Niedrige und hohe Werte

Fragen, Diskussionen, Unsinn - alles was kein Inplay ist.

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Gaius Marcellus
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Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 4. Feb 2017, 17:44

Die Diskussion über Gesellschaftstalente anderen Spielern gegenüber ist per se ja alt. Aber seit Haukes Post über niedere Werte habe ich mal mangelnde Empathie als Nachteil ausgespielt, die Definition gedeht und geschaut wie das so ist. Sehr unterhaltsam und spielerisch spannend (Spielmannsschwur :P) aber auch unglaublich nachteilhaft (gebrochene Herzen ua.) und sehr gut nutzbar für andere Chars, vor allem, gegen mich. (ist jetzt nur ein Eigenbeispiel, jeder ovn euch wird ähnliche Erfahrungen gemacht haben^^)
--> niedrige Gesellschaftswerte sind Vorteile für andere Spieler.

Zugleich habe ich dieses Gefühl bei hohen Werten im Allgemeinen nicht, auf hohe Empathiewerte kann man noch gut eingehen (mhh... erneut dieses Talent im PvP) indem man tiefere Einsichten gewährt, aber sonst habe ich nur bei den wenigsten SC und NSC das Gefühl, dass soetwas im Rollenspiel Auswirkungen hat, in den Reaktionen und co.
Kein SC wird je seine Position überdenken, weil der andere bekanntlich ein toller Bequatschungskünstler mit Ausflüchte Manipulation 4 ist, sondern höchstens, wenn es ihm was bringt oder ganz kurz als quasi erzwungene Reaktion. Das ist kein großer Angriff und bzieht sich nicht konkret auf Einzelne von uns, das fällt ja auch mir schwer oder ich weiß es schlicht nicht, aber per se finde ich es blöd und würde gern darüber nachdenken, am besten zusammen :D
Ausnahmen sind relative fluff Situationen wie im Spielmannsschwur und Angie :P
--> hohe GEsellschaftswerte sind keine Vorteile gegenüber anderen Spielern.

Ich finde das jetzt wie gesagt etwas fraglich, warum haben niedrige Werte (nichtmal Nachteile!) einen so starken Einfluss, aber Hohe nicht? Ist das grundsätzlich bedingt im (Foren)Rollenspiel? Kann man daran etwas ändern?
Wenn das Gefühl für Recht und Sitte schwindet, wenn der Schrecken die Sinne trübt, dann sind die Kräfte bald versiegt. In dem alten Blute lebt die Kenntnis des wahren Maßes, und aus ihm brechen die neuen Sprossen der Gerechtigkeit hervor.

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Caterina
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Caterina » Sa 4. Feb 2017, 17:58

Natürlich sind niedrige Werte nachteilig für den Charakter...
Bei den hohen Werten sehe ich das Problem jetzt nicht wirklich.

Grad Gaius Rede zB. hat viel im Hintergrund gemacht.
Überredungssachen wirken aber nicht ad hoc sondern sind schleichend...
Trump hat seine Wahl auch nicht wegen einer guten Rede gewonnen, sondern wegen dauernder Aktionen.

Genau wie ein guter Schleicher nicht automatisch alle Informationen bekommt... er muss über mehrere Observationen Infos sammeln und Schlüsse daraus ziehen.
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Melissa
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Melissa » Sa 4. Feb 2017, 18:28

Ich persönlich bin diese ganzen Balancing und - in Ermangelung eines besseren Wortes - 'Unfairness' Diskussionen langsam leid. Können wir nicht einfach das Spiel spielen, so wie es im Regelwerk steht, ohne alle paar Wochen eine Diskussion zu haben, wie sinnig, fair oder nachteilhaft bestimmte Sachen sind?

Ich denke, dass hohe Werte auch im Spiel einen Vorteil bieten.
Viele Werte sind in einzelnen Gesprächen nur überhaupt nicht relevant. Handel, Politik, Seneschall, Okkultismus, Gesetzeskenntnis - alles Dinge, dich noch in keinem einzelnen Spiel ansatzweise gebraucht hätte. Trotzdem hab ich da Punkte drin. Weil man sie für größer angelegte Aktionen braucht, bei denen ich mit hohen Werten aus nem kleinen Bürger mal eben einen Senator mache mit Kontakten bis nach Venedig. Finde ich nicht problematisch, weil man dadurch anders spielen muss als einer mit allen Werten nur auf 'persönlichen' Skills wie Kampf und Überleben: Nämlich entsprechend seines Charakters und dessen Stärken und Schwächen.
Soll heißen: Funktioniert wie beabsichtigt, in meinen Augen.
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Gaius Marcellus
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Gaius Marcellus » Sa 4. Feb 2017, 18:46

@Melissa
Ich rede nicht von Balance und es hat auch nichts mit den Werten außerhalb des Gesellschaftlichen zu tun. Ich spreche davon, wie sehr Spieler Gesellschafts-Werte (positiv wie negativ) auf sich wirken lassen, und warum dem so ist - eine zentrale Frage von Rollenspieltheorie. Wer kein Interesse an Gedankenaustausch zu sowas hat, muss sich ja nicht beteiligen, das ewige Mantra von "klappt ja, also Klappe zu, Affe tot" ist jedenfalls relativ lästig und Leuten jedes mal erklären zu müssen, dass man nicht alles Scheiße findet und in Frage stellt, nur weil man etwas hinterfragt und diskutiert... ist irgendwie ziemlich 18. Jahrhundert...

@Cat
Ja das geht in die Richtung, weniger als sowas offensichtliches wie jetzt diese Demagogien finde ich da zb. die (mich gar nicht als Aktiven betreffenden) Manipulationen einer Melissa und co. Olaf hat das gut aufgenommen, nicht einfach "jo, das wurde gewürfelt, so spiel ichs" aber er hat definitiv seine Position daran angepasst und verwendet das jetzt. Aber solche Überzeugungsarbeiten, solches Überreden, solches von sich einnehmen, das wird von Spielern sonst sehr klassisch ignoriert - und das finde ich ist eine Frage, mit der man sich beschäftigen kann. Sei es aus Spaß oder aus Änderungswunsch.
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Caterina » Sa 4. Feb 2017, 19:02

Wie eine Manipulation wirkt, kommt aber auch sehr auf den manipulierten Charakter an.
Wenn Chars aufeinander treffen, die ähnliche/gleiche Werte haben (zB. manipulativ vs. manipulativ) läuft es völlig anders ab als bei zwei unterschiedlich ausgelegten (zB. kämpferisch vs. sozial)

Angie hat ein BB und ist relativ arglos... Melissa hat das selbe bei Titus versucht und ein Schwert steckte in ihrem Bauch... hätte sie das bei Matteo versucht, hätt der diplomatisch reagiert und erst mal über die Worte nachgedacht... gerade auch wegen dem Hof. Bei Melissa vs. Acacia würde des in nem biestigen, hintergründigen gezicke enden...(sorry, dass ich euch vier als Bsp. nehme, aber ihr passt grad gut)

Zusätzlich kommt hinzu: Wenn man hohe Werte hat (außer vllt. Fachgeschichten wie zB. Medizin oder Okkult) dann sollte man die auch spielen und sich nicht auf die Werte verlassen.
Grob (und mal für was völlig anderes als Manipulation) formuliert: Wenn ich Rätsel ned ausstehen kann, dann sollte der Char meiner Meinung nach Enigma nur bedingt skillen- es fehlt dann einfach die logische Rangehensweise, die man nur bedingt spielen kann
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Matteo » Sa 4. Feb 2017, 19:16

Ich empfinde das alles gar nicht als Problem, aber als kleiner Denkanstoß: Gaius leidet IT sehr viel weniger unter EB 1 als Matteo von hohem Charisma profitiert. Sind eben zwei passive werte die Abseits von Disziplinen wenig zum tragen kommen.
Das mag aber meine Meinung sein und hängt auch damit zusammen, dass in meinen Augen die Charaktere mit hohen sozialskills auch schon entsprechend gespielt werden und niedrige Werte eher ignoriert werden.
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 5. Feb 2017, 14:22

Auf hohe und niedrige Werte kann nur dann reagiert werden, wenn man sie auch ausspielt.
Abgesehen von der Verwendung von Diszis hab ich ganz selten gesehen, dass jemande seinen hohen Manipulationswert ausspielt. Charisma noch gar nicht, so weit ich mich erinnere.
Also wie sollen andere SPieler da entsrechend reagieren wenn sie es nicht wissen?

Wir wissen alle nicht die Werte von den anderen Spielern wenn sie sie nicht hinschreiben, als kann der Gegenüber auch nur auf das reagieren was er weiss und mitbekommt.
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Re: Niedrige und hohe Werte

Beitrag von Angelique » So 5. Feb 2017, 14:36

meinen Senf dazu: ich gehe von pools aus. Also das Zusammenwirken von Skills und Attributen. Wenn einer ne Fresse hat, dass Vergonzo kotzen würde, aber hohe Talente oder Skills, die er beherrscht, kann er Leute trotzdem als Gesamtkunstwerk überzeugen.
Umgekehrt kann ein mir häufig vorgeworfener niederes knowledge im Pool zusammen mit hoher Int, als Bücherwissen, einen sehr soliden Wert geben.

Ich als Spieler bin ein gutes Beispiel: Ich könnte jetzt aus dem Stehgreif keine Bibelstelle anständig zitieren (niedriger, wenn auch vorhandener Theologiewert), könnte aber ein breites historisch fundiertes theologisches Allgemeinwissen (passabler Intwert mit Spez. Bücherwissen) ins Feld führen, was mich in einer Diskussion mit nem echten Theologen nicht alllzu alt aussehen lassen würde.

Also Fazit: gucken, was hat der Chara an pool? Aha, Cha 1, aber Vortrag 4, eine graue Buchhaltermaus mit augebildeter Gesangsstimme. Genau soviel auf der Bühne wert wie die bombastische Dorfqueen mit Cha 4 und Gesangsausbildung unter der Dusche 1.
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