Teraphim [Angelique, Toma]

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Angelique
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Teraphim [Angelique, Toma]

Beitrag von Angelique » Sa 11. Mär 2017, 14:51

Das kleine Mädchen taumelte zurück, als hätte der monströse Mann sie geschlagen. Auf ihrem Gesicht las man blanken Horror.
"Das... das ist eine Frage, die mehr wert ist als ein bißchen Gemeißel!", stammelte sie fassungslos. "Viel mehr!" Dann tat sie so, als atmete sie tief ein. Es klang in den atropierten Lungen rasselnd wie bei einem Tuberkulosekranken.

Mutcheck geschafft

Sie zückte ein kleines Messer aus edlem, wenn auch billigem Metall. Es wirkte alt, aber liebevoll gepflegt. Ihr Hand zitterte und blutige Tränen liefen über ihre Wangen. Sie ließ die Gewandung erneut von den Schultern gleiten.

Angelique begann zu tanzen. Schritte von seltsamer nichteuklidischer Geometrie zu unhörbarer Musik. Immer wilder wirbelte sie umher. Jeder, der das sah, sollte wissen, dass jetzt einzugreifen, gefährlich sein würde.
Auf dem Höhepunkt des archaischen Tanzes hob sie das Messer über den Kopf und mit Schwung und beiden Händen rammte sie es in ihren Bauch!

Ein animalischer Schrei entrang sich ihrer Kehle. Spitze Fänge glitzerten weiß und Wahn und die Wut der inneren Bestie kämpften auf dem Kindergesichtchen mit einander, während Angelique ihre lange verkümmerten Eingeweide aus der gräßlichen Wunde halb herauszog und betrachtete.

Rasereiwurf bestanden

Der innere Dämon, geistlos und wütend, rang um die Kontrolle über den gemarterten Leib, der zitternd und kraftlos auf die Knie sank, verstand er doch nicht, dass es nicht seine Existenz bedrohte, was das verrückte Orakel dort tat.

Doch der rationale -oder sollte man in Angeliques Fall sagen irrationale - Verstand obsiegte und eine Klarheit trat auf das schmerzverzerrt grinsende Gesicht des Mädchens, als es seine eigene graue und zerfurchte Leber betrachtete, über die geraubtes Blut rann und Muster bildete.

1 WP für Ignorieren der Schmerzen
1 WP für Orakelwurf
3 Erfolge Orakel



Gleich Kaiser Elagabal, der aus Kindereingeweiden die Zukunft lesen ließ, tat dies nun auch das Malkavianermädchen.
Nichts Geringeres als Opfer würden die Himmelsmächte akzeptieren bei einer solch impertinenten Frage.

"Tausend Jahre nach dem Zimmermann kommen, tausend Jahre werden gehen. Soviel wird sich ändern, doch der Fluch über Kain bleibt bestehen.

Dein Klan wird wie der meine in neuem Gewand und mit ihm die, die hier herrschen, schwarze Hand in schwarzer Hand.

Schwarze Hand, schwarze Sonne, schwarze Pest, die vielen dünnen Blutes, die bleiben, beherrschen den Rest.
"

Das Lächeln erstarb auf dem Kindergesicht und machte nackten Entsetzen Platz. "Soviel Tod...", wimmerte das untote Mädchen.

Wenn Toma nur einen milden Hauch Erfurcht vor der Macht der Orakel und Koldun hatte, würde er sich fragen, was wohl dieser Spruch ihn kosten möge.
Angelique schien zu wissen, dass ihr Preis hoch sein musste, selbst wenn sich ihre sichtbaren Wunden gerade wieder schlossen.
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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Teraphim [Angelique, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 12. Mär 2017, 10:53

Als sie ihn so entsetzt an sah und sagte es wäre sehr viel mehr Wert, da versuchte er sie noch zu stoppen."Wenn das so ist, dann tut es nicht..."
Doch das Mädchen hörte gar nicht mehr auf ihn. Als sie begann sich zu entkleiden und zu tanzen, sprang der Tzimisce auf. "Hört auf!" Er beugte sich vor um nach ihr zu greifen, doch tat es nicht.

Jakob sah dem Treiben mit Schreckgeweiteten Augen zu und warf sich ängstlich auf die Knie, als sie anfing sich wild im Kreis zu drehen und huschte hinter Toma, an dessen Bein, er sich festklammerte. "Hexenwerk!" flüsterte der Mann verschreckt. "Herr, was tut sie da?"

Doch Toma antwortete seinem Ghul nicht, nicht gleich. Angespannt stand er etwas gebeugt da und beobachtete das Treiben. Sah zu wie sie sich selbst aufschnitt. So etwas wie Anerkennung, Respekt mochte man wohl in seinen Zügen lesen, wenn man es denn konnte.
"Hol einen Pflock, ein Stück Holz, irgendwas!" zischte der Drache seinem Ghul zu, als Angelique mit ihrem Tier rang.

"Hexe, hexe, Hexe...ohgottohgottohtgott" jammerte Jakob vor sich hin, während er hektisch krabbelnd und stolpernd durch den Raum huschte und eine längliche Holzfigur von einem Schränkchen nahm und zitternd wieder zu Toma zurückhuschte.

Da war sie gerade dabei die verheißungsvollen Worte zu sprechen und dann war es vorbei.

Toma starrte das Mädchen aus zuckenden Augen an. Einige Sekunden, bevor er sich zu ihr kniete und an den Schultern packte. "Seid ihr närrisch!" schrie er sie an. Innerlich mit sich ringend ob er mehr wütend oder fasziniert war.
"Warum...warum tut ihr das...dennoch...obwohl es es nicht wert war?!"
Er ahnte was das für ihn bedeutete.
Wenn sie glaubte, dass sie ihm nun eine höhere Rechnung vorlegen könne...
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Re: Teraphim [Angelique, Toma]

Beitrag von Angelique » So 12. Mär 2017, 12:34

Angelique redete eher zu sich selbst, als sie sagte: "Kein Weltengericht? Keine Wiederkunft des Messias und des dritten Kain? Aber wenn dies nicht stimmt, was Johannes und sogar das Euagetaematikon prophezeien, was stimmt dann überhaupt? Was ist GOttes Plan für die Welt?"

Schließlich schrak sie aus ihren Gedanken auf und sah Toma an. Ihre mondsüchtigen, in die Seele bohrenden Augen mochten für arme Sterbliche in solchen Momenten nicht minder unheimlich sein als die groteske Fremdartigkeit des Drachen.

"Es tut mir sehr leid, dass Ihr nun auch viel wisst. Mein Weltbild geriet ins Wanken. Ich hoffe, das Eure schützt der Schild des Unglaubens."

Tief in Gedanken und mit keinem Wort Preise oder auch nur das Werk, das sie in Auftrag geben wollte, erwähnend, schickte sie sich an zum Gehen - nackt und bloß wie die geistlose Närrin, die er sie gescholten hatte.

Das Messer hielt sie in der Hand, ihre kleinen Füsse hinterließen Spuren ihres eigenen Blutes auf dem Estrichboden, die aber nach wenigen Schritten verblassten wie alle sterbliche Existenz.
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Toma Ianos Navodeanu
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Re: Teraphim [Angelique, Toma]

Beitrag von Toma Ianos Navodeanu » So 12. Mär 2017, 16:31

Ihn hatten ihre Worte weniger getroffen als sie selbst. Zum Großteil weil er sie nicht gänzlich verstand, zum anderen weil sein Weltbild ein völlig anderes als ihres war.
Die Kinder Kains würden fortbestehen, sein Klan würde fort bestehen...das war gut.
Mit denen die hier herrschen...hier herrschen Ventrue...aber schwarze Hand...?
Der Rest machte noch weniger Sinn. Schwarze hand, schwarze Sonne, schwarze Pest...dünnes Blut...

Toma schüttelte den Kopf, zu erst musste er sich um dieses Mondkind kümmern.

"Wartet." sagte er als sie so gehen wollte. Die Wut war aus seinem Antlitz gewichen. Das verstörte Verhalten des Kindes hatte ihn nun mehr verwirrt. "So könnt Ihr nicht hinaus." Er reichte ihr ihre Kleidung.

Jakob war indes in die hinterste Ecke des Raumes gekrochen, als er sich nicht mehr hinter Toma verstecken konnte und lugte vorsichtig unter dem Tisch hindurch, um trotzdem noch zu sehen was vor sich ging.
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Re: Teraphim [Angelique, Toma]

Beitrag von Angelique » So 12. Mär 2017, 17:09

"Oh, danke", murmelte sie verhuscht, "ich bin manchmal so zerstreut."
Sie schnürte das Kleideründel und hängte es an ihren Pilgerstab. Dann hub sie an, weiter Richtung Ausgang zu streben.
"Ich werde nicht beachtet werden, habt keine Sorge", beruhigte sie den Schurkischen.

Freundlich winkte sie dem Jakob zum Abschied. Kurz überlegte sie, ob sie für seine Beruhigung beten sollte, entschied sich aber dagegen. Wer wusste, was er erdulden musste, wenn Toma ein gefühlskalter Vasall nicht zusagte.
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