In finsterer Nacht [Acacia]

[März '17]

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In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Ilario » Do 2. Mär 2017, 13:10

Wolkenverhangen und finster war die Nacht, zwei Männer schritten zielstrebig auf das Elysium zu. Der augenscheinlich Ältere war in dunkle, klerikal anmutende Gewänder gehüllt und unbewaffnet, der jüngere, deutlich muskulösere dagegen trug ein leichtes Kettenhemd, Schwert und mehrere Messer.

All diese Klingen und ein in den Tiefen der Gewänder verborgener Holzpflock würden beim Betreten San Donatos der Elysiumsgarde übergeben. Die Roben Ilarios raschelten leise, als dieser geduldig auf seinen Wächter wartete.

Bereits vor einigen Nächten hatte ein Botenjunge an das Tor San Donatos geklopft und die heutige Ankunft seines Herren, Ilario Contarini aus Venedig, angekündigt. Weitere Titel und Namen hatte er nicht genannt, womöglich war der Bote nicht vollständig eingeweiht oder wollte die Stille nicht strapazieren.

Ilario sah erwartungsvoll tiefer ins Innere der Kirche...
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Acacia » Fr 3. Mär 2017, 11:53

Vor ein paar Nächten hatte Rosa ihr mitgeteilt, dass ein Bote wohl einen neuen Kainiten angekündigt hatte, doch ohne dessen Clan oder Status zu verraten. Dementsprechend hatte sie eine Botschaft an den ersten Wächter gesandt und ihn gebeten in dieser Nacht an ihrer Seite zu weilen. Schon früh hatte sie so die Räumlichkeiten des derzeitigen Priesters betreten, wie immer begleitet von Alberico und einigen Wachen.

Als sich dann schließlich das schwere Tor zur eigentlichen Kirche öffnete und die beiden Fremden den nur spärlich erleuchteten Raum betraten, stand sie mit ihrem Begleiter in der Nähe des Altars und unterhielt sich leise. Im Gegensatz zu dem Gangrel war die Gestalt der Lasombra beinah zart zu nennen, überragte sie der große Nordmann doch deutlich und war dazu auch deutlich breiter. Dennoch überstrahlte die düstere Schönheit ihn mit Leichtigkeit. Ihre Ausstrahlung schien perfekt zu diesem Ort zu passen und sich mit ihm zu ergänzen, sodass der Blick ganz automatisch auf die wie immer dunkel gekleidete fiel.

Sobald die Geräusche von der Tür zu dem ungleichen Paar hallten, drehte sich der Kopf der Schwarzhaarigen und sie wechselte nur noch ein paar leise Worte mit ihrem Wächter, ehe sie sich zu den Neuankömmlingen drehte und dabei einen kleinen Schritt zur Seite machte. Eine beinah unbewusste Bewegung, die jedoch dafür sorgte, dass der Nordmann an ihrer Seite größtmöglichen Spielraum hatte, falls der Gast den Frieden dieses Ortes brechen sollte.
Schweigend blickte sie dann dem Fremden entgegen und musterte ihn und seinen Begleiter dabei interessiert.
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Ilario » Fr 3. Mär 2017, 12:43

Dem Neuankömmling, der einen Moment lang den Blick durch das Kirchenschiff schweifen ließ, gefiel die finstere Atmosphäre San Donatos sichtlich. Ilario ging gemessenen Schrittes auf die zierliche Gestalt zu, in welcher er die Hüterin dieses Ortes vermutete. Sein Begleiter blieb wie auf ein stummes Kommando am Eingang zurück.

Die dunklen Gewänder raschelten leise, als der hagere Kainit etwa drei Schritte vor der Lasombra zu stehen kam und sich mit dem gebotenen Respekt verneigte. Ein kleines nonverbales Zeichen abwartend, sprach Ilario dann zu Acacia, ihre Wächter weitestgehend ignorierend.


"Ich grüße euch wohlwerte Acacia della Velanera, Kind des Alexander."
Tiefer Respekt schwang mit, dem Ahnen geschuldet, aber auch in milderer Form dem Amt der Hüterin. "Ilario Contarini ist mein Name, neugeboren im Clan Lasombra, Kind des hochverehrten Lucius Valerius Galba, Ahn der Schatten. Freigesprochen wurde ich in der Domäne Venedig von seiner höchstverehrten Majestät Prinz Tiberian, Ahn der Schatten."

Eine kurze Pause folgte, ein Moment der Stille, ehe Ilario den eigentlich Grund seines Hierseins darlegte.


"Heute Nacht stehe ich hier vor euch um das Gastrecht in der Domäne Genua zu erbitten, ich bitte euch mein Gesuch an ihre höchstverehrte Majestät Aurore von Genua weiterzuleiten."


Auch hier trug die Stimme die Verehrung der Ahnen mit sich, wenn auch die Anmutung eine andere war. DIe Prinzessin war eine Ventrue, keine Lasombra, dennoch gebührte ihr höchster Respekt.
Dass Acacia befugt wäre das Gastrecht in ihrer Funktion als Ädilin zu erteilen oder zu verweigern, war Ilario nicht bekannt.
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Brimir » Fr 3. Mär 2017, 12:50

Und ihr Wächter stand still. Auch, wenn es ihm sicher nicht leicht fiel, verharrte Brimir stumm hinter ihr, als die Türe aufging und streckte den Rücken durch. Die Arme waren dabei auf der schweren Zweihandstreitaxt gelegt, die wie ein stummes Mahnmal der Bedrohung im Raum stand. Auf die letzten Worte der Hüterin nickte ihr Wächter stumm und fixierte mit den bernsteinfarbenen Augen die beiden Männer, die sich auf dem Weg durch den Hauptgang der Kirche machten.

Die Haare des Nordmannes waren frisch gepflegt und neu geflochten worden. Feine Holzperlen zierten den Bart. Statt einer Rüstung trug Brimir nur die dunkle Tunika, die so gut auf dem Ball zu Acacias Kleid gepasst hatte.

Einer der Mundwinkel zuckte nach oben, als sich Brimir der kleinen Bewegung von Acacia bewusst wurde. Brimir erfreute sich daran, wie eingespielt sie nach all den Jahren schon waren. Und doch lag sein Interesse interessiert auf dem, der da ankam. Und es schien so, als wäre dieser Ilario, wie er sich selbst nannte, zumindest auf dem ersten Blick in der Lage sich vernünftig vorzustellen. Trotzdem entspannte Brimir sich nicht, schenkte dem Begleiter des Lasombra einen abschätzenden Blick, ehe die Seelenspiegel wieder auf dem Kainiten lagen. Nun wanderte auch der andere Mundwinkel hinauf, doch Brimir blieb still.
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Acacia » Di 7. Mär 2017, 13:40

Ein anderer Kainit hätte sich mit Brimir im Rücken wohl unwohl gefühlt, vielleicht als drücke ein schweres Gewicht auf seinen Nacken. Für Acacia jedoch war es mehr wie ein warmer Mantel in einem schweren Sturm, der sie vor den Unbilden der wilden Welt schützte. Zumal sie sich lebhaft die Mimik des großen Nordmannes vorstellen konnte bei den Worten die Ilario sprach.
Bei diesem Gedanken verdrängte sie ihren Wächter auch aus ihren Gedanken und konzentrierte sich ganz auf den Neuankömmling. Seine fehlerlose Höflichkeit überraschte sie und zauberte ein feines Lächeln auf das engelhafte Gesicht der bildschönen Hüterin, die so gar nicht unauffällig wie ihr Clansbruder war. Niemals könnte sie durch eine Menge gehen und dabei nicht auffallen.


„Seid gegrüßt, Bruder.“, erwiderte sie freundlich und neigte ebenso respektvoll den Kopf. „Willkommen in Genua. Ich bin Acacia della Velanera, Hüterin der Elysien, Mondsenatorin von Plateolonga, Ädil ihrer höchst verehrten Prinzessin Aurore, Erste der Lasombra von Genua und Älteste der Neugeborenen, Aschepriesterin der via regalis, Kind von Alexander, Ahn vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Ahnherr der Schatten, Kind des Tubalcain, Ahnherr der Schatten, Kind Lasombras, erster seines Blutes“ Ihre schmale Hand hob sich und deutete auf den wilden Mann an ihrer Seite. „Dies ist Brimir Böggvisson vom Clan der Gangrel, Ältester seines Blutes, Liktor ihrer Majestät Aurore, Geißel der Feinde Genuas und erster Wächter der Elysien, Kind von Böggvir 'Bärenklaue' Olafson, Ancilla, Blutvogt von Locarno, Kind von Espen 'Sturmrufer' Kjellsson aus Seeland, Ahn, Kind von Wetzel 'Klingenwind', Kind von Manasco, Kind von 'Panaka', Ahnherrin, Kind von Ennoia, erste ihres Blutes und Enkelin Kains." Beide Anreihungen von Titeln und Namen gingen ihr leicht über die blassen Lippen, wobei geheime Geschichten in die zahlreichen Ahnen und folgten ihnen so leicht, dass sie sie vermutlich schon hunderte Male benannt hatte.

„Als Ädil ihrer Majestät liegt es in meinen Händen das Gastrecht zu gewähren oder zu verweigern.“, klärte sie ihren Clansbruder nach wie vor freundlich auf. „Doch ist dies keine Entscheidung, die ich leichtfertig treffe und ich kenne kaum mehr als Euren Namen. Berichtet mir ein wenig von Euch und Euren Bestrebungen, die Euch nach Genua geführt haben.“, bat sie höflich und blickte ihn interessiert an.
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Ilario » Di 7. Mär 2017, 14:54

Es bereitete Ilario keine Mühe den vielen Titeln und den Namen ihrer jeweiligen Ahnen zu folgen, sein Geist war scharf und als Kind seines Erzeugers waren ihm solche Feinheiten nicht fremd. Brimir wurde nun ebenfalls ein respektvolles Nicken zuteil, wies der Gangrel doch durchaus eine beeindruckende Ahnenreihe auf und war überdies Amtsträger.

"Seid auch ihr mir gegrüßt werter Brimir Böggvisson, Ältester der Gangrel, Erster Wächter dieses Ortes, Liktor und Geißel der Feinde Genuas."

Die Begrifflichkeiten Ädil und Liktor waren ihm in kainitischer Hinsicht fremd, aber vielleicht ließen sich Rückschlüsse ziehen über ihre ursprungliche Bedeutung. Ilarios Aufmerksamkeit widmete sich sodann wieder vollends der Hüterin, er verneigte sich leicht und sprach respektvoll und mit ruhiger Stimme.

"Wohlwerte Schwester, Hüterin der Elysien, Mondsenatorin, Ädil ihrer höchst verehrten Prinzessin Aurore, Älteste der Neugeborenen und unseres gemeinsamen Blutes, Priesterin der Asche, es ist mir eine Ehre euch heute über die Gründe meines Hierseins und meine Person zu berichten.
Schon in sterblichen Tagen war Venedig meine Heimat, wo ich auch von dem hochverehrten Lucius Valerius Galba in die ewige Nacht geholt und von seiner höchstverehrten Majestät Prinz Tiberian, Ahn der Schatten, freigesprochen wurde.
Meine Wurzeln habe ich im Klerus der Lagunenstadt, vor euch steht der Sohn Bischof Laurentius´von Venedig und der Maria Contarini. In eben jenen Kreisen der Gelehrsamkeit und Politik, setzte sich auch meine Tätigkeit nach dem Kuss fort. Geheimnisse aller Art sind mein Metier. Ebenso befasse ich mich mit den speziellen Einsichten, die uns durch unser Blut zuteil werden können... die aber nicht jeder zu erforschen wagt. "


Mit einem kurzen Blick auf den Gangrel machte Ilario deutlich, dass er hier vor Angehörigen anderen Blutes nicht weiter ins Detail gehen würde. Wächter und Amtsträger hin oder her, es gab Geheimnisse die nicht ohne Grund im Clan der Schatten verborgen bleiben mussten.

"Der Grund warum ich nach Genua gekommen bin ist ein einfacher: Die Anweisung meines hochverehrten Erzeugers. Jedoch will ich nicht verhehlen, dass ich damit recht glücklich bin. Venedig ist ein gefährliches Pflaster geworden. Nicht nur für Neugeborene, selbst die Ahnen der Stadt sind... beunruhigt. Kainiten verschwinden. Spurlos.
Der hochverehrte Lucius Valerius Galba möchte, dass ich hier sesshaft werde und wenn möglich Allianzen schmiede."


Dass er selbst sich auch erhoffte hier, weit entfernt von seinem mächtigen Ahnen, aus dessen Schatten zutreten und selbst etwas erreichen zu können blieb unausgesprochen. Doch Ehrgeiz wohnte auf die eine oder andere Weise in jedem Lasombra und Acacia wäre sich dessen wohl sicher bewusst.

"Was nun eure Tätigkeit als Priesterin der Asche betrifft, so wäre es mir eine Freude mit euch kainitisch-theologischen Diskurs zu führen."
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Brimir » Do 9. Mär 2017, 11:35

Als er angesprochen wurde, legte Brimir den Kopf schief und erwiederte dann das Nicken entsprechend, um den Regeln der Etikette zu genügen, ohne dabei Ilario in irgendeiner Form aus den Augen zu lassen. Und als er dann den Mund öffnete untermalte ein tiefes Knurren die Stimme des Jägers, die die kurz aufkeimende Stille des Ortes durchschnitt.

"So du in Freundschaft kommst, Ilario Contarini, Bruder im Blute von Acacia della Velanera, so ist es mir ebenso eine Freude. Solltest du jedoch von Sizilien geschickt worden sein, so sei dir sicher, dass du erst an mir vorbei musst, um an die Älteste deines Clans in Genua zu gelangen."

Misstrauen. In den zeiten des Krieges wohlbegründet, doch ob sie angebracht war, würde sich erst noch zeigen müssen. Dann schwieg Brimir wieder und überließ den Beiden das Spielfeld.
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Ilario » Do 9. Mär 2017, 11:56

"Der Konflikt zwischen Sizilien und Genua ist mir nur in Bruchstücken bekannt, wenn ihr mich über die genauen Verhältnisse in Kenntnis setzen würdet, wäre ich euch sehr verbunden."

Diese Worte richteten sich an beide, denn offenbar war der Nordmann ebenso in den Konflikt involviert wie die schöne Hüterin. Dann fuhr Ilario gelassen fort zu erklären.

"Ich komme in Freundschaft wenn man so will, denn im Einklang mit dem Willen meines hochverehrten Erzeugers möchte ich mich in Genua dauerhaft niederlassen. Meine alte Heimat Venedig, sowie deren höchsverehrte Majestät Prinz Tiberian, steht weder im Konflikt mit Sizilien noch mit Genua, genau wie mein Erzeuger Lucius Valerius Galba.
Meine Pflicht gilt meinen Ahnen und nicht den Dienern Siziliens. Dementsprechend wäre es, im Hinblick darauf das Genua meine neue Heimstatt werden soll, äußerst unklug mich in den Dienst Siziliens zu stellen."
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Acacia » Do 9. Mär 2017, 13:08

Schweigend lauschte Acacia den Ausführungen des anderen Lasombra mit ruhiger Miene. Erst als er die tiefergehenden Einsichten erwähnte, die sie durch ihr Blut erlangen konnten, leuchtete Interesse in den dunklen Augen auf und sie nickte verstehend. Er kannte Brimir schließlich nicht und daher war seine Vorsicht mit gerade diesem Wissen umzugehen durchaus verständlich.
Die Beschreibung der Zustände in Venedig ließ ihren Blick jedoch nachdenklich werden und wer sie besser kannte, konnte ahnen, dass sie diese Informationen in ihr größeres Bild einordnete und sogleich für ihre eigenen Zwecke nutzte. Tatsächlich gewährte ihr erster Wächter ihr noch einige Momente der Ruhe, auch wenn seine grimmigen Worte ein feines Lächeln auf die Lippen das blassen Lasombra zauberten.


„Wie mir scheint haben wir viel miteinander zu besprechen, werter Ilario. Doch vieles davon gehört nicht an einen öffentlichen Ort wie diesen.“ Auch wenn dieser Ort nur Kainiten offenstand, so konnte er doch von eben jedem dieser betreten werden und der andere Lasombra hatte genug Andeutungen gemacht, die die Hüterin sehr interessierten, die jedoch nicht für die Ohren von Nicht-Verbündeten oder Nicht-Lasombra gedacht waren.
„Ich werde Euch gestatten vorerst in der Stadt zu weilen, doch gibt es einige Bedingungen, die ihr erfüllen müsst. Zum einen müsst ihr innerhalb der nächsten fünf Jahre zwei Fürsprecher unter den hiesigen Kainiten finden, die für Euren Status als Gast sprechen. Einer davon muss Vasall sein, doch Ihr könnt davon ausgehen, dass ich diesen Part übernehmen werde. Wenn Ihr wollt, gebe ich Euch einen Namen eines weiteren Clansmitglieds, der für Euch sprechen kann. Bis Ihr diese Bedingung erfüllt habt ist es Euch zudem nur gestattet außerhalb der Stadtmauern zu jagen. Davon sind jedoch Kreuzdorf, Luccoli, und Burgus ausgenommen.
Zum anderen habt Ihr von dem Konflikt Genuas mit Sizilien gehört. Ihr werdet für ihre Majestät dafür Sorge tragen, dass Venedig ein Verbündeter Genuas wird und auch bleibt. Wir sind eine junge Domäne und Siziliens Griff ist gierig, sodass wir auf Verbündete angewiesen sind, selbst wenn sie in unruhigen Zeiten leben wie Venedig.“
Für einen Moment verfiel die Lasombra in Stille um ihrem Clansbruder die Möglichkeit zu geben die Worte zu verarbeiten.

„Ich möchte Euch zudem raten, Euch in Mascharana niederzulassen, auch wenn dies nicht ohne Widerstand vonstattengehen wird. Doch ist dieses Viertel angemessen und bisher leben dort recht wenige Kainiten. Zudem solltet Ihr wissen, dass …“ Im Folgenden zählte die Lasombra sämtliche Jagdgebiete und Domänen der Stadt auf, ebenso wie sämtliche Amtsträger. Ihr war jedoch klar, dass es unmöglich war sich die vielen Namen und Orte in solch kurzer Zeit zu merken. „Ich kann Euch eine Liste anfertigen, wenn wir uns das nächste Mal sehen, was für mein Dafürhalten bald geschehen sollte, sobald Ihr Euch ein wenig eingelebt habt.“
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Re: In finsterer Nacht [Acacia]

Beitrag von Brimir » Do 9. Mär 2017, 17:31

Brimir derweil nickte nur zu der Erklärung des jüngsten Gastes und gab sich mit dieser Antwort scheinbar erstmal zufrieden. Jedoch sorgte sie nicht dafür, dass sich seine Haltung entspannte. Natürlich würde ein feindlicher Spion niemals sagen, dass er Feind sei. Statt etwas weiteres zu sagen, legte er nur den Kopf auf die andere Seite und folgte schließlich doch unruhiger werdend den Erläuterungen von Acacia.
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