[1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Brimir
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Brimir » Do 12. Okt 2017, 11:45

Brimir hatte zu den Ausführungen genickt.

"Falls er überhaupt noch da ist, geb ihm so wenig zu tun, wie es nur geht. Lass ihn die gefährlichen Aufgaben vollrichten... aber geb ihm bei den Göttern... keine Wichtige. Er hat Feruccio verloren... und er hatte nur die Aufgabe ihn in Starre weg zu bringen. Ich bin mir sicher, dass du es schaffst, ihn raus zu halten."

Dann jedoch - Brimir hatte sich gerade im Flur umgesehen - ruckte der Kopf herum zu Gaius, als dieser von Tyrannen sprach. Seine Augen wurden zu Schlitzen und seine Fänge brachen hervor. Ebenso öffneten sich die mit Krallen bewährten Hände angriffslustig. Bislang hatte Brimir die Beleidigungen, die Gaius so unterschwellig verpackt hatte ignorieren können, aber jetzt regte sich das Biest und drohte hervor zu brechen. Nein... freigelassen zu werden. Doch genauso plötzlich, wie es angefangen hat, endete es wieder und Brimir schlug die Finger zurück in die Hand.

"Für was hältst du mich... Freund?" Die Stimme des Nordmanns, knurrend wie immer, aber dieses Mal war da Wut in ihr zu hören und das Knurren deutlich kehliger. "Für was hältst du mein Blut? Wir stehen hinter keinem Tyrannen... KEINEM... ... wir Gangrel schätzen die Freiheit und die Wildheit mehr, als alles Andere. Und hätte ich hier keine Aufgabe, wäre ich schon längst nicht mehr hier. Meinst du ich spiele dieses Spiel der Politik und Intrige weil ich es gerne tue?"

"Du redest von Respekt eines Gastes gegenüber seinem Gastgeber... aber da wo ich herkomme, ist es auch an dem Gastgeber seine Gäste nicht permanent zu beleidigen... und schon gar nicht vor anderen Gästen, wie vorhin vor Sousanna. Du merkst nicht, wie viel Geduld ich aufgebracht habe, um das zu ignorieren! Wir Gangrel sind im Umgang mit unseren Älteren zwar locker... aber selbst wir Wilden kennen den Respekt, den wir Alle gegenüber dem Alter haben sollten."

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WK eingesetzt: Instinkt um 1 erhöht, um Raserei abzuwenden.
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
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Gaius Marcellus
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Gaius Marcellus » Do 12. Okt 2017, 17:58

Gaius zog aus seinen weicheren letzten Worten kurz erschrocken zurück, als der Gangrel der Raserei nahe war. Er wollte nicht erneut gegen seinen Verbündeten kämpfen müssen - erst recht nicht jetzt. Doch er verzichtete darauf, seine Garden näher zu holen, die Stimme zu erheben oder derartiges.
"Ich weiß nicht, wofür ich dich gerade halten soll..."

Zögerlich nur sprach der sonst wortgewandte Recke, auch wenn die übliche Kraft seiner Worte bei den beiden Ankilla selten größere Wirkung gezeigt hatte.
"Aber es hat nichts mit deinem Blut zu tun, nichts mit Politik und mit Intrige.
Einzig mit Respekt und Freundschaft.
Heute sind Fehler begangen worden, und ich stehe dazu - ich hätte auch dir schreiben sollen, aber ich stehe dazu, lerne daraus und gebe es dir zu verstehen..."

Das Zögern war langsam verschwunden, der Salubri mühte sich nicht in eine flammende Rede zu wechseln - er hatte niemanden vor sich mit Worteskraft zu überzeugen - daher blieb er ruhig, persönlich und langsam.
"Aber ihr marschiert hier herein, als wäre dies euer Heim.
Schickt mich, als wäre ich euer Bote.
Deine verehrte Gefährtin wechselte gar aufs Du.
Und wo ich mich unter den rechten Umständen, bei einem Umgang mit Herzlichkeit und Freundlichkeit, über wenig mehr gefreut hätte... als wenn sich unsere Kooperation auf solch enge Weise vertief hätte..."
Damit meinte er offensichtlich nicht Brimir.
"Und euch dann gerne und dienstbar alle Hilfe und allen Respekt geschenkt hätte..." Leise Traurigkeit war unter den Worten zu spüren.
"Ist dieses Verhalten in nichts weiter gekleidet als Geringschätzung und Arroganz, ja beinahe Hohn - als Dank dafür, dass ich eine der Unsrigen errette, an eurer Seite streite, ihre Urteile mittrage...
Und du... du stehst einfach dabei und nickst.
Nickst, kleidest die Handlungen in juristische Phrasen von Ämtern und Rechten, vom Liktorentum, während die einzige der Anwesenden, die nach den guten Traditionen dieses Ortes keine Entscheidungskraft hat - die Urteilsgewalt an sich reißt?" Gaius seufzte.
"Du hast gesehent, meine Entscheidungen und Wünsche wären in allen Punkten gleich gewesen... es wäre so einfach gewesen, euren Partnern und Gegenübern Respekt zu zollen - sie zu Fragen, und sei es nur um legitimisierenden Rat. Aber nein, in meinem Hause reißt ihr euch die Gewalt über meine Gefangene an euch... behandelt Sousanna und gar mich wie einen Ramon, Adelchis..."

Gaius schüttelte den Kopf. "Und wenn ich dich darauf aufmerksam mache, dir die Option gebe, diese Taten mit einem Lächeln und ein paar Worten von der Erregung der Situation und der Versicherung von Freundschaft wegzuwischen... antwortest du mit Wut, halbleerer Rechtfertigung und... Machtanspruch." Gaius pausierte nur kurz und blickte Brimir dann intensiver in die Augen.

"Hast du das Gefühl, du musst dich mir gegenüber beweisen?
Das musst du nicht...
Siehst du denn nicht? Ich folge dir beinahe blind in einen Kampf der mich alles kosten könnte. Mache mir auf deinen Wunsch Feinde. Opfere für den von dir geleiteten Kampf Ressourcen und Einflussmöglichkeiten. Riskiere Ruf und gar Unleben...
Du, ihr, müsst mir nicht eure Macht beweisen, ich kenne sie, erkenne sie an, weis eure Entscheidungen und Meinungen in vielen wichtigen Dingen zu schätzen und habe inhaltlich keinerlei Bedarf, mich dagegen aufzulehnen...
Doch auch als Neugeborener bin ich weder ihr noch dein Diener und Vasall und selbst dann würde Respekt und Anerkennung als mindestes Maß an Umgang herrschen. Es wäre alles so einfach gewesen - all unsere Konzentration auf die Gefahren für unsere geliebte Domäne fokussiert... könnte es sogar immer noch sein."
Gaius schüttelte den Kopf langsam, es war ihm gelungen, sich nicht in Rhetorik oder Polemik zu verlieren, die Stimme nicht zu erheben und die Wirkung seines Charismas auf die beruhigende Prägnanz ehrlichen und unverschleierten Ausdruckes zu reduzieren. Seine Sorgen schienen hier wahrlich drückend...
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Fr 13. Okt 2017, 01:42

Der Blick Acacias war ruhig, ebenso wie ihre Züge, während sie Seresa lauschte. Sie wirkte nicht besonders überrascht davon, dass der Brujah die Entgleisung aufgefallen war, noch dass es sie besonders überrascht hätte. Sie kannte den Gangrel und seine Reaktionen sehr genau. Sie wusste was er wann tat und warum … und auch was er erwartete und was nicht. Oft genug wirkte sie zwar als hätte sie die Fäden in der Hand und würde Brimir die ganze Arbeit machen lassen, aber in Wirklichkeit war es sehr viel diffiziler. Denn im Gegensatz zu Brimir hatte sie den Verrat sehr wohl einkalkuliert.

„Nein, er hätte nichts davon wissen dürfen. Du hättest nichts davon wissen dürfen und Salvador auch nicht.“, erklärte sie gelassen. Das Kind war so oder so in den Brunnen gefallen, da machte es kaum einen Unterschied ob Seresa noch einen Fetzen Information mehr erhalten würde oder nicht. „Mattia ist erst seit kurzer Zeit in der Stadt und ich kenne ihn nicht, ich traue ihm nicht und niemand konnte seine Vertrauenswürdigkeit bestätigen.“ Für einen langen Augenblick schwieg sie und es war beinah so als wolle sie Seresas letzte Frage nicht beantworten. Doch dann erhob sie noch einmal ihre Stimme. „Ramon ist aus der Domäne verbannt. Er hat einen Mond Zeit zu verschwinden und niemals wieder hier zu erscheinen, ansonsten werden wir ihn jagen … und sollten seine Handlungen negative Auswirkungen auf meine Stadt haben … nun du weißt, was ich mit denjenigen tue, die meine Stadt bedrohen.“ Kühler Zorn flackerte erneut über die bildschönen Züge der Lasombra und sie richtete sich eine Spur weiter auf, so als hätte sie als Mensch vielleicht tief eingeatmet um ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen.

„Wir spielen ein diffiziles Spiel aus Politik, Macht und Intrigen. Du siehst also, dass du beweisen kannst, was du so großzügig angeboten hast und wenn du es tust, wird es nicht dein Schaden sein.“ Ihre Stimme veränderte sich kaum und auch ihre Züge blieben glatt. Entweder war sie eine wirklich gute Schauspielerin – was nicht eben unwahrscheinlich war – oder aber sie sprach die Wahrheit und war wirklich in der Lage ihren persönlichen Groll von ihrem politischen Willen zu trennen, wenn es ihr Vorteile versprach.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
Wir sind wie Eisblumen, kalt und schwarz ist unsere Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Seresa » Fr 13. Okt 2017, 15:17

Die Brujah lauschte den Worten der Lasombra. Sie hatte nicht wirklich gedacht - noch erwartet - dass Acacia ihr tatsächlich ihre Fragen beantworteten würde. Seresa rechnete viel eher mit ausweichenden oder verschleiernden Antworten. Als Acacia es dennoch tat, zeigte sich auf dem Gesicht der Brujah ein überraschter Ausdruck, der jedoch schnell von einem äußerst nachdenklichem abgelöst wurden. Sie hörte der Lasombra noch immer zu, jedoch begannen die Augen der Brujah hin und her zu wandern. Ziellos, was zu erst den Eindruck erwecken hätte können, dass sie in Panik war und überlegte zu fliehen. Dann jedoch schien klar zu werden, dass genau das Gegenteil der Fall. Seresa war zu einer Salzsäule erstarrt, bei welcher sich nur noch die Augen hektisch bewegten. Ihre wandernden Augenbewegungen hatten auch dann noch nicht angehalten, während die Lasombra bereits geendet hatte. Es schien, als hätte Seresa in diesem Moment Acacia nicht bewusst wahrgenommen. Seresas Stirn war in Falten gelegt und immer wieder hatte sie für einen kurzen Moment ihre Augen zusammengekniffen, als versuchte sie etwas fokussieren, nur um dann den Gedanken wieder zu verwerfen. Wie lange sie einfach nur dastand und nichts sagte, war Seresa nicht bewusst. Erst als ihr ein nahezu frustriertes Fauchen entfleuchte und ihre Zunge dabei in Kontakt mit ihren ausgefahrenen Reißzähnen kam, schreckte sie aus ihrer Gedankenwelt auf.

Seresa blickte auf die Älteste vor ihr und erstarrte erneut. Wie lange hatte sie sie ignoriert?! Welchen Anblick bot sie ihr gerade?! Was dachte sie gerade von ihr?! Seresa schloss die Augen, senkte den Kopf und drückte sich gegen die Wand.

„Verzeiht bitte vielmals, mein…“

Sie schwieg für einen Moment. Schien nach Worten zu suchen. Ihr war die ganze Sache sichtlich unangenehm. Ihre offenen, mit den Handflächen in Richtung Acacia gewandten Hände, hielt sie auf Brusthöhe schützend und zugleich beschwichtigend vor ihren eigenen Körper.

„Bitte verzeiht, ich habe nicht mit einer solchen Antwort gerechnet, verehrte Acacia.“

Seresa verneigte sich tief erneut vor der Ältesten, bevor sie wieder ihre Augen öffnete und Acacia anblickte. Die Fangzähne waren verschwunden.

„Verzeiht, sollte ich Euch mit meinem Schweigen oder meinem Verhalten in irgendeiner Weise gekränkt oder beleidigt haben... Es ist nur…“

Die Brujah seufzte leise und ihre Hände versuchten etwas zu greifen, dass nicht da war.

„Es klingt seltsam und es kann keine Entschuldigung für mein Verhalten sein, dass ist mir bewusst... Ich neige nur dazu Dinge zu sortieren und einzuordnen und...“

Ihre Hände beschrieben dabei Bewegungen, als würde sie von einer Stelle etwas nehmen und es an eine andere zu platzieren.

„Eure Aussagen… Sie sorgten dafür, dass das Bild endgültig in viele kleine Scherben zersprang und… es macht gerade keinen Sinn… Versteht Ihr, verehrte Acacia?!... Das Bild meine ich…“

Seresa blickte Acacia an, als wollte sie sichergehen, dass die Älteste sie nicht gerade für völlig verrückt hielt. Dann fiel ihr auf, dass sie erneut zu viel, zu wirr und zu unnütz vor der Ältesten gesprochen hatte. Sie schwieg einen Moment, während sie den Blick kurz senkte. Dann fing sie sich. Sie kam jedoch nicht umher einige Dinge zu erklären.

„Es ist… war nicht mein Krieg und es war mir deshalb einerlei, wer auf welcher Seite tatsächlich stand. Ich bin… war hier nur wegen meiner Suche und solang ich diese ungestört ausführen konnte...“

Die Brujah zuckte mit den Schultern.

„Ich hatte keinen Grund mich um solche Dinge tatsächlich zu kümmern. In Genua zu verweilen war nie mein Ziel. Politik, Macht, Intrigen. Dies alles sind Dinge, worin ich entweder zu unerfahren bin oder schlicht kein Interesse daran besitze oder zu ungeschickt darin bin. Allerdings würde ich lügen, wenn ich sagte, dass ich es nicht faszinierend finde, welche Fäden wen miteinander verbinden und warum. Ich will Euch nicht zu nahetreten oder gar beleidigen, verehrte Acacia, doch gestattet mir die Frage: Ihr kanntet den werten Ramon. Ihr wisst um die impulsive Art unseres Blutes. Ihr wisst genauso gut wie ich um die Brisanz dieses Wissens.“

Sie blickte der Lasombra erneut in die Augen.

„Weshalb habt ihr ihm dennoch ein solches Wissen anvertraut? Ich verstehe, er ist der Verlobte der werten Sousanna. Jemand der Euch eine treue Freundin nennt und auch Ihr habt unmissverständlich ausgedrückt, wie ihr zu ihr steht. Allerdings frage ich mich tatsächlich, wer oder was die Älteste der Lasombra tatsächlich dazu gebracht haben könnte, alle Vorsicht derart über Bord zu werfen?“

Seresa musterte ihr Gegenüber eindringlich, als würde ihr Verhalten für sie schlicht keinen Sinn ergeben.

„Und da ist noch etwas. Etwas was für mich noch sehrviel mehr von Bedeutung ist. Ich verstehe, die werte Sousanna steht Euch nahe. Mir ist bekannt, dass der wohlwerte Gaius die werte Sousanna in der Vergangenheit wohl angefallen hatte und sie ihn heute wie auch Euch einen Freund nennt. Was ich jedoch nicht verstehe ist, weshalb der wohlwerte Gaius mir gegenüber den Wunsch äußerte, über diese Situation hier und somit indirekt über mich, engere Verbindungen mit dem Clan Brujah anzustreben. Er besitzt doch bereits Verbindungen über die werte Sousanna mit dem werten Ramon. Den werten Ajax hattet Ihr selbst bei Eurer Ausführung der Kainiten herausgenommen, die das Wissen hätten besitzen dürfen. Ich vermute also, dass die werte Sousanna über Euch oder vielleicht auch direkt Verbindungen zu ihm hätte. Verbleiben noch der werte Salvador, welcher im Dienste des werten Ajax steht und dem er laut eigener Aussage soweit vertraut, wie man einem Söldner vertraut. Was die Gruppe auf den verehrten Mattia und meine Wenigkeit beschränkt. Und meine Wenigkeit befindet sich gerade in seinem Gewahrsam. Seiner Gnade und Redlichkeit ausgesetzt. Nachdem er wie vom Himmel gefallen gekommen war, um die werte Sousanna vor schlimmerem zu bewahren. Verbleibt der verehrte Mattia. Euch, verehrte Acacia, wären sowohl der werte Ramon, wie auch der werte Ajax zur Verfügung gestanden, um die Vertrauenswürdigkeit des verehrten Mattia zu überprüfen. Die Frage ist also, warum sollte der wohlwerte Gaius engere Verbindungen zu ihm suchen. Ich vermute, Ihr wisst nicht, ob es sein eigenes Anliegen ist. Jedoch wisst ihr vielleicht, ob es das der werten Sousanna oder gar Euer eigenes war, verehrte Acacia?“

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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Acacia » Fr 13. Okt 2017, 20:59

Während der Blick der Brujah ins Nichts abwanderte, bildeten sich zunächst feine Fältchen zwischen den Brauen Acacias, während ihr Blick niemals ihren Fokus – die Brujah – verlor. Nach einigen Augenblickten glätteten sich ihre Züge jedoch und als sich der Blick der Brujah wieder fokussierte wirkte die Älteste der Lasombra ungefähr so durchschaubar wie eine Sphinx. Ihre Haltung war vollkommen ruhig, sie atmete und blinzelte nicht. Wenn sie nicht manchmal gesprochen hätte, hätte sie auch eine verstörend echt wirkende Statue sein können.

Als die Brujah schließlich geendet hatte, schwieg die Lasombra und blickte Seresa einfach nur an. Stille legte sich so lastend auf den Raum, dass man die Luft beinah schneiden konnte. Das finstere Schwarz der unendlich tiefen Augen Acacias enthielt keinen Lichtfunken und gab nichts von den Gedanken, nicht von dem Urteil Preis, welches sie garantiert gefällt hatte. Gerade als die Stille so schwer wurde, dass sie die Brujah zu einer Handlung verleiten konnte erhob sich Acacias Stimme erneut.

„Erstens: Man spricht nicht von anderen Kainiten und nennt sie die ganze Zeit wert, wohlwert oder verehrt. Ich weiß welchen Rang sie haben. Du musst mich nicht permanent daran erinnern, als könnte ich das nicht selbst. Zweitens: Ich kann rückgradlose Kriecher nicht leiden. Du stammst aus einem hohen Clan, du bist eine Neugeborene. Steh zu deinen Fehlern und hör auf dich ständig zu entschuldigen. Drittens: lerne schneller zu denken, denk und sprich dann. Dann redest du weniger lang um den eigentlichen Punkt herum und verschwendest weniger von meiner Zeit.“ Ungeduld lag in der düsteren Stimme der Lasombra, als wäre die Brujah ein Kind, dem sie zu dritten Mal das Alphabet erklären musste. Sie hasste es sich zu wiederholen und zwang sie Seresa dazu.

„Um deine Fragen zu beatworten: Du bist vollkommen neu hier und du kennst praktisch niemanden. Versuch nicht Handlungen zu verstehen, die du nicht verstehen kannst. Warum ich etwas getan habe oder auch nicht getan habe, entzieht sich vollkommen deinem Verständnis und wird es auch noch auf viele Jahre. Aber was Gaius angeht: Er handelt allein.“ Irgendeine Botschaft lag in ihren Worten. Das machte ihr Tonfall klar, der schon beinah tödlich ruhig geworden war. So als gäbe es mehr, was zwischen all diesen verwirrenden Handlungen und Gesprächen verborgen lag. Sehr viel mehr. Dennoch schien die Geduld und Auskunftsbereitschaft der Lasombra langsam aber sicher erschöpft zu sein. „Gibt es sonst noch irgendetwas, was du wissen möchtest?“
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht. Wir sind wie Eisblumen viel zu schön für den Tag.
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Re: [1002] Dreibein und Dreiauge, oder wie Ich auszog, um heimzukehren (Gaius, Sousanna, Seresa, Ramon)

Beitrag von Seresa » Fr 13. Okt 2017, 22:04

Seresa hatte die Rüge der Lasombra stumm angenommen. Erst als Acacia geendet hatte, antworte sie.

„Ich werde es verinnerlichen… Acacia.“

Sie hatte unbewusst eine kurze Pause zwischen dem Satz und ihren Namen gemacht. Es hörte sich für Seresa schlicht falsch an. Es fühlte sich falsch an. Die Worte nicht zu verschnörkeln und sich dann auch noch zu zwingen die entsprechende respektbekundende Anrede nicht zu verwenden. Es kostete sie sichtlich Mühe und Anstrengung. Aber wenn es der Wunsch der Ältesten war, so würde Seresa versuchen ihm zu entsprechen.

Sie selbst hasste Genua dazwischen dafür umso mehr. Es fühlte sich so vieles für sie falsch an. Und mit dem Wissen um Mattia und Gaius… Seresa würde nachdenken müssen. Viel nachdenken. Gerade als sie die Frage verneinen wollte, schien ihr noch etwas einzufallen. In ihrem Kopf formte sich eine Frage. Seresa blickte Acacia an, zögerte kurz und schüttelte dann aber bestimmt den Kopf. Es war der falsche Moment.

„Derzeit nein. Ich muss nachdenken. Habt Dank für Eure Geduld mit mir und Eure Zeit. Gibt es noch etwas, das Ihr wissen möchtet?“

Seresa bezweifelte nicht, dass Acacia es sie hätte wissen lassen und doch war es die Freundlichkeit, die Dankbarkeit und der Respekt, der sie die Frage stellen ließ.

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