Archiv - Schauplätze

Die Stolze ist voll von Geschichte, selbst jetzt, voller Orte und Plätze mit ihrem ganz eigenen Charme.
Hier sind einige davon.

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Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » Do 18. Aug 2016, 11:03

In unserer schnell voranschreitenden Zeit kommt es durchaus vor das manche Örtlichkeiten verschwinden oder sich so stark verändern das eine neue Beschreibung notwendig wird. Die alten Texte werden der Übersichtlichkeit halber hier in diesem Archiv gesammelt (sofern die Location nicht ohnehin einen eigenen Thread hat), damit sie nicht verloren gehen.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » Do 18. Aug 2016, 11:06

Broglio (um ca.940 n.Chr.)

Früher einmal war Broglio ein Dörfchen, ein malerisches kleines Ding vor den Toren der römischen Stadtmauern. Auf seinen grünen Hügeln standen Reih um Reih Hühnerställe, durch die kleinen Täler zogen sich die sorgsam gepflasterte Ableger der Via Aurelia bis in die Stadt hinein und in seinen Stuben herrschte eine heimelige Ordnung.
Das Geschnatter von Hühnen und Gänsen lag in der Luft, Schweine drehten sich lachend über Feuern und der Geruch von Schinken, Brathähnchen und gebratenen Eiern lag beständig in der Luft. Es war ein Fest für die Sinne.

Mit der Errichtung der neuen Mauer durch den ach so großen Karl änderte sich das.
Broglio war nun Teil der Stadt. Jedenfalls innerhalb der Mauern der Stadt, mit dem Haupttor für Handel, der Porta Soprana im Osten und der alten Römerstraße (strata romana) im Norden. Eingesperrt wie eine gefangene Hure zwischen dem unbarmherzigen Stein und den gierigen Mäulern des Hafens.
Mit den Überfällen von See aus flohen die Menschen, drängten sich so weit nach Osten, so weit wie möglich fort vom Wasser. Zu hunderten Hundertschaften lagerten die Heimatlosen in den Straßen von Broglio, durchsetzt mit dem Vieh der Broglianer.
In den einst so weiten Hügeln tummeln sich beengt die einfachen Hütten, dicht an dicht drängen sich die Häuser, die Ställe, die Schuppen, Verschläge, Katen und Zelte. Die Straßen versinken seit Jahrzehnten unter einer dicken Schicht aus Dreck, Schlamm und Unrat. Der Sirnengesang der Menge ist von überall zu hören: Das Ächzen der stöhnenden Menschen, das Gequieke der werfenden Säue, das Geschrei der streitenden Gänse, der Hochmut der krähenden Hähne, das Rumpeln der fahrenden Handelswagen.
Ein jeder kennt noch jeden, über die Arbeit und die Stände und die Tiere ruft man sich die Neuigkeiten zu.
Wer durch Broglio wandert, an den strohgedeckten Hütten vorbei schleicht und sich durch die hohen Hühnerställe quetscht, der kann sich eines Eindrucks nicht erwehren: Broglio ist noch immer ein Dorf, nur ein sehr, sehr großes.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » Do 18. Aug 2016, 11:24

Ravecca (um ca.940 n.Chr.)

Wenn es in einer Stadt wie Genua noch ein Paradies gab, so müsste es wohl Ravecca sein. Jener östliche Teil der Stadt, der sich entlang der gleichnamigen Via Raveccha von der Sant'Andrea Ebene und der Porta Soprana bis zum Janusplatz zieht. Die Via del Colle (Hügelstraße) zieht sich hier an den karolingischen Stadtmauern entlang, verbindet die Haine und Gärten mit der Mauer, in deren Schatten sich oft die Faulenzer und Tunichtgute versammeln.
Auf dem Andreahügel (Colle di Sant'Andrea) gelegen ist die Luft hier freier, frischer und süßer. Zwischen den hohen Wirtshäusern und den geräumigen Häusern hat man Freiraum und Platz genug. Obwohl einiges tausend Volk hier wohnt und wirkt, sieht man doch selten viel von ihnen. Sie sind die wohlhabenderen, die begüterten unter den Bauern und Wirten. Alles, aber auch alles scheint vom Glück berührt in Ravecca, wo die Leute bei Wein, Weib und Gesang ihre Tage verbringen.

Paradiesisch sind die Zustände hier für diejenigen, die sich lagern zwischen die Olivenhaine, die Apfelbäume und Rebstöcke. Reif, süß und voll hängen die Früchte herab, ein Mensch muss nur in sonniger Wärme unter den lichten Zweigen hindurchgehen, während der helle Tramontana die Gemüter kühlt. Wie in den goldenen oder silbernen Zeitaltern lässt sich so bei gewichtigsten Plaudereien direkt vom Busen der Natur speisen.
Haarige und ungewaschene Kerls gehen umher in den grünen Hügeln von Ravecca und laben sich an den Früchten anderer Leute Arbeit.

Nachts bleibt von diesem Paradies nicht viel.
Kaum Licht dringt aus den vielen Tavernen und den verriegelten Häusern, in das die Sterblichen sich verkriechen, kahl gefressen und verlassen liegen die Haine und Wäldchen da und fern, oh so fern, wirkt von hier oben die restliche Stadt.
Nur der Duft von Freiheit und Einsamkeit schwebt über den Dächern.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » Do 18. Aug 2016, 12:36

Platealonga (um ca.940 n.Chr.)

Der lange Platz hieß dieses Viertel, Piazzalunga, Platealonga. Doch dies war nur zur Hälfte wahr. Denn es war nicht etwa ein einzelner, riesiger Platz wie der Georgsplatz, der von Nord nach Süd aus dem Häusermeer platzte. Vielmehr waren es hunderte und aberhunderter kleiner Piazze, die sich an den Kreuzungen kleinerer Gassen bildeten, die sich in den breiten Ruinenwege ausbreiteten und die an den Kreuzungen der großen Straßen - San Bernardo, Strata Romana, Galgengrube (fossa di platiboli) und Handelsstraße (viale dei scambi) – aufplatzten.
Wie Geschwüre im Leib der Stadt öffneten sie sich hier und offenbahrten das madige Leben im Schlamm unter dem brackigen Wasser der Zivilisation. Mädchen an jeder Ecke, Trunkenbolde auf jeder Treppe, Raufereien auf jedem Platz.
Das Viertel war nur eine Fortsetzung des Meeres. Ein Meer aus Leibern, launisch wogend die meiste Zeit und stürmisch an Markttagen, überzogen vom salzigen, öligen Schweißfilm und dem fischigen Gestank des Betruges.
Alles lief hier in diesem Viertel zusammen. War Clavicula der Gezeitentümpel, in den nur zu stürmischster Flut das Leben sprudelte, so war Platealonga der Strand. Die Schiffe aus aller Welt legten hier im Hafen an – Pisani, Nikaer, Rhomaioni, Norsk – und Handel aus allen Städten der Umgebung, von der Via Aemilia Scauri, der Via Aurelia oder aus dem gefährlichen Westen her rollten über die schlammigen Straßen. An Markttagen strömte Volk aus allen Vierteln zum Georgsplatz und selbst an manchem Donnerstagabend war er gut gefüllt mit Lauschenden, die den Reden eines Predigers folgten. Auch in der Therme, jenem versteckten und doch allzu bekannten Hurenhaus im Süden, und dem Hof der Wunder, jenem Ort der Exotik und des Rausches, wurden die seltsamten Treibgüter angespült.
Von jeder Seltenheit in der Welt findet sich hier ein Exemplar im Schlamm.
Und wie das Meer unzuverlässige Ebbe und Flut kennt, so auch das nächtliche Platealonga. Bei gutem Wind in der Stadt war das Leben ausgelassen und fröhlich.
Steht der Wind schlecht war es leer gefegt, ein leerer Platz.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » Do 18. Aug 2016, 12:38

Mascharana (Maccagnana) (um ca.940 n.Chr.)
Im Süden Genuas, über den sanften Klippen direkt zum Golf, befindet sich Mascharana. Das Reichenviertel der Stadt. Das Villenviertel.
Und so wie die Klippen über das bewegte Meer hinaus ragen, so steht auch Maccagnana über dem Rest der Stadt: Erhaben, edel, unbeugsam. Mag der Sturm auch kommen, mögen die Wellen sich blutig auftürmen, mag das Chaos auch regieren in der Stadt und auf dem Meer – in den Villen der Patrizier sitzt man sicher, dort sitzt man warm.

Es sind hübsche kleine Stadtpaläste, allesamt, die sich dort wie an einer Perlenschnur aufgereiht vom Kastell des Bischofs im Osten bis zur Kirche San Nazareth im Westen finden. Aus solidem Stein errichtet, mit kleinen Säulen vor dem Eingang und oft genug mit zwei oder drei Schergen, die den hohen Herrschaften unliebsamen Besuch fern halten.
Denn den gibt es immer. Die Bettler aus der Stadt dort unten, die Neider und Habenichtse, die den reichen Händlern und arbeitenden Handwerkern hier im Viertel das bisschen Reichtum gönnen, das sie vor den einfallenden Muselmannen haben retten können.
Auch heute noch, wo ein dünner Film aus fischöliger Asche über der Stadt zu liegen scheint, haben die Patriarchen der Genueser Familien ihre großen Häuser über der Stadt, ihre weitreichenden Beziehungen bis nach Barcelona, nach Rom, Neapel, Byzanz und Kairo. Auch heute noch senkt ihr Blick sich selten auf die Stadt zu ihren Füßen.
Ihr Blick richtet sich auf größere Dinge.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » Do 18. Aug 2016, 12:38

Domus (um ca.940 n.Chr.)

Die Gegend, in der einst das beschauliche Domus stand, ist heute nicht sehr einladend.
Einst waren hier hunderte kleiner Hütten untergebracht, hübsch, beschaulich und wenig aufregend. Die typischen Häuschen der Bürger: Aus Planken gezimmert, schief und liebevoll bunt bemalt, mit Hier schlug einst, was als Herz der Bürgerschaft beschrieben werden konnte. Wo es in Raveccha nur Bauern gab und in Clavica nur Gauner, in Broglio nur Dörfler und in Platealonga nur fremde Schurken, wo es in Mascharana nur hochnäsige Händler gab, ja, da gab es in Domus Bürger. Bürger in beschaulichen Hütten mit ehrlichen Berufen, mit freien Herzen und liebenden Ehefrauen.

Vor wenigen Jahren aber riss man es heraus, noch schlagend, und warf es ins Feuer als Opfer an grausame Götter. Als die Sarazenen kamen, fielen sie über das nördliche Tor ein, über die Porta Serravalle. Sie plünderten und brandschatzten.

Als sie gingen, hinterließen sie ein Aschefeld. Kein Haus, das nicht in Flammen gestanden, keine Familie, der nicht Gewalt angetan wurde. Viele der einstigen Bürger hausen jetzt auf dem Land oder wie Bettler in östlichen Gegenden, eingepfercht wie Vieh bei den Hirten in Broglio.
Wer blieb, der lebt ein elendes Dasein. Die Wunden jener grausamen Nacht sind noch brandig und gut sichtbar. Der Boden ist schwarz von der Asche, auch heute noch scheint ihr Geschmack auf der Zunge zu kleben. Inmitten der Behausungen aus zusammen gestohlenen Brettern und einigen Planen, unter denen die Menschen schlafen, wie Vieh, stechen die verkohlten Reste der Häuser aus dem Matsch.
Arbeit gibt es hier nicht. Kein Gesang ertönt, keine Späße erschallen aus Gasthäusern, die es nicht gibt.
Nur die zwei Kirchen bieten dem Auge Halt, die San Genesio am westlichen und die San Ambrosio am östlichen Ende. Ruß geschwärzt und stolz ragen ihre Kirchtürme in den Himmel, das einzige Zeichen weit und breit, das stolz verkündet: Domus ist am Ende, aber nicht gebrochen.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:12

Borgo di Bisagno (um ca. 940 n.Chr.)
Nahe des Flusses Bisagno, der sich aus dem Appennin dreißig Kilometer bis zum Golf von Genua schiebt, lag das Dörfchen von Bisagno.
Wer die Porta Soprana durchschritt und der Platealonga nach Osten folgte, der verließ nicht nur den Schutz der karolingischen Stadtmauer, sondern er entkam auch dem Gedränge der Gassen. Freier war die Luft und der Geist hier draußen, denn so weit das Auge sehen konnte erstreckten sich Gärten. Der Duft von Pfirsichblüten, von Zitronenbäumen und frischen Aprikosen wird im Sommer vom Wind getragen, im Winter ist es bezaubernd still in der klaren, frischen Landluft.
Einige Dorfhäuser drängten sich an den Rand der gepflasterten Straße, die sich durch die Hügel ausserhalb der Stadt zum Fluss zogt und ab und an ein kleiner Schrein für einen Heiligen oder die Gottesmutter Maria.
In der Ferne ertönte zuweilen das Rauschen des Flusses.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:13

Borgo Incrociati (um ca. 940 n.Chr.)
Kreuzdorf lag direkt hinter dem Borgo di Bisagno, nur etwas weiter die Straße hinunter. Man musste nur noch etwas weiter durch die malerische Landschaft der dörflichen Bauern entlang und dann die Ponte Sant'Agata überschreiten.
Dort befand sich, eng um ein Straßenkreuz gedrängt das unscheinbare Dörfchen. An dieser Stelle traf die Platealonga auf die antiken Via Aemilia Scauri, die Fernstraße durch die ligurischen Appenninberge nach Piacenza, und die Via Aurelia, die Fernstraße nach Pisa.
Die wenigen Einwohner des Dorfes erwarben ihr karges Hab und Gut hauptsächlich mit der Zucht von Hühnern und Rindern im Bisagnotal, aber auch der Schmied und der Stallbursche haben an der äußerst wichtigen Landverbindung nach Pisa immer viel zu tun und das Wirtshaus ist immer gut gefüllt mit Reisenden und Händlern, die kurz vor der Stadt noch einmal Halt machten.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:13

Luccoli (um ca. 940 n.Chr.)
Das Wäldchen Luccoli lag wie so viele Dörfer und Weiler Liguriens ausserhalb der karolingischen Stadtmauern. Auf dem Weg von der Porta Serravalle nach Nordosten folgte man dem Bächlein Rialto sicher fünfhundert Meter, ehe die ersten Auswüchse des alten Waldes sich dem Pfad nähern.
Einst – so sagen die Genovesi – war hier ein Hain der Römer, ein Naturtempel an den Sonnen- und die Mondgöttin. Tief zwischen den knorrigen, alten Olivenbäumen verborgen sollen Reste ihrer Druidenaltäre verborgen sein.
Auf dem undurchsichtigen Gewirr aus Pfaden, die sich durch die Hügeltäler des Waldes schlängelten und sich in Richtung des Appenninausläufers Castelletto fraßen, begegnetem einem tagsüber einige Menschen. Der Verkehr von der Baustelle der Festung und dem nordöstlichen Hinterland in den Schutz der Mauern war emsig. Entlang des Weges befinden sich einige Dörfchen und einsame Hütten, immer mal wieder eines. Kleine, schlichte Häuschen reihen sich da aneinander, unterbrochen dann und wann vom kleinen Hof eines Ziegenhirten oder Eseltreiber, die Material vom Hafen bis zur Festung brachten oder Händler durch das Dickicht ihres Waldes begleiteten.
Das war auch dringend nötig. Denn manchmal, behaupteten die Bewohner von Luccoli, in den einsamsten Nächten des Jahres wenn Tag und Nacht gleich lang sind, wenn die Wölfe des Gebirges ihr Lied heulten: In solchen Stunden schwörten die Dorfbewohner bei der heiligen Mutter Maria, die letzten Gottlosen würden nachts durch die Wälder schleichen und hielten ihre grauenhaften Rituale ab.

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Re: Archiv - Schauplätze

Beitrag von Il Canzoniere » So 4. Jun 2017, 13:14

Das Dorf Castelletto (um ca. 940 n.Chr.)
Auf den fruchtbaren Hängen des Monte Albano, von dessen Spitze aus man weit ins Umland Genuas und auf die Bucht hinausblicken kann, befand sich einst ein kleines Dörfchen, das später den Namen Castelletto tragen sollte. Es lag eine ganze Weile Fußmarsches ausserhalb der schützenden Stadtmauern, noch eine Weile hinter dem Luccoli.
Bevor es zu seinem Namen kam, bestand es aus einigen alten Langhäusern und ein paar Bauerhütten.
Erst 935 kam mit dem Grafensohn Oberto auch die Bedeutung in die Gegend. Sein Gefolge besetzte einige der größeren Gebäude und begann zügig damit, sie winterfest zu machen und für einige dutzend Menschen herzurichten.
Im Neujahr begann der Festungsbau und das Wachstum des Dörfchens.
Neue Hütten entstanden, nicht nur für die Männern des Grafen – die Schreiber, Wachen, Leibdiener, Ritter und Knappen, Hofpriester und Ministranten, Stallburschen, Handwerker und Schmiede – sondern auch das Bauernvolk. Wer irgendeines Handwerks mächtig war, das zum Bau einer Mauer und einer Burg gut war, wer von seinem alten Leben genug hatte, wer sich schnelles Geld und warmes Essen erhoffte, der zog mit Sack und Pack nach Castelletto.
Leute mit Eseln und Karren transportierten des Grafen Steine und Balken zur Baustelle, Händler schafften das Material heran, Steinmetze und Tagelöhner errichteten für ihn die Mauern und das Ziegelwerk, Hirten und Bauern erhielten von ihm Land der Umgebung, wenn sie nur die Männer versorgten.
Sie alle und ihre Familien mussten irgendwo schlafen. Ein Großteil davon direkt vor der Baustelle im Dorf Castelletto, das tagsüber einer der geschäftigsten Flecken Liguriens ist und selbst in der Nacht war es vom Fackelschein der Feuerstellen erleuchtet, vom letzten Geschwätz im einzigen Wirtshaus und der eisernen Ablehnung der Bewaffneten.
Kleine Hütten und Häuser entstanden zu dieser Zeit dutzendweise an den reichen Weidehängen.

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