[1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Seresa » Sa 16. Dez 2017, 17:25

„Womöglich solltet Ihr Euch Verbündete suchen, werte Angelique, welche redlich interessiert daran sind, Eure werten Vorhaben diesbezüglich zu unterstützen. Wahrlich verweile ich noch nicht lange hier und ist Politik nichts was ich ersuche zu betreiben, jedoch sticht es selbst jemandem wie mir ins Auge, dass es hier in Genua durchaus einige talentierte und ehrgeizige unserer Art gibt, welche das Spiel der Politik mit einer beängstigenden Meisterhaftigkeit zu inszenieren wissen.“

Seresa nickte respektvoll der Malkavianerin zu. Schwieg für einen kurzen Moment.

„Bitte seid versichert, werte Angelique, dass ich Eure Redlichkeit mir gegenüber nicht in Frage stelle, gabt Ihr mir bisher wahrlich noch keinen Grund hierfür.“

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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Angelique » Sa 16. Dez 2017, 18:25

Angelique winkte geschmeichelt ab. "Ach, gebt Euch nicht zu schnell auf. Die anderen werden schon einen Weg finden, Euch gegen mich aufzubringen.

Und solche Verbündeten, wie Ihr sie mir empfehlt, sind selten, glaubt mir."
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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Seresa » So 17. Dez 2017, 15:24

„Nun, wie Ihr selbst sagtet, werte Angelique, sie sind selten.“

Seresa schwieg für einen kurzen Moment.

„Bitte erlaubt mir offen und direkt mit Euch zu sprechen, werte Angelique. Selten bedeutet nur, dass sie nicht in jener Anzahl anzutreffen sind, wie der Sand am Meer. Es bedeutet jedoch nicht, dass es sie nicht gibt.“

Seresa schenkte der Malkavianerin ein sanftes Lächeln und nickte ihr höflich zu.

„Ich bin mir sicher, dass eine weise Person wie Ihr eines Nachts den Richtigen oder die Richtige finden wird.“

Erneut folgte ein respektvolles, langsames Nicken ihres Kopfes.

„Was jedoch Eure Sorge bezüglich des Aufbringens gegenüber Euch angeht, werte Angelique, so seid bitte versichert, dass ich aufmerksamer sein werde und redlich versuchen werde meinen eigenen Verstand besser zu bemühen, um nicht erneut ähnlich unhöfliche und unziemliche Dinge zu tun, wie Eure Domäne zu betreten, ohne mich Euch zuvor vorzustellen und Euch um Erlaubnis zu bitten.“

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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Angelique » Di 19. Dez 2017, 22:28

"Den Richtigen finden...", echote das kleine Mädchen und seufzte aus der Tiefe ihrer Seele. "Das habe ich schon, sogar häufiger. Aber dann hat das Schicksal, wenn immer ich gerade beschäftigt war, zugeschlagen und sie mir geraubt. Meinen Liebsten, meinen väterlichen Freund, meine Lehnsherrin."

Sie machte ein "Puff" und lachte verzweifelt. "Alle weg! Schneller als eine Ratte in einem Aquädukt!"

Sie summte leise und wiegte sich mit umschlungenen Armen, als würde sie jemanden herzen. "Alerio", murmelte sie.
"Wieder war ich zu feige. Sonst wäre ich jetzt bei dir."
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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Seresa » Di 19. Dez 2017, 23:51

Seresa senkte ihren Blick und sah verunsichert auf den Boden vor ihr. Alerio. Sie hatte den Namen bereits mehrere Male gehört. Von Brimir, als dessen Lehrer. Von Ilario als dessen Clansbruder. Von Fabrizio als dessen Clansbruder und Mörder. Mörder. Sofern dieser Begriff überhaupt passend war für jemanden, der laut eigener Aussage in Notwehr gehandelt hatte. Von Angelique deren Liebster oder väterlicher Freund. Wer auch immer dieser Lasombra gewesen war, er schien viele Kainiten auf die eine oder andere Art berührt zu haben. Schließlich fand Seresa ihre Stimme wieder und blickte zu der Malkavianerin.

„Bitte verzeiht, werte Angelique. Ich bedaure aufrichtig, Euch an Euer Unglück, bezüglich Eurem väterlichen Freund oder gar Liebsten erinnert zu haben. Bitte seid versichert, es war nicht meine Absicht.“

Während man wohl von einer Frau erwartet hätte, dass sie das Kind vor ihr in die Arme genommen hätte und getröstet hätte, wirkte Seresa seltsam distanziert. Womöglich war sie schlicht zu rational. Sah in dem kleinen Mädchen vor ihr kein kleines Mädchen, sondern eine Frau, die fast drei Mal so alt und wohl sechs Mal so lange ein Kainit, wie sie selbst war. Da war kein Trost in den Handlungen, welche Seresa der Malkavianerin hätte spenden können. So blickte sie nur verlegen zu Boden, ob der ihr sichtlich unangenehmen Situation. Dann zwang sie sich erneut zu dem Mädchen zu blicken.

„Ich gestehe, ich verstehe durchaus Euren Wunsch Alerio wieder nahe zu sein, werte Angelique. Bitte verzeiht die Offenheit und Direktheit meiner Worte Euch gegenüber, werte Angelique, jedoch glaube ich fest daran, dass Ihr nicht feige wart, sondern der Herr schützend seine Hand über Euch hielt. Dass er andere Pläne mit Euch hat und er Euch an anderer Stelle benötigt. Wir wissen nicht, wann unsere Zeit kommt, vor den Herrn zu treten. Ob heute, in einem Jahr, in einem Jahrzehnt, einem Jahrhundert oder gar in einem Jahrtausend. Jedoch glaube ich fest daran, dass wir Jene eines Tages wiedersehen werden. Dass sie nicht von uns gegangen sind, sondern nur voraus.“

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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Angelique » Mi 20. Dez 2017, 22:40

Angelique schaute sie lange und eindringlich an. Sie lächelte schießlich sanft.
"Ihr seid wirklich sehr, sehr höflich und nett", sagte das Mädchen. "Es zeigt mir wieder, wie unterschiedlich die einzelnen Individuen der Blutfamilien sein können.

Danke für die hoffnungsvollen Worte, die der Seele Frieden geben können.
Fast möchte man glauben, Ihr seid eine sanfte Salubri. Seid Ihr sicher, Euer und Amalias Sire haben Euch nicht vertauscht, als Ihr erschaffen wurdet?"

Das untote Kind konnte wohl nicht anders, als selbst bei so etwas zu spotten.

"Oh," fügte es an, "ich sprach von zwei Personen: Alerio, mein Liebster, und Gaius, mein väterlicher Freund. Der eine tot, der andere politische Geisel."
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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 22. Dez 2017, 00:03

Die Brujah hatte der Malkavianerin dankend zugenickt, als diese sie als höflich und nett bezeichnet hatte. Als sie geendet hatte, antwortete Seresa.

„Wahrlich wurde ich nicht zu Jener gemacht, zu welcher ich bestimmt war zu werden. Doch ich gestehe, es war nicht der werte Clan der Salubri, der sein Augenmerk auf mich gerichtet hatte.“

Seresa schwieg für einen kurzen Moment.

„Die Zeit des Haderns, ob jenem Schicksals ist jedoch seit vielen Jahren vorüber, werte Angelique. Ich habe meinen Frieden damit geschlossen, wessen Blut in meinen Adern fließt und welche Konsequenzen dies für mich hat.“

Sie schwieg erneut nachdenklich, bevor sie weitersprach und sanft nickte.

„Ich hörte von dem bedauerlichen Schicksal beider.“

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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Angelique » Fr 22. Dez 2017, 16:03

"Aaah", machte Angelique mit großen Augen. "So höflich und zuvorkommend. Wie geschaffen für das höfische Parkett, für die große Bühne der Politik.
Ihr wart tatsächlich für die Ventrue bestimmt und die Kriegerphilosophen haben Euch den herrschenden Löwen weggeschnappt. Wie ungezogen!"

Sie drohte schelmisch mit dem Finger und machte "Tsts".
Dann hob sie die Schultern und lächelte freundlich. "Verlust für die Löwen, Gewinn für Euch. Sofern Ihr nicht unsterblich in Euren verhinderten Sire verliebt seid, natürlich.

Und hört bitte auf, mich zu Ihrzen. Ich bin nur Angelique, Müllerstochter aus dem dritten Stand und vom verfemten Hause Malkavs. Ein ,Du' ist völlig ausreichend, Hochwohlzweimalgeboren."
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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Seresa » Fr 22. Dez 2017, 18:40

„Und ich bin nur Seresa, einfache Schreiberin mit einem geschenkten, nicht gewählten Fluch. Ein ´Du´ ist auch mir gegenüber völlig ausreichend, werte Angelique.“

Seresa nickte der Malkavianerin respektvoll zu, während sie ihr selbst im Gegenzug das Du angeboten hatte.

„Jedoch muss ich dir bedauerlicherweise mitteilen, dass du dich irrst, mit deiner Annahme. Die Ventrue herrschten dort nicht.“

Sie schwieg für einen Moment, bevor sie fortfuhr.

„Sie knieten. Doch du hast recht in dem Punkt, wenn du sagst, dass es trotz allem ein Gewinn für mich war. Die Alternative hätte gelautet, dass sich mein Körper nun sechs Fuß unter dem Gras befunden hätte und ich in dieser Nacht nicht dieses überaus angenehme Gespräch mit dir hätte führen dürfen.“

Seresa nickte Angelique mit einem ehrlichen und sanften Lächeln auf den Lippen zu.

„Bitte lass mich wiederholen, werte Angelique, dass ich das Interesse an der Politik nicht teile. Kreuze ihre Wege nur, sofern es sich nicht vermeiden lässt. Umgehe sie, sofern es mir möglich ist. So wenig wie ich eine Kriegerin bin, bin ich eine Politikerin. Mir fehlen für das höfische Parkett wahrlich die passenden Umgangsformen und die Unbeschwertheit mir mit schmeichelnden Worten die Gunst meines Gegenübers zu sichern. Mir fehlt für die große Bühne der Politik wahrlich die Doppelzüngigkeit und das Geschick mit geplanten Worten das Verhalten meines Gegenübers zu steuern. Jemand sagte einst: Es ist nicht möglich, einem Stein das Schwimmen beizubringen.“

Sie zuckte leicht mit den Schultern.

„Ich respektiere die Ansprüche anderer. Versuche nicht etwas an mich zu reißen, was nicht das Meinige ist. Genua ist - mit allem gebotenen Respekt - voll von den Netzen wahrlich geschickter Spinnen. Würde ich versuchen auf dem höfischen Parkett zu tanzen, auf der großen Bühne der Politik zu agieren, würde ich nichts anderes tun, als mich mit meiner Unerfahrenheit und Geradlinigkeit ihnen schutzlos und hoffnungslos auszuliefern.“

Erneut zuckte sie mit den Schultern.

„Zumal meine Interessen schlicht in anderen Dingen liegen.“

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Re: [1003] Verwirrende neue Nachbarn [Angelique, Seresa]

Beitrag von Angelique » Sa 23. Dez 2017, 17:17

"Pah, einem Stein kann man das Schwimmen nicht beibringen? Da fehlt es dem weisen Lehrer wohl eindeutig an Kreativtät!

Ein paar Schweinsblasen mit Luft gefüllt, wie sie die Muscheltauscher verwenden, am Stein befestigt und schwupps, schwimmt er.
Den Stein im Winter auf eine lose Eisscholle gelegt und er schwimmt auch.
Den Stein verzaubert und hui, schwimmt er.
Wenn er noch dazu ein Bimsstein ist, dann schwimmt er sowieo."

Das Mädchen grinste und tippte an seine Schläfe. "Hier ist die Grenze, die den Stein einschränkt. Versteht man das, gibt es für alles einen Weg."
Triumphierend und mehr als nur ein bißchen altklug stemmte es seine Fäustchen in die schmalen Hüften und stampfte bestätigend mit dem nackten Fuß auf.

Angelique winkte ab. "Aber was weiß ich schon? Ich bin nur eine Müllerstochter. Dumm und ungebildet wie drei Schritt Feldweg, aber immerhin hat meine Sire was halbwegs Kluges daraus gemacht."

Neugierig fügte sie hinzu: "Oh, worin liegen dann Eure Interessen?"
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