Dunkle Straßen [La Vedova]

Wenn die Sonne hinter das Appenningebirge sinkt, kriechen die Verdammten aus ihren Löchern. Dies sind ihre Geschichten.

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Ajax
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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

Beitrag von Ajax » Mo 10. Apr 2017, 11:52

Ajax beachtete den Schreck den die Frau aufgrund seiner Waffe nicht weiter, war es doch nichtmal sicher ob er sie absichtlich gezeigt hatte. Er folgte dem Blick der Dame zu ihrem Begleiter, und musterte ihre Kleidung noch einmal eingehender. Eine interessante Kombination die sie da trug, aber auch nicht weiter von Belang.

Er sog kurz Luft durch die Zähne ein " Mh...Raue Nordmänner sagt ihr. Ja bei diesen Burschen muss man meist umsichtiger sein. Und eine Palisade...die wird zumindest die wilden Tiere abhalten des Nachtens Hüner oder anderes Nutzvieh anzugreifen." und nickte bestätigend. Ihren wiedergekommenen Begleiter begrüfte Ajax mit einem weiteren Kopfnicken in seine Richtung. "Buenanotte Signor, macht euch keine Probleme ihr belästigt mich keineswegs, und das Kind...nun so sind Kinder nunmal. Passt in Zukunft vielleicht etwas besser auf ihn auf. Wie die werte Signora schon gesagt hat, man weiß nie wer sich des Nachtens hier auf den Straßen herumtreibt." damit schien auch für ihn das Gespräch abgeschlossen zu sein. Einen kurzen Moment wartete er jedoch und beobachtete die beiden. Dann kam die Morin ein weiteres mal auf ihn zu.
Ajax beugte sich ein wenig um sie besser verstehen zu können. Er lauschte ihren Worten, straffte sich danach wieder und antowrtete.

"Das klingt praktikabel. Habt Dank für euren Vorschlag. Ich würde euch durchaus gerne bis zum Stift St. Agnese begleiten. Und macht euch keine Gedanken manchmal, will der Körper einfach nicht mehr wie man selbst es gerne sehen würde." prüfend beobachtete er Begleiter bei diesen Worten, er wollte ob seiner Zusage keinen Streit vom Zaun brechen. Der obwohl der Mann aussah als ob er sich wehren könnte, doch nur ein Richtung nehmen würde. Nämlich das diese drei Sethskinder blutleer vor ihm liegen würden. Einen Moment versteifte sich sein Kiefer dann jedoch entspannte sich Ajax wieder, bereit dem ungewöhnlichen Pärchen zu folgen.

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La Vedova
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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

Beitrag von La Vedova » Do 20. Apr 2017, 15:14

Die Frau lachte leise aber nicht sehr freudig auf „Die Palisade wird gar nichts abhalten, sie wurde wieder abgerissen, aber fragt mich nicht, weshalb. Ein Glück, dass unser Kloster inzwischen wieder in alten Glanze erstrahlt, mit dicken Mauern gegen die Wölfe. Kommt!“


Der Krieger beobachtete den Wanderer misstrauisch, machte sich dann aber auch auf den Weg. Während er neben dem Fremden herging, begann er leise zu sprechen.

„In meiner Heimat, weit im Norden, erzählen sich unsere Väter und Vorväter schon lange Geschichten von einem Mann, der nachts durch de Wälder reitet, begleitet von Erinnerungen…“, er sah zu dem anderen, die Hand stets an seiner Waffe „Er ist ein Wanderer…und er wandelt seine Gestalt wie Kleidung. Er rüstet sich für die letzte Schlacht und sammelt die Engel des Todes um sich. Manchmal kommt er zu unseren Frauen wenn ihre Männer auf Raubzug sind…Oft verkleidet er sich, der Wanderer, er tritt aus dem grauen Zwielicht zwischen Tag und Nacht, tritt aus den Nebeln der Grenzen zwischen den Welten und führt die Verstorbenen in sein Reich….Er ist ein Suchender, der für Wissen alles tun würde, große Wagnisse eingeht und alles geben würde, sogar seine Augen. Sein Gesicht liegt in den Schatten verborgen und man kennt ihn an vielen Orten unter vielen Namen.“


Während er so erzählte, kam der dunkle Umriss des Gebäudes langsam näher. Der staubige Pfad wand sich leicht ansteigend durch die Landschaft und wich dabei dem Dorf Luccoli aus. Immer wieder kamen sie an lichten Wäldchen vorbei, an überwucherten verfallenen Steinmauern zwischen Feldern und an kleinen Schreinen mit einfachen Opfergaben am Wegesrand. Es waren Schreine mit einfachen Holzfiguren, Marienschreine, einige davon ziemlich verwittert.


Der Junge war mehr und mehr zurückgefallen und hatte Steine vor sich her tretend angefangen, auf den Mäuerchen zu balancieren. Auf einen Wink der Frau hin, sprang er jedoch über eine der Mauern am Wegesrand und machte sich flink wie ein Kaninchen auf den Weg zum Kloster.


„Kennt Ihr diese Geschichten, Wanderer?“, fragte der Krieger an den Fremden gewandt. „Seid auch Ihr auf der Suche?“

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Ajax
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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

Beitrag von Ajax » Do 20. Apr 2017, 16:44

Ajax folgte nachdenklich der Frau. Er schien kurz verwundert als sich der Krieger in seine Nähe begab und von einer Geschichte zu reden begann. Interessiert hörte er den Ausführungen zu, ließ dabei jedoch nicht die Umgebung aus den Augen. Sein Blick huschte über das Schwert des Kriegers, den Jungen der so verträumt auf der Mauer balancierte und alsbald über die Schreine am Wegesrand.

"In den Sagen meiner Vorfahren sind es stets die Götter selbst, die so wie ihr beschreibt, unter den Sterblichen wandern. Jeder Epos trägt seine eigene Handschrift. Mit den Epen des Nordens habe ich mich jedoch noch nie befasst. In den Griechischen Mythen gibt es jedoch niemanden der eurer Beschreibung ähnelt. Es könnte jeder von ihnen sein und doch keiner. Wandeln sie aber doch alle unter uns wenn man den Erzählungen Hesiods und Homer glauben darf." er lächelte ein gütiges Lächeln, vielleicht mochte dies dem Krieger aufgefallen sein.

"Und um auf eure Frage zu antworten. Ich suche schon lange nicht mehr. Gibt es doch nicht die eine Wahrheit für welche es sich lohnt alles zu Opfern. Außer natürlich unserem Erlöser Jesus Christus." Die letzten Worte schien er auszusprechen aber man merkte dem Wanderer an, das er sie aufsagte weil er wusst das es von ihm erwartet wurde.

"Aber erzählt, wer ist dieser Wanderer zwischen den Welten ? Welchen Namen trägt er in unserer Zeit ?"

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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

Beitrag von La Vedova » Do 20. Apr 2017, 17:35

Inzwischen waren sie an einem Gatter angelangt, dessen Tor die Frau schnell öffnete, dann lag das Bauwerk vor ihnen. Tatsächlich handelte es sich um ein kleines Kloster, das wohl aus mehreren Gebäuden bestand und von einer Mauer umgeben war. Ein runder Turm ragte in der Mitte auf, der von einem Kreuz bekrönt wurde. EInige Nebengebäude schmiegten sich an die leichten Hügel. Ein Bretterverschlag vor der Mauer und einige Gerüste zeugten davon, dass hier tatsächlich wohl noch immer Hand angelegt wurde, um das Gemäuer in Schuss zu halten. Das Kloster lag still und dunkel vor ihnen.

Der Krieger nickte "Ja, es sind die Götter selbst, die zweischen den Sterblichen wandeln. Sie sehen aus wie sie und sie verhalten sich auch meistens so..aber tatsächlich sind sie es nicht...sterblich. Ihr seid also ein Gelehrter, hm?", brummte er dann. Langsam schien er sich ein wenig zu entspannen.
"Ich bin keiner...also Gelehrter meine ich. Aber ich höre gut zu wenn man mir Sachen erzählt, vor allem Geschichten. Und um mich herum gibt es ein paar..naja, eigentlich nur eine, die immer gerne Geschichten erzählt.."
Als er das sagte, lachte die junge Frau an seiner Seite leise und zustimmend auf. Sie schnalzte mit der Zunge, woraufhin er ihr einen Blick zuwarf "Ich könnte mir vorstellen, dass Sie Interesse an nächtlichen Wanderern haben könnte, die von den Geschichten ihrer Vorfahren gehört haben und sich mit alten Griechen auskennen. Sie erzählt auch immer von diesen Sachen...Achso, der Wanderer, von dem ich erzählt habe, er ist bei uns im Norden als Rabengott bekannt...es ist der Göttervater Odin immer auf der Suche nach Erkenntnis. Und wenn wir schon bei Namen sind, ich bin übrigens Aloisus"
Er streckte den Fremden die behandschuhte Hand hin.

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Ajax
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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

Beitrag von Ajax » Fr 21. Apr 2017, 11:17

Ajax betrachtete interessiert die im Bau befindliche Fassade des Klosters. Ein schönes Gebäude dachte er sich. Der blinde Glaube der Sterbliche zu Dingen bewegen konnte, die sie aus eigenem Antrieb niemals auch nur in Erwägung gezogen hätten, bildete sich in genau diesem Kreuz ab welches den Turm schmückte. Er nahm die Entspannung des Kriegers wahr und entspannte sich ebenfalls, seine Hand glitt unter dem Mantel vom Griff seines Schwertes herunter. Und ergriff die Hand des Nordmanns zu einem Händedruck. Dieser mochte die schiere Kraft die in diesem lag spüren. Möglicherweise auch nicht, da Ajax sich zurückhielt.

"Auf gewisse Weisen sind sie doch sterblich Aloisus. Zumindest die Götter meiner Vorfahren. Ich denke mit euren wird es sich genauso Verhalten. Sie sind trotz allem ihren Trieben und Gefühlen unterworfen. Sie Lieben, werden eifersüchtig, habgierig, verfallen dem Jähzorn. Ihr seht also, wir sind ihr Abbild und sie Unseres. Doch liegt in ihrer Natur etwas, was wir nicht verstehen können, etwas das sich gänzlich unserer Vorstellungskraft entzieht."

"Nun falls eure...Freundin um diese Stunde noch wach ist, würde es mich freuen wenn ihr sie mir vorstellen würdet. Ein Gelehrter...Ja ich denke das ist das richtige Wort. In Konstantinopel, meiner Heimatstadt, lehrte ich meine Studiosi das Trivium und Teile des Quadrivium. Mittlerweile liegt meine Proffesion jedoch im Handel verschiedenster Waren." schloss Ajax ab. Seine Ausbildung im Kampfe erwähnte er nicht, diese mochte dem Aloisus jedoch mehr als offensichtlich sein. Bewegte er sich, trotz seiner möglichen Behinderung, sehr natürlich, etwas das für ihn wohl nur durch Jahrelanges Training möglich schien.

Zwischenzeitlich hatten sie das Tor passiert und während sie so redeten stütze sich Ajax wieder auf seinen Wanderstock, wartend wo sie ihn hinführen würden. Ein Funkeln lag in seinen Augen, nicht angriffslustig, eher gespannt. Er hatte die Andeutungen des Mannes durchaus verstanden.

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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

Beitrag von La Vedova » Fr 21. Apr 2017, 13:02

Aloisus wiegte den Kopf hin und her, als der Wanderer so über die Göttter sprach. Er sagte aber nicht mehr dazu, vermutlich wüsste ein Gelehrter, der alles mögliche unterrichtete, über solche Dinge besser Bescheid als er.
"Naja, also die Witwe als Freundin zu bezeichnen, so weit würde ich nicht gehen. Sie ist eher sowas wie...", er zuckte mit den Schultern. Beinahe hätte er Familie sagen wollen, dich das wäre anmaßend gewesen. "Ich diene ihrem Sohn", formulierte er die Angelegenheit dann neutral.Aber weil es ihm im nächsten Augenblick zu unpersönlich schien, setzte er noch ein "Wir kennen uns seit unserer Kindheit" hinzu, um zu unterstreichen, dass er eben nicht bloß ein einfacher Diener war. Die Frau verbarg ein breites Lächeln und nickte den beiden Männern dann zu "Ich werde sie fragen, ob Sie Interesse hat. Wir haben ja sowieso noch etwas zu besprechen, ich nehme also an dass sie noch auf ist Wen darf ich denn ankündigen?"

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