Vaterliebe, Tochterherzen [Acacia, Caspar (SL)]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Acacia
Lasombra
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Re: Vaterliebe, Tochterherzen [Acacia, Caspar (SL)]

Beitrag von Acacia » Di 5. Sep 2017, 21:41

Die Mimik Acacias blieb bemerkenswert glatt, als Sousanna einfach drauflos plauderte, doch für einen Moment schien sich das düstere Schwarz ihrer Augen noch ein wenig zu verdunkeln und so etwas wie einen Hauch Enttäuschung zu zeigen. Doch ging sie einfach über diesen Fauxpas hinweg, während ihr Begleiter auf seine ganz eigene Art und Weise mit der geplanten Beleidigung umging und dabei für seine Verhältnisse tatsächlich nett war.
Elegant sank sie für einen kleinen Moment in einen flachen Knicks, der ihrem Status, ebenso wie dem seinen gerecht wurde. Zwar war er Ancilla, aber er war nur Gast hier und kam als Bittsteller zu ihr. Zudem gehörte er einem niederen Clan an und trug keinen Titel, der in dieser Domäne irgendetwas zählte. Sie stand jedoch kurz vor ihrem Aufstieg zum Ancilla, kannte ihre Ahnenlinie bis hin zu Kain und verfügte über Titel und Ehren, die ihresgleichen suchten. So wartete sie auch nicht auf die Erlaubnis sich wieder zu erheben, sondern erhob sich in beinah derselben Bewegung, die sie auch hatte das Knie beugen lassen.

„Es ist mir eine Ehre, Euch kennen zu lernen, verehrter Caspar. Natürlich gewähre ich Euch das Recht hier zu weilen und Euch zu nähren solange Ihr braucht um den Ruf Eurer wohlwerten Tochter zu reinigen.“, sprach sie freundlich, während ihre gesamte Aufmerksamkeit auf dem Wanderer vor ihr lag und sie die beiden anderen scheinbar ignorierte. „Sousanna wird Euch sicherlich darüber aufklären welche Gebiete Domänen oder feste Jagdgebiete sind, die Ihr nicht nutzen dürft, wenn Ihr deren Herren und unsere wunderbare Herrin nicht gegen Euch aufbringen wollt. Ich hoffe, Eure Reise hierher verlief den Umständen entsprechend angenehm?“ Sie brachte es fertig ein zartes freundliches Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern, welches sie so wirken ließ, als sei es nicht bloß eine freundliches Floskel, sondern als würde es sie wirklich interessieren wie es dem anderen Kainiten ging, während ihre ganze Haltung zurückhaltend höfliches Willkommen ausstrahlte.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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Sousanna
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Re: Vaterliebe, Tochterherzen [Acacia, Caspar (SL)]

Beitrag von Sousanna » Fr 8. Sep 2017, 13:21

Schon in dem Moment da die Ravnos gesprochen hatte, war ihr dieser Fauxpas selbst aufgefallen und innerlich fluchte sie so heftig, dass man sie für eine Fischverkäuferin hätte halten können. Sie war so dumm. So verflucht nervös und im Versuch alles richtig zu machen, hatte sie es nur viel schlimmer gemacht, als es hätte sein müssen. Fehlte ja nur noch, dass sie jetzt Pfirsichmetaphern erzählte oder die Herrin der Schatten duzte.
Wütend über sich selbst biss sie sich auf die Innenseite der Wange und versuchte sich zu beherrschen, nicht zu erröten, was in diesem Augenblick der Nervosität und der Wut, nicht ganz so gut klappte, wie sonst. Für einen Moment huschte eine kleine Röte über die schönen Züge.

Unterdessen entschied sie sich, von nun an zu schweigen und lediglich als schmückendes Beiwerk neben ihrem Blutsvater zu verharren, bis einer der größeren Kainiten sich entschied, sie anzusprechen. Den Blick gesenkt verharrte sie. Erst als Acacia erwähnte, dass sie ihren Blutsvater sicher über die Gebietsverhältnisse aufklären würde, nickte sie ernst und hob ihren Blick wieder etwas, um die Hüterin anzusehen. In den Augen lag das Versprechen, dass sie sich gewiss keinen Fehler mehr erlauben würde.

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Il Canzoniere
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Re: Vaterliebe, Tochterherzen [Acacia, Caspar (SL)]

Beitrag von Il Canzoniere » Mi 8. Nov 2017, 17:59

Statt auf Sousannas Fehler zu achten, folgte der Blick des älteren Ravnos mit hochgezogener Braue wie der Gangrel einen Ghul heranwinkte um das Gastgeschenk an die höchst verehrte Aurore entgegen zu nehmen. Missgunst zuckte ihm einen Moment - sicher wohldosiert - durch das Gesicht. Offenbar sollten die beiden anderen ruhig sehen das er diese Unverschämtheit zur Kenntnis genommen hatte.

Gerade wollte er einen vielsagenden Seitenblick zu Sousanna hinüberwerfen als Rosa plötzlich stolperte. Und hätte Brimir es nicht verhindert, wäre sicher das Geschenk an Aurore auf dem steinernen Elysiumsboden zerschellt. Ein Schnauben entstieg der Nase des Ravnos als er der Ghulin und dem Gangrel dabei zusah wie sie sicherstellten das Aurore doch noch ihre Kiste erhalten würde. Gleichzeitig lehnte er den Kopf leicht zu Sousanna hinüber "Luccoli? Macelli? Locarno? Das sind doch keine echten Orte oder?" um nicht nur zu zeigen das er noch nie von solchen gehört hatte, sondern auch bezweifelte das Gangrel abseits von Höhlen wohnten.

Dann wandte er den Blick ab. Der Spott glitt aus seinem Gesicht ehe die Augen die Hüterin erreicht hatte und war nun wieder mit dem charmant höflichen Lächeln besetzt das er bereits vorher getragen hatte. "Die Ehre ist ganz meinerseits. Bestellt eurem Erzeuger meine Grüße. Eine noble Linie könnt ihr da vorweisen." er deutete eine etwas tiefere Verneigung an, als ob er auch ihren Ahnen Respekt zollen würde und strich dabei nebenbei heraus welcher der beiden Gastgeber das seiner Meinung nach nicht hatte.
"Die Reise war ziemlich... ereignisreich. Blinde Passagiere, Meuterei, Sklavenfänger - ich könnte zu allem eine kleine Anekdote anbringen. Aber jetzt ist es geschafft. Vielen Dank noch einmal für den freundlichen Empfang. Ich bin mir sicher das Sousanna es problemlos bewerkstelligen kann mir die Eigenheiten der Domäne zu erklären..." er nickte knapp und ließ ein undurchsichtiges Schmunzeln erkennen.

"Was diesen Vorfall angeht: was haltet ihr davon? Macht Sousanna auf euch einen besonders....unkainitischen Eindruck, der solch eine Untersuchung rechtfertigen würde?" nun wirkte er nachdenklich und etwas ernster, als ob er sich wirklich Sorgen machen würde. Das beängstigende schien jedoch das er seine komplette Art binnen eines einzelnen Augenblicks völlig umkrempeln konnte. Wie ein Schauspieler. Oder ein Wahnsinniger.

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Brimir
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Re: Vaterliebe, Tochterherzen [Acacia, Caspar (SL)]

Beitrag von Brimir » Do 9. Nov 2017, 14:39

Es waren wohl mehr die Reflexe eines Kriegers, der Jahrzehnte Erfahrung hatte, als wirklich bewusstes Handeln. Die Geste war nicht sonderlich elegant, dafür schnell und mit Kraft ausgeführt. Eine Hand packte den Arm von Rosa, um sie selbst vom Sturz abzuhalten und die zweite sicherte die Kiste vor dem Zerschmettern. Der Ghulin gehörte ein leises Knurren des Nordmannes und ein finsterer Blick, ehe er ihr die Kiste wieder in die Hand drückte. 'Pass auf' stand deutlich in seinen Augen. Dabei ließ der Nordmann keinen Zweifel aufkommen, dass er hier nicht alles fallen lassen würde, sollte neben ihm eine falsche Bewegung passieren.

Als Brimir sich wieder umdrehte und nach der Axt griff, konnte Acacia die Anspannung im Nordmann bemerken, den wohl nur die Regeln des Elysiums davon abhielten dem aufgeblasenen Ravnos und seine Tochter durch das Tor nach draußen zu prügeln. Die Augen des Wikingers funkelten dabei in Richtung von Caspar und man mochte den Eindruck gewinnen, dass ein Raubtier gerade seine Beute musterte und sich entschied sie doch nicht zu jagen, weil sie es schlicht nicht würdig war. Ein Schnaufen folgte... und dann ein besser wissendes Grinsen.
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
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