Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

[Februar '17]

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Brimir
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Brimir » Mo 13. Mär 2017, 13:11

Brimir seufzte, erst leise. Dann nochmal lauter.

"Il Ghiotto... du weißt, dass ich gerne Geschäfte mit dir mache und deinen Preis gerne zahle. Doch... wir sind heute hier im Namen ihrer Majestät. Du würdest also... von Aurore, wenn sie es wäre, die dir Fragen stellt... zu einem potenziellen Bruch der fünften Tradition... sagen 'Auch ihr zahlt den gleichen Preis zu zahlen wie alle Anderen auch'... in ihrer Domäne... und damit einen Bruch der zweiten Tradition in Kauf nehmen?"

Brimir schob bewusst den Fall Benedetto vor den Fall Godeocs, um die Reaktion des Hässlichen etwas abzumildern. Und der Gangrel war es inzwischen Leid, dass niemand sah, dass die Liktoren im direkten Auftrag von Aurore handelten, wenn sie offiziell unterwegs waren.
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Il Canzoniere
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » Di 14. Mär 2017, 14:42

Ein gluckern, wie von Luftblasen in einem Tank unterbrach die erwidernde Stille. Schniefen, ganz ähnlich einer laufenden Nase, folgte. Dann breitete sich beinahe wieder Stille aus - würden sich nicht zwei Katzen irgendwo im Dunkeln giftig anfauchen.

"Für Prinzen wie für Bettler gilt der gleiche Preis. Das ist eines der drei ehernen Gesetze. Aber ich bin sicher das das nicht das erste Mal das die Prinzessin Informationen von Clan Nosferatu kauft. Wenn ihr mir also zusichert das Aurore den aufgerufenen Preis zahlt, dann gebe ich Antworten. Solange es gegen keines der anderen beiden Gesetze verstößt. Ich bin außerdem keiner ihrer Vasallen. Befehlen kann sie mir daher nicht. Wenn sie mich stattdessen auffordert entweder ihre Domäne zu verlassen oder eines der ehernen Gesetze zu brechen. Nun. Dann gehe ich. Und nehme all das Wissen über ihre Domäne dorthin mit wo man mich willkommen heißt." der röchelnde Unterton in seiner Stimme verriet das er mit dieser Art der Verhandlung nicht unbedingt glücklich war, aber das ein Geschäft mit den Verborgenen seine ganz eigenen Spielregeln hatte.

Ein donnerndes Husten erschallte, welches allerlei Katzen auseinanderstoben ließ die sich eilig in alle Richtungen flüchteten. "Ich kann euch alles was ich mit eigenen Augen gesehen oder mit eigenen Ohren gehört habe darüber berichten, da ich es als meine Pflicht ansehe bei der Aufklärung solcher Traditionsbrüche zu helfen. Nur muss ich euch vorwarnen: ich komme hier nur selten raus. Wenn ihr jedoch auf die gesammelten Informationen des Clan Nosferatu zugreifen wollt....dann zahlt ihr. Ob Prinz oder Zauberer."

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Gaius Marcellus
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 15. Apr 2017, 22:13

Gaius hatte bisher geschwiegen, er hatte keine Lust sich noch mehr Feinde zu machen, andererseits war es seine Aufgabe... und als sowohl Matteo als auch Brimir schwiegen... sprach eben er.
Der blinde Liktor sprach ruhig, beruhigend in jenem Moment - wenn auch mehr sich selbst - und respektvoll, aber doch auch überzeugt und deutlich. Er war gewillt, den nötigen Preis zu zahlen, doch die Traditionen mussten gewahrt bleiben und mit einer simplen Formulierung sollte der Nosferatu nicht aus der Äffäre kommen. Seine Drohung die Domäne zu verlassen war unschön... aber ein Traditionsbruch wäre ein Bruch, mit oder ohne Exil.

"Werter Il Ghiotto, Euer Kompromissangebot ist ehrbar. Berichtet uns gemäß der zweiten Tradition, was ihr direkt gesehen, gehör und erfahren habt. Ebenso gemäß jener Tradition werden wir vertrauensvoll und umsichtig mit eurem Wissen umgehen. Sprecht die Wahrheit und ihr tut damit den Traditionen und allem mit ihnen verbundenen einen rechten Dienst.
Berichtet uns, wie ihr es nennt, nur eure Beobachtungen, nicht jenen eurer Clansbrüder - für jene werden wir bezahlen, ob Prinz oder Bettler..." Wiederholte er den Nosferatu.
"Doch berichtet, was ihr Beobachtet habt, mit all euren Sinnen und denen eurer direkten Untergebenen, Blutsdienern und eh...." Er blickte sich Blind zwischen all den Katzen um. "Anderen direkten Quellen. Menschlich wie Tierischer Art."
Ich hab heut Nacht vom Tod geträumt,
er stand auf allen Wegen,
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Er sprach mein Leben sei verwirkt,
ich sollt mich zu ihm legen,
ein frühes Grab sei längst für mich gebaut,
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » Di 25. Apr 2017, 15:08

Ein kurzes Schlurfen war hörbar als sich etwas im Dunkeln auf den Salubri ausrichtete, so als ob jemand den ganzen Körper drehen musste um den anderen anzusehen. Kurz darauf schnupperte etwas sehr gut hörbar. Nahm Witterung auf.

"Wie dreist. Tarnt die Worte Brimirs in advokatische Hülsen und möchte es mir als Verbesserung verkaufen. Es wurde bereits gesagt das ich keine Dienste des Clan Nosferatu für umsonst weitergeben kann. Die Strafe ihrer Majestät mag hart sein. Aber ihr wisst auch nicht was mir droht wenn ich eines der ehernen Gesetze breche. Ich kann euch also alles was ich mit eigenen Augen gesehen oder mit eigenen Ohren gehört habe darüber berichten, da ich es als meine Pflicht ansehe bei der Aufklärung solcher Traditionsbrüche zu helfen. Ich kann euch auch Dinge die ich über direkte eigene Diener in Erfahrung gebracht habe berichten. Ich merke jedoch an das unser Clan ebenso von Kain abstammt wie eure. Das die Jungen arbeiten und die Alten die Ergebnisse, in unserem Falle das Wissen, einstreichen. Ehe ihr also ein drittes Mal fragt ob ich dazu bereit bin die Geheimnisse meiner Ahnen zu verschenken: Wollt ihr also etwas kaufen? Oder befragt ihr mich? In beiden Fällen stehe ich euch natürlich zur Verfügung. Stellt eure Fragen."

Ein Keuchen hauchte mitleiderheischend durch den Raum. Weiter hinten protestierte irgendwo eine Katze.

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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 26. Apr 2017, 11:34

"Ihr habt den Unterschied beschrieben, verschwendete Worte wären von Übel..." Nickte der blinde Heiler schmunzelnd

"Und nun gut.
Wir sind einverstanden, wir sind hier um euch zu befragen und etwas zu kaufen."
Dann atmete er tief durch. Ärgerte sich kurz über den Gestank.

Dann blickte er zu Brimir und den anderen Liktoren... möge die Fragestunde beginnen.
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » Mi 3. Mai 2017, 11:30

Etwas schlackerte wie frei hängendes fettreiches Gewebe, dann klatschte Fleisch auf Fleisch obszön aufeinander. Ein glucksen ertönte das nur diejenigen die schon einmal hier waren als zustimmend erkennen konnten.

"Erfreut. Ich schlage vor ich mache nun meine eigene Aussage. Solltet ihr zu diesem oder jenem Thema dann noch die Dienste des Clan Nosferatu in Anspruch nehmen wollen bin ich gerne bereit diese zu vermitteln oder auszuführen." rollte die röchelnde Stimme, die so viel Flüssigkeit transportierte, durch den stockdunklen Raum.

Es gab ein Geräusch wie das eines Säuglings der von einer Dachzinne herabfiel, dann ein zufriedenes Seufzen. "Setzt euch doch. Macht es euch bequem. Kann ich euch etwas anbieten? Blut?" offenbar wartete er trotz der Höflichkeiten auf die anfallenden Fragen. Schien es jedoch nicht eilig mit allem zu haben. Vielleicht hatte er ja sogar gerne Besuch.

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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Brimir » Mi 3. Mai 2017, 13:44

Brimir beobachtete das Gespräch zwischen den Beiden und nahm schließlich das Angebot an: Sowohl sich zu setzen, als auch das Blut - gleich ob von Tier oder Mensch. Auch, wenn er immer wieder angeekelt die Nase rümpfte.

"Gut... ich schlage vor... wir beginnen mit dem Vorwurf gegenüber Benedetto. Er soll die Tradition der Vernichtung gebrochen haben. Weist du etwas darüber? Ebenso... habe ich mir darüber gedanken gemacht, welchen der nicht mehr anwesenden Kainiten er vielleicht... in die Finger bekommen haben könnte: Alis, Phosoa, Augustus, Rennard oder Richard. Kannst du etwas über deren Verbleib berichten?"
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » Mi 3. Mai 2017, 17:16

Als Brimir das angebotene Blut annahm, ertönte ein Gurren. Nicht wie das einer Taube. Sondern einer dieser eigenartigen Geräusche zu denen Katzen imstande sind, obwohl niemand es von ihnen erwarten würde. Nur das es von etwas ausgestossen wurde das ungemein größer war als eine Katze.
Nur wenige Augenblicke später strich eine weich befelltes Tier am Bein des Gangrels entlang - ganz unbeeindruckt von der tödlicher Gefahr die von diesem ausging.

Il Ghiotto hingegen ließ sich davon nicht ablenken. Nachdem er sich mit einem Geräusch gekratzt hatte das an das Reiben von gebranntem Ton auf gebrannten Ton erinnerte, antwortete er umgehend:

"Habe ich auch gehört. Das mit der Vernichtung. Dieser Lasombra, Lydiadas hat ihn dessen bezichtigt oder? Ziemlich schwache Quelle. Ich selbst habe mit dem Kappadozianer von San Marcellino ziemlich wenig zu tun. Sind uns erst einmal begegnet. Und das ist eine ganze Weile her. War wohl eher seiner Neugierde geschuldet als echtem Interesse. Ich weiß nur das er ein geheimnistuerischer Mann ist der sehr vorsichtig vorgeht. Wenn er es also getan haben sollte, dann nur wenn er selbst absolut sicher war das er damit kein Risiko eingehen würde. " er machte ein kurze Pause und überlegte noch einmal. Offenbar war Benedetto aber nicht unbedingt sein Spezialgebiet.

"Die Namen die du nennst: sicher bin ich mir nur das er Phosoa nicht erwischt hat. Die arbeitet aktuell für den Seneschall in geheimer Mission. Hätte Benedetto einen von Maximinianus Lakaien ermordet....dann wüssten wir das alle. Und er wäre mehr hinter der Angelegenheit her. Sonst wüsste ich nur von Alis die damals bei den assamitischen Überfällen verschwunden ist. Und wenn man in Betracht zieht das der falaqui ausgerechnet ihre Kneipe in Borgio di Bisagno als Horchposten eingerichtet hat... müsste Benedetto entweder exakt gewusst haben wann und wo die Jäger zuschlagen - was einige beunruhigende Fragen aufwerfen würde - oder die Wahrscheinlichkeit das er dahinterstecke würde sinken. Diesbezüglich würde ich mich jedoch noch einmal an einen gewissen Ramon wenden... dem ehemaligen Leibghul von Alis. Ich glaube Acacia della Velanera hat sich in ihrer Güte seiner Person angenommen. Von den anderen drei weiß ich nichts."

Stille folgte. Als ob er auf weitere Fragen wartete.

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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Brimir » Mi 3. Mai 2017, 17:29

Brimir lauschte den Worten und nickte ab und an, als würde das, was Il Ghiotto da von sich gab durchaus Sinn machen. Dann griff er nach der Katze an seinem Bein und setzte sie auf seinen Schoß, um sie zu kraulen. Er ließ sich Zeit und dachte in Ruhe nach. Das Tier auf seinem Schoß erhielt deutlich mehr Aufmerksamkeit von ihm, als jeder Mensch oder Ghul es in der Regel bekam.

"Wieviele Fragen und welche davon könnte Clan Nosferatu genauer beantworten?"

Scheinbar hatte Brimir keine Lust später jede Frage nochmal zu wiederholen. Dann versenkte er die Fänge in das Tier und nahm einen tiefen Schluck, ehe er die Wunden wieder schloss.
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Re: Das dicke Ende [Liktoren][Il Ghiotto]

Beitrag von Il Canzoniere » Do 11. Mai 2017, 16:43

"Ich hätte vier weitere Antworten für euch. Ergänzende Informationen zu deiner erste Frage und Antworten wie darüber hinausgehende Informationen zu der zweiten Sache." fügte er mit einem langgezogenen Keuchen hinzu. Offenbar schien es das er tatsächlich so rigoros trennte wie er vorher angekündigt hatte.

Die Katze in Brimirs Schoß gab zufriedene Geräusche von sich. Sogar als Brimir von ihr trank hörte sie nicht damit auf, auch wenn sie danach wesentlich zittriger auf den Beinen war als vorher. Der starke Geruch der sonst so reinlichen Tiere, der Dreck der an diesem - sogar noch etwas saubereren - Exemplar klebte, gab dem faden Tierblut einen unguten Beigeschmack. Mehrere weitere Katzen waren ein wenig näher gekommen, als ob sie ihrem bevorzugten "Bruder" die erhöhte Aufmerksamkeit missgönnten.

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