Stadtluft macht frei [Verwaltung]

Welche Gespenster gehen um in der Domäne? Worüber redet das Volk und seine dunklen Herrschaften?
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Il Narratore
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Stadtluft macht frei [Verwaltung]

Beitrag von Il Narratore » Mo 20. Jul 2015, 21:44

Das politische System von Genua ist jung und unbedarft - erst 958 erkannte der König von Italien, Berengar II., die Siedlung als Stadt an und übertrug ihr alle Rechte einer freien Stadt. Wer auf Jahr und Tag innerhalb der Mauern Karls des Großen verbleibt, der ist Bürger dieser Stadt und nur dem König von Italien Untertan.
Zwangsläufig führt dies zu Komplikationen, da die Stadt ebenfalls Sitz des Bischofes von Ligurien ist und umliegende Gebiete weiterhin den Markgrafen von Ligurien - den Obertenghi - unterstehen.

Auch verfügt die Stadt selbst nun über eine ordnungsgemäße Verwaltung, die zwar nicht in Statuten und Konstitutionen festgeschrieben steht, sich aber aus dem tiefen Gefühl der Einigkeit aller Genovesi und ihrem Stolz auf die neugewonnene Unabhängigkeit speist.

Es gibt eine Regierung aus sieben weisen Männern - den sechs Consuli (Konsulen) und dem Sindaco (Bürgermeister), die zugleich auch die Vorstehenden der sechs Kompanien, Compagnie, sind.
Diese Kompanien verwalten jeder einen der Sestieri von Genua, sodass der Konsul einer Kompanie immer auch ein Regierungsmitglied ist.
Diese Konsuln verfügen in ihrem Gebiet über Regierungshoheit, Steuerverwaltung, Rechtsprechung über Mitglieder und das Recht, in seiner Kompanie öffentliche Ämter zu verteilen.
Innerhalb der Regierung erfüllen sie aber eine besondere und spezifische Aufgabe, wie etwa die Abwehr von Bedrohungen, den Überseehandel, den Landhandel, die niedere Gerichtsbarkeit über Nicht-Mitglieder der Kompanien, die Steuerverwaltung und die Diplomatie. Diese Aufgaben sowie das Amt des Bürgermeisters werden alle drei Jahren von der Generalversammlung aller Kompanien vergeben.
[Anmerkung: Zur Bearbeitung offen! Ich habe erst einmal 3 Jahre genommen, damit das Amt auch was bewirkt, da es höchstwahrscheinlich schnell Ghule sein werden. 1 Jahr wäre mir zu hektisch, 6 zu lang.]

Wie es der Zufall so will, verfügt jeder der Sestieri von Genua über ziemlich genau fünf Sitze im Senat, sodass eine kleine Gruppe von nur 30 Mannen die Geschicke der Stadt lenkt.
Diese Körperschaft der edelsten Männer Genuas setzt sich zusammen aus denen, die den großartigsten und besten Leumund in der Gemeinschaft haben, deren sozialer Einsatz für die Stadt und deren Tatkraft unbestritten ist. Selbstverständlich ist es da, dass der Großteil dieser Männer sich auf fünf Namen reduzieren lässt. Zwar gibt es auch einige große Bürgerliche - doch auch deren Frauen trugen einst den Namen Arduinici, Brigori, Embriaci, Fieschi, Spinola.
Es ist also jedes Mitglied einer Kompanie auch zugleich Mitglied des Senates.
Und Senatore, das wird man nur auf eine Art: Freie und gerechte Wahl der Bürger seines Bezirkes. Natürlich muss der Kandidat in diesem Bezirk leben, wohnen und tätig sein, damit die Menschen seine wirkende Hand würdigen können. Selbstverständlich sind nur die guten Bürger der Stadt zur Wahl berechtigt, also die Händler und Handwerker, und weder der Klerus (der der Kirche angehört) noch das Tagelöhnerpack ist zur Wahl oder Kandidatur berechtigt.
Wer vom Volk zum Senatore ernannt wird, gehört dem Senato auf Lebenszeit an.

Der Senat versammelt sich und verabschiedet in freier Diskussion untereinander die von den Konsuln und ihren Kompanien ausgearbeiteten Verordnungen zu Steuern, niederer Rechtsprechung, Handel, Handwerk, Maßen, Baumaßnahmen, Beamtenstellen, Transportwegen, Armeeaufstellungen usw. usf.
Der Bischof von Ligurien steht diesem Rat bei, leitet die Diskussion im Sinne der heiligen Mutter Kirche und segnet jedes Gesetz im Namen Gottes, auf dass es seine Wirkkraft entfalten möge.
Nur ein Konsul kann die Mitglieder des Senates in seiner Kompanie verurteilen.

Kurzfassung:
Jeder Bezirk hat eine lokale Regierung von fünf angesehenen Bürgern (Kompanie).
Der Vorsitzende eines Bezirks heißt Konsul und führt diesen Titel auf Lebenszeit.
Zusammen bilden die Vertreter aller sechs Stadtteile den Senat.
Der Senat beschließt Gesetze, Verordnungen, Festlegungen usw.
Der Bischof segnet jedes Gesetz und verleiht ihm erst göttliche Wirkungsgewalt.

Mitglied einer Kompanie (und damit des Senates) wird man durch freie, öffentliche Wahl der Händler und Handwerker der Stadt bestimmt.
Jeder aus diesen Schichten darf jederzeit öffentlich seine Kandidatur bekanntgeben.
Die Kompanie befindet über Ort und Zeitpunkt der Abstimmung.
Klerus, Nicht-Bürger und Arme sind von der Wahl ausgeschlossen.
Die Stadtregierung setzt sich meist zusammen aus sechs Konsuln und einem Bürgermeister, vom Senat alle drei Jahre gewählt.
Jedes Mitglied schwört einen heiligen Eid auf die Statuten der Stadt und des Senats.
Der Bürgermeister muss vom Grafen und Bischof als Vertreter der Stadt anerkannt werden.
Ausschluß aus dem Senat ist durch schwere Verbrechen gegen die Res Publica (öffentliche Sache) oder Tod möglich.

Eine Liste der vorläufigen Kompaniemitglieder folgt. ;)

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Il Canzoniere
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Re: Stadtluft macht frei [Verwaltung]

Beitrag von Il Canzoniere » Di 1. Mär 2016, 22:28

Die ehrenwerten Herren des Senates zu Genua:

Broglio
Konsul Luca Fieschi, der Großbauer, Freund der Melissiden
Luigi Spinola, Schweinebauer
Valentino Trucca, Fuhrunternehmer, Freund der Melissiden
Fulvio Serpico, "der Fleischer" Cousin der Spinola
-vakant-

Clavicula
Der graue Silvio, Hauptmann der Miliz
Konsul Vico , geschimpft der König der Diebe
Donato 'Vespa'
Veccio
Mario Testo

Domus
Konsul Gottfredo Fieschi, Cousin 2ten Grades des Pietro L. Fieschi
Cesare Agnelli, Färber und Schwager der Fieschi
Constantin Ucello, Krämer und Schwager der Spinola
Fulvio Embriaci, Cousin von Francesco Embriaci
Joseo Carpentiere, Zimmermann

Platealonga
Konsul Giovanni da Venti, Großhändler, Schwager der Arduinici
Enrico Fieschi, Betreiber diverser Markstände, Cousin der Fieschi
Giuseppe Brigori, Betreiber der einzigen Werft und Neffe des Alrado Brigori
Gianluca Marchetti, Großhändler und Schwager der Embriaci
Danielo Pietro Spinola, ehemaliger Kapitän und Unternehmer

Raveccha
Konsul Fabrizio Fieschi, größter Winzer
Danielo di Mare, Gastwirt und Vermittler, Freund der Spinola
Juliano Brambilla, Besitzer von Waffenwerkstätten, Freund der Arduinici
Ottovani Scuto, Gastwirt und Schwager der Brigori
Bernardo, Kneipenwirt und Bekannter der Spinola

Mascharana
Konsul Antonio Lugo Embriaci, Hauptmann der Miliz und Cousin von Francesco Embriaci
Francesco Embriaci, Patriarch der Embriaci, Eisenhändler
Marco Arduinici, Patriarch der Genueser Arduinici, Cousin des Grafen von Turin
Armando Pietro Fieschi, Patriarch der Fieschi, Großgrundbesitzer, Sindaco von Genua
Tommaso Bianchi, Patriarch der Bianchi, Überseehändler

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