Arabische Nächte [Elysium; offen]

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Sahirah Amunet
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Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Sahirah Amunet » Di 3. Jan 2017, 14:18

Es hatte eine ganze Weile gedauert, bis sie die richtige Abzweigung gefunden hatten aber nach und nach hatte sich ihr eingeschlagener Pfad wie von selbst ergeben. Der Mond lugte zwischen den gräulich dahin ziehenden Schatten der Wolken hervor und warf ein spärlich, makaberes Licht auf die gepflasterte Piazza der die Basilika di San Donato umgab. Ein nach außen hin nicht besonders eindrucksvolles oder reich verziertes Gebäude, wie die in weite Stoffroben gehüllte Frau nun überrascht feststellen musste. Offensichtlich hatten sie und der mürrisch dreinblickende Perser an ihrer Seite etwas anderes erwartet. Ein paar Worte in einer melodischen aber hart akzentuierten Sprache wurden gewechselt und ein Lächeln legte sich auf die Züge von Sahirah, die ihren Weg unbeirrt fortzusetzen gedachte.

Ihr nächtlicher Begleiter, dessen eisenbeschlagene Rüstung bei jedem Schritt verräterisch rasselte, ergriff den Eisenring der Eingangspforte und öffnete ihr schweigend. In seinem Blick lag kaum verborgener Missmut, den sie mit dem Heben einer Augenbraue vielsagend kommentierte als auch zum Schweigen brachte. Nur wenige Augenblicke später, standen beide fremdländischen Besucher in der beschaulichen Kirche, dessen Innere das Äußere widerspiegelte: gediegene Einfachheit in allen Dingen; wenig Pomp und verschwenderischer Prunk. Zwei kleine Schritte nach vorne, die Hände dabei ineinander faltend, brachten sie dem Weihwasserbecken näher, das in der dämmrigen Finsternis vor ihnen kaum auszumachen war. Dann erst erblickte man die schwer gerüsteten Soldaten und Wächter, die sich rings im Inneren des Sakralen Baus versammelt hatten und anstelle der mannshohen Bildnisse christlicher Heiliger und Märtyrer getreten waren. Im flackernden Kerzenschein der Wachspapierfenster, tauchte die Frau Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand in das kühle, geweihte Nass und bekreuzigte sich. Die unverhohlene Neugier in ihrem Blick, galt zunächst den Gerüsteten an den Seitenwänden, fiel dann zu dem angespannt wirkenden Mann an ihrer Seite und richtete sich dann mit einem schwer zu deutenden Lächeln auf den Altar in einiger Entfernung. Das Echo ihrer Schritte verklang zwischen dem hölzernen Gebälk.
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Acacia
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Acacia » Di 3. Jan 2017, 15:04

Die Kirche war still. Selbst die Wächter an den Seiten bewegten sich nicht oder nur so wenig, dass man es nicht hören konnte. Kein husten, kein mit den Füßen scharren. Es war beinah schon unheimlich, hatte man doch ständig das Gefühl, dass die dunklen Augen der Wächter jedem Schritt, jeder Geste, ja jedem Blinzeln folgten. So war das leise Geräusch der sich öffnenden Tür zu den Gemächern des Priesters, kaum als sie die heiligen Hallen betreten hatten, auch beinah überdeutlich zu hören, auch wenn die Stille der Kirche es beinah wie Watte zu schlucken schien. Ein großer Mann mit kurz geschorenem Haar und harten Gesichtszügen betrat mit leicht eingezogenem Kopf, um diesen nicht an dem niedrigen Türrahmen zu stoßen, den Hauptraum der Kirche. Unter dem mitternachtsfarbenen Umhang trug er geschwärzte Kette und eine täuschend schlichte Scheide samt Schwert. Der helle Blick glitt prüfend durch den Raum und blieb an der Fremden und ihrem Begleiter hängen. Für einen Moment erstarrte er und drehte dann den Kopf und ein paar gemurmelte Worte verließen seine Lippen. Erst dann trat er zur Seite und ließ den kleineren, schmaleren Schatten, der ihm gefolgt war, an ihm vorbei treten.

Erst als sie einen weiteren Schritt in die Kirche getan hatte, fiel das schwache Kerzenlicht auf ihre Gestalt und schien sofort von dem nachtschwarzen Tuch ihres Kleides geschluckt zu werden. Nach italienischer Sitte war das Gewand geschickt auf den schmalen Leib seiner Trägerin geschneidert worden und bildete doch nur den schlichten Rahmen für die eigentliche Schönheit. Unter dem dunklen Schleier, welcher das tintenschwarze Haar bedeckte, schimmerte ihre Haut wie polierter Alabaster und wäre nicht ein Hauch Rosé in ihren Lippen zu finden gewesen, man hätte meinen können die Farbe wäre aus der Welt geflossen. Ihr Blick aus ebenso dunklen Augen fiel beinah sofort auf die Fremde … und ihren Begleiter. Zarte Falten bildeten sich auf ihrer glatten Stirn, aber sie nickte ihrem Begleiter zu, der sich erneut vor sie schob und ruhigen Schrittes auf die Neuankömmlinge zuschritt, während ihm die bildschöne Kainitin folgte. Zwei der stillen Wachen lösten sich im Rücken der Fremden, so dass sie sich unwillkürlich eingekreist zwischen drei vor Waffen starrenden Leibern wiederfanden.


„Willkommen im Elysium.“, erhob die dunkle Schönheit ihre Stimme, die nach dem Rauschen von schweren Schwingen klang. „Dies ist ein Ort des Friedens und es ist Besuchern nicht gestattet Waffen zu tragen oder Gewalt oder Gaben anzuwenden.“ Ernst lag in der ruhigen Stimme, aber ihr Blick war unnachgiebig und hart.
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Sahirah Amunet
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Sahirah Amunet » Di 3. Jan 2017, 15:57

Als die schwere Eingangstür ein weiteres Mal mit einiger Kraft geöffnet wurde und das ächzende Stöhnen der Scharniere durch die ansonsten totenstillen, finsteren Gewölbe hallte, drehten sich die nächtlichen Besucher interessiert erwartungsvoll in dessen Richtung. Der missmutige Perser ließ die Hand schon beim ersten Anblick des bewaffneten Mannes langsam in Richtung seines Säbels wandern aber ein scharfer Blick seiner Begleiterin, machte ihm deutlich das er jegliche kriegerischen Handlungen unverzüglich zu unterlassen hatte. Der sonnengegerbte Mann schnaubte kurz, ließ die Hand aber dann wieder an seine Seite gleiten, während er missmutig einen Blick über die Schulter warf, wo sich beinahe lautlos zwei der stillen Wächter in Bewegung gesetzt hatten, um die beiden Fremden einzukreisen und jegliche Möglichkeit auf Flucht oder Kampf schon im Keime zu ersticken. Die in mehrere Lagen Tuch gehüllte Dame, schien das alles aber nur marginal zu beeindrucken. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt sich die grazile Gestalt der Frau näher anzusehen, deren alabasterfarbene Haut in so perfektem Widerspruch zur Schwärze ihrer Gewandung stand. Ein finsterer Engel aus der lichtlosen Kälte des Abgrunds. Ihr Schmunzeln gewann etwas an Wärme, als sie sich tief verbeugte und wie um die guten Absichten ihres unangekündigten Besuches zu verdeutlichen, die Arme offen ausbreitete.

„Wa aleikum assalam - Frieden sei auch mit euch Fremde. Ein Frieden, den wir keinesfalls gefährden wollen.“ Sie erhob sich aus ihrer Verbeugung, die auch der grobe Perser neben ihr ungleich ungelenker vollführte. „Mein Name ist Sahirah und ich möchte euch für euer freundliches Willkommen an diesem Ort danken.“ Ihr eigener Name klang melodisch akzentuiert wie feiner Sand, der einem durch die Finger glitt. „Unsere Waffen werden wir selbstverständlich ablegen, wenn ihr es denn wünscht.“

Mit einem wohlwollenden, entschuldigenden Nicken fügte sie hinzu: “Verzeiht wenn wir mit den Gepflogenheiten in diesem Lande noch nicht so vertraut sind aber wir sind noch recht neu in der Stadt und wollten uns um ein Bleiberecht bemühen.“ Ein Fingerzeig in Richtung ihres Begleiters, der mit dunklen Augen sein Umfeld betrachtete, als würde er die Chancen eines möglichen Angriffes durchspielen. Schlussendlich löste er aber seinen Waffengurt, an dem noch immer der glänzende Säbel hing welchen er dem herantretenden Begleiter der imposanten Erscheinung hinhielt.

„Ich hoffe wir haben den richtigen Ort, als auch den richtigen Augenblick erwählt“, fügte die exotische Fremde in beinahe akzentfreiem Italienisch hinzu.
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Acacia » Di 3. Jan 2017, 17:15

Der große Mann beobachtete den waffentragenden Fremden aufmerksam und es war nicht damit zu rechnen, dass er auch nur ein falsches Zucken dulden würde. Als dieser dann jedoch seinen Waffengurt löste, nahm Alberico diesen schweigend entgegen und reichte ihn an einen der herbeieilenden Wächter weiter, ehe er einen höflichen Schritt zurück machte, so dass er nicht mehr zwischen den beiden Untoten stand.

„Masa’u Al-khair.“, erwiderte die bleiche Schönheit den Gruß der anderen ohne hörbaren Akzent und ein feines Lächeln breitete sich auf den blassen Lippen aus. „Ich bin Acacia della Velanera, Hüterin der Elysien, Mondsenatorin von Plateolonga, Ädil ihrer höchst verehrten Prinzessin Aurore, Erste der Lasombra von Genua und Älteste der Neugeborenen, Kind von Alexander, Ahn vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Ahnherr der Schatten, Kind des Tubalcain, Ahnherr der Schatten, Kind Lasombras, erster seines Blutes.“ Sacht glitt die dunkle Stimme über die vielen Namen und Titel dahin, so als bedeutete ein jeder etwas in ihrer Welt, als kenne sie einen jeden der Genannten persönlich – oder wüsste zumindest viele Geschichten über sie zu erzählen. „Es erfreut mich ein neues Gesicht in unserer schönen Domäne begrüßen zu dürfen. Die höchstverehrte Aurore, unsere Prinzessin, hat mich zu einem ihrer Ädile ernannt, so dass es keinen besseren Ort und keine bessere Zeit für Euch gäbe um den Weg nach Genua zu finden. Mir ist gestattet Euch willkommen zu heißen und darüber zu befinden ob Ihr das Gastrecht erhaltet.“, sprach sie freundlich, während sich die verschleierten Wächter erneut zurückzogen und ihren Platz an der Wand erneut einnahmen.
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Sahirah Amunet
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Sahirah Amunet » Mi 4. Jan 2017, 10:27

Der Perser sah dem abgegebenen Waffengurt eine gute Weile lang kritisch hinterher; offensichtlich fühlte sich der Mann ohne erkennbare Bewaffnung ein gutes Stück weit schutzlos. Seine Herrin hingegen, schenkte dem Prozedere keine weitere Aufmerksamkeit; war eindeutig viel zu sehr beschäftigt sich der ausnehmend attraktiven Erscheinung der Lasombra zu widmen, die gerade ihre Vorstellung beendet hatte. Eine besonders tiefe Verbeugung folgte, die mit einem gewinnenden und hocherfreuten Lächeln untermalt wurde.

„Euer Arabisch ist geradezu makellos und ich bin mehr als angetan davon, mich in so guter Gesellschaft befinden zu dürfen verehrte Acacia della Velanera. Das Vergnügen ist zweifellos auf meiner Seite, jetzt da mir das Schicksal so gewogen scheint. Bittet richtet auch der Prinzessin meine besten Wünsche aus.“ Ihr persischer Begleiter beobachtete lediglich die Unterhaltung, während man an seiner Körperhaltung eine langsam eintretende Entspannung erahnen konnte. „Nun…“, setzte sie ohne zu Zögern fort. „Da ihr wie ihr sagt unter anderem die ehrenvolle und verantwortungsvolle Aufgabe übernommen habt, Neuankömmlinge willkommen zu heißen und über deren weiteren Verbleib in der Stadt eurer Herrin zu befinden, könnt ihr mir sicher mitteilen welche Vorrausetzungen für das gewährte Gastrecht erfüllt sein müssen. Wonach beurteilt ihr, ob jemand sich in Genua aufhalten bzw. niederlassen darf? Gibt es besondere Auflagen oder ein Auswahlverfahren nach bestimmten Kriterien?“ Interessiert und ewartungsvoll, legte sich ihr Blick auf die attraktiven Züge der Magistra; zog leicht die Silhouette des Roséhauches auf ihren Lippen nach, die sich leicht von der ebenmäßigen Alabasterhaut abhoben.
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Acacia » Mi 4. Jan 2017, 12:00

Alberico stand aufrecht einen knappen Meter hinter seiner Herrin und ließ den fremden Ghul nicht aus den Augen. Es war schwer zu sagen ob der nach wie vor bewaffnete Krieger entspannt war oder nicht, zumindest, wenn man sich nicht mit waffentragenden Volk auskannte. Tatsächlich war der große Mann jedoch einigermaßen entspannt, auch wenn er innerhalb eines Wimpernschlages bereit sein konnte um seine Herrin zu verteidigen. Er traute den Fremden nicht über den Weg und so behielt er diese aufmerksam im Blick.

Acacia indes ließ die Ghule Ghule sein und konzentrierte sich ganz auf die neu angekommene Kainitin in den so offensichtlich arabischen Gewändern. Hatte sie bei dem Kompliment der Kainitin noch höflich den Kopf den Kopf geneigt und ein feines Lächeln auf den Lippen gehabt, erstarb dieses mit der Zeit und hinterließ glatte, ausdruckslose Perfektion. Nachdem Sahirah geendet hatte, schwieg sie noch einen oder zwei Herzschläge lang, als würde sie auf etwas warten. Da die Araberin jedoch nicht weitersprach, erhob sich erneut das dunkle Flüstern ihrer Stimme.
„Eines der Kriterien ist sicherlich, dass der um Aufnahme suchende Kainit sich vorstellt.“ Ihre Worte wurden sanft, aber kühl gesprochen und glitten wie scharfe Klingen durch die Luft. „Ansonsten“, ihr Lächeln kehrte zurück, doch war es diesmal kalt wie eine Nacht in der Wüste, „gilt es nur mich davon zu überzeugen, dass Ihr nützlich für diese Stadt seid und dass Ihr mit den hiesigen Gepflogenheiten zurechtkommen werdet und den Frieden der Stadt nicht stören werdet.“ Sacht hoben sich ihre Brauen, so als wollte Acacia Sahirah auffordern zu sprechen und den Fauxpas wieder auszugleichen, den sie offenbar in den Augen der Hüterin begangen hatte.
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Sahirah Amunet
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Sahirah Amunet » Mi 4. Jan 2017, 18:58

Immerhin hatte die Lasombra sie dezent auf diesen möglichen Fauxpas hingewiesen, andere wären womöglich nicht so gnädig oder wohlwollend freundlich gewesen. Was immer auch der Grund gewesen sein mochte; ob es simple Vergesslichkeit, die Aufregung einer offiziellen Würdenträgerin der Stadt vorgestellt zu werden oder aber die Unterschiede zwischen den ortsüblichen Gebräuchen; der gemahnende Hinweis wurde dankbar angenommen. „Natürlich, ich verstehe vollkommen“, gab die Fremde immer noch freundlich lächelnd zurück.

„Dann möchte ich mich noch einmal offiziell bei euch vorstellen verehrte Acacia. Mein Name ist Sahirah Amunet und ich entstamme der Linie Sets, die in diesen breiten wohl gerne als ‚Jünger Sets’ bezeichnet wird. Weniger schmeichelhafte Namen sind euch sicher ebenfalls geläufig.“ Ein kräuselndes Schmunzeln umspielte ihre Lippen, das in dieser einfachen Mimik bereits zum Ausdruck brachte, was sie persönlich von derartigen Namensgebungen hielt. „Ich habe mich auf den weiten weg von Kairo in eure wundervolle Stadt gemacht, da ich neue Geschäftsbeziehungen aufbauen und ebenso neue Handelspartner gewinnen möchte. Genua mit seinen weitläufigen Hafenanlagen und einer funktionierenden Infrastruktur, erschien mir der ideale Ort für dieses Unterfangen.“ Knapp lehnte sie sich ein wenig in die Richtung ihres Begleiters und hob leicht die Hand an. „Dies ist Ramedes, mein verlässlicher Begleiter und Beschützer, der mir treu ergeben ist. Ihr müsst seine Schweigsamkeit entschuldigen aber er ist in diesen Nächten ein wenig angespannt. Das Reisen scheint ihm nicht zu liegen.“

Der raubeinige Mann neben ihr, nickte höflich und erwiderte nur sehr zögerlich etwaige Blicke. Es war ihm bewusst wann er zu schweigen hatte und wann es ihm anstünde zu sprechen. Mit einem ungebrochenen Lächeln, wandte sich Sahirah wieder an ihre Gesprächspartnerin und verneigte sich erneut.

„Bedauerlicherweise sehe ich mich außer Stande meine vollständige Ahnenreihe zum Besten zu geben; ich fürchte viele Namen und Titel sind bereits in den Äonen verschollen. Natürlich hoffe ich dennoch auf euer Wohlwollen, da ich selbstverständlich nicht beabsichtige die Gebote Kains oder die Gesetze eurer Stadt in irgendeiner Form zu gefährden. Eine friedliche Koexistenz ist bei weitem ansprechender für mich.“


Noch immer war ihr Lächeln ungebrochen; stand im Grunde genommen im direkten Widerspruch zu der teilweise schneidenden Kälte der Lasombra.
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Re: Arabische Nächte [Elysium; offen]

Beitrag von Acacia » Mi 11. Jan 2017, 11:35

„Du sprichst viele Worte, Sahirah Amunet. Es ist nur bedauerlich, dass die richtigen nicht dabei sind.“ Immer noch sprach die Lasombra nicht laut oder durchdringend und doch war ihr Unmut deutlich aus ihrer tödlich sanften Stimme herauszuhören. Leise wurden ihre wenigen Worte von einem Rascheln begleitet, als der Ghul hinter der Schulter der Lasombra sich leicht bewegte und seine Hand wie zufällig auf dem Knauf des Schwertes an seiner Hüfte landete. Acacia indes achtete nicht darauf, sondern blickte Sahirah nur ausdruckslos an. Die schwarzen Augen wirkten wie kalte Löcher ins Nichts und brannten sich scheinbar auf die Haut der Setitin.

„Ich werde dir helfen, da man es dir offensichtlich nicht erklärt hat, was hier selbst die jüngsten Kinder lernen. Eine Vorstellung besteht aus deinem Namen, deinem Clan, deinem Status und deinem Erzeuger, sowie dessen Status und deiner Ahnenlinie … falls du diese kennst.“ Jede Freundlichkeit war von ihr gewichen und ihre Stimme vermochte es beinah die Luft zu zerschneiden so scharf und vernichtend klang sie. Nein, Sahriah hatte ganz sicher nicht die Ansprüche der Hüterin der Elysien erfüllt. „Sagt mir … Sahirah. Bist du noch ein Kind oder schon eine Neugeborene?“, erkundigte sie sich weiterhin täuschend sanft. „Und wer hat sich freigesprochen, sollte es tatsächlich dazu gekommen sein?“ Zweifel lagen in der dunklen Stimme der Lasombra und es war leicht zu glauben, dass es längst um mehr ging als nur eine einfache Erlaubnis in der Stadt zu weilen und hier jagen zu dürfen.
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