Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

[Juni '17]

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Angelique
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Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Angelique » Fr 9. Jun 2017, 12:56

Im Licht des Abends näherte sich eine kleine, aber furchterregende Gruppe über die gewundenen Hohlwege des Bergwalds der Position von Ramons Lager.
Fünf abgerissen wirkende Bogenschützen mit den harten Gesichtern von lombardischen Landmilizen sicherten aufmerksm und doch in der Lässigkeit der Gewohnheit nach allen Seiten die Umgebung. Ein kleiner Fünfertrupp aus schwer gepanzerten und große Schilde in provinzialischem Grün, Weiß und Rot führenden Fußsoldaten mit Stichlanzen und tödlichen Hiebschwertern marschierte hinter einer beeindruckenden Schar aus ebenfalls fünf Reitern auf Reitpferden, denen Knappen furchterregende riesige Rösser führten, wie sie in diesen Lande gänzlich unbekannt waren. Ihre riesigen, tropfenförmigen Schilde führten Muster, wie sie aus dem rauen Norden des Frankenreiches bekannt waren. Die Herkunft der verschnörkelten Rabenmuster und Drachenmotive zeigte ihren wilde und barbarischen Stammbaum. Es mussten Normannen sein, die gefürchteten Reiterkrieger, die als die neue Cremé della Cremé der Söldner Europas galten.

Die zehn Fußsoldaten wurden von einem Armbrustschützen aus dem Areletischen angeführt, dessen Augen mit der beginnenden Dunkelheit wie die einer Eule zu glimmen schienen.

Die Reiter aber führte ein gepanzerter Krieger an, der von Kopf bis Fuß in Kette gepanzert war und selbst die Gesichtsmaske immer trug. Sein Schild zeigte einen verschnörkelten schwarzen Rabenvogel. Ein fanatisches Feuer glomm grimmig und fiebrig aus den blauen Augen, die als einziges vom Gesicht des Mannes sichtbar blieben.

"Heyda", rief die sonore und befehlsgewohnte Stimme des Anführers in den dunkelnden Wald hinein, "Perfièche Ramon, deine Milites sind hier!"
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Ramon
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Ramon » Fr 9. Jun 2017, 15:01

Ruhig lag das Lager der Gemeinde im Wald, etwas Glut glomm noch in einer Feuerstelle vor den Jurten, in denen wohl der Rest der Gemeinde schlief. einzig Ramon selbst hockte mit seiner liebgewonnenen Sousanna im Arm noch vor den Glutresten des Lagerfeuers, wären die Söldner nicht gewesen, so hätte diese Situation sicher etwas romantisches. als Ramon die Gruppe ins Lager schreiten sah, einnehmend wie sie waren, hielt er sie zunächst für Agenten des Clans der Schatten, die gekommen waren um ihn zu vernichten, man sah ihm deutlich die Anspannung an, während er zu zählen begann. 5 Reiter, 5 Bogenschützen, 5 Schwertkämpfer.. das waren keine Agenten ... das waren die Früchte ihrer Arbeit ! Ramon ließ sanft von Sousannas Hals ab, den er vorher noch so zärtlich liebkost hatte, und erhob sich, bemühte sich einen fähigen Eindruck zu machen. in seiner einfachen Kleidung wirkte der Brujah nicht undbedingt wie jemand, der diese Männer anführen konnte. seine Körperhaltung jedoch ließ vermuten das hinter der Fassade des einfachen Perfectii ein fähiger Krieger darauf wartete, diese Männer anzuleiten. Entschlossen hob er seinen Arm zum Gruß während er der Gruppe entgegenlief , und begann dem Reiter zu antworten, der wohl der Anführer der Gruppe war.


Und sie sind zahlreich , gut gerüstet und motiviert, Taten zu vollbringen und die unsrigen zu schützen !
ich werde Leonardo sofort nach Borgo schicken, um die Vorräte aufzustocken, es soll euch an nichts mangeln, wenn meine Milites mir etwas zu sagen haben, so sollen sie offen sprechen, sie werden von mir nichts mehr zu fürchten haben, als klare Antworten ! richtet der Verehrten Angelique alles erdenklich gute aus, Ich bin mir sicher das wir uns schon bald handelseinig werden ! doch was rede ich hier, setzt ersteinmal alle ab, bindet eure Pferde an und setzt euch, es gibt viel zu besprechen, und es soll nicht euer Nachteil sein . seid ihr mein neuer Capitan ? auf welchen Namen hört ihr ?


Ramons Begeisterung war ihm sichtlich anzumerken. Aufmerksam begutachtete er alle Krieger, begrüßte jeden von ihn mit einem persönlichen Handgruß. Als er geendet hatte würde er sich kurz zu Sousanna umdrehen, ihr eine Hand entgegenstrecken und ihr bedeuten doch neben ihn zu treten. Er wollte sie an seiner Seite wissen, hatte sie doch nicht unwesentlich zu diesem Erfolg beigetragen.
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Angelique » Fr 9. Jun 2017, 15:41

Der enigmatische Hauptmann sog scharf die Luft ein! Jurten! Erinnerungen kamen ungewollt in ihm hoch. Längst vergangene Tage an der Grenze der wilden Ostmark vorm gesetzlosen Merseburg, als die barbarischen Ungarn, damals noch Teufel anbetende Reiterkrieger das Reich bedrohten.
Er zwang sich, nicht nach dem Schwert zu greifen. Wie kam ein Kastillier ausgerechnet zu Jurten? War sein Erschaffer Ungar oder Seldschuke, der vor den verfluchten Byzantinern und ihrer Verfolgung geflohen war?

Seit er Angeliques Blut getrunken hatte, konnte er sich nie mehr beruhigen, aber er konnte so tun, als ob.
Scheinbar gelassen glitt er vom Ross. "Fasst die Destriers lieber nicht an, bons òmes", warnte der Vermummte die Leute des Lagers und gab sich durch die Anrede zugleich als ebenfalss den tesseyres angehörig zu erkennen. "Sie beißen und treten, um zu töten."

Er lachte und verbeugte sich leicht. "Nennt mich Capitani Còrb."

Sowohl Ramon, als auch die gewitzte Sousanna mochten erkennen, dass Schwert und Armbrust und wohl auch die Augen zu Roger, dem Vasallen Angeliques gehören mussten.
Auch der Anführer der Fußtruppen war ohne Zweifel einer von Angeliques Getreuen.
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Sousanna » Fr 9. Jun 2017, 20:28

Mit einem friedlichen Lächeln hatte sich die Byzantinerin an den Brujah geschmiegt und die Nähe und Liebkosungen genossen. Fast hätte sie, die so menschlich wirkte, vergessen, dass sie es nicht war. Fast hätte sie sich wie jenes übermütige Mädchen gefühlt, dass sie einst gewesen war und das ihr Leib immer noch vorgab zu sein.
Doch dann waren die Söldner erschienen und das Geräusch hatte sie kurz zusammenfahren lassen. Sie war eben nicht mehr jenes blauäugige Mädchen, dass auf Gott und den Schutz durch edle Helden vertraute - und derartige Laute, bedeuteten eher Gefahr. Als sie sich jedoch umgewandt hatte, war ein Lächeln in ihrem hübchen Gesicht zu sehen. Über diese Soldaten freute sie sie sich tatsächlich.

Während Ramon sich mit der Begrüßung beschäftigt hatte, hatte sie mit der funkelnder Begeisterung eines Kindes die Pferde und Männer betrachtet. Wobei überraschender Weise ihr Lächeln und das beselte Glitzern in den dunklen Augen den Tieren galt. Sie hatte früher gelernt zu reiten und immer viel Freude dabei gehabt, doch leider war es nie zu mehr als den Grundlagen gekommen. Vermutlich hätte sich demnächst auch ihre zarte Hand gehoben, um eines der Pferde vorsichtig zu berühren, so dass die Warnung Rogers gerade noch rechtzeitig gekommen war.
Mit einem leicht ertappten Schmunzeln trat Sousanna also an die Seite des Predigers und barg zufrieden ihre Hand in seiner. "Es ist schön euch hier begrüßen zu dürfen, Capitani Còrb.", lächelte sie Angeliques Getreuen dann an und neigte leicht das Haupt.
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Angelique » Sa 10. Jun 2017, 09:40

Immer noch verstört die Jurten betrachtend, nahm der Mann seinen Helm ab und warf ihn zusammen mit seinem Schild einem sommersprossigen Pagen zu, der sich um das Pferd kümmerte.

Mit den Söldnern war natürlich eine Entourage an Nichtkombatanten mitgekommen.
Fünf drahtige, sehr junge Sackmänner, bettelarm und mit den hungrigen Augen der Ambition. Natürlich die üblichen Pagen und Knappen der Normannen, die Pferde und Ausrüstung der harten Krieger versorgten. Einige abenteuerlustige Marketenderinnen und ihre Bastardkinder und Dirnen waren dabei.

Mehr eigentlich, als eine so neue und kleine Söldnergruppe schon haben sollte.
Der Armbrustschütze schien ihren Hurenweibel zu machen.

Còrb ließ sich von ebenjenen ein sorgfältig gerolltes Banner bringen und überreichte es Ramon. Es zeigte den aufsteigenden Bären mit dem Taukreuz, den man immer auf Rogers Schild gesehen hatte.

"Die Domaisèla wünscht, dass du das hier bekommst. Es zeigt das Symboltier des Ersten und das Tau-Kreuz, das ewiges Leben verheißt. Es gehörte ihrer Söldnerkompagnie, die jahrelang treu die Juden auf ihren gefährlichen Handelsreisen begleitet hatte, aber", mit jedem Wort wurde die Stimme bitterer, "betrogen wurde und ihr Hauptmann in die Acht getrieben."

Er fing sich schnell wieder und sagte hinter dem Kettenschleier hervor: "Die Domaisèla wünscht, dass du es bekommt, nutz es selbst für deine Söldner, es war bislang im Felde unbesiegt."

Er verbeugte sich vor Sousanna. "Bèl Dama."
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Ramon
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Ramon » Fr 16. Jun 2017, 15:04

Ramon blickte Roger ehrfürchtig an, fast so als würde er ihm grade den Heiligen Gral überreichen er entrollte das Banner, und rammte es in den Boden. Während es vom Wind hin und her wehte, wendete er sich erneut mit einigen Worten an die Kompanie, und die beiden Ghule

Wir werden diesem Banner zusammen, als Kompanie Ehre bringen, das verspreche ich euch, wir werden vielleicht auf Widerstand treffen, der uns übermächtig, oder dämonisch erscheint, doch auch gegen diese Gegner werden wir bestehen ! Ihr seid erfahrene Männer, ihr seid fähig all das zu erreichen, Wir werden schon bald unseren Ersten Gemetzel haben, doch momentan ist es vorallem von Wichtigkeit das Lager zu befestigen, Capitanes , sichert das Lager und lasst eure Männer sich einrichten, dann werden wir sehen, wie ihr sie auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereiten könnt!Die Domeisela wäre sehr stolz auf euch, könnte sie euch grade sehen.

gespannt wartete Ramon die Reaktion der Kompanie ab.
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Angelique » Sa 17. Jun 2017, 14:49

"Ihr habt den Mann gehört!", bellte der Hauptmann mit sonorer Stimme. "Wall um das Lager aufschütten, V-Graben! Kein Abendessen bis das steht! Dann Zelte aufbauen! Knappen, Pferde versorgen, Weiber, macht Essen und kocht das Trinkwasser ab!"

Er griff Etienné an der Schulter. "Pass auf, dass keiner den Perfecti stört", raunte er, "der ist empfindlicher als eine Frau mit Mondblut und genauso giftig!"

"Segur, Capitani", meinte der Sergeant grinsend und hob den rot bemalten Panzerhandschuh zum breitkrempigen Eisenhut.

Mit melodischem Klirren seiner Rüstung ging der Hauptmann dann zu dem ungezügelten Untoten.

"Mèstre Ramon, hier die Condotta", sagte er und überreichte ein eingerolltes Pergament.
"Die Domaisèla lässt fragen, ob sich ihre Armbrustschützen auch zum Lager gesellen könnten. Es würde nichts den Mèstre mehr kosten."
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Sousanna » Sa 24. Jun 2017, 16:03

Leicht und anerkennend hatte Sousanna das Haupt vor dem Krieger geneigt und gelächelt.
Den Rest überließ sie Ramon und Roger. Sie sollten diese Dinge klären. Von Militär hatte sie keine Ahnung und es war spannender, zuzusehen, wie sich hier ein kleines Lager mit Soldaten aufbaute.
Interessiert folgten ihre Blicke also den gehorchenden Söldnern. Auch wenn ihre Begeisterung immer noch hauptsächlich den Pferden galt.
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Ramon » Sa 24. Jun 2017, 16:23

Ramon musterte Etienne eingehend, ehe er den Artikelbrief entgegennahm und ihn eingehend studierte, und dann zustimmend nickte.

richtet der Domaisèla aus, sie ist ihrer Position mehr als würdig, und sie entscheidet sehr weise.
Der Artikelbrief wird von mir sogleich unterzeichnet, außerdem wünsche ich das jeder Kämpfer ebenfalls seine Zeichen setzt. Die Armbrustschützen dürfen gerne zu uns stoßen, sofern sie , bevor sie ihren Dienst bei irgendeinem anderen Herren antreten mein Lager eine Nacht vorher verlassen. Ich plane übrigens unser Lager in das Ferregianotal zu verlegen, ich hoffe es ist kein Problem für die Domaisèla wenn ihre Armbrustschützen dort gemeinsam mit uns lagern. Meine Verlobte Sousanna wird euren Leuten weitere Anweisungen geben, wo sie mit dem Kochen beginnen können oder ihre Zelte aufschlagen können, ich werde derweil den Artikelbrief unterzeichnen, und einige weitere Vorkehrungen treffen, und mich dann später bei euch melden.


Ramon blickte lächend auffordernd zu Sousanna, auch um sie und ihre Position vor den Söldnern zu stärken hatte er ihr Platz eingeräumt. Würde sie keinen Einwand erheben, würde er sich mit dem Artikelbrief in die Mittlere Jurte zurückziehen , um den Vertrag mit seinem Blut zu besiegeln.
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Re: Die entwurzelte Eiche [Ramon, Roger]

Beitrag von Angelique » Sa 24. Jun 2017, 16:40

"Verlobte?", echote der Vermummte erstaunt. Trocken sagte er dann: "Glückwunsch! Auch für die Bèl Dama."

In ihm überschlugen sich die Gedanken. Verlobung, so unbefangen und fröhlich wie zwei Kinder im Lavendelfeld vor fast hundert Jahren. Ohne zu verstehen, wie wenig Zukunft oder Sinn so etwas hatte.
War das ein Spiel unter Perfecti, das er nicht verstand? Er kannte Angelique in und auswendig, jeden Zoll ihres Leibs, jede verworrene Windung ihres Verstands. Aber die anderen waren wie Buch mit sieben Siegeln. Manche wie Hauptmann Brimir, der Krieger der Heiden, verständlicher, aber die meisten irre wie ein Märzhase.
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