Geplauder und Gemunkel (Matteo)

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Toma Ianos Navodeanu
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Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Mi 19. Okt 2016, 21:47

Es war wenige Stunden vor Mitternacht in einer wolkenlosen milden spätsommerlichen Nacht, als zwei Gestalten zwischen den Häusern von Ravecca entlang gingen. Gemütlich schlendernd, sich neugierig umschauend. Reisende, mochte man wohl denken, würden die beiden nicht ein so seltsames Bild abgeben. Obwohl es recht warm war, war eine der Figuren von Hals bis Fuß in dunkles Leder gehüllt, trug einen langen geschlossenen Mantel und selbst die Hände steckten in Handschuhen. Auch das Gesicht blieb nicht unverdeckt, eine Maske aus dunklem Holz verbarg, was auch immer abartiges dahinter liegen musste.

Die andere kleinere Gestalt hingegen trug eine Leinentunika in dunklem blau, schwarze Hosen und einen halblangen ärmellosen Mantel über den Schultern. Das Haar war geschnitten und frisiert. Ein Mann von Stand. Was der andere war, wusste nur Gott.

Toma sah, wie die Bewohner und Reisende, die ihnen begegneten, ihn misstrauisch und ängstlich ansahen. Wie die Bettler, die am Straßenrand oder in Gassen saßen, ihn voller Neid und Hass betrachteten. Wieso musste er sich nicht verstecken? Wie konnte er erhobenen Hauptes die Straße entlang laufen, wo sein Gesicht doch anscheinen so entstellt sein musste, dass er eine Maske benötigte? woher hatte er die gute Kleidung? Warum saß er nicht hier im Dreck mit ihnen? Ungerecht war das!
Und Toma grinste abfällig und unsichtbar. Wie erbärmlich die Menschen doch waren und wie unwissend.


 
 Vor einem Gasthaus der „gehobeneren“ Sorte blieben sie schließlich stehen.
„Sieht nicht so schäbig aus, wie die anderen.“ sagte Jakob und sah zu Toma, welcher das Haus, aus dem Gelächter klang, betrachtete und widerwillig nickte.
Er mochte Gasthäuser nicht. Das waren Versammlungsorte für Menschen. Kein Platz für einen Vampir, der ja nichts aß und mit niemanden sprach oder sprechen wollte. Aber hier konnte man nun mal gut lauschen, Gerüchte aufschnappen. Etwas über die Viertel und somit die Stadt erfahren, die für einige Jahre sein zuhause sein würde.

Er hätte Jakob allein hineinschicken können, so wie die letzten Tage auch, aber es missfiel ihm Informationen aus zweiter Hand zu bekommen. Nicht dass sein kleiner Diener ihn belügen würde, aber die Wahrheit verfälscht sich leider, je öfter sie weiter erzählt wird.

Auch diesmal richteten sich dutzende Augen auf den Adligen und die unheimliche maskierte Gestalt, als sie den Schankraum betraten. Sie suchten sich einen Tisch am Rand, möglichst abseits der Herde.
Toma kam sich vor wie ein Hirte unter seinen Tieren, nur dass er diese hier nicht essen durfte und auch recht wenig Interesse bezüglich ihres Wohlergehens hatte.

Die Blicke ignorierend ließ er sich auf einen der Stühle nieder und spitzte die Ohren. Konzentrierte sich darauf aus den Gewühl an Stimmen informative Gespräche herauszufiltern.
Es würde nun eine Weile dauern, bis sich die Unterhaltungen von ihm wieder zu anderen Themen zuwenden würde und selbst da, war immer so viel Unsinn, dass sie erzählten.

Indes ging Jakob zum Tresen und bestellte Getränke, um nicht noch auffälliger zu erscheinen und nutzte gleich die Möglichkeit mit dem Wirt zu plaudern.
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Matteo
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Matteo » Sa 22. Okt 2016, 11:11

Die edlen Kleider vor den Blicken verbergend, trug Matteo einen Nachtgrauen Mantel, als zusammen mit Emilia das Gasthaus betrat. Wahrscheinlich war die Ankunft der beiden Fremden zuvor sehr viel aufsehenerregendet gewesen, in jedem Fall ernteten die beiden nicht mehr als ein paar neugierige Blicke, die sich schnell wieder verloren.
Sie steuerten ebenfalls einen leeren, etwas abseit stehenden Tisch an und liessen sich dort nieder. Während die junge Frau sich ziemlich unkeusch an ihn schmiegte, schenkte Matteo ihr kaum Beachtung sondern ließ den Fokus seiner Aufmerksamkeit durch den Raum, über die anderen Gäste wandern... Und siehe da, der Mann, das Wesen mit der Maske war ihm bekannt. Sein Mitgeschworener im Prozess um die Taten Brimirs, Toma vom Blut der Drachen.

Matteo nickte dem anderen Neugeborenen respektvoll und einladend zu, eine Geste mit der er zu verstehen gab einem Gespräch nicht abgeneigt zu sein, seinerseits den anderen Kainiten aber auch nicht stören würde. Schließlich wusste der Toreador nicht ob Toma hier gerade sensible Angelegenheiten zu klären hatte.
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Di 25. Okt 2016, 23:08

Auch Toma hatte den anderen Neugeborenen bemerkt, als dieser die Schenke betrat. Er war jedoch überrascht, dass der Toreador ihn so schnell erkannt hatte und er schätzte auch nicht, dass er ihn verwechselt hatte. Er trug die selbe Maske, wie am Abend des Hofes, aber hätte nicht erwartet, dass es jemanden direkt auffiel. Der andere musste ein aufmerksamer Beobachter sein.

Der maskierte Tzimisce reduzierte seinen Hörsinn wieder auf ein normales Maß und überlegte, ob er mit dem Toreador sprechen sollte.
Wenn er sich nicht täuschte, war er der ernannte Mondsenator von diesem Gebiet hier und dies wäre eine gute Möglichkeit einen der anscheinend mächtigeren Kainiten kennen zu lernen.
Er wartete noch einen Moment, bis Jakob wieder da war, erklärte ihm die Situation und ging dann mit ihm zu dem Tisch des kainitischen Senators.

Er nickte grüßend und Jakob tat es ihm gleich, waren sie hier doch in falscher Gesellschaft für ein angemessenes Verhalten seinerseits.
"Guten Abend, wohlwerter Signore di Ventura. Ich hoffe ich störe nicht. Dürften wir uns zu euch setzen?" Dabei beäugte der Tzimisce die Frau für einen Moment, bevor er sich ganz der Reaktion des Kainiten widmete.
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Matteo
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Matteo » Do 27. Okt 2016, 09:14

Als die beiden sich näherten betrachtete Matteo zuerst intensiv den offesichtlich hochgeborenen Diener des Kaniten, allein die Art sich zu bewegen verriet, dass es sich nicht um einen Bauer handeln konnte. Dann richtete sich die Aufmerksamkeit des Toreador auf den Maskierten.

Die Frau an Matteos Seite war recht ansehnlich, recht hübsch, aber keine außerordentliche Schönheit. Was sie abgesehen von einer gewissen Sinnlichkeit jedoch vor allem auszeichnete war eine schwer fassbare Durchtriebenheit, die sich in ihrem Blick abzeichnete. Neben totaler Ergebenheit dem Toreador gegenüber.

Mit einer Geste lud Matteo Toma und dessen Begleiter ein sich zu setzen.


"Keineswegs, setzt euch doch wohlwerter Signore Navodeannu. Eurem Begleiter gilt selbstverständlich das selbe. Es ist mir eine unerwartete Freude euch hier anzutreffen."

Höflichkeit war nicht nur Bestandteil des Wesens Matteos sondern hier auch angebracht, immerhin hatte Aurore diesen Kainiten zum Geschworenen bestimmt.
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Sa 29. Okt 2016, 15:38

"Unerwartet, in der Tat." Erwiderte der Tzimisce gedämpft durch die Maske vor seinem Gesicht und setzte sich. Auch Jakob nehmen ihm setzte sich schweigend und blickte nur aufmerksam zwischen den Anwesenden hin und her.

"Ich wollte lediglich die Teile der Stadt besser kennen lernen, doch es freut mich durchaus euch hier anzutreffen. Dies ist ja euer Gebiet?" fuhr der maskierte Kainit weiter fort.
Zumindest wurde Matteo als Mondesnator von Ravecca ernannt, doch was würde der Toredaor selbst über sich sagen? Toma hatte ein gewisses Interesse an dem Kainskind. Schien es doch, als würden sie gleiche Interessen teilen.

"Bei Hofe hattet ihr der Prinzessin eine meisterliche Skulptur überreicht. Sagt, hattet ihr es selbst gefertigt?"
Für einen Nachkommen Arikels ja durchaus anzunehmen.
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Matteo » Mo 31. Okt 2016, 19:54

"Ich vertrete Ravecca im Mondsenat, das stimmt, würde aber nicht soweit gehen das Siestri als mein zu bezeichnen. Es ist, wie alles in Genua Eigentum Ihrer hochverehrten Majestät. Ich pflege hier allerdings gewisse Interessen."

Genauer schien der Toreador nicht darauf eingehen zu wollen, denn er wandte sich der gestellten Frage zu:
"Nein, leider nicht. Es handelt sich um eine Auftragsarbeit. Sagt, der Kelch den Ihr überreicht habt, ist er euer Werk?"

Im Tonfall interessiert, war dieser doch nicht wertend, weder positiv noch negativ in seiner Aussage.
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 6. Nov 2016, 11:27

Mit großen runden Pupillen musterte er die Reaktionen des Toreador.
Loyal schien er also zu sein, gegenüber der Prinzessin. Eine ehrbare Eigenschaft. Doch, wer weiss, vielleicht waren es auch nur Worte, um den Schein zu wahren.

"In der Tat." antwortete er auf Matteos Frage nach dem Kelch. "Doch schien er nicht unbedingt ihr Wohlgefallen gefunden zu haben." Eine leichte Spur von Bedauern schwang in dem Gesagten mit.
"Nichtsdestotrotz wurde es mir ja erlaubt mich in Genua niederzulassen. Nun bin ich gespannt, was mir diese Stadt zu bieten hat und ob es eine gute Entscheidung war, hierher zu kommen."

"Ihr seid selbst also kein Bildhauer?" Führte er das Gespräch auf Matteo zurück. "Schafft ihr andere Kunst oder erfreut ihr euch nur an ihr?"
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Matteo » Mi 9. Nov 2016, 22:22

"Eine gute Entscheidung von Euch, so glaube ich zumindest. Genua hat einiges zu bieten und vor allem viel Potential sich zu entwickeln."

Einige Momente überlegte Matteo ehe er dem Tzimisce antwortete.

"Nun ich betreibe keine handwerkliche Kunst, aber wie ihr sagt, ich erfreue mich an den schönen Dingen des Unlebens. Wie haltet Ihr es damit?"

Er ließ offen ob er sich auf die Schönheit der Dinge oder die Handwerkskünste bezog, vielleicht auch auf beides.
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » Do 10. Nov 2016, 23:38

Toma nickte knapp auf die Erwiderung des Toreador. Er hoffte dass dem so war. Dass Genua Potential bot.

"Ich sehe Schönheit vor allem in den Dingen die man selbst schafft." antwortete der Drache knapp, aber mit Überzeugung.
"Was sind denn für euch die schönen Dinge des Unlebens?...Was bietet Genua euch, dass ihr hier verweilt?"
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Re: Geplauder und Gemunkel (Matteo)

Beitrag von Matteo » Mo 14. Nov 2016, 08:08

"Schönheit, auch jene die man selbst schafft, muss nicht immer direkt greifbar sein."
Gab der Toreador wenig aufschlussreich zurück und lächelte dabei geheimnisvoll.

"Nun, in Genua zum einen habe ich in Genua in Ihrer hochverehrten Majestät eine würdige Herrin gefunden und zum anderen wächst die Stadt, erblüht. Somit gibt es auch Raum für Neues, Raum etwas aufzubauen."

Matteo würde dem Fremden Tzmisce wohl kaum seine genauen Pläne verraten, aber im Groben entsprach das Gesagte der Wahrheit.
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