Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

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Caterina
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Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Caterina » Do 8. Dez 2016, 14:12

Diese volkommene Schönheit! Hätte Caterina an Gott geglaubt, hätte sie Acacia mit einem Engel gleichgesetzt.
Immer tiefer ließ sich die Toreador von der Glorie in ihr Verderben ziehen.
Doch der Falter musste nicht mehr flattern, denn das Feuer kam näher, die heißen Zungen lechzten nach dem Geschöpf…

„Steh auf, Kind.“, ruckartig war die Sünderin wieder in der Realität. Die Sinne waren noch immer benebelt vom Rausch des Fluchs.
So wirkte Caterina benebelt und bewegte den Kopf nur langsam in Richtung der Hand, die auf ihrer Schulter lag.

Einen langen Augenblick waren die Augen auf die feinen Finger gerichtet, dann wurde die junge Kainitin auf die Beine und zu einem Sessel gezogen. Erst als Caterina saß, kehrte der Verstand zurück.
„Ich. Was.“, stammelte die Mailänderin, bis sie realisierte, was passiert war. Noch einmal wurde der Kopf geschüttelt und schließlich legte sich die Stirn in Falten.

„Entschuldigt dieses würdelose Auftreten.“, die Worte kamen ärgerlich heraus. Die ganze Mimik zeigte, dass Caterina mit sich selbst wütend war.
Schließlich umspielte ein entschuldigendes Lächeln die Gesichtszüge: „Eure Schönheit würde selbst Arikel in die Knie zwingen, von der ich diese Schwäche geschenkt bekommen habe.“
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Acacia
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Re: Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Acacia » Fr 23. Dez 2016, 00:12

Sie bemerkte wie Caterina langsam wieder in die Realität zurück fand und doch war in der Mimik der Lasombra keinerlei Verärgerung zu sehen, sondern lediglich ein sanftes, mitfühlendes Lächeln, welches ihre beinah engelhafte Ausstrahlung noch unterstrich. „Gräm dich nicht. Ich wusste nicht um die Schwäche deines Clans und hätte dich nicht absichtlich in Verlegenheit gebracht.“, erwiderte sie freundlich. „Tatsächlich verstehe ich es eher als ein Kompliment, auch wenn ich verstehen kann, dass es dir unangenehm ist. Das Tier in dir ist stark und es ist leicht zu verführen.“ Ihre Worte waren sanft und voller Verständnis für die Situation in der sich die junge Toreador befand. Immerhin war es mehr als unangenehm sich einem anderen Raubtier gegenüber derartig verletzlich präsentieren zu müssen.
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Caterina
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Re: Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Caterina » Fr 23. Dez 2016, 20:03

Acacia sollte nichts von der Clanschwäche der Toreador wissen? Das erschien der Mailänderin unwahrscheinlich, doch sagte sie nichts. Sie glaubte der grausamen Schönheit, dass keine Absicht dahinter steckte.
Mit noch immer etwas belegter Stimme winkte Caterina ab: "Es ist nicht eure Intention und das weiß ich auch. Bitte vergebt, wenn es so rüberkommen sollte. Volkommene Schönheit ist für einen Toreador wie Ikarus Flügel. Erhaben doch..."

Caterina stockte und sah wieder zur Lasombra. Der Kopf wurde tief gebeugt, bevor die Mailänderin sprach: "Habt Dank, dass Ihr mich empfangt und meiner Torheit einhalt gebietet."
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Re: Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Acacia » So 25. Dez 2016, 23:11

„Ich habe versprochen dich zu lehren und das werde ich auch tun.“, erwiderte sie ruhig und blickte Caterina ruhig an. „Die Via Regalis bricht niemals ihr Wort.“ Ein Fakt, den scheinbar nur wenige beachteten – oder sich aber vor der Doppelzüngigkeit der Könige fürchteten, die häufig einen doppelten Boden in ihre Worte einfügten. „Was glaubst du ist in diesem Fall deine Torheit?“, erkundigte sie sich dann interessiert und sah sie aufmerksam an.
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Re: Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Caterina » Mo 26. Dez 2016, 18:00

Auch wenn es sich wahrscheinlich nicht geziemte, hoben sich die Mundwinkel ein wenig bevor Caterina zu überlegen begann.
In den Augen der Etiketten- Könige musste die ganze Sünderin eine Torheit sein. Doch was meinte Acacia wohl mit 'diesem Fall' ?

Die Toreador ließ sich relativ lange Zeit, indem die dunklen auf die nachtschwarzen Augen gerichtet waren. Schon bald wurden die Augen trübe und Caterina schien nachzudenken, ihre Worte richtig zu formen.
Schließlich wurde der Blick wieder klarer und die wohlklingende Stimme begann zu erklären: "Ich muss gestehen, mir ist nicht ganz klar, welchen Fall Ihr meint. Mir selbst ist jedoch in letzer Zeit klar geworden, dass meine schnelle Auffassungsgabe mich dazu verleitet zu schnell zu agieren."

Wie sollte die Toreador erklären, dass sie mitunter deswegen in die Nacht geholt wurde, weil sie die Schwachstellen von Personen schnell erkannte. Warum erklären, dass ihr Meister sie eher dazu angehalten hatte, dem Instinkt in solchen Fällen zu vertrauen und sich von ihm führen zu lassen.
Nein, das musste man nicht erklären, denn Caterina war im Keller klar geworden, dass sie in Rapallo fast immer mit Sterblichen zu tun hatte. Ihr war die kainitische Gesellschaft volkommen unklar.

Dann runzelte sich die rosige Stirn, an den Augen waren ebenfalls kleine Fältchen zu erkennen.
"Meine größte Torheit besteht darin, dass mir die Regeln und Gepflogenheiten der kainitischen Gesellschaft zu unbkannt sind, ich mich aber verhalte, als würde ich sie kennen.", kam auf einmal ziemlich schnell hervor.
Nicht aus Unhöflichkeit, vielmehr aus Resignation sprach Caterina weiter, ohne Acacia Zeit zu geben, zu reagieren: "Unter Vampiren gelten andere Spielregeln, die viel enger ausgelegt und härter bestraft werden. Es sind unsterbliche Sitten und ich verhalte mich wahrlich wie ein Kind."
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Re: Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Acacia » Mo 2. Jan 2017, 21:55

Gelassen lehnte sich die bildschöne Lasombra zurück und schwieg geduldig, während die junge Toreador nachdachte. Sie begrüßte es, dass Caterina nicht einfach drauflos plapperte und das erstbeste nannte, was ihr in den Sinn kam, sondern nachdachte und abwog. Dies war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

Als die Mailänderin dann schließlich sprach, bildete sich ein Lächeln auf den blassen Lippen der Schattengeborenen.
„Man kann Regeln erst richtig brechen, wenn man sie kennt.“, bestätigte sie die Worte Caterinas. „Die Etikette sind eine Kunst, die – richtig beherrscht – Kainiten mit wenigen Worten vernichten oder Kriege anzetteln kann. Es liegt Macht darin, doch sie verlangen Disziplin, einen klaren Verstand und vor allem Voraussicht.“, erklärte sie ruhig und blickte Caterina aufmerksam an. Es war ihr wichtig, dass die jüngere Kainitin verstand wovon sie sprach. Immerhin war sie hier um ausgebildet zu werden. . „Du musst diese Regeln also beherrschen. Es ist eine subtile Form der Kriegsführung, aber nur durch sie kannst du wahre Macht unter Unseresgleichen erlangen. Gerade die Alten schätzen eine scharfe Zunge häufig höher, als die blanke Klinge. Zumal die Kunst der Etikette es dir auch ermöglicht deine Feinde zu deinen Dienern zu machen. Zumindest wenn du weißt was du tust.“
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Re: Worte sind nur eine andere Art von Waffe (Caterina)

Beitrag von Caterina » Di 3. Jan 2017, 19:08

„…Es liegt Macht darin, doch sie verlangen Disziplin, einen klaren Verstand und vor allem Voraussicht.“
Auf diese Worte hin umspielte ein Schmunzeln die roten Lippen kurz, bevor die Toreador geflissentlich nickte und weiter konzentriert zuhörte.

Erst als Acacia endete, seufzte die Mailänderin: „Vorraussicht war, ist und wird wohl mein größtes Problem. Bei meinem Erzeuger führte ich nur Teile seiner Pläne aus. Meine Stärken lagen schon immer mehr im Detail als das große Ganze zu sehen. Nach seiner Vernichtung…“

Auf einmal war die rosige Miene düster geworden und für einen kurzen Augenblick trübten sich die Augen.
Die Zeit kurz vor und nach dem Hof hatten die fast verschlossenen Wunden wieder ein Stück weit aufgerissen und schmerzten. Dieser Idiot von Toreador, was hatte er nur getrieben um vernichtet worden zu sein?
„Aufhören“, schalt sich Caterina innerlich und schüttelte den Kopf um wieder klar zu werden.

Die Toreador brauchte ein paar Sekunden, bevor sie wieder freundlich wirkte und fast weitersprach, als wäre nichts gewesen. Allein der Ton war zu Beginn noch einen Tick zu hoch: „Die fehlende Vorraussicht hat mich schon an den Rand des klaren Verstands gebracht. Ich lerne zum Glück aus meinen Fehlern.“

Dann wurde die Lasombra direkt und fragend angesehen: „Doch wie übe ich Vorraussicht ohne in brenzliche Situationen zu kommen und dann daraus zu lernen?.“
Irgendwann wird mich das Glück verlassen und dann kann ich nicht reflektieren und aus dem Fehler lernen.“, gestand sich Caterina schließlich ein.
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