Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

[Juni '17]

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Gaius Marcellus
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Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mo 5. Jun 2017, 23:06

Viel zu lang war es hergewesen, als Gaius das letzte Mal mit Brimir einfach nur so gesprochen hatte... keine Pläne ausgeheckt, keine dienstlichen Angelegenheiten geregelt. Es waren sicher fünfzehn Jahre ins Land gezogen, als Gaius in jenem Dorf auf Brimir gestoßen war... sie aufeinandergestoßen waren. Der rehabilitierte alte Ordnungshüter und der aufstrebende junge Amtsträger.
Sie kannten sich kaum, die geliebte des Gangrel hatte ihn seit jener Nacht sogar als dessen beinahe Mörder gehasst, aber sie hatten damals schon direkt ein Gespräch... offen und direkt. Und einen Kampf. Heißblütig und mit für alle überraschendem Ergebnis. Damals hatten sie ihre Absprache getroffen, sich gegenseitig zu (neuer) Macht zu unterstützen, vor allem, sich zu erfolgreichen Mondsenatoren zu erheben...
Heute war dieses Ziel erfüllt.
Wenig später hatten sie sich damals erneut getroffen, erneut gekämpft, viel gefährlicher aber erneut mit überraschendem Ergebnis. Damals hatte es keinen Sieger gegeben, nein eher, keinen Verlierer. Nach diese Blutbad schlossen sich die zwei Kainiten noch enger zusammen, im losen Bündnis. Ein Bündnis, das vor allem der Domäne bisher Früchte gebracht hatte.
Diese Ziele waren noch lage nicht final erfüllt.

Damals war Gaius offen und frei in Brimirs Revier gewesen, hatte sogar dessen Einladung erhalten, in dessen Wald zu jagen... vermutlich wusste Brimir, wie wenig Gefahr für seinen Wildbestand von Gaius ausging. Aber der Gangrel sei immer verschlossener geworden, immer protektiver... so galt es, alte Freundesbande zu erneuern, neue Pläne zu schmieden und zu sehen, wie viel das alte Blut im Boden der Arena heute noch pochte.

So schritt Gaius also in jener klaren Vollmondnacht über die verregneten Straßen, Wege eher, die nach Lucoli führten. Er trug eine schwere Laterne, einen schweren Wallodenmantel und Brimirs schweres Schwert. Strebte nach Lucoli, grüßte jede Nachtkrähe die ihn erblickte, strebte auf die Gaststätte zu, hoffte in jener Nacht fündig zu werden oder zumindest persönlich Botschaft zu bringen.
Frohe Botschaft.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Brimir » Di 6. Jun 2017, 14:50

Je näher der Krieg kam, desto eigenbrödlerischer wurde Brimir in seinem Leben; als bereite er sich wirklich auf Ragnarök vor - zumal das Jahr 1000 angebrochen war und die Menschen die Strafe ihres Gottes erwarteten. Und so würde Gaius in der Schneke auch keinen Brimir finden. Dafür schien er aber Glück zu haben und zwei seiner Nordmänner feierten sich die Seele aus dem Leib. Nach einigen Gesprächen sicherte der eine zu, den Nordmann zu finden - auch, wenn es ihm gar nicht passte, ausgerechnet jetzt gehen zu müssen, wo doch Titziana mit den großen Brüsten heute da war.

Eine Stunde später wurde Gaius etwas außerhalb von Luccoli geführt. Brimir stand da und schien sich mit einem Hund zu unterhalten. Zumindest knurrten und bellten die Beiden, ehe auch schon 5 weitere Hunde die Ohren anlegten und mit dem Schwanz wedelten, als sie Gaius gewahr wurden.

"Sitzt"

Alle 6 Tiere reagierten, was Brimir lächeln ließ, ehe er dem Salubri zunickte. Dann wurde das grinsen noch breiter.

"Fass! Kehle!"

Und mit einem Mal sprangen die Tiere auf und rannten zähnefletschend in Richtung des Salubri, auf den Brimir deutete.
"Eines Jeden Rücken ist ungeschützt, es sei denn, er hat einen Bruder."
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Gaius Marcellus
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 7. Jun 2017, 01:01

Gaius war frustriert den Nordmann nicht gefunden zu haben, fast wäre er zum Heim seiner Geliebten weitergezogen, dann kam jene Idee auf... und er ließ sich führen. Irgendwo verdrehte der Krieger schon die Augen, was hatte sich Brimir bei diesem Sauwetter nun wieder für eine Schelmerei überlegt...

Doch als er die Hunde sah, musste Gaius herzhaft Lachen, erst sah er seinen Freund die Hunde anbellen, dann ihre freudigen Wedelschwänze! Gaius war in dieser Nacht geistig fast schneller als sonst, er wusste, meinte zu wissen, was ihm sein Freund bereitet hatte. Dass auch er jene schicksalsschwere Nacht nicht vergessen hatte.

Doch dann befahl Brimir den Monstren den Angriff und Gaius erstarrte Kurz, ließ die Laterne in den Matsch fallen, um die Klinge zur Verteidigungsdrehung in beiden Händen zu halten und ließ den Vollmond zum einzigen Zeugen und Lichtbringer jener Schrecksekunde werden, während er selbst ebenso Herzhaft, wenn auch ohne jegliche weitere Verbindung.
"Aus! Böser Wolf!" Den anstürmenden Massen entgegenschleuderte! Voller Furcht? Oder ebenso Schelmisch? Diesmal war es nicht Gaius Geist, der zu langsam war, dies zu unterscheiden, sondern die Miene...
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Brimir » Mi 7. Jun 2017, 16:47

Das Grinsen des Nordmannes verschwand und wich einer seltenen Ernsthaftigkeit. Die Bernsteinseelenspiegel folgten den anstürmenden Tieren, die sich nicht beeindruckt zeigten von der Waffe, sondern bellend und Zähne fletschend auf Gaius zurannten. Selbst die gebrüllten Befehle ließen sie nicht in ihrer Pflicht anhalten und schon waren sie in Schlagreichweite. Wollte Brimir Gaius wirklich etwas antuen lassen?

Auf einen einfachen Befehl hin, hielten die Hunde dann doch an, bevor etwas schlimmeres passierte. "Fuß!" Sie kehrten zurück zu Brimir und stellten sich neben ihn.

"Es sind Hunde... keine Wölfe, Gaius... und ich denke die Ausbildung sitzt ganz gut. Jetzt müssen sie nur an dich und die deinen gewöhnt werden, damit sie auch auf euch hören."
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 7. Jun 2017, 17:52

Gaius Blut kochte hoch als die Bestien auf ihn zustoben, seine Worte ignorierten. Dann aber wirkten sie, Brimir pfiff sein Rudel zurück, Gaius atmete tief aus.

"Das sieht wirklich gut aus..." Merkte er anerkennend und schnaubend an "Ich werde wohl meine Tierkenner bald vorbei schicken, um gewöhnt zu werden..."

Dann blickte er jedoch hoch und runter an Brimir, wirkte langsam wieder ganz erwacht. "Die Nacht zum Gruße, Freund!" und marschierte Freudestrahlenden auf Brimir zu, ihm den Arm zum Gruße reichend.
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Brimir » Di 13. Jun 2017, 13:11

Die Hunde blieben an ihrer Stelle, auch als Brimir sich von ihnen löste und dem Salbri entgegen kam. Brüderlich schlug der Nordmann ein und zog den Heiler an seine Brust.

"Schön dich wohlauf zu sehen, mein Freund."

Brimir ging nicht näher darauf ein, was genau passiert war. Wichtig ist nur, dass der Gefallen, den der Nordmann ihm getan hat, funktioniert hatte und niemand verdacht schöpfte.
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Di 13. Jun 2017, 19:03

"Wir haben es geschafft. Brimir. Geschafft!" Lachte Gaius ihn an. "GESCHAFFT!" Brüllte er neben ihm in den Wald - den Wald, in denen niemand sie hören konnte, der nicht sowieso zu Brimirs Rudel gehören dürfte, den er vor langer Zeit einmal fast nicht mehr lebend verlassen hätte... zweimal, um genau zu sein.

"Ich will dir danken, mein Freund. Du bist streng und willensstark, eigenwillig, ha! Aber du bist als Verbrüderter verlässlicher als jeder König, den ich kenne." Er strahlte ihn geradezu an.

"Weißt du noch, vor vielen Jahren, beschlossen wir unsere Handlungen nicht weit von hier... jetzt haben wir die meisten Ziele aus jener Zeit erfüllt.
Und soweit ich sehe, hast du den kleinsten Teil unserer Absprache final auch dabei!" Er lachte, hatte die wunderschönen Bestien wohl nie vergessen, wollte seinem Freund damit aber auch nicht zur Last fallen... und jetzt waren sie da, und zugegebenermaßen hatte selbst er sich gerade kurz vor diesne Monstren gefürchtet... nun, womöglich auch vor dem Wolf hinter ihnen. Aber natürlich nur über einen Herzschlag lang. Gaius ging in die Hocke, wie ein Mensch der mit einem Tier kommunizieren wollte... dass dies hier nicht funktionieren würde, war zumindest anzunehmen, aber die gute Laune verdrängte den albernen Ernst.
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Brimir » Mi 14. Jun 2017, 13:44

GEschafft. Ja. Der Mondsenator hatte die Kunde bereits erhalten und lächelte nickend.

"Ich halte mein Wort... immer... auch, wenn einige Dinge unwichtiger sind als Andere... und sich verzögern."

Dabei deutete Brimir auf die Hunde, die Gaius argwöhnisch beobachteten, als dieser sich niederkauerte. Ein Knurren drang über die Schulter hinweg aus dem Mund des Nordmannes in Richtung der Hunde. Der Kräftigste von ihnen legte die Ohren an und kam näher. Vorsichtig, als würde er in Gaius eine Gefahr sehen.

"Sobald sie an dich gewöhnt sind, werden sie dich sicher in ihre Mitte aufnehmen. Du solltest ihnen Blut geben... das hilft."
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 14. Jun 2017, 14:03

Gaius nickte freudig. Nun waren ihre Einzelverpflichtungen erfüllt, das Bündnis bestand weiter, zumindest war Gaius sich dessen sicher. All die Tiere nähren konnte er heute nicht, er würde Männer schicken müssen und dies mit der Zeit tun.

Gaius nickte erneut. "Mit Matteo hatte ich damals geplant, dass wir drei Liktoren den Mondsenat besiedeln... nun sind es nur zwei... aber immerhin.
Wir sollten ihm Zeitnah noch einmal gedenken, ich habe deinen Schrein im Elysium gesehen, sehr schön, er hat mir gut gefallen." Gaius wirkte andächtig bei jenen Worten.

"Ich werde eigene Wünsche im Mondsenat während des Krieges zurück halten, dein Wunsch." Er blickte sich um. "Erhält jedoch in jedem Fall meine volle Zustimmung...
Was die Titus Sache angeht. Wie wollen wir uns diesbetreffend verhalten? Gerade mit jenem Duell... Melissas Sieg zu akzeptieren." Gaius schnaufte, offensichtlich hatte der Ritter einiges an Arbeit damit, seinen Gerechtigkeitswillen und die blinde Loyalität zur Prinzessin in diesem Fall zusammenzubringen.
"Ich glaube ihr immer noch kein Wort und halte sie für eine Feindin von uns Liktoren... mein Gespräch mit ihr, du warst dabei, sie spie geradezu vor Stolz und Missachtung." Gaius schauderte. "Es war sowieso seltsam... ihre düster gemurmelten Worte des Zwiespaltes..." Er schüttelte den Kopf. "Als ob ein paar leise Worte und tiefe Blicke mein Verhältnis mit Titus erschüttern könnten?" Gaius wirkte empört.
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Re: Wie Politik den Charakter versaut [Brimir]

Beitrag von Brimir » Mo 26. Jun 2017, 13:36

"Es ist Aurores Wunsch, dass dem so ist... wir müssen uns ihrem Willen beugen. Maximinanus hat da seine Finger sich im Spiel... und mischt sich in unsere Angelegenheiten ein. Melissa traue ich genauso wenig über den Weg. Ich denke, dass es nach dem Krieg zu dem Duell kommen wird, nicht vorher - alleine um die Fronten erstmal ruhig werden zu lassen."

Dannach müsste man mal weiter sehen, wie die Dinge sich so entwickelt haben.

"Ich freue mich, dass dir der Schrein gefällt. Ein Andenken an die Liktoren... in der Hoffnung ihn so bald nicht weiter befüllen zu müssen."
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