Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

[Februar '17]

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Gaius Marcellus
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Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Gaius Marcellus » So 5. Mär 2017, 15:33

"Ihr seid also die Flüchtlinge? Keine Sorge, wir sind gute Christen und hier um zu helfen, nicht euch Gewalt anzutun."
Sprach ein großer, schwer gerusteter Rittersmann, wohl der Führer der knapp Dutzend köpfigen Gruppe ruhig.

"Wir sind die Ritter des Heiligen Martin und bringen euch etwas Labsal und ein paar Heiler, die sich um eure Kranken kümmern können. Ihr wirkt ausgezehrt.
Wer ist euer Führer, euer Sprecher?" Erkundigte sich der blonde junge Krieger freundlich.
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
er winkte und er rief nach mir so laut.

Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut.

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Ramon
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Ramon » Di 7. Mär 2017, 13:05

die Gemeinde des Brujah blickte den Ritter aus irritierten Augen an,
während ein leuchten in den Augen stattfand, als der Ritter den Namen Christi erwähnte. Als dies geschehen war lockerte sich die Stimmung sichtlich, und die Gemeinde fing an in Iberisch auf die Besucher einzureden, während sich zwei aus der Gemeinde lösten, und in einem Zelt verschwanden. Kurze Zeit später trat ein Mann mit Schwarzen Haaren, Lockigen Haaren, der in einfache Gewandung gekleidet war aus dem Zelt.
Um seine Hüfte hing ein außergewöhnlich gut gepflegtes Schwert, welches er sehr offensiv zur Schau trug, während er mit folgenden Worten auf den Ritter zu schritt


"Gottes Segen und Dreifaltigkeit auf euren Wegen, Bruder im Glauben, was führt euch in unser Lager ? noch dazu mit so einer großen Gefolgschaft ? hat einer der Perfectii die ihr hier vor euch seht etwas verbrochen ? sie alle stehen unter meinem Schutz, dass solltet ihr wissen.
Wie wird man seinen Schatten los?
Wie lässt man alles hinter sich?
Wie jagt man sein Gewissen fort?
Wie flieht man vor dem eignen Ich?
wenn man seinem eignen Schatten nie entgeht?

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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Gaius Marcellus » Di 7. Mär 2017, 14:00

Der blonde Rittersmann lächelte und winkte ab "Nein nein, werter Herr. Wir sind auch keine Garde und keines unserer Schäfchen hat Streit mit euren. Wir sind hier um zu sehen, ob ihr Hilfe benötigt - Schwache, Alte, Kranke, Verwundete... zwei der Männer hier sind rechte ausgebildete Heiler! Und im Namen Gottes' Güte sind wir hier euch beizustehen in Zeiten der Neuorientierung."

Ein anderer Ritter, wenig hübsch anzusehen, vernarbt und etwas älter als der Rest der Gruppe hakte ein - ganz fester Hirarchie schien man nicht zu sein. "Perfectii?" fragte er verwirrt, kannte das Wort und war sichtlich leicht verwundert.

"Mein Name ist Markus, ich bin Ritter im Orden des heiligen Martin. Wer seid ihr, Sprecher der Fremden aus Iberia?" fuhr der blonde Ritter nach kurzer Pause weiter voran.
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Ramon » Di 7. Mär 2017, 14:11

Interessiert wanderte Ramons Blick über die Gefolgschaft des Ritters, wenn sie wirklich gekommen waren, um zu helfen, so waren sie äußerst willkommen, vorallem nach den Übergriffen die die Gemeinde verkraften musste. Er wendete sich also freundlich lächelnd dem Ritter zu und begann frei zu sprechen.

Wir stammen aus Iberien, Ihr werdet unseren Glauben wohl eher unter dem der Katharer kennen, Perfectii sind diejenigen unserer Gemeinschaft, die es schaffen nach unseren Idealen zu Leben, diese sind unterschiedlicher Natur. Unsere Gemeinschaft glaubt das es keine Heilsbringung für jeden von uns geben kann. Jeder muss selbst für seine Erlösung arbeiten. Einige von uns tun das durch Fasten, und mögen deshalb ausgemergelt erscheinen. andere widerrum wurden Opfer des Unverständnis, welches man uns hier in Ravecca entgegenbringt... einige von uns wurden angegriffen. Das wir unser Gebet in unserer Muttersprache halten scheint uns wohl so mancher als Ketzerei auszulegen.. Aber sagt doch ersteinmal, wie steht ihr zu den unterschiedlichen Strömungen des Glaubens ?

Ramons Blicke ruhten auf dem Ritter, während er gespannt auf eine Antwort wartete, er begann sich schon wieder in Rage zu reden, was sicherlich durch seinen Blick zu erkennen war.
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Gaius Marcellus » Fr 10. Mär 2017, 17:03

"Katharer. Was meint ihr mit Strömungen, werter Herr?" Fragte der blonde Ritter verwirrt "Ihr predigt in anderer Sprache... verwirrend. Wieso? Aber nun... ich weiß nicht, ich bin kein Theologe und Kleriker." fügte er zögernd an, wollte sich irgendwo nach hinten in seine Gruppe umblicken, hielt sich aber zurück.

"Es ist schade, wenn ihr um eures Glaubens willen fliehen musstet, hier nicht willkommen seid... aber dann wird der Unterschied doch nicht nur die Sprache eurer Gebete sein?" etwas irritiert hob er die Brauen.

"Viel wichtiger noch... was für Hilfe braucht ihr? Christenmenschen seid ihr, so oder so... oder nicht?"
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Ramon » Fr 10. Mär 2017, 17:55

Ramon blickte den Krieger seufzend an, bevor er mit seinen Ausführungen fortfuhr, Schwere lag in seinem Blick und in seiner Stimme, es schien als sei es nicht leicht für ihn, über folgendes zu sprechen.

Ich glaube unsere Auslegung der Erlebnisse Christi sind es, die das gemeine Volk verschrecken. Religion wird von den Menschen meißt nur solange geschätzt, wie sie ihre eigenen Sünden nicht einschränkt. nehmt nur einmal die Reichtümer die sich der Papst und die "von Gott erwählten" Könige anhäufen. Würde man nach unseren Auslegungen gehen so sind dies die Dinge, die zum Seelenverfall der Menschen führen. Deswegen predigen wir auch in den Sprachen, die uns unser Leben gelehrt hat, Glaube und Gebete sollten stehts für alle zugänglich sein, wenn wir nur im Lateinischen predigen würden, würden wir uns über die erheben die diese Sprache nicht sprechen.


Ramon blickte den Ritter daraufhin etwas fordernd an , aber die Gutmütigkeit wich nicht aus seinem Blick, vielmehr schien ehrliches Interesse der Grund für folgende Fragen zu sein.

Aber sagt, wie glaubt ihr ? was hat euch zu eurem Glauben geführt ? wie lebt ihr ihn ? und was genau sind die Aufgaben eures Ordens ?
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 11. Mär 2017, 00:09

Der blonde Ritter nickte. "Ich glaube an die Erlösung durch den Herrn Jesus und daran, dass wir seinem Vorbild folgen sollten und daher nach Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit zu streben. Doch ein Priester bin ich genau so wenig wie ein Gelehrter. Die Feinheiten sind nicht mein... ich predige nicht und höre Predigten zu, ich beichte und ich gebe was ich kann für meinen Nächsten." Stolz drang in seinen Worten durch, sanfter Stolz auf das Erreichte oder die Ziele.
"Darin bestehen auch die Aufgaben des Orden des Heiligen Martin. Wir folgen dem Vorbild unseres Patrons und Teilen was wir haben, unsere Zeit unsere Fähigkeit und unsere Liebe, mit denen, die weniger Glück im Leben hatten und ihrer eben bedürftig sind... geben Schutz und Hilfe an die Schutz- und Hilflosen." er zögerte "Womöglich habt ihr von chevaliers, von den Miles Christianus gehört auf eurer Reise..." dabei nickte er, als sagte dies alles aus, was es zu sagen galt.

"Was eure Kritik angeht." Fügte der ältere Ritter an "In der Tat ist es bedauerlich, wenn wir unseren Sünden nachgehen, doch auch die Weisesten oder Treusten von uns können sich nicht immer zurück halten... was jedoch die Reichtümer des Kirche angeht... Gott hat ihnen vielen Segen zuteil werden lassen." dabei klang er negativ... verwunderlich... er klang irgendwie traurig oder betrübt? "Und zeigt uns mit der Macht seiner heiligen Männer doch, wo sein Wille liegt... und baute nicht shcon das erwählte Volk Gott prachtvolle Häuser? Ist es nicht die größte Schande des Vespasian den Tempelschatz des Judenvolkes geraubt zu haben... wäre dies so verdammenswert, wenn ein Schatz erst gar nicht in einen Tempel gehören würde?" wenig Feuer kam aus seinen Worten, viel mehr Schmerz...
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Ramon » So 12. Mär 2017, 12:07

Ramon sah den Krieger weiterhin freundlich an, etwas Mitleid klang in seiner Stimme mit.

Nichteinmal der Papst kann für dich die Erlösung Gottes erwirken, das musst du schon selbst tun. und wie ich das sehe tust du das. Fang an deine Taten als Predigten zu sehen, sie predigen viel mehr als die Worte jedes Priesters in Lateinischer Sprache, die kaum einer versteht. Jeder von uns selbst ist dafür verantwortlich, seinen persönlichen Schwächen nicht nachzugeben, aber jeder von uns kann auch die Kraft in Gemeinschaft finden, um dies zu schaffen. Ich persönlich Glaube nicht daran das Gott jemanden mächtig werden lässt, ich habe aber auch ein anderes Verständnis von dieser Welt, als es wahrscheinlich das eure ist. Vereinfacht gesagt, glaube ich das alles nur noch besser werden kann. Und jetzt seid ihr da um zu helfen... das klingt in der Tat so, als würde alles besser werden.

Ramon lächelte Sanft, bei den letzten Worten. Er war sich bewusst, das das Tier, was in ihm schlummerte keine vergleichbare Herausforderung zu den Ausschweifungen des Ritters war.Der Ritter gefiel ihm jedoch, er würder sicherlich gut in ihre Reihen passen.

Wenn ihr helfen wollt, so wäre es als erstes von Großer Hilfe wenn ihr uns eine befestigte Unterkunft, und eventuell sogar ein Lagerhaus vermitteln könntet, damit wir anfangen können auf eigenen Beinen zu stehen. Wir werden beides natürlich bezahlen, die Mittel dazu fehlen uns nicht. Wenn ihr wollt lade ich euch darüber hinaus zu einem unserer Gebete ein, dann lernt ihr unsere Gemeinschaft noch besser kennen.
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Gaius Marcellus » So 12. Mär 2017, 13:39

Der Ritter hatte ihm zugehört, genickt.
Der Ältere hinter ihm war dann etwas mehr in den Blick getreten "Ich verstehe was ihr meint, werter Herr, aber stiftet die Kirche nicht zu guten Diensten an? Sie unterhält hier in der Stadt die Waisenhäuser, die Armenhäuser, all dies? Tut sie es ausreichend und perfekt... nein, vermutlich nicht... aber sie ruft die Menschen zur Spende für gute Zwecke. Eine Dame der Familia di Ventura hier zum Beispiel half dem Waisenhaus zu neuer Größe! Der werte Wirt Batista Bruni stellte unserem werten Orden Raum zur Verfügung, auf dass wir dort Erstversorgungen vornehmen können und selbst zur Ruhe kommen.
Was spricht dagegen sich von den gelehrten die Predigt zu holen und selbst die guten Taten zu tun? Gott wird seine heiligen Schrift nicht ohne Grund so übermittelt haben - und doch können wir daraus lernen.
Auch Gott sandte sein Wort über seinen Sohn, dieser über die Apostel und Jünger, später über die Heiligen... nicht jedermann wurde dazu erwählt, aber es ist auch nicht nötig... jene, die die Berührung Gottes erfahren haben, können dieses Wort weitertragen.
Ich kenne viele überzeugte, demütige, fromme und bescheidene Geistliche, Mönche, Nonnen wie Priester..." er hob die Schultern.
"Wäre eure Arbeit Gutes zu tun nicht viel einfacher, wenn ihr euch nicht an der Sprache der Predigt und dem Lebensstil der Priester erregen würdet, sondern ihren Worten lauschen und der Gemeinschaft und ihren Führern durch gutes Beispiel vorangehen würdet?"
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Re: Ins Hospiz oder Hospital, bitte? [Ramon]

Beitrag von Ramon » So 12. Mär 2017, 15:02

Ramon nickte dem älteren Ritter zu, eine ähnliche Antwort hatte er erwartet. Die meisten Ritter waren nicht vertraut mit dem , was seine Gemeinde bereits erlebt hatte.

Wir erregen uns nicht an der Sprache der Priester, sondern an der Tatsache das diese Sprache nicht allen im Volk zugänglich ist. Um Zugang zu den Menschen zu erhalten, ist eine akademische Sprache nicht sonderlich nützlich. Auch erregen wir uns nicht über die Lebensart der Priester. uns fehlt lediglich das Verständnis für den Luxus, den sich die vertrauten des Papstes gönnen, da auch dieser Luxus von Kirchengeldern bezahlt wird. Wir freuen uns über alles gute, und doch glauben wir das den Armen und Waisenhäusern etwas wichtiges fehlt. die Armen und Waisen brauchen eine Perspektive für ihr Leben. eine Möglichkeit, sinnvolles zu tun. Man sollte ihnen helfen, sich weiter selbst zu helfen. Wir sehen die Notwendigkeit von Armut in der Gesellschaft nicht, anders als es die Kirche offensichtlich tut....
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