Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

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Vikram
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Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Vikram » Di 20. Jun 2017, 00:28

Ein kühler Windhauch spielte mit einigen Strähnen seiner schwarzen Haarpracht und der dunkle Kapuzenmantel, dank dem Vikram in der Dunkelheit der Nacht beinahe unsichtbar war, umschmeichelte seine eher kleine Gestalt, während er, in Begleitung seines schwer bewaffneten Leibwächters, auf das Tor der Kirche San Donato zuschritt. Auffällig allein war seine nahezu kreideweiße Haut und die wilde Entschlossenheit in den silber-grauen Augen, deren Ausdruck der Zielstrebigkeit seiner Schritte in nichts nachstand. Während er selbst nahezu lautlos voranging, quietschte die Rüstung seiner Begleitung, bei jeder noch so kleinen Bewegung und stimmte den Kainit zunehmend übellauniger, der noch einmal in Ruhe hatte nachdenken wollen. Es war nun schon einige Monate her, dass er den Brief an jenen weiblichen Kainit geschrieben hatte, dem er gleich gegenüberstehen würde:

Wohlwerte Acacia della Velanera,
Hüterin der Elysien, Mondsenatorin von Plateolonga, Ädil ihrer höchst verehrten Prinzessin Aurore, Erste der Lasombra von Genua und Älteste der Neugeborenen, Aschepriesterin der via regalis, Kind von Alexander, Ahn vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Ahnherr der Schatten, Kind des Tubalcain, Ahnherr der Schatten, Kind Lasombras, erster seines Blutes

Ich schreibe Euch, da meine Erzeugerin bei einem Überfall, durchgeführt von einer Gruppe Gangrel, vernichtet wurde. Es war Ihr letzter Wunsch, dass ich Euren hochverehrten Erzeuger Alexander aufzusuchen würde, welcher mich wiederum anwies Euch aufzusuchen, damit Ihr Euch meiner annehmt. Ich bitte um das Wort der Aufnahme in Genua, la superba. Solltet Ihr diesem Gesuch stattgeben, wäre ich sehr dankbar, wenn Ihr mir Ort und Zeit nennen könnt, an dem Ihr mich empfangen könnt.

Ich verbleibe hochachtungsvoll
Vikram,
Neugeborener des Clans der Schatten,
Kind von Ginevra, Ancilla vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Ahnherr der Schatten, Kind des Tubalcain, Ahnherr der Schatten, Kind Lasombras, erster seines Blutes


In erstaunlich kurzer Zeit, hatte er eine Antwort erhalten und nun war es soweit, die sagenumwobene Acicia kennenzulernen.
Zunächst jedoch, wurden seiner Leibwache sämtliche Waffen abgenommen, was Vikram mit zunehmender Ungeduld über seine Begleitung ergehen ließ, die hier und dort noch einen weiteren Dolch hervorholte. Nachdem auch er die einzige Waffe abgegeben hatte, die er am Körper trug, wurden sie in den entsprechenden Raum geführt und dort gebeten, auf die Ankunft Acacias zu warten.
Vikram nutzte die Zeit, um seine Umgebung genaustens zu studieren. Von seiner Erzeugerin hatte er gelernt, dass jede noch so kleine Information von Bedeutung sein könnte und er selbst war erstaunlich gut darin Dinge wahrzunehmen, die anderen Kainiten vermutlich entgehen würden.
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Acacia
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Re: Die lieben Verwandten

Beitrag von Acacia » Di 20. Jun 2017, 01:05

„Werter Vikram, Cousin,

es tut mir leid von Eurem Verlust zu erfahren und hoffe Ihr konntet Eure Reise ohne zu große Gefahren überstehen. Selbstverständlich stehen Euch die Tore Genuas offen. Trefft mich am dritten Tage des neunten Monats in der Kirche San Donato. Ich freue mich darauf einen weiteren Verwandten kennen zu lernen.

In freundlicher Erwartung.
Acacia della Velanera.“

Beinah war es schon ungewohnt wie die schweren Röcke um ihre Füße raschelten als sie das Kirchenschiff durch den hinteren Eingang, der eigentlich für den Priester bestimmt war, betrat. Dunkel und prachtvoll war der Stoff, aus welchem das täuschend schlichte Kleid geschneidert war. Nur hin und wieder, wenn das Licht der blass flackernden Kerzen im richtigen Winkel darauf fiel, schimmerte es blutrot auf. Zarte, schwarze Seide, kaum mehr als ein Spinnengespinst, bedeckte ihr Haar und wurde dabei von einem Reif aus geschwärztem Silber gehalten, welcher mit schwarzen Perlen besetzt worden war. Das alles war jedoch nur ein Rahmen für die Frau selbst. Die ebenmäßigen Züge waren blass und derartig fein, dass man keinen Zweifel mehr daran haben mochte, dass Kriege um Frauen geführt worden waren. Die milchweißen Hände lagen sittsam gefaltet auf den schweren Röcken und das Tintenschwarze Haar war zu einem schlichten und doch kunstvollen Knoten geschlungen worden.
Ihre Bewegungen waren voller Stolz und ohne jede Hast. Ein Engel, der von Gott gesandt worden war um über die Sterblichen und Unsterblichen zu richten. In ihrem Schatte folgte ein großer Mann und obwohl er sie an Höhe und Breite ohne weiteres überragte, war doch sie es, die mit ihrer Präsenz die gesamte Kirche einnahm.

Ihr Blick fiel auf den schlanken Mann, der etwa so groß war wie sie selbst und seinen Diener, der ein paar Schritte weiter hinten wartete. Wie immer hatten die Wachen des Elysiums den Neuankömmlingen die Waffen abgenommen und diese auf den dafür bereitstehenden Tisch gelegte, ehe sie wieder wie stumme Schatten an die Wand zurück getreten waren. Musternd glitten die schwarzen Augen über den Fremden, während sie auf ihn zuschritt als gehöre diese Kirche ihr … was vermutlich sogar der Fall war, auch wenn Frauen an sich keinen kirchlichen Grund besitzen konnten. Ein zartes Lächeln, so blass wie die Morgensonne im Nebel, erhellte ihre Züge und sie neigte leicht das Haupt.
„Ich grüße Euch. Ich bin Acacia della Velanera, Hüterin der Elysien, Mondsenatorin von Plateolonga, Ädil ihrer höchst verehrten Prinzessin Aurore, Erste der Lasombra von Genua und Älteste der Neugeborenen, Aschepriesterin der via regalis, Kind von Alexander, Ahn vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Ahnherr der Schatten, Kind des Tubalcain, Ahnherr der Schatten, Kind Lasombras, erster seines Blutes.“, sanft glitt ihre dunkle Stimme über jeden der Titel und jeden der Namen, als hätten sie alle eine Bedeutung und eine Geschichte und als würde sie sie alle kennen und wertschätzen. "Mein Begleiter ist Brimir Böggvisson vom Clan der Gangrel, Ältester seines Blutes, Liktor ihrer Majestät Aurore, Geißel der Feinde Genuas und erster Wächter der Elysien, Kind von Böggvir 'Bärenklaue' Olafson, Ancilla, Blutvogt von Locarno, Kind von Espen 'Sturmrufer' Kjellsson aus Seeland, Ahn, Kind von Wetzel 'Klingenwind', Kind von Manasco, Kind von 'Panaka', Ahnherrin, Kind von Ennoia, erste ihres Blutes und Enkelin Kains.", stellte sie dann mit großem Respekt und sanfter Wärme in der Stimme den wilden Nordmann an ihrer Seite vor.
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Re: Die lieben Verwandten

Beitrag von Brimir » Di 20. Jun 2017, 09:25

Der Nordmann stand dort in einer fein geschneidertern und verzierten, dunklen Tunika. Eine dazu passende Hose zierte die Beine und die Haare waren frisch geflochten, verdeckten kaum das von Pfauenfedern verzierte Gesicht. Im Gegensatz zu allen anderen Kainiten Genuas trug er hier sehr wohl Waffen. Eine mörderische Zweihandaxt ruhte in seinen Pranken und wirkte mehr wie ein Mahnmal sich hier an die Regeln zu halten. Ungerührt betrachtete er die Ankunft des neuen Schattens und wich auch nicht von der Seite der Ältesten, als diese sich auf den ankömmling zubewegte. Früher mal stand er immer einen Schritt hinter ihr, heute jedoch - in den Zeiten des Krieges - ließ er niemanden mehr zwischen sich und die Hüterin kommen - nichteinmal hier - und so stand er seitlich versetztvor Acacia und nickte Vikram angemessen tief zu, als Acacia Brimir vorstellte. Doch er selbst sagte Nichts.
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Vikram » Mi 5. Jul 2017, 21:42

Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die eindrucksvolle Gestalt der Kainitin den Raum betrat, begleitet von einem Gangrelen, der Vikram sofort ein Dorn im Auge war. Die Schlussfolgerung hatte er bereits gezogen, bevor Acacia mit dem Sprechen begonnen hatte. Das kunstvolle Tattoo an den Seiten seines Kopfes, stützte diese These. Zwar verzog Vikram keine Miene und machte nicht die geringste Andeutung, dass es ihm etwas ausmachte, den - offenkundigen - Leibwächter mit im Raum zu haben, dennoch wurde in seinem Inneren das Feuer der Wut geschürt. Dieser Gattung war es zu verdanken, dass sein Leben nun von Grund auf verändert werden musste. Leider war er dafür auf jemand anderen angewiesen. Das bittere Gefühl der Abhängigkeit behagte ihm nicht, dennoch musste er es sich eingestehen und sich seinem Schicksal beugen. Das hatte ihm einst geholfen und nun würde sich sein Kämpfergeist erneut bewähren.
Während die Dunkelhaarige sich und ihre Begleitung vorstellte, lauschte der Kainit aufmerksam und ließ seinen Blick zunächst über die auffallend schöne Acacia und anschließend über den robusten Brimir wandern, bevor Vikram die Kainiten mit einer entsprechenden Neigung seines Kopfes individuell würdigte.

"Vielen Dank dass Ihr mich persönlich empfangt. Es ist mir eine ausgesprochen große Ehre Eure Bekanntschaft zu machen. Mein Name ist Vikram, Neugeborener der Magister, Kind der Ginevra, Ankilla vom Blute Lasombras, Kind der Marcellina, Ahnin vom Blute Lasombras, Kind des Eli, Ahn vom Blute Lasombras, Kind des Saadi, Methusalem der Schatten, Kind des Tubalcain, Methusalem der Schatten, Kind Lasombras, erster seines Blutes und der Mensch an meiner Seite hört auf den Namen Wojciech", beendete er elegant die Vorstellungsrunde. Seine seidige, dunkle Stimme stolperte über keines der Wörter, was auf seine hervorragenden linguistischen Kenntnisse, innerhalb der lateinischen Sprache, hinwies.
Der Unaufdringlichkeit halber, gab er sich damit vorerst zufrieden und überließ der Kainitin das Reden. Nicht nur der Förmlichkeit halber, sondern auch weil Vikram sich eingestehen musste, dass die dunkelhaarige Frau sehr viel mehr Respekt verdient hatte als er. Bisher waren ihm mehr Gerüchte, als tatsächlich belegte Fakten zu Ohren gekommen und er war klug genug sich ein eigenes Urteil bilden zu wollen und nichts auf die Meinungen der Übrigen zu geben. Allein seiner Macherin hatte er vertraut und diese war nun vernichtet worden.
Mit der respekteinflössenden Ausstrahlung Acacias kam Vikram jedoch bestens zurecht und zeigte keinerlei Probleme sich ihr unterzuordnen und ihren Stand anzuerkennen.
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Acacia » Di 11. Jul 2017, 00:49

Seine Worte ließen ein zartes, weiches Lächeln auf ihren Zügen erscheinen, welches dennoch überrascht wirkte. Nicht nur war sein Latein erfrischend klar und gut verständlich, wenn auch mit einem fremden Akzent versehen und sein Benehmen war perfekt und ohne jeden Makel. Es war schon viel zu lange her, dass sie jemanden getroffen hatte, der sich so sicher auf dem Parkett der Etikette bewegte. „Es ist eine Freude dich endlich persönlich kennen zu lernen, Cousin.“, erwiderte sie mit freundlicher, wenn auch dennoch zurückhaltender, ja fast kühler Stimmfarbe. Die schmalen, weißen Hände waren elegant auf den dunklen, schweren Röcken gefaltet und bildeten einen scharfen Kontrast zu diesen.

„Dein erlittener Verlust tut mir sehr leid, doch bin ich froh, dass du die lange Reise hierher heil überstanden hast.“ Die sanften Klänge des Südens färbten die Worte ihres Lateins und gaben ihnen einen fremden, eigenen Klang, den man hier jedoch wohl häufiger hörte. „Unsere Domäne ist jedoch leider auch nicht so sicher wie sie sein sollte und so muss ich dich leider zur Vorsicht gemahnen. Unser Clan hat hier Feinde, die versuchen könnten dich zu diskreditieren, einfach nur weil du von unserem und dazu noch von meinem Blute bist.“ Zarte Falten hatten sich in ihre glatte Stirn gegraben und ließen die Sorgen, die auf den schmalen Schultern der Ältesten lasteten erahnen. „Zudem ist deine Aufnahme in die Domäne an bestimmte Bedingungen geknüpft. Zum einen musst du innerhalb der nächsten fünf Jahre zwei Fürsprecher für dich gewinnen, von denen einer ein Vasall sein muss. Wenn du möchtest, kann ich dir jedoch passende Kandidaten nennen. Zudem wirst du über kurz oder lang eine Aufgabe erfüllen müssen um deinen Wert für die Domäne unter Beweis zu stellen. Im Moment jedoch sind zu viele Dinge im Umbruch um darauf näher eingehen zu können.“
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Brimir » Di 11. Jul 2017, 13:16

Der Nordmann schaute den neuen Schatten durch bernsteinfarbene Augen an. Es folgte ein knappes, aber durchaus respektvolles Nicken, nachdem die Vorstellungen vollzogen waren. Und wieder rührte sich der Gangrel nicht. Erst als Acacia die Sache mit dem Gaststatus erläutert hatte, löste sich die Spannung im Körper ein wenig, bevor Brimir selbst die Stimme erhob.

"Auch ich grüße dich Vikram vom Clan der Schatten. Und... auch, wenn es dir Nichts bedeuten mag, bedauer auch ich deinen Verlust. Doch will ich dir auch sagen, dass in Genua ein enges Bündniss zwischen deinem und meinem Clan besteht... und als Ältester der Gangrel... will ich nicht, dass etwas zwischen diesen Bemühungen steht, was von außerhalb kommt. Wir wissen alle, wie brüchig ein Bündniss zwischen Kainiten sein kann... vor Allem, wenn es zwischen den verschiedenen Blutlinien geknüpft wird."

Er machte einen Moment Pause und musterte Vikram deutlich interessierter als zuvor.

"Acacia... du musst dir nicht die Mühe machen, jemanden zu suchen, der für ihn bürgt. Ich will deinen Cousine kennen lernen und dann, wenn ich überzeugt bin, für ihn einstehen... als Zeichen dafür, dass nicht jeder Gangrel so ist, wie das Rudel, dass er kennen gelernt hat."
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Vikram » Sa 19. Aug 2017, 16:35

Obwohl alles den Anschein machte, dass er mit offenen Armen empfangen wurde, blieb er vorsichtig und wachsam. Ein einziges, kleines Versäumnis konnte, wie Acacias Worte ihm bestätigten, zu seiner Vernichtung beitragen. Das wussten die Kainiten vor ihm nur zu gut, nicht umsonst hatten sie bis zu diesem Zeitpunkt "überlebt". Diese Vorsichtsmaßnahme war auch für ihn nichts neues, hatte er doch schon als Mensch gelernt, wann es klug war das ihm dargebotene mit einer gewissen Vorsichtig zu genießen. Sie alle lebten in schwierigen Zeiten, dieses Gebot war ihnen wohl vertraut.
Was Vikram zugegeben jedoch sehr verwunderte, war die Offenheit, mit der vor allem Brimir ihm begegnete. Sein rasches Angebot ließ den Kainiten überrascht eine Augenbraue heben und das Erstaunen wurde für einen Moment selbst in seinen silber-grauen Augen sichtbar, bevor er die Gefühlsregung, welche sich aus dem Käfig seiner Emotionen befreit hatte, wieder einfing und sorgfältig zurückbrachte.

Um nicht unhöflich oder schlicht und ergreifend dumm zu wirken, da er Acicia schon viel zu lange auf eine Antwort hatte warten lassen, verschwendete er keine weitere Sekunde damit, über die Vor- und Nachteile zu philosophieren. Dieses Vergnügen hob er sich für einen späteren und günstigeren Zeitpunkt auf. Zum Beispiel wenn es ihm gelungen war, eine Bleibe zu finden und seine altbekannte Jagdmethode wieder aufzunehmen.
Aus diesem Grund senkte er erneut den Kopf, als er zu sprechen begann und sah erst im Laufe seiner Dankbarkeitsbekundung wieder nach oben. "Eure Sorge über mein Wohlergehen ehrt mich sehr und ich danke Euch vielmals für Eure Ratschläge und die Benennung meiner Pflichten. Euer Erzeuger tat gut daran, mich zu Euch zu schicken. Seid jedoch unbesorgt, ich habe mich bereits mit einigen Sitten dieser Region vertraut gemacht und reise nicht schutzlos."

Als Vikram wenige Sekunden später wieder das Wort ergriff, richtete sich sein interessierter Blick auf den Gangrel. "Eben weil ich einigen Mitgliedern Eures Clans gegenüberstand, die sich mir von keiner freundlich gesinnten Seite zeigten, nehme ich Euer Angebot dankbar an. Ich bin überzeugt davon, dass Ihr mir eine andere Seite Eures Clans offenbaren könnt."
Es würde den Kainiten tatsächlich gefallen, ebenfalls neue Bekanntschaften zu schließen und den ein oder anderen Kainiten kennenzulernen, der ihm vielleicht nützlich sein konnte. Nun jedoch hatte er noch ein ganz anderes Anliegen, das im Moment von einer viel größeren Dringlichkeit war, als das Finden von Fürsprechern.
Darum wandte er sich erneut an seine Cousine: "Darf ich darauf hoffen, dass Euer Bedürfnis mir zu helfen sich auch über einen möglichen Vorschlag einer Unterkunft erstreckt?"
Seine Stimme klang nach wie vor ernst und trocken und war ebenso angenehm und von so viel Respekt getränkt wie zuvor.
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Acacia » Mo 9. Okt 2017, 22:44

Ihr Blick glitt zu dem wilden Krieger an ihrer Seite und für einen Moment zeigten die glatten Züge einen Hauch Überraschung, ehe dieser Ausdruck von stillem Stolz und Dankbarkeit abgelöst wurde. Das Angebot des Gangrel hatte sie ganz offensichtlich nicht erwartet, nahm es aber dennoch an. So wurde Vikrams Aufnahme deutlich beschleunigt und es würde leicht für ihn sein in der Domäne Fuß zu fassen.

Die überaus höfliche Frage des anderem Lasombra zauberte ein feines Lächeln auf die marmorblassen Züge der bildschönen Kainitin und sie nickte leicht. „Ich kann dir eine Unterkunft in einem meiner Häuser anbieten bis du etwas Eigenes gefunden hast. Meine Wache sorgt dort für Sicherheit und ich bin mir sicher, dass du die Räumlichkeiten als angemessen empfinden wirst. Selbstverständlich kannst du auch deine Diener dort unterbringen und kannst bleiben solange du möchtest.“ Die ruhige Stimme der hochgewachsenen Frau klang freundlich und zuvorkommend und sie forderte nicht einmal einen Preis. Sie waren Familie, enger noch als ihr Clan allein und sie war sich sicher, dass er sich irgendwann erkenntlich zeigen würde. Zumal es ihre Pflicht war sich um diejenigen ihres Blutes in dieser Stadt zu kümmern.

„Was jedoch deine Aufnahme in diese Domäne angeht, scheint es keine weiteren Probleme zu geben. Der Höflichkeit halber werden wir noch ein paar Wochen warten, doch wenn du dich eingerichtet hast, kannst du zu mir kommen und Brimir und ich werden für dich sprechen. Solange ist es dir nur gestattet außerhalb der Mauern Genuas zu jagen, wobei du Kreuzdorf und Burgus meiden solltest. In der Stadt kannst du in Plateo Longa jagen und nur dort. Sobald du den vollen Gaststatus erhalten hast, kannst du auch in der restlichen Stadt jagen. Zumindest mit Ausnahme von Clavicula – was die Domäne von Godeoc von des Nosferatu ist – und Nord- und Zentralbroglio, welches die Jagdgebiete von Melissa, der Drachin und dem jagenden Orden, unserer Geißel, sind. Auch das Kastell solltest du meiden. Es ist die Domäne von Maximinianus, dem Seneschall vom Blut Ventrues.“ Gelassen erklärte sie diese für sie alle wichtigen Dinge. „Du kannst jedoch jederzeit eine der Elysiumswachen oder aber Rosa als Begleitung wählen. Jeder von ihnen kann dir sagen wo du jagen kannst und darfst und wo nicht. Zudem kennen sie sämtliche Kainiten der Stadt und können dich warnen sollte einer von ihnen sich nicht offenbaren.“

Für einen Moment schwieg sie um ihm die Gelegenheit zu geben all die Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten, ehe sich ihre Stimme erneut erhob. „Ich werde in den nächsten Wochen nur sporadisch anwesend sein, doch können mich meine Diener normalerweise recht schnell erreichen solltest du Fragen oder Probleme haben. Gibt es sonst noch etwas, was du im Moment wissen möchtest?“
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Brimir » Fr 13. Okt 2017, 17:30

Brimir nickte nur, sowohl zu dem Dank des jungen Schattens, als auch auf Acacias Überraschung hin. Es tat gut seine alte Freundin doch noch etwas Neues zeigen zu können. Und sei es auch nur eine Kleinigkeit. Brimir war nun doch sichtlich entspannter und machte einen kleinen Schritt von den Beiden weg. Nicht, dass er Vikram mehr traute, als noch vorhin, aber er war sich sicher schnell genug zu sein, falls die Situation es doch noch erfordern wollte. So jedenfalls hatten die Beiden erst mal etwas mehr Raum für sich.
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Re: Die lieben Verwandten [Acacia, Brimir]

Beitrag von Vikram » Di 24. Okt 2017, 21:29

Der Kainit nahm gelassen jede Information auf und bemühte sich die fremden Namen der Ortsteile und Personen schnell einzuprägen. Glücklicherweise half ihm dabei sein gutes Gedächtnis und auch sein Begleiter würde sich etwas von alldem merken können. Dennoch würde Vikram sicherlich auf das Angebot der Kainitin eingehen und von einer der genannten Personen Gebrauch machen. Darin sah Vikram kein Problem. Zwar würde dann zu Acacia durchsickern, mit wem er sich unterhalten hatte und was er plante, doch auf diese Art und Weise behielt er zumindest die Kontrolle darüber, was sie erfuhr. Wenn die Zeit reif war, würde er eigene Kontakte haben und sich unabhängig machen. Dann, aber auch erst dann würde er sich hier heimisch fühlen. Im Moment war er ein Fremder, der eine Unterkunft und Informationen suchte, doch schon bald würde er sich das Leben aufbauen, von dem er schon immer geträumt hatte. Dafür würde er jedoch mehr brauchen, als einen Reiseführer und eine Unterkunft.
„Ich danke Euch sehr für Eure Großzügigkeit. Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich Euch eines Tages dafür ebenfalls meine Unterstützung zusichern kann. Bis dahin suche ich jedoch einen Lehrer, um mir die italienische Sprache aneignen zu können.“
Bereits bei seiner Ankunft hatte der Kainit festgestellt, dass es nur einen sehr geringen Anteil an Menschen gab, die ihm hatten weiterhelfen können und die Vermutung, dass die Kainiten ihm ebenso wenig damit dienen konnten, lag sehr nahe.
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