Regeln und Regeln lassen

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Il Canzoniere
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Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Il Canzoniere » Mi 10. Mai 2017, 21:02

Ola zusammen,

mir ist gestern wieder einmal pointiert vor Augen geführt worden, dass es schon viel zu lange her ist das wir zuletzt eine Innenschau betrieben haben. Ich würde daher gerne ein Stimmungsbild einholen und auch selber schreiben was ich so aktuell denke. Darüber können wir ja gar nicht genug schreiben, andernfalls kommt es zu blöden Missverständnissen o.ä.

Worauf ich mit dieser mysteriösen Einleitung hinauswill ist die Frage: wie gefällt es euch denn aktuell so? Das Spiel, die Ingamethreads, die OOCs, der Umgang untereinander und der mit mir. In meiner SL-Bubble bekomme ich manche Dinge leider überhaupt nicht mit, die sich dann evtl. als mieses Gefühl bei euch einbrennen. Bspw. wenn eure OOCs euch frustrieren, wenn ihr euch von mir übergangen oder gemein behandelt fühlt, wenn ihr nicht so spielen könnt wie ihr gerne würdet. Wenn ihr das hier nicht groß breittreten wollt, könnt ihr mich auch gerne im Private, Discord oder FB anschreiben, wir kriegen das bestimmt irgendwie eingerenkt.

Ich würde gerne eine Stildiskussion eröffnen. Genua hat ja einen sehr rauen, herausfordernden Stil mit Fokus auf bestimmte Elemente des nächtlichen Ein und Aus (zumindest vo meiner Seite aus). Ich habe diesen Stil damals von Paul übernommen (auch weil ich ihn selbst gerne mochte) um Genua so fortzuführen wie es damals schon 2 Jahre dahinglitt. Das ist aber natürlich nicht in Stein gemeisselt. Paul hat das Genua-Projekt damals als großes Experiment begonnen, was mir und auch den damalig Aktiven größtenteils sehr Gefallen hat. Wenn also etwas gestört hat dann hat man versucht es zu ändern und wenn etwas Spaß gemacht hat, hat man es kurzerhand assimiliert. Ich möchte hiermit auch versuchen dies fortzuführen. Traditionen (außer natürlich die sechs aus dem Elyisum ;-) ) habe ich schon immer für falsch verstandene Nostalgie gehalten. Ich würde daher gerne meine Sicht auf die Dinge loswerden und schauen wie ihr dieses ganze Projekt hier von eurer Warte aus wahrnehmt. Was euch stört und was ihr gut findet. Gut möglich das wir dadurch Sachen bemerken die allen auf den Keks gehen und die jeder nur mitgetragen hat weil er dachte die anderen würden diese so mögen.

Meine Sicht atm:
Zu aller erst: wir würfeln zuviel. Das ganze ist ja eigentlich ein Erzählspiel. Würfel sollten nur in der direkten Konfrontation genutzt werden (bspw. im Zweikampf oder wenn jemand lügt). Ich lese viel zu häufig: Kevin Knochenbrecher sagte: "Ich war im einsamen Wald, es war dunkel und ich hatte Angst, überall waren Pilze. Ich sammelte ein paar, da beschlich mich ein ganz mieses Gefühl... Ich sah mich also um und...da! Eine Fee!" /td 15r10 3 4 5 6 3 2 3 45 6 6 4 33 2 4 4 55 6 544 33 3 4 4 56 65 443 3 4 4 55 5 4 4 4 5 5 5 4 3 3 4 4 = 21 Erfolge.
Das wirkt auf mich immer so wie: "...ich hab jetzt keinen Bock das alles auszuformulieren. Aber mein Char ist der oberkrasseste Geschichtenerzähler vorm Herrn, also klatsch ich mal den Wurf dazu. Und wenn ihr nicht alle auf meine 21 Erfolge reagiert beschwer ich mich bei der SL."
Was ich aber sehen will ist eben dieses ausformulierte. Ich will die ganze, packende Geschichte lesen und sie gut oder schlecht, unglaubwürdig oder gruselig finden. Ich will mich nicht dank der 21 Erfolge gezwungen fühlen so oder so agieren zu müssen. Wenn jemand gut in etwas ist, dann kann er das ja durchaus auch textuell rüberbringen. Im Herrn der Ringe ist uns ja auch allen bewusst das Gandalf der bessere Zauberer ist als Legolas. Obwohl beide (!) zaubern können. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch das weniger Superlative genutzt werden sollten. Wenn jemand etwas nur so mittelgut kann, dann ist es keine "atemberaubende Vorstellung menschlicher Dichtkunst" sondern ein "angenehmes Stück".
Ich würde nämlich gerne weniger Zeit mit Regeln verbringen. Die mag ich eigentlich gar nicht und finde sie sollten nur dann zum tragen kommen wenn man sich nicht anders einigen kann. Ich habe gestern wieder einmal bemerkt das ich selbst schon viel zu viel damit hantiere.

Zum zweiten bitte ich um Selbstreflektion. Seid ihr eher jemand der Dinge (ganz gleich aus welchen Gründen) "erobern" möchte? Das kann Reichtum, Macht, Besitztümer, Gefolgsleute, Ämter, Titel usw. usf. sein. Müsst ihr euch also etwas ergaunern? Oder seid ihr eher die die eine gute Geschichte spielen wollen. Die die Höhen und Tiefen ihres Charakters ausleben und seinen/ihren Weg durch die Nacht nachverfolgen möchten? Oder seid ihr irgendwo dazwischen? Wenn ja, zu welcher Seite tendiert ihr? Das ist interessant für mich zu wissen, versuche ich euch doch alle zu bespassen. Wenn ihr eher am "Spiel der Throne" interessiert seid (so behandele ich euch atm alle) ist das für mich genauso wertvoll zu wissen wie wenn ihr lieber Charakterdarsteller seid. Leichter werde ich es aufgrund dieser Info natürlich niemandem machen, aber vielleicht kann man das ganze anders angehen.

Zum dritten: bitte seid euch gewahr das dies hier kein typisches RPG ist. Wir sind keine Gruppe aus fünf Leuten die am Tisch sitzen, den Meister jede Woche rumgehen lassen und ein Abenteuer nach dem anderen bestreiten, immer vorwärts, immer siegreich. Wir spielen ein realistisches Spiel. Das heißt das es keine Erfolgsgarantie gibt. Der NSC dem ihr da auf der Spur seid, den ihr töten wollt, der bringt euch rücksichtslos um, wenn er euch gewahr wird. Kein Rettungswurf und kein doppelter Boden. Die meisten von euch wissen das (einige haben es auch schon am eigenen Leib erfahren) ich möchte es aber dennoch noch einmal erwähnen. Die Welt die ich gerne mit euch darstellen würde, ist eine die jeden Fehler bestraft. Ich bitte euch daher um tragische Geschichten. Solche in denen ihr verliert, damit jemand anderes gewinnen kann. Im Idealfall natürlich ein anderer Spieler.
Natürlich muss nicht jede Geschichte tragisch enden, aber ich fände es sehr Schade wenn in einer so düsteren Welt wie ihr sie aufgebaut habt, keine einzige so enden würde. :-) Daher meine Frage: wann habt ihr eigentlich das letzte Mal verloren? ;-)

Ansonsten bin ich gerade dabei einige sich lange hinziehende und teilweise auch mittleweile etwas unspassige Spiele zu beenden, habe auch schon ein paar beendet. Dennoch ärgert es mich ein wenig wenn sich solche Dinge (teilweise auch explizit meine Schuld9 so lange ziehen. Vielleicht habt ihr ja Ideen wie man sowas i.d.R. rascher über die Bühne bringen könnte?

So. Jetzt bin ich aber gespannt darauf wie es euch atm gefällt, was euch stört und was man verändern könnte/sollte. :-)

LG
Hauke

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Gaius Marcellus
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Gaius Marcellus » Mi 10. Mai 2017, 23:19

Hallo Hauke, toller Post, Innenansicht ist immer wichtig und mit "alles klasse!" Durchwinkerei ist keinem wirklich geholfen. Veränderung und Verbesserung, Optimierung, ist ja keine Kritik - gerade wenn sie von dir selbst eingefordert wird. Diese Art Feedback ist eher eine Hilfestellung für die Mammutaufgabe, die du dir da aufhalst, hoffe ich mal! :)

Der Post ist riesig und mehrthematisch, schwer darauf zu antworten, aber ich versuche es gerne mal ;) Das mit dem Würfeln unterstütze ich auch, Tendenzwürfe, winzige Intelligenzwürfe und sonst alles... völlig unnötig. Wenn da steht "Academic 3", dann bist du da einfach gut aber nicht perfekt und die Würfel sagen dir auch nicht mehr. Wenn es um Gesellschaftstalente geht, wird es komplizierter, manche von uns sind begabter als Andere im Schreiben, generell sind wenige von uns so gut, dass sie andere wirklich emotional erreichen und im Gegenzug viele von uns, vor allem im Rollenspiel, sehr kühl und berechnen. Und da wir unsere Werte gegenseitig nicht kennen, diese aber im Spiel durchaus Rechnung tragen, finde ich sollte man diese auch in erweitert kompetitiven Proben verwenden. Sonst haben wir bald nur noch Eisklötze die auf gar nichts reagieren außer nackte Zahlen und das ist der Tod für jeden RP. Ich lass mich gerne von Melissas falscher Zunge (nicht Pauls Worten) rumverführen oder von Sousannas Unschuld (ok, das sind’s Vronis Worte ;) ) provozieren, aber erwarte auch vergleichbare Reaktion auf entsprechende Werte.

Störender als die Regelverwendung an sich, finde zumindest ich den Detailgrad und die Pedanterie mit der sie oft verwendet werden. Nicht nur von Hauke, sondern von fast allen Regelkennern. Oft werden Regeln entweder strikt negativ ausgelegt, oder so Wortgetreu, dass sie jedes Spiel ersticken. Hierbei finde ich muss man erstens einheitlich sein, ENTWEDER legt man Umstände und Regeln negativ aus um (negatives) Drama zu erzeugen, ODER man legt sie wortgetreu und neutral aus, dann aber auch bitte wirklich neutral ;)
Oft werden Szenen auch einfach sehr detailliert gemacht, manchmal wäre Zusammenfassen womöglich eine Idee (aber nicht generell ;) ).

Da liegt dann auch mMn die Antwort zu 3., ich sehe das schon auch so, man darf immer wieder verlieren, soll, muss sogar. Aber ein Spiel in dem man NUR verliert geht ja nicht ;) irgendeiner gewinnt. Aktuell ist das in Genua durch Kräfteverhältnisse in Spielerauseinandersetzungen auch sehr... deutlich... auch ein schädliches Element für derartige Dramaturgie, mMn., wäre hier eine deutlich größere Offenheit der Ergebnisse gäb es deutlich häufigere kleinere Konflikte und dabei auch vermutlich öfter wechselnde Gewinner und Verlierer. Auch hier ist dann wieder die Frage: (tendenziell negative) Dramaturgie, oder Realismus? Wenn man alles neutral und realistisch machen will, dann erhält Macht sich selbst, arbeitet Geld für sich selbst, und wächst Hegemonie immer weiter. Wenn man hingegen (tendenziell negative) Dramaturgie will, darf man das nicht zulassen als SL, und wird (wegen der negativen Dramaturgie) auch elegante Wege finden, damit umzugehen (und sei es nur die realistische Lösung... das Hegemoniebestrebungen im 10. Jh einfach nicht so gut ankommen ;) ).

An einigen dieser Verlierenselemente kann man sogar Spaß gewinnen, ich finde vor allem in PvP Sachen (wenn es nicht gleich um Vernichtung und BB 3 geht).
Wenn du Beispiele magst :D
Acacias durch bloße Worte ausgesprochener politischer Block für Gaius ist da so ein Beispiel, in der Hoffnung den irgendwann zu überwinden gab das relativ viel für mich her - eine interessante Charwahrnehmung und ein witziges Verhältnis zwischen Gegenintrigen und dem zurückhalten dazu, weil man Versöhnung will und wegen des Weges.
Selbst der katastrophale Auftritt beim Hof hat sich als ganz interessant herausgestellt, an manchen Stellen waren die Folgen doch etwas gravierend, aber doch.
Gerade beides in Kombination ergab viel für Charplay.

Aber nur Verlieren ist auch doof, vor allem im PvE mMn.
Man möchte sich ja entwickeln und weiterkommen. Oder eben daran scheitern.

Da ist dann für mich auch die Beantwortung deiner zweiten Frage. Ich gehöre sicher zu den Spielern die das Strategie, Planungs und Machtspiel mögen. Scheinbar mit anderen Schwerpunkten und weniger Erfahrung als einige hier, aber im Kern geht es auch mir darum Zentren zu errichten, Routen zu sichern, Gefolge zu binden und Spuren zu hinterlassen, Status, Einfluss und Entscheidungsoptionen zu ermöglichen. Etwas weniger konfliktorientiert, etwas weniger daran orientiert Favoriten nepotisch etwas zu schenken oder Konkurrenten aktiv klein zu halten als der übliche Vampire Spieler vielleicht ;) aber das sind wohl die Schwabengene die eben Sachen aufbauen wollen :D
Ich will sicher nicht leere Fluffs spielen, zumindest nicht nur, aber mein Spiel ist (zumindest sicher bei Genuas Tempo die kommenden 2 Jahre) eher OOC fixiert und in den Spielen geht es eher um Rollenspiel (nicht nur, natürlich).
Ich spiele dabei auch mit Regeln und Punkten, vor allem mit Punkten, aber nicht mit Regelauslegung, Lücken oder OP-Kombinationen oder so etwas. Das ist für mich nicht "Thats Jihad" sondern halt schlechte Regeln... und was nutzt es tolle Pläne und geniale Ideen oder Absprachen zu haben, wenn man dann so regelkorrekt mit schlechten Regeln spielt (aber problemlos manchmal andere Regeln anpasst oder ändert ;) ).

Was wäre also ein Vorschlag von mir? Wir müssen nicht die Regeln per se reduzieren, aber wir sollten die Pedanterie damit begrenzen, außer es ist wirklich eine krasse PvP Situation wo in jedem Fall einer Beschwerde einleiten würde... Öfter mal mehr Sinngemäß als Wortgemäß agieren. Eventuell sogar von der Goldenen Regel etwas Abstand nehmen, bzw. sie lockern... der Meister soll nicht für die Spieler denken oder so etwas, aber ehe man einen Spieler (va. einen, der nicht so auf Regeln steht) in die Pfanne haut, in eine Regelfalle lockt oder eine Aktion komplett auflaufen lässt, weil er sich halt nicht mit den Büchern beschäftigt... geht man eventuell eher einfach mal davon aus, oder fragt nach. "Deine Idee mag gut sein, aber du merkst natürlich recht rasch, es ist dunkel... du könntest logischerweise Auspex nutzen, das würde aber alles sehr intensiv machen? Möchtest du... dann klappt das problemlos, aber diese Erinnerung wirst du so schnell nicht mehr los." - klar, da gibt es komplizierte Situationen (könnte es geben), aber es könnte auch viel Stress erspart bleiben.

Auch ein generelles "Was stellst du dir vor, was hast du vor?" Am Anfang zu fragen, und damit manchmal lenkend einzugreifen, könnte helfen.

Genua und die Vorstellung der Spielwelt ist nicht sehr zugänglich, man kann sie nirgendwo lesen und sicher nicht aus der Geschichte rekonstruieren ;) Offensichtliche Widersprüche dazu und so könnten dann auch im Voraus gut geklärt werden...
"Mhh, ich verstehe warum du glaubst, dass eine Fehde hier der richtige Weg ist... aber durch die Veränderungen (OT - von Spielern angestoßen und verdient) der Umwelt dürfte das heutzutage schwer werden. Außerdem ist dieses Rechtsverständnis für mich ehrlich gesagt schwer nachzuvollziehen, für die andern Spieler noch mehr... ich würde es also gar nicht so sehr in Betracht ziehen?
Natürlich kannst du dennoch Gewalt anwenden, aber das dürfte dann eine deutlich härtere Reaktion einbringen als du erwartest... und Genua hat eben nicht nur die realistischen 30 leicht bewaffneten Büttel, sondern 250 schwer bewaffnete Soldaten." -- damit könnte man manchen Spielern sicher das Spielerlebnis verschönern ;)
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Caterina
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Caterina » Do 11. Mai 2017, 13:15

Das musste ich mir erstmal in denkgerechte Teile zusammenfassen^^
Erstmal das Gemecker- Ich habe das ganze noch nicht überdacht :-x

Wie gefällt es aktuell? (IG, OOC, Chat, SL)
Die Spieleranzahl ist rasch gestiegen, wir (Spieler) sind nun eine bunte Mischung aus allen möglichen Charakteren und Einstellungen, ohne uns wirklich aufeinander eingestellt zu haben.
Einerseits schön, andererseits anstrengend- das merkt man vor allem im Chat. Mir wird’s teilweise zu viel und nehme mich da raus- aber das ist ja mein Käse^^

Ich kicher regelmäßig bei den OOCs- die OOCs an sich gefallen mir besser, als am Anfang gedacht.
Was mir aber das Spiel immer schwieriger macht sind die IT/OOC Zeitunterschiede.
In den OOCs bin ich noch im Zeitsprung, Cats Fluffs haben grad mit Matteos Tod begonnen und die IG sollte ich eig. Warten bis das Gepeitsche vorrüber ist (nochmal schrott ich nicht mehr die Timeline) um IT zu spielen.
Das ist erstens frustrierend (hab mich nen Monat gut zurück gehalten und kann es nicht leiden), zweitens blockiert man sich andere Sachen/Spieler damit und drittens kommt dadurch dann ein Zeitschift zwischen den Chars zustande (Bsp. Das Narbenspiel, dass wir reingeschoben haben, obwohl alle Chars sich schon weiterentwickelt haben)
So nimmt man sich halt Chars und spielt mit denen, die kein Risiko für die Entwicklung darstellen oder vor dem Gepeitsche...
Da muss ich gestehen: Ja, da hab ich nen eigenen Vogel- aber die Fluffs hängen nunmal an den OOCs und IT hängt an den Fluffs
Man kann einfach einige Sachen rausstreichen- kann man, aber ich brauch gewisse Ereignisse niedergeschrieben, weil ich sonst die Mood nicht aufnehm.

Somit überspring ich kurz deinen ersten Hint und geh gleich zur Selbstreflektion:
Ich bin im Gegensatz zur Mehrheit hier kein PnP Spieler und werde es nie werden (die DAS Runde werde ich nie vergessen „grusel“)
Liegt mitunter daran, dass ich kein ‚wir gehen gemeinsam, kämpfen und sterben gemeinsam’ leiden kann
Ich komme aus dem Text RP und finde Genua toll, da man hier auch mal würfeln- und somit abkürzen kann, es braucht weniger Abstimmung untereinander und Überraschungen sind einfacher hier.
Heißt auch, ich muss nicht bespaßt werden, die Action such ich mir schon :D
Kurzum: ich will meinen Char zum Leben erwecken und mit ihm durch die Höhen und Tiefen gehen und dabei wachsen.
Ich probiere auch gerne neue Elemente erst einmal im Spiel aus, bevor ich sie in die Realität übernehme.
(die Spiele mit Sou zB. Haben geholfen nen Draht zu einer Kollegin zu kriegen)

Was mich dann auch schon zu Punkt 3 bringt: verlieren lassen
Niemals, nicht in hundert Jahren. Wenn ich Bockmist gespielt habe, werde ich den auslöffeln und jegliche Konsequenzen tragen. Aber ich werde garantiert nicht mit Absicht Blödsinn machen, damit sich wer anderer freut.

Ohne schicke Überleitung komm ich doch noch zum ersten Punkt: zu viel würfeln
Schwieriges Thema. Klar, sollte man spielen, was man an Werten hat.
Doch 5 Erfolge beim Bezirzen kann ich persönlich nicht ausschreiben macht Cat aber regelmäßig. Andrerseits würde ich niemals beim Lügen keinen Erfolg haben- hatte Cat jetzt aber schon zwei Mal.
Die Würfeln bringen auch ein wenig Unberrechenbarkeit rein. UND wenn jemand einen Char gebastelt hat, der nicht seinem eigenen Spielerewesen entspricht (sozialer Spieler spielt nen Assi), dann helfen Würfel darüber hinweg.
Was nicht heißt, dass der Spieler sich nicht anstrengen sollte. Er muss auf jeden Fall in den Char hineinwachsen um ihn gut zu spielen... es sind die Details, an denen es harkt ;-)

Punkt 4: ewige Spiele
sind mistig, auf der anderen Seite aber auch teilweise nicht anders möglich...
Gewisse Zeitspanne ausmachen- wenn die abgelaufen ist, schauen die Spieler, dass sie zusammenfassend schreiben und ggf. ein neues Spiel zu einem besseren Zeitpunkt eröffnen?

Da der Post nun viel zu lang ist, wird Clemens nicht ignoriert aber mit anderen Kommentaren zusammen beantwortet :D

Und den anderen wünsche ich viel Vergnügen bei dieser Masse an Text ‚evilgrins’
"...Sendest noch sterbend Düfte uns zu
Rose, du Holde!
Leben und sterben will ich wie du..."
JZitatschnipsel, Johann Jakob Ihle

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Sousanna
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Sousanna » Do 11. Mai 2017, 14:49

So, ich werde versuchen mich möglichst kurz zu halten und eine Wall of Text nach Möglichkeit zu vermeiden, aber fresst mich nicht, wenn ich es nicht schaffe.

Zu allererst: Ich wäre nicht so aktiv hier, würde es mir nicht gefallen. Ich mag die Unterschiede der Stile und der Personen, die ich hier ingame und outgame getroffen habe. Und ich muss weder im einen noch im anderen jemanden heiraten, was es noch einmal einfacher macht, diese Unterschiedlichkeit zu genießen ;)

Aber ja, mir wird hier zu viel gewürfelt und auf Regeln herumgeritten. Kommt aber von meinem Hintergrund in den Tischrunden, in denen wir immer nach "Story und Charakterspiel über Regelwerk" spielen. An sich passe ich mich da aber gern an und es stört mich nicht übermäßig. Für mich ist es nur manchmal übertrieben.
Was mich aber massiv nervt und jedes Mal aus Chat und Forum vertreibt, ist, wenn es dadurch zu Konflikten kommt, die in meinen Augen oft einfach ausufern. Für mich sind es eben "nur Regeln" und kein Grund sich stundenlang anzugiften, aber hey, ich überlebe das, und wem es Spaß macht ... bitte gern.

Gut, der Frustrationsgrad ist hoch hier und neigt manchmal auch zum grad so nicht zu hoch sein (ist bei mir aber Tagesform abhängig), aber für mich war das immer auch Kern des Vampirdaseins und gehört dazu. Tatsächlich habe ich dadurch einiges über Gelassenheit gelernt, so dass mich auch die "Dünnblutsache" (für mich unendlich hoher Frustrationsgrad, trotz Erwartbarkeit) inzwischen nicht mehr in tiefste Depressionen zurückgestoßen hat. ^^

So, was bin ich also für ein Spieler? Ich hätte mir nie Sou erschaffen, würde ich nicht auch den Reiz im Scheitern sehen. Spiel der Throne ist natürlich immer nett und reizvoll, aber bei solchen Spielerzahlen gibt es sehr unterschiedliche Ebenen, auf denen man es betreiben kann.
Mir geht es um die persönliche Geschichte, die Erlebnisse mit anderen und das Erzählen/Machen eines Charakters. Ob ich das jetzt als Prinz Sousanna mache oder als Dorftrotteline Sou mache, ist mir dabei persönlich egal, solange ich mit anderen Charakteren interagieren kann.
Solange ich das halbwegs im Sinne meines Charakters kann, bin ich hier ganz glücklich. Wenn ich darum mit Sou (oft bewusst) Fehler mache, bade ich die auch aus. Ich will, dass hier jeder irgendwie Freude an seiner Art des Spiels hat und wenn ich dafür das Opfer sein muss, dann bin ich das.

Aber - und das ist was, was mir aufgefallen ist, wo viele ein Problem zu haben scheinen: Es ist für mich nur ein Spiel. Ein zeitfressendes, wunderbares Spiel. Und wer Sou was tut, tut nicht mir persönlich was. Ich habe da, und das mag nur mein Gefühl sein, oft den Verdacht, dass der Unterschied da nicht so klar ist. Und dass man aus der Situation heraus mal etwas ungehaltener reagiert ist auch verständlich, aber manchmal fürchte ich, dass aus so kleinen Sachen schnell ziemlich schnell große Lawinen werden, die dann das ganze Spiel eigentlich für beide Parteien kaputtmachen.
Da würde ich mir etwas mehr Besinnung und Rollenträgerbewusstsein wünschen, aber das ist etwas, an dem jeder für sich (ich eingeschlossen) arbeiten kann.

Lange Rede kurzer Sinn, ich bin an sich ganz zufrieden mit dem hier. Klar gibt es immer Sachen, die besser laufen könnten, aber so viele (nicht gerade einfache) Leute immer glücklich zu machen geht halt nicht.
- Und natürlich hab ich jetzt wieder zu viel gelabert, aber es blubbert dann ganz literatuwissenschaftlich alles aus mir raus. Darum zum Abschluss ein Entschuldigungsflausch an alle, die das wollen ;)

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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 11. Mai 2017, 16:07

Ich bin sehr zufrieden mit der Chronik. Wie ich Hauke schon gesagt habe, ist das mein liebstes Hobby hier. Vermutlich verbring ich sogar schon zu viel Zeit hier. :D
Ich habe nix zu meckern, abgesehen von den ewig liegengebliebenen Uraltthreads, aber ich glaube da kann man nicht viel machen. Angesprochen wurde es ja nun schon paar mal und es sollte sich da einfach jeder an die eigenen Nase fassen und darauf acht geben, Spiele relativ schnell fertig zu kriegen.
Mit der Würfelei hab ich kein Problem. Ob es nun so bleibt wie es ist oder weniger wird, bin ich mit beiden zufrieden. Ich denke auch, dass man nicht auf jede Kleinigkeit werfen muss, aber wer das will solls halt machen.
Diese Reibereien auf zwischenmenschlicher Seite sind auch völlig normal und auch wenns manchmal nervt, das geht auch wieder. Ich komm auf jeden Fall mit allen gut klar und mag euch auch voll gern.

@Isa ich glaube das war nicht damit gemeint, dass du absichtlich verlieren sollst, sondern eben das was du schon tust, es zu akzeptieren dass man auch mal verliert, dass man nicht auf biegen und brechen versucht als der Sieger hervor zu gehen.

Ich bin btw mehr Charakterspieler. Zu gewinnen, was zu erreichen macht auch Spaß, aber das brauch ich nicht. Ich will tolle spannende Geschichten und kann da auch verlieren, auch wenn ich natürlich wie vermutlich jeder dazu neige zu versuchen das zu verhindern, bzw versuche meine Version von einem spannenden Spiel zu erzeugen. (Tschuldige Vroni ^^'' und du musst dich nicht für deine Meinung entschuldigen, egal wie lang sie ist ;) )
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Fabrizio
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Fabrizio » Fr 12. Mai 2017, 23:51

na dann werd ich mich auch mal nicht drum drücken ;)
und ich bemühe mich das feedback strukturiert zu geben.

1. Wie gefällt es euch denn aktuell so?
Das Spiel ist tatsächlich derzeit auch mein liebstes Hobby (wie eine Vorrednerin es schon sagte), versüßt mir späte Feierabende und hilft mir zu entspannen am Wochenende. Ich kann viel Zeit damit verbringen, aber stört auch nichts wenn ich mal ein zwei Wochen komplett abtauche. Und genau so sollte das sein.
die Ingamethreads sind in den allermeisten Fällen feinstes Rollenspiel auf hohem Niveau. Durch die angenehme Vielzahl an verschiedensten Spielern und Charakteren findet man für jedes Thema und jede Laune entsprechend motivierte Mitspieler. Von hoch politisch, emotional, unheimlich bis spaßig. Der Stil reicht von knackig direkt bis poetisch ausschweifend, aber selbst das stört nicht, weil niemanmd ist ja dazu gezwungen alles zu lesen ;)
die OOCs gefallen mir. Für mich persönlich eine perfekte Mischung aus Erfolgserlebnissen und Herausforderung, immer gut nachvollziehbar warum eins von beiden jeweils eintritt (spätestens auf Nachfrage zumindest ;) ) Bietet Raum sowohl für makro-management, als auch mikro-management, je nachdem was gerade logisch passend ist. Und manchmal ist sogar Zeit für spannende Abenteuer die man mit dem SL episodenweise durchspielt.
der Umgang untereinander erlebe ich als sehr erwachsen im positiven Sinne und reflektiert im professionellen Sinne. Da spürt man den hohen Anteil an erfahrenen Rollenspielern, die mit ihrer entsprechenden Kompetenz die enorme Bandbreite an verschiedensten Charakter-Menschen, Vorlieben und Befindlichkeiten immer wieder doch irgendwie durch das Spiel zu integrieren wissen. Ich erlebe immer wieder Humor, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft in der gesamten Gruppe - das ist vorbildlich!
und der mit SL Hauke hat immer ein offenes Ohr, versucht zu vermitteln, aber gibt auch mal klare Direktiven wenns sein muss. Und nichtmal für ne selbstkritische Innenschau ist er sich zu schade :) Großes Lob! Und die bitte an alle, dass wir ihn gut behandeln mögen damit er uns noch lange als SL erhalten bleibt.

2. Genua hat ja einen sehr rauen, herausfordernden Stil. Was stört und was findet ihr gut?
Ich finde den Stil genau richtig für Vampire. Da kann man als online-chronik ohne große Kompromisse alles aus dem System herausholen, was es so besonders macht (dreckig, tragisch, paranoid). Am Tisch geht das oft nicht so gut aus diversen Gründen. Besonders positiv herausheben möchte ich die hohe Spielgeschwindigkeit von der Formel 1 Monat = 1 Jahr + ausgiebige Zeitsprünge. Das experiment von Paul ist perfekt aufgegangen in meinen Augen. Die Zeit fliegt vorbei und der Fokus wird zwangsläufig aus dem mikro-management des Tagesgeschäftes weggenommen hin zu ein bischen mehr Gefühl dafür wie es wohl wäre unsterblich zu sein und die Jahrhunderte an sich vorüberziehen zu sehen ohne wirklich das Rad der Zeit und den Lauf der Welt entscheident beeinflussen zu können. Ich habe das so noch nie gespielt - und ich liebe es!

3. Würfeln und Regeln
Seh ich genau wie Hauke, weiß garnicht was ich noch zu schreiben könnte.
So viel beschreiben wie möglich, so wenig würfeln wie nötig.
Und Regeln sind nur dann nützlich, wenn sie für schöneres Rollenspiel sorgen.


4. Wer bin ich? (zwischen dem Jagen und Sammeln von Hintergründen und persönlichem Charakterspiel)
Ich sehe mich natürlich irgendwo dazwischen. Mache gerne spannende persönliche Spiele mit meinem Charakter in all seinen wandelbaren Facetten, lasse mich selber von den Entwicklungslinien überraschen, die ab dem Erschaffen des Charakters nur noch selten geplant verlaufen sondern mit euch allen gemeinsam im Spiel durch das "Erleben" gesteuert werden. Von lustigen Albernheiten über Weg- und Wesengegebenen Dilemmata bis hin zum "personal horror".
Aber wenns ums tendieren geht, habe ich glaube ich in dieser Chronik besonders Spaß in dem fortwährenden Gezänk und Geschacher um alles mögliche ^^ Das liegt sicherlich daran, dass mein Charakter für diese Chronik bereits zum Teil so angelegt war und mein ganzes Spiel sich auf Grund der entsprechenden Fokusierung der Chronik daraufbezogen weiterentwickelt hat - aber sicher auch daran, dass das eben Dinge sind, die man in einer online-chronik so wunderbar ausspielen/aushandeln kann, während das am Tisch immer eher zweitrangig bleibt, da dort der Fokus systembedingt auf konkreten Abenteuern liegt.
Ich mag also die Fokussierung auf das "Erobern", wenn diese immer wieder aufgelockert wird durch schöne rollenspielerische Anlässe und dann und wann ein paar optionale spannende Abenteuer-Plots eingestreut sind.

5. Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal verloren?
So richtig verloren, also abgesehen von den üblichen scheiternden oder im Sande verlaufenden OOCs und sonstigen Plänen, habe ich zuletzt im Nachgang zu Alerios Vernichtung. Da stand ja sogar im Raum, dass mein Charakter unspielbar geworden wäre und es stand im Raum dass ich den Charakter entsprechend wechsel. Aber ich habe mich dann schnell dafür entschieden das Scheitern voll auszuspielen, auch wenn mir das eine ganze Weile Spielstopp sowie diverse Folgeschwierigkeiten auf hohem Niveau eingebrockt hat. Und aus eigener Erfahrung kann ich jetzt sagen: Es lohnt sich! So viel Spass wie nach dem Scheitern hatte ich die ganze Zeit vorher nicht an meinem Charakter. Durch das Scheitern kam die Charakterentwicklung und die ganze spannende Geschichte drum herum überhaupt erst so richtig in Fahrt!

6. Vielleicht habt ihr ja Ideen wie man Endlosspiele rascher über die Bühne bringen könnte?
Ich könnte mir vorstellen, dass wir für Spiele mit SL-Beteiligung eine strengere Regel einführen: Nach SL-Post hat jeder beteiligte Spieler genau eine Woche Zeit zu posten (denn dann postet ja der SL wieder) ansonsten bezieht der SL den Spielerchar einfach mit einer möglichst neutralen Standartreaktion in den nächsten Post mit ein.
Wenn sich alle Spieler drauf einigen wollen könnte man ähnliche Absprachen dann auch für, zum Beispiel größer angelegte, Spieler-Spieler Spiele treffen.
Klingt vielleicht hart, wäre aber effizient und dürfte sich vom Prinzip her auch keiner drüber beklagen. Dann nimmt man eben nur an SL-Spielen teil, an denen man auch wirklich teilnehmen kann. Bei ner Woche Ausfall weil kein Bock oder sonstwas geht dann auch die Welt nicht unter, hat der Char halt mal nicht alle Register ziehen können hat aber auch kein Nachteil. Und wenns absehbar ist, dass man garnicht teilnehmen kann, aber es absurd wäre wenn der char nicht teilnimmt, ist Hauke bekanntlich immer dazu bereit mit ner kurzen Beschreibung den Charakter vorübergehend als NSC einfließen zu lassen. (gab ja schon paar Fälle)

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La Vedova
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von La Vedova » Sa 13. Mai 2017, 12:33

Hallo ihr Lieben,


zwischen realen Katzenpopos und Englandvorbereitungen komme ich endlich dazu, mich auch zu äußern.

Wie gefällt mir das Spiel momentan?

Das normale Forenspiel gefällt mir sehr gut, das ist auch der Grund, weshalb ich hier bin. Geschichten schreiben, in Welten eintauchen, dabei anderen lebendigen Charakteren begegnen und gemeinsam schöne Bilder entwerfen, kreativ sein…
Dabei finde ich es toll, historisch einigermaßen „korrekt“ zu spielen und ständig dazuzulernen (Danke Olaf^^). Ich würde gerne noch authentischer spielen und schreiben, das wäre so mein Ziel.
Ich finde die Vielfalt der Spieler und die geballte Kreativität und den literarischen Stil, den hier viele verwenden toll. Ich freue mich jedes Mal wie Bolle, wenn ein neuer Post für mich da ist, der länger ist als drei Zeilen Dialog. Auch wenn jemand zwischen den Zeilen schreibt, Anspielungen verwendet, lyrische Exkurse unternimmt kann man mich damit sehr glücklich machen.

Die OOCs hingegen finde ich schrecklich frustrierend.

Erstens weil sich dort alles ewig hinzieht (Dinge brauchen OT Monate, die IG eigentlich innerhalb weniger Nächte ablaufen würden. Es ist schlichtweg unrealistisch dass ein Char daran dann Jahre hockt)

Zweitens stört mich diese Zerstückelung enorm. Ich habe einen Plan, den möchte ich äußern und dann besprechen. Dann eine Woche nur mit einer Rückfrage zu irgendeinen Detail zu verschwenden ist einfach nur nervig… Auf jede winzige Formulierung achten zu müssen ist…ermüdend.

Drittens weil ich das Gefühl habe, absichtlich zurück gehalten zu werden. Und genau das wirkt auf mich eben gar nicht mehr realistisch, sondern wie künstlichen Hindernisse (nicht die normalen auftretenden Schwierigkeiten), die nur dazu da sind, mich zu verlangsamen und aufzuhalten…sie rauben mir den letzten Nerv.


Und ja, manchmal frustriert mich das so sehr, dass ich daran den kompletten Spielspaß (auch an dem restlichen Spiel hier) verliere und einfach mal eine Woche dem Forum fern bleibe. Vielleicht habe ich eine mangelnde Frustrationstoleranz, das mag schon sein. Die entweder sehr negativen oder zufallsabhängigen Erfolgschancen sind aber nun mal nicht unbedingt motivierend. Meistens habe ich überhaupt keine Lust an den OOCs zu schreiben und verschiebe es bis auf letzte Minute…

Spielstil

Der raue und herausfordernde Stil Genuas bzw. Vampires allgemein war von Anfang an nicht so ganz meine Welt. Es ist aber schon ok, auch wenn ich mir manchmal mehr Spielerfreundlichkeit wünschen würde. Und damit meine ich nicht unbedingt Meistergnade, sondern eher ein wenig mehr Empathie auf Ot Ebene. Ich habe es mal als „Menschlichkeit“ bezeichnet.
Was ich damit meine ich normaler Menschenverstand. Wenn man merkt, dass ein Spieler keinen Spaß an gewissen Dingen hat, kann man darauf ja eingehen und den Stil individuell ein bisschen an den jeweiligen Spieler anpassen. Spieler absichtlich in die Pfanne zu hauen, an Regeln zu fesseln und aufzuhängen und mit unwichtigen Details zu gängeln gehört doch alles nicht zu einem angenehmen Spielumgang. Den Umgang mit einem Spieler an den Erfahrungen mit anderen Spielern (mit anderem Spielstil) festzumachen, ist einfach nur ungerecht und führt zu Frust.


Ich habe kein Problem damit, auch mal Rückschläge zu ertragen (im Gegenteil, ich schlachte sowas gerne aus und nutze es zur Charakterentwicklung) allerdings finde ich diese übertriebene Tödlichkeit/Brutalität dem positiven Spielgefühl nicht zuträglich.
Ich würde gerne viel mehr absichtliche Fehler und Möglichkeiten zu Scheitern einbauen, allerdings finde ich den Umgangston hier viel zu ungnädig als dass ich das tun würde mit dem Wissen, dass mein Char nicht am nächsten Tag noch töter(^^) in einer Ecke liegt oder es eine endlose Litanei an heftigsten Nachfolgen hätte.

Welcher Spielertyp bin ich?
Ich habe mich immer als Barbiespielerin in einem dramaturgischen Spielgefühl verstanden. Unser Gespräch (und Clemens Anmerkungen) haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich wohl tatsächlich nicht völlig unpolitisch spiele. Allerdings gehört das für mich eher zum Barbiespiel als dazu, wirklich irgendwas Bestimmtes erreichen zu wollen.
Natürlich ist es cool, im Hintergrund ein bisschen Aufbauspiel zu betreiben…aber das ist eben nur Hintergrund und daher nicht so wichtig für mich. Game of Thrones ist nicht so sehr meins...auch weil ich eben sehr gerne mit anderen Spielern gemeinsam als Gruppe agiere.
Ich werde auch nie eine PvP-Spielerin sein. Damit meine ich nicht, dass ich keinen Spaß daran hätte, mich IG auch mal zu zanken, sondern lang angelegte Intrigen gegen andere Spieler. Auf Kämpfe kann ich komplett verzichten- Für mich gibt sowas nichts her, deshalb weiche ich als Spielerin diesen Dingen immer aus.

Wie bei Sou auch geht es mir eben hauptsächlich um das Charakterspiel. Und dabei sind mir beide Dinge wichtig: Zum Char habe ich schon einiges gesagt. Das zweite ist eben das Spiel. Ich mache das hier um Spaß und Freude zu haben und mich kreativ ein bisschen austoben zu können…Und im Augenblick überwiegt eben nicht der Spaßfaktor. Und ja, ich habe auch das Gefühl, dass manche das hier zu ernst nehmen.
Und ja, ich erinnere mich gut daran, wann ich das letzte Mal verloren habe…

Regeln und Würfe
Es sind mir definitiv viel zu viele Regeln und Würfe...aber das ist auch sonst meistens so.
Meine Devise ist immer: Regeln sind eher Richtlinien. Weder als Meisterin noch als Spielerin würde ich jemals auf die Idee kommen, jemanden auf einer Formulierung festzunageln, die in einem Buch steht. Für mich gibt es kein Buch der Welt, nicht Regelwerke, nicht die Bibel, das rechtfertigt, sich darüber in die Haare zu geraten. Wenn eine Regel einer schönen dramaturgischen Handlung im Weg steht, würde ich mich immer für die Handlung entscheiden.
Am liebsten würde ich ganz ohne Würfe einfach nach Werten spielen (und nein, das liegt nicht nur daran, dass mich reale Würfel wie auch Bots offenbar nicht leiden können.)




Ich weiß, das klingt jetzt sehr negativ und das tut mir auch Leid. Ich weiß, dass der SL hier eine schier unbewältigbare Aufgabe vor sich hat und ich habe Verständnis dafür, dass er sich nicht innigst mit allen Spielern und ihren Wehwehchen auseinandersetzen kann.

Ich weiß nicht ob die Spielerzahl wirklich das Problem ist, aber sollte es so sein, wäre vielleicht ein Spielerstopp eine Möglichkeit. Also erstmal keine neuen Spieler mehr, damit wir uns alle ein bisschen besser einspielen und kennenlernen können?

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Angelique
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Angelique » Sa 13. Mai 2017, 17:57

1. Wie gefällt es euch denn aktuell so?

Liebstes Hobby, weil mir Angie ans Herz gewachsen ist und ich viele Charas und noch mehr Spieler echt mag und gerne mit ihnen spiele.

2. Genua hat ja einen sehr rauen, herausfordernden Stil. Was stört und was findet ihr gut?

Ja, finde ich gut, selbst wenn ich nie ein guter PvP-Spieler werde.

Die OOCs sind häufig zäh. Vielleicht könnte man da einen Ereignisblock draus machen oder so, anstatt dass das eine Situation sich OT über mehrere Wochen hinzieht, während IT Jahre oder gar ein Zeitsprung passieren.

Ansonsten: Mein Krieg gegen die Anachronismen wird nie enden! Es mag Fantasy-Genua sein, aber es soll sich so anfühlen, als könnte es so gewesen sein, wenn Vampire wirklich existieren würden.^^


3. Würfeln und Regeln

Wie die Vorredner schon sagten: Lieber beschreiben, als Würfel. Manchmal würde ich persönlich paraphrasieren, wenn ich soziale oder intellektuelle Überwerte hätte, die ich als Mensch nicht habe, als zu versuchen, shakespearesk meine 15 Erfolge und 12 Würfel in Prosa oder gar Lyrik zu fassen oder den eines Sherlock Holmes würdigen Masterplan zu beschreiben. (Nicht, dass manchen das nicht gelingen würde, aber ein Mani+Ausflüchte 10 Erfolge ist mit "Ihm gelang es, mit Spitzfindigkeiten und raffinierten Wortspielen den Inquisitor auf die Spur seines Rivalen zu schicken" besser umgesetzt als mit ",Alter, isch war´s nich, der andere war´s! Isch schwör!' Ich hab 10 Erfolge, er muß mir glauben." ^^)


4. Wer bin ich? (zwischen dem Jagen und Sammeln von Hintergründen und persönlichem Charakterspiel)

Weiß ich nicht mal im Real Life. Aber ich sehe mich als Charakterdarsteller, nicht als Aufbaustrategen.


5. Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal verloren?

Wann hast du eigentlich das letzte Mal gewonnen?, trifft es eher.^^ Aber ich mag das, wenn man getreten wird und damit klarkommen muss. Nur wenn es eklatante Eingriffe in die Persönlichkeit oder Spielweise werden, habe ich Probleme. Ich bin da manisch-depressiv im Spiel. Ich will gerne etwas bewegen, aber wenn die Probleme sich stapeln, schmeiße ich gern alles hin, wie Hauke aus den OOCs weiß.
Ein, zwei Mal habe ich gedacht, der Chara würde durch Nichtigkeiten unspielbar, aber bis jetzt habe ich es mir schön reden können.


6. Vielleicht habt ihr ja Ideen wie man Endlosspiele rascher über die Bühne bringen könnte?

Warte, sie liegen bei dem Entwurf der Weltformel und meiner Lösung für die Koreafrage, aber ich finde sie nicht - Nein, habe ich nicht.


Fazit: Weiter so, Genua!
"I'm a mighty thesaurus! Rawr!"

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Ilario
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Ilario » Sa 13. Mai 2017, 23:42

Ich nehm mir mal nen Beispiel und machs auch schön Punkt für Punkt :)

1. Wie gefällt es euch denn aktuell so?
Ziemlich gut ;) Wie bei einigen anderen auch ist Genua mir ein liebes Hobby geworden und ich spiele und chatte sehr gern mit euch allen. So langsam nimmt das Spiel mit Ilario auch wieder Fahrt auf. Mir gefallen auch die meisten Spiele von euch so gut, dass ih mich bemühr sie alle zu lesen.

2. Genua hat ja einen sehr rauen, herausfordernden Stil. Was stört und was findet ihr gut?
Eigentlich finde ich das super. Eigentlich, denn den Haken sehe ich darin, dass ich eigentlich ungern pvp sp spielen mag, dass andere Spieler den Spass verlieren. Wenn ich mit Ilario jetzt aber beispielsweise gern etwas hätte, das ein anderer SC hat, einer der schon länger dabei ist(frührt gabs mehr ooc^^), ist es extrem schwer aufzuholen. Beispiel: Ilario will Broglio und eigentlich würde man da am besten Stück für Stück vorgehen, infiltrieren, Gefolgsleute "umdrehen". Ich nehme das aber so wahr, dass es durch die begrenzte Ressource OOC und die bereit vorhandene IT Machtfülle Melissas doppelt erschwert ist. (Achtung -> Mutmaßung) Also bleibt nur die finale Lösung das Ziel zu töten oder in Starre zu bringen und wahlweise zu binden oder zu vergraben ect.
Melissa und Broglio sind hier nur das erste Beispiel das mir einfiel und wie gesagt, ist das nur ein Gedankengang dazu den ich habe.
Generell hielte ich es für höflich und gut, wenn man mit dem anderen Spieler kurz die Konsequenzen druchsprechen würde. Besonders wenn es um Vernichtung oder aufgezwungene Blutsbande geht. Insbesondere BB3 würde ich je nach meinem Char nicht zu jedem anderen Charakter spielen wollen. Und alles was einem geschätzete Mitspieler den Spielspass raubt mache ich nicht gern. Wenn unbeabsichtigt doch: Bitte gern ansprechen.

3. Würfeln und Regeln
Das mir dem vermehrten Würfeln hat sich meiner Meinung nach ganz langsam eingeschlichen. Also in den Spielen meine ich, in OOCs ist das was anderes denk ich. Ich würfle mittlerweile auch, weil es viele andere auch so machen^^
Ich sähe den Idealfall in etwa so, dass möglichst viel beschrieben wird und in direktem Wettstreit und auch nur wenn es um "etwas geht" gewürfelt wird. Letzteres würde ich davon abhängig machen ob mindestens einer der SPieler oder der SL das so sieht.


4. Wer bin ich? (zwischen dem Jagen und Sammeln von Hintergründen und persönlichem Charakterspiel)

Ich hab irre Spass daran Sachen aufzubauen und an diesen ganzen intriganten Politikspielchen. Charakterspiel macht mir auch Spass, aber vor allem liegt mir an der Geschichte drum herum. Kommt es zum Krieg mit Sizilien? Wie verläuft der und was hat das für Auswirkungen auf meinen Charakter? So als Beispiel. Was für Auswirkungen es auf Ilario hatte, dass er ein Bastard war ist zwar eventuell auch spannend, aber solche Innenschau steht hinter den anderen Sachen zurück. Also bei mir^^
Kurz: Abgesehen von der netten Spielerschaft und Haukes grandioser Arbeit als SL ist es vor allem das Intrigenspiel und die damit zusammenhängenden oocs die ich an Genua so liebe.

5. Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal verloren?
Matteo? ;) Verlieren macht vor allem dann Spass wenn sich daraus ingteressante Möglichkeiten ergeben und es die Story bereichert. Also wahlweise die übergeordnete oder die persönliche des Charakters. Vor allem aber macht mir ja das politische Intrigenspiel Spass und ohne die Möglichkeit zu verlieren verlöre das einen guten Teil seines Reizes.



6. Vielleicht habt ihr ja Ideen wie man Endlosspiele rascher über die Bühne bringen könnte?

Leider nein, die Wochenfrist finde ich eigentlich ganz gut. Wenn sich jemand abmeldet und gezielt darum bittet das Spiel zu pausieren sollte das ja auch drin sein ;)
Die Nächte lehren viel, was die Tage niemals wissen.
- persisches Sprichwort

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Adelchis Diaconus
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Re: Regeln und Regeln lassen

Beitrag von Adelchis Diaconus » So 14. Mai 2017, 13:08

Auch ich werde mir mal so einen schönen Vordruck klauen damit es übersichtlich bleibt :D

1. Wie gefällt es euch denn aktuell so?

Mir gefällt es ziemlich gut ansonsten würde ich nicht hier sein und auch während der Arbeit ab und an in den Chat schauen. Auch für mich zählt Genua zu meinen liebsten Hobbies.


2. Genua hat ja einen sehr rauen, herausfordernden Stil. Was stört und was findet ihr gut?

Ich finde den rauen und herausfordernden Spielstil gut, auch wenn es mir so vorkommt als würde durch meine Unfähigkeit OOC's vernünftig zu schreiben, viel Potenzial auf der Strecke bleiben, aber ich versuche mich einzufinden. ^^
So oder so finde ich aber das es durchaus Sinn macht das neu eingestiegene Charaktere es schwer haben. Wir spielen immerhin Vampire und versuchen anderen Vampiren, die sich schon eingegraben haben und dafür auch mehr als genug Zeit hatten, Teile ihres Besitzes abzunehmen.


3. Würfeln und Regeln

Hier schließe ich mich eigentlich allen meinen Vorrednern an.
Ne schöne Beschreibung macht viel her außer man möchte wirklich gegen wen anderes agieren, da sind Würfelergebnisse ne gute Grundlage für den "Gegner" um selbst angemessen zu reagieren.
Außerdem ließt Hauke ja wirklich so gut wie alles hier im Forum (kommt mir zumindest so vor ^^) und stellt Rückfragen etwas seiner Meinung nach gar nicht passt. Zusätzlich kann man Hauke ja auch Fragen wenn was der eigenen Meinung nach nicht passt.

Vielen Dank dafür und deine Zeit die du hier rein investierst.


4. Wer bin ich? (zwischen dem Jagen und Sammeln von Hintergründen und persönlichem Charakterspiel)

Gute Frage und ich weiß es auch nicht genau. ^^
Also ich finde das persönlich Charakterspiel macht den wichtigsten Teil aus, aber es ist eben nur ein Teil vom ganzen.
Das Jagen und Sammeln von Hintergründen gestaltet sich für mich wie oben schon beschrieben etwas schwer, da ich meiner Meinung nach noch nicht wirklich gelernt habe wie OOC's richtig ablaufen müssen.
Damit gestaltet sich das Spiel der Throne für meinen Charakter als ausgesprochen schwer vor allem da ich zum Teil sehe wie schnell andere vorankommen ^^ (Keine Kritik oder Neid es sieht für mich nur so aus auch wir Spieler sind ja in unserer kleinen schönen Charakter-/Spieler-Blase gefangen :) )


5. Wann habt ihr eigentlich das letzte Mal verloren?

Ich dachte es erst als Adelchis der BB2 reingedrückt wurde, das ich da wirklich viel verloren habe.
Dann ist es doch durchaus anders gekommen und zur Zeit komme ich zeitlich nicht einmal zu einem Folgespiel da es sonst einfach Zuviel wird und ich genau weiß, wenn ich zuviele offene Spiele habe verliere ich den Spaß. :/
Ansonsten bei meiner Vorstellung bei der Prinzessin die ich vollkommen vergeigt habe da ich es nicht besser wusste. ^^


6. Vielleicht habt ihr ja Ideen wie man Endlosspiele rascher über die Bühne bringen könnte?

Leider habe ich dafür auch keine gute Idee parat. Finde aber die von René ist aber zumindest was die großen und langen Spiele angeht eine sehr gute Alternative.
Den Status quo gilt es zu erhalten, sonst herrscht die Anarchie.

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