Die Anklage ist ein Hilfsmittel, Gaius. Sie hilft uns schneller bei den Fällen zu sein... aber... Tat ist Tat... Traditionsbruch ist Traditionsbruch. Oder willst du demnächst, wenn du mitbekommst, dass jemand die Stille gebrochen oder einen der Unseren vernichtet hat... Nichts tun... nur weil niemand Anklage bei uns erhoben hat? Wir sind IMMER involviert. Das ist die Bürde, die wir Liktoren haben. Wenn etwas an uns vorbei passiert... ist das unser Versagen und es ist mir scheiß egal, ob Sousanna nur ihre Verbündeten dabei haben wollte... und keine Liktoren."

Dann jedoch nickte er.

"Du hast Recht, dass wir uns nicht durch Zwist abbringen lassen sollten, weiter zusammen zu arbeiten. Unsere Ziele sind wichtiger, als was uns zerstreitet... aber... Ramon ist nicht mehr dabei. Obwohl wir eindringlich und mehrfach darauf hingewiesen haben, dass er seinen Ältesten nicht involvieren soll, hat er mit Mattia, Seresa und diesem Brujah-Söldner Salvatore über unser Vorhaben geredet. Sie wissen alle drei davon... Ich spreche nicht von 'Seid vorsichtig... es passieren Dinge'... sondern davon, dass Seresa Acacia und mich explizit auf unsere Pläne angesprochen hat. Das Gespräch mit Seresa mag zunächst nervige Zeitverschwendung gewesen sein... aber es entpuppte sich als äußerst Interessant. Allein die Tatsache, dass Ramon damit die Gnade, die Acacia ihm geschenkt hatte, indem sie ihm weit mehr Zeit ließ, als er bei seiner Verbannung bekommen hat, gelassen hatte... ist ein Tritt in die Eier für Genua.... ... und dass er die Möglichkeit einfach verstreichen lassen hat, sich zu entschuldigen... war dumm von ihm... aber das ist Nichts im Vergleich zu dem Verrat, den er an uns Allen begangen hat."

Brimir seufzte schließlich.

"Falls du jedoch Angst hast, dass ich unser Ziel aus den Augen verlieren: Nein. Es ist so klar, wie nie zuvor: Genua wird frei sein... von ihm."
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 11. Okt 2017, 19:32

Gaius wog den Kopf hin und her, im Falle Adelchis wollte er widersprechen, die Argumentation war überall von Rechtfertigungen durchlöchert. Aber es würde auch wenig erbringen, sich länger an Vergangenem aufzuhängen.

Bei der Verkündung zu Ramon blickte Gaius verärgert zu Boden. "Das macht unsere Schlachtpläne äußerst... komplex... so ist wenig Verlass auf ihn und auf Salvadore. Nicht, dass sie im letzten Moment die Seite wechseln... Die Pläne sind sowieso alle schon an vielen Stellen schwammig und lose, ich hoffe sie klappen wenigstens so gut wie möglich. Die Absprachen, die Ideen, die Berechnungen..." Und sonst würde er wohl improvisieren müssen. Zumindest auf Mailands Gnade könnte Ramon ja hoffen, wenn er aktiv für sie bliebe...

Über die letzte Aussage des Ankilla dachte Gaius kurz nach. Dann schloss er leiser und langsamer, dafür durchdringender und auf die Augen seines Freundes fixiert. "Ersetzt ihn nur nicht durch einen nur noch drückenden Tyrannen... heute hat einen bitteren Beigeschmack dieser Befürchtung. Ich hoffe eine derartige Situation wird sich nicht wiederholen..."
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Mi 11. Okt 2017, 23:42

Deutlich legte sich ein kühler Ausdruck auf die Züge der Lasombra, während Seresa sprach. Sie wusste sehr gut, was sie kaum ein paar Minuten vorher gesprochen hatte und kannte noch jedes ihrer Worte. Doch trotz ihres Missfallens wartete sie ruhig ab bis die jüngere Kainitin ausgesprochen hatte, da diese offensichtlich diese Wiederholung benötigte.

„Ich kenne deine Talente nicht und im Moment fehlt mir auch die Zeit sie kennen zu lernen. Doch hoffe ich, dass dein Erzeuger, dich nicht aus einer Laune heraus in die Nacht geholt hat. Folglich wirst du irgendetwas können. Wie du diese Fähigkeiten einsetzt ist dir überlassen. Das solltest du besser einschätzen können als ich. Und was den Preist angeht …“ Ein kühles Funkeln trat in ihre Augen, welches nichts gutes … aber auch nichts schlechtes verhieß. „Ich bin mir sicher, dass du zu gegebener Zeit in der Lage bist dich meiner Großzügigkeit zu erinnern. Ich neige allerdings nicht dazu andere zu schikanieren oder zu brechen nur weil ich es kann… und ich hasse es Potential zu verschwenden.“ Sie sprach derartig gesittet und geschliffen, dass sie ebenso gut auch bei einem Glas Wein über das sommerliche Wetter hätten diskutieren können. Dennoch ließ ihr Tonfall zu keiner Zeit einen Zweifel daran aufkommen, dass sie sehr wohl in der Lage war andere zu schikanieren und zu brechen, wenn sie denn wollte.
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Seresa » Do 12. Okt 2017, 06:42

Seresa betrachtete ihr Gegenüber einen Moment schweigend musternd. Darüber grübelnd, ob sie der Versuchung erlegen sollte. Ihre Augen wanderten ziellos umher, bevor sie klar und deutlich antwortete.

„Ich werde mich erinnern, verehrte Acacia. An Eure Großzügigkeit und Eure Antworten.“

Sie verneigte sich erneut vor der Ältesten der Lasombra. Seresa schien kurz einen Augenblick zu überlegen. Dann sprach sie gedämpft weiter. Deutlich weniger geschnörkelt als sonst, allerdings mit deutlich mehr Wörtern als zwingend nötig.

„Als ich Euch den Namen gesagt habe, hattet ihr nach dem Handgelenk des verehrten Brimirs gegriffen. Nachdem ihm zuvor die Gesichtszüge entglitten waren.* Der verehrte Brimir fragte direkt nach dem verehrten Mattia. Ihr jedoch nur allgemein. Gehe ich recht in der Annahme, dass der verehrte Mattia nichts davon hätte wissen dürfen? Und wenn ja, weshalb?“

Seresa blickte der Lasombra direkt in die Augen.

„Mir ist bewusst, dass er der Älteste der Brujah Genuas ist und dass Ihr mir nicht vertraut. Und dennoch stelle ich Euch offen diese Frage, denn ich gestehe, euer Verhalten hat mich verunsichert. Muss ich mir Sorgen machen, nachdem sowohl Ihr - wie der verehrte Brimir - binnen Momenten, nachdem ich euch die Namen genannt hatte, den Raum verlassen hattet mit der Aussage, etwas erledigen zu müssen?! Muss ich mir Sorgen machen um die, deren Namen ich Euch genannt hatte, verehrte Acacia?“

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*Aufmerksamkeit + Wahrnehmung: (Reaktionen auf Aussagen von Seresa)
@Seresa (Ria): 4d10 >= 6 f1 = (1 7 2 9, 1 success) = 1

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