Dunkle Straßen [La Vedova]

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Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von La Vedova » Fr 21. Apr 2017, 13:02

Aloisus wiegte den Kopf hin und her, als der Wanderer so über die Göttter sprach. Er sagte aber nicht mehr dazu, vermutlich wüsste ein Gelehrter, der alles mögliche unterrichtete, über solche Dinge besser Bescheid als er.
"Naja, also die Witwe als Freundin zu bezeichnen, so weit würde ich nicht gehen. Sie ist eher sowas wie...", er zuckte mit den Schultern. Beinahe hätte er Familie sagen wollen, dich das wäre anmaßend gewesen. "Ich diene ihrem Sohn", formulierte er die Angelegenheit dann neutral.Aber weil es ihm im nächsten Augenblick zu unpersönlich schien, setzte er noch ein "Wir kennen uns seit unserer Kindheit" hinzu, um zu unterstreichen, dass er eben nicht bloß ein einfacher Diener war. Die Frau verbarg ein breites Lächeln und nickte den beiden Männern dann zu "Ich werde sie fragen, ob Sie Interesse hat. Wir haben ja sowieso noch etwas zu besprechen, ich nehme also an dass sie noch auf ist Wen darf ich denn ankündigen?"

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von Ajax » Fr 21. Apr 2017, 11:17

Ajax betrachtete interessiert die im Bau befindliche Fassade des Klosters. Ein schönes Gebäude dachte er sich. Der blinde Glaube der Sterbliche zu Dingen bewegen konnte, die sie aus eigenem Antrieb niemals auch nur in Erwägung gezogen hätten, bildete sich in genau diesem Kreuz ab welches den Turm schmückte. Er nahm die Entspannung des Kriegers wahr und entspannte sich ebenfalls, seine Hand glitt unter dem Mantel vom Griff seines Schwertes herunter. Und ergriff die Hand des Nordmanns zu einem Händedruck. Dieser mochte die schiere Kraft die in diesem lag spüren. Möglicherweise auch nicht, da Ajax sich zurückhielt.

"Auf gewisse Weisen sind sie doch sterblich Aloisus. Zumindest die Götter meiner Vorfahren. Ich denke mit euren wird es sich genauso Verhalten. Sie sind trotz allem ihren Trieben und Gefühlen unterworfen. Sie Lieben, werden eifersüchtig, habgierig, verfallen dem Jähzorn. Ihr seht also, wir sind ihr Abbild und sie Unseres. Doch liegt in ihrer Natur etwas, was wir nicht verstehen können, etwas das sich gänzlich unserer Vorstellungskraft entzieht."

"Nun falls eure...Freundin um diese Stunde noch wach ist, würde es mich freuen wenn ihr sie mir vorstellen würdet. Ein Gelehrter...Ja ich denke das ist das richtige Wort. In Konstantinopel, meiner Heimatstadt, lehrte ich meine Studiosi das Trivium und Teile des Quadrivium. Mittlerweile liegt meine Proffesion jedoch im Handel verschiedenster Waren." schloss Ajax ab. Seine Ausbildung im Kampfe erwähnte er nicht, diese mochte dem Aloisus jedoch mehr als offensichtlich sein. Bewegte er sich, trotz seiner möglichen Behinderung, sehr natürlich, etwas das für ihn wohl nur durch Jahrelanges Training möglich schien.

Zwischenzeitlich hatten sie das Tor passiert und während sie so redeten stütze sich Ajax wieder auf seinen Wanderstock, wartend wo sie ihn hinführen würden. Ein Funkeln lag in seinen Augen, nicht angriffslustig, eher gespannt. Er hatte die Andeutungen des Mannes durchaus verstanden.

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von La Vedova » Do 20. Apr 2017, 17:35

Inzwischen waren sie an einem Gatter angelangt, dessen Tor die Frau schnell öffnete, dann lag das Bauwerk vor ihnen. Tatsächlich handelte es sich um ein kleines Kloster, das wohl aus mehreren Gebäuden bestand und von einer Mauer umgeben war. Ein runder Turm ragte in der Mitte auf, der von einem Kreuz bekrönt wurde. EInige Nebengebäude schmiegten sich an die leichten Hügel. Ein Bretterverschlag vor der Mauer und einige Gerüste zeugten davon, dass hier tatsächlich wohl noch immer Hand angelegt wurde, um das Gemäuer in Schuss zu halten. Das Kloster lag still und dunkel vor ihnen.

Der Krieger nickte "Ja, es sind die Götter selbst, die zweischen den Sterblichen wandeln. Sie sehen aus wie sie und sie verhalten sich auch meistens so..aber tatsächlich sind sie es nicht...sterblich. Ihr seid also ein Gelehrter, hm?", brummte er dann. Langsam schien er sich ein wenig zu entspannen.
"Ich bin keiner...also Gelehrter meine ich. Aber ich höre gut zu wenn man mir Sachen erzählt, vor allem Geschichten. Und um mich herum gibt es ein paar..naja, eigentlich nur eine, die immer gerne Geschichten erzählt.."
Als er das sagte, lachte die junge Frau an seiner Seite leise und zustimmend auf. Sie schnalzte mit der Zunge, woraufhin er ihr einen Blick zuwarf "Ich könnte mir vorstellen, dass Sie Interesse an nächtlichen Wanderern haben könnte, die von den Geschichten ihrer Vorfahren gehört haben und sich mit alten Griechen auskennen. Sie erzählt auch immer von diesen Sachen...Achso, der Wanderer, von dem ich erzählt habe, er ist bei uns im Norden als Rabengott bekannt...es ist der Göttervater Odin immer auf der Suche nach Erkenntnis. Und wenn wir schon bei Namen sind, ich bin übrigens Aloisus"
Er streckte den Fremden die behandschuhte Hand hin.

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von Ajax » Do 20. Apr 2017, 16:44

Ajax folgte nachdenklich der Frau. Er schien kurz verwundert als sich der Krieger in seine Nähe begab und von einer Geschichte zu reden begann. Interessiert hörte er den Ausführungen zu, ließ dabei jedoch nicht die Umgebung aus den Augen. Sein Blick huschte über das Schwert des Kriegers, den Jungen der so verträumt auf der Mauer balancierte und alsbald über die Schreine am Wegesrand.

"In den Sagen meiner Vorfahren sind es stets die Götter selbst, die so wie ihr beschreibt, unter den Sterblichen wandern. Jeder Epos trägt seine eigene Handschrift. Mit den Epen des Nordens habe ich mich jedoch noch nie befasst. In den Griechischen Mythen gibt es jedoch niemanden der eurer Beschreibung ähnelt. Es könnte jeder von ihnen sein und doch keiner. Wandeln sie aber doch alle unter uns wenn man den Erzählungen Hesiods und Homer glauben darf." er lächelte ein gütiges Lächeln, vielleicht mochte dies dem Krieger aufgefallen sein.

"Und um auf eure Frage zu antworten. Ich suche schon lange nicht mehr. Gibt es doch nicht die eine Wahrheit für welche es sich lohnt alles zu Opfern. Außer natürlich unserem Erlöser Jesus Christus." Die letzten Worte schien er auszusprechen aber man merkte dem Wanderer an, das er sie aufsagte weil er wusst das es von ihm erwartet wurde.

"Aber erzählt, wer ist dieser Wanderer zwischen den Welten ? Welchen Namen trägt er in unserer Zeit ?"

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von La Vedova » Do 20. Apr 2017, 15:14

Die Frau lachte leise aber nicht sehr freudig auf „Die Palisade wird gar nichts abhalten, sie wurde wieder abgerissen, aber fragt mich nicht, weshalb. Ein Glück, dass unser Kloster inzwischen wieder in alten Glanze erstrahlt, mit dicken Mauern gegen die Wölfe. Kommt!“


Der Krieger beobachtete den Wanderer misstrauisch, machte sich dann aber auch auf den Weg. Während er neben dem Fremden herging, begann er leise zu sprechen.

„In meiner Heimat, weit im Norden, erzählen sich unsere Väter und Vorväter schon lange Geschichten von einem Mann, der nachts durch de Wälder reitet, begleitet von Erinnerungen…“, er sah zu dem anderen, die Hand stets an seiner Waffe „Er ist ein Wanderer…und er wandelt seine Gestalt wie Kleidung. Er rüstet sich für die letzte Schlacht und sammelt die Engel des Todes um sich. Manchmal kommt er zu unseren Frauen wenn ihre Männer auf Raubzug sind…Oft verkleidet er sich, der Wanderer, er tritt aus dem grauen Zwielicht zwischen Tag und Nacht, tritt aus den Nebeln der Grenzen zwischen den Welten und führt die Verstorbenen in sein Reich….Er ist ein Suchender, der für Wissen alles tun würde, große Wagnisse eingeht und alles geben würde, sogar seine Augen. Sein Gesicht liegt in den Schatten verborgen und man kennt ihn an vielen Orten unter vielen Namen.“


Während er so erzählte, kam der dunkle Umriss des Gebäudes langsam näher. Der staubige Pfad wand sich leicht ansteigend durch die Landschaft und wich dabei dem Dorf Luccoli aus. Immer wieder kamen sie an lichten Wäldchen vorbei, an überwucherten verfallenen Steinmauern zwischen Feldern und an kleinen Schreinen mit einfachen Opfergaben am Wegesrand. Es waren Schreine mit einfachen Holzfiguren, Marienschreine, einige davon ziemlich verwittert.


Der Junge war mehr und mehr zurückgefallen und hatte Steine vor sich her tretend angefangen, auf den Mäuerchen zu balancieren. Auf einen Wink der Frau hin, sprang er jedoch über eine der Mauern am Wegesrand und machte sich flink wie ein Kaninchen auf den Weg zum Kloster.


„Kennt Ihr diese Geschichten, Wanderer?“, fragte der Krieger an den Fremden gewandt. „Seid auch Ihr auf der Suche?“

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von Ajax » Mo 10. Apr 2017, 11:52

Ajax beachtete den Schreck den die Frau aufgrund seiner Waffe nicht weiter, war es doch nichtmal sicher ob er sie absichtlich gezeigt hatte. Er folgte dem Blick der Dame zu ihrem Begleiter, und musterte ihre Kleidung noch einmal eingehender. Eine interessante Kombination die sie da trug, aber auch nicht weiter von Belang.

Er sog kurz Luft durch die Zähne ein " Mh...Raue Nordmänner sagt ihr. Ja bei diesen Burschen muss man meist umsichtiger sein. Und eine Palisade...die wird zumindest die wilden Tiere abhalten des Nachtens Hüner oder anderes Nutzvieh anzugreifen." und nickte bestätigend. Ihren wiedergekommenen Begleiter begrüfte Ajax mit einem weiteren Kopfnicken in seine Richtung. "Buenanotte Signor, macht euch keine Probleme ihr belästigt mich keineswegs, und das Kind...nun so sind Kinder nunmal. Passt in Zukunft vielleicht etwas besser auf ihn auf. Wie die werte Signora schon gesagt hat, man weiß nie wer sich des Nachtens hier auf den Straßen herumtreibt." damit schien auch für ihn das Gespräch abgeschlossen zu sein. Einen kurzen Moment wartete er jedoch und beobachtete die beiden. Dann kam die Morin ein weiteres mal auf ihn zu.
Ajax beugte sich ein wenig um sie besser verstehen zu können. Er lauschte ihren Worten, straffte sich danach wieder und antowrtete.

"Das klingt praktikabel. Habt Dank für euren Vorschlag. Ich würde euch durchaus gerne bis zum Stift St. Agnese begleiten. Und macht euch keine Gedanken manchmal, will der Körper einfach nicht mehr wie man selbst es gerne sehen würde." prüfend beobachtete er Begleiter bei diesen Worten, er wollte ob seiner Zusage keinen Streit vom Zaun brechen. Der obwohl der Mann aussah als ob er sich wehren könnte, doch nur ein Richtung nehmen würde. Nämlich das diese drei Sethskinder blutleer vor ihm liegen würden. Einen Moment versteifte sich sein Kiefer dann jedoch entspannte sich Ajax wieder, bereit dem ungewöhnlichen Pärchen zu folgen.

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von La Vedova » Do 6. Apr 2017, 19:25

Beim Anblick seiner Waffe zuckte die junge Frau kurz zusammen und sah schnell zu ihren Begleiter hinüber. Dann jedoch überspielte sie ihren Schreck, stemmte die Hände in die Hüften und schenkte ihm erneut ihr strahlendes Lächeln. Ihre Haltung offenbarte nun das Kleid unter dem Mantel, das schon einmal bessere Tage gesehen hatte, aber durch aus gewisse Assoziationen an das älteste Handwerk der Welt hervorrief, wäre die Bluse darunter nicht bis zum Halse zugeknöpft.
„Na, dass Ihr auf Euch selbst aufpassen könnt, glaube ich gerne“, meinte sie dann in plauderndem Tonfall und ohne dass das Lächeln auf ihrem Gesicht verschwand. „Tatsächlich klingt das nach einer ziemlichen Verschwendung. Nun, mein Herr, wilde Tiere trifft es ganz gut. Deshalb wurde vor einer Weile um Luccoli herum auch eine Pallisade zur Abwehr errichtet. Aber ich spreche auch von den Leuten dort, raue Burschen, bis an die Zähne bewaffnete Nordmänner…Nun, nicht alle natürlich. Es gibt dort auch normale Dorfbewohner, sogar eine Taverne…Aber man hält sich besser fern. Und nun ja, was der Junge von Werwölfen erzählt, das ist natürlich Geschwätz von Waschweibern, aber tatsächlich hört man nächtliches Geheul und es sollen immer wieder Leute verschwinden. Natürlich kommt das immer wieder vor, überall gibt es Halunken und manche laufen vielleicht auch einfach weg, aber…“, sie zuckte mit den Schultern. „Man weiß ja nie.“

Inzwischen war ihr Begleiter wieder zurückgekehrt und musterte den Fremden ebenfalls. Jetzt, wo er näher getreten war, waren einige Schrammen auf seinem Gesicht erkennbar geworden, so als wäre er vor einer Weile in eine Schlägerei verwickelt gewesen. Er stellte sich beschützend vor seine Begleiterin „Buonanotte, signore. Wir wollten Euch nicht belästigen und werden uns gleich weiter auf unseren Weg machen. Entschuldigt das Kind.“, er nahm den Sack der Frau vom Boden auf, schulterte ihn und machte Anstalten, in Richtung des größeren Gebäudes abseits des Dorfes zu gehen, als ihn die Frau jedoch am Arm zurückhielt und ihm sachte zu verstehen gab, kurz noch stehen zu bleiben.

„Mein Herr“, sagte sie dann leise und sah zu ihrem Begleiter hinüber „Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Wir sind gerade auf dem Wege in Richtung St. Agnese. Zwar ist es den Nonnen dort nicht erlaubt, Fremde einzulassen, denn es ist ein Frauenstift, von den Umbauten in den letzten Jahren steht dort jedoch noch eine Bauhütte vor den Mauern, wo Ihr bis morgen sicher unterkommen könntet. Die Schwestern dort sind sicherlich auch bereit, Euch zu helfen, falls etwas mit eurem…Körper nicht stimmt.“, die letzten Worte klangen wie eine Frage. Ihr Begleiter schien nicht allzu begeistert von ihrem Vorschlag zu sein, zuckte dann jedoch mit den Schultern.
Der Junge hielt sich in einiger Entfernung auf und spuckte Obststeine umher.

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von Ajax » Do 6. Apr 2017, 18:07

Ajax schien nicht als ob ihn die Verärgerung des Jungen stören würde. Er sah ihn nur wortlos an und stieß dann einen Seufzer aus. "Ich denke das wird man sehen wenn es soweit ist." Lernen loszulassen wenn es die Zeit war...etwas was der Bub noch lernen würde. Auf die leichte oder die harte Weise. Seinem Verhalten geschuldet wahrscheinlich auf die harte Weise.

Nachdem das Paar auf dem Hügel angekommen war blickte Ajax ihnen entgegen. Es bestätigte sich was er gedacht hatte. Sie gehörten zusammen. Sein Blick war in Richtung der Maurin gerichtet als sie ihre Kapuze vom Kopf zog. Ein wahrlich schönes Gesicht. Er hatte durchaus schon Mauren in Konstantinopel und auf seinen Reisen gesehen, aber diese hier war ein besonders schönes Exemplar. Kurz schaut er dem Begleiter der Exotin nach und was er dem Jungen gab beziehungsweise was sie miteinander besprachen, entschied sich jedoch dass es nicht so wichtig sein konnte und wandte seine Aufmerksamkeit der Frau zu, die ihn direkt angesprochen hatte. " Macht euch keine Sorgen um mich, ich kann mich durchaus auf mich selbst aufpassen, auch wenn mich mein Körper heute etwas daran hindern mag. Und ich habe kein Interesse daran die Nacht vor der Stadmauer zu verschwenden." sagte er und hob lächelnd seinen Wanderstock ein paar Zentimeter vom Boden. Dabei konnte die Frau definitiv den Schwertknauf unter seinem Mantel erkennen, ob er das gemeint hatte oder auf seine gebeugtere Haltung hinweisen wollte war erstmal nicht zu erkennen. "Was meint ihr denn mit nicht ...sicher ? Wilde Tiere oder Räuber ? Und verzeiht die weitere Frage, wieso sollte man Nachts nicht nach Lucolli gehen ?" er schien bestimmt in seiner Absicht, seinen Weg nicht in die Richtung aus der er gekommen war fortzusetzen. Aber er würde sich erstmal noch informieren bevor er weiterging.

Sie hatte vom Glauben gesprochen...die Frage war ob sie wirklich glaubte. Ajax hatte Gewissheit, etwas was Glauben zumeist zu unterdrücken wusste.

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von La Vedova » Do 6. Apr 2017, 16:48

„Ha, du glaubst mir wohl nicht“, erwiderte der Junge etwas verärgert. „Aber wenn der Werwolf dich dann fängt, dann wirst du denken: Hätte ich doch auf Stradello gehört, der hat Recht gehabt mi dem Werwolf. Aber dann wird´s zu spät sein, weil dann hat er dich schon. Und bisher hat das keiner überlebt!“, er spuckte nochmal aus „Du wirst schon sehn!“

Inzwischen waren das Paar auf dem Hügel angelangt. Die Frau zog sich die Kapuze vom Kopf, ein breites Lächeln kam zum Vorschein, das ihre weißen Zähne in der Dunkelheit blitzen ließ. Sie mochte vielleicht Maurin sein und sie war wirklich ausgesprochen ansehnlich. Ihr Begleiter ging zu dem Jungen und hielt ihm etwas hin, das in ein Tuch eingeschlagen war und das dieser fix griff. „Na, Stradello, hast dem armen Mann hier einen Schrecken eingejagt?“, fragte er mit gespielter Strenge. Der Junge schüttelte den Kopf „Ne, der will mir nicht glauben.“
Die junge Frau zuckte mit den Schultern und sah ihren gegenüber an „Manchmal müssen die Menschen die Dinge eben selbst erfahren, um zum Glauben zu finden.“, sie lächelte noch immer „Aber Stradello hat schon recht, mein Herr, die Gegend ist in letzter Zeit tatsächlich nicht mehr sehr sicher. Deshalb würde ich auch empfehlen, diesen Weg zu nehmen“, sie deutete zurück zur Stadt „Niemand geht nachts nach Luccoli... außer natürlich denen, die dort wohnen…aber das ist etwas anderes.“

Derweil hatte ihr Begleiter dem Kind einen Wink gegeben und der Junge war neben ihm zu Boden gesprungen. Sie entfernten sich einige Schritte und sprachen leise zueinander.
Die junge Frau sah den Wanderer neugierig an, strich sich eine ihrer langen Locken aus dem Gesucht zurück unter ihre Haube und ließ einen Sack, den sie getragen hatte zu Boden sinken. „Wobei die Stadttore zu der Zeit jetzt natürlich geschlossen sind…Aber vor den Toren lagern immer einige Leute, die auf die Toröffnung am nächsten Morgen warten…“

Re: Dunkle Straßen [La Vedova]

von Ajax » Do 6. Apr 2017, 14:51

Der Wanderer lachte leise. Es war kaum zu übersehen, das sich der Jüngling so gerne mit einem Mysterium umgeben wollte, welches seine heranwachsender Körper und seine Kleidung leider nicht hergaben. Doch er hatte einen starken Willen, welcher es ihm in kommenden Jahren erlauben würde zu dem Mann heranzuwachsen der er jetzt schon so gern wäre. Er ließ das Lachen verhallen und schaute dann ein weiteres Mal nach oben. Dem Jungen war wohl kaum bewusst mit welcher Bestie er gerade Angesicht zu Angesicht sprach. Aber dem war besser so, bis auf wenige Ausnahmen waren Sethskinder so...einfach zu brechen. Weder ihr Geist noch ihr Körper war mehr als ein Zweig im Wind.

"Werwölfe also....Ja dann ist es bestimmt nicht sicher hier. Gut dass du dich da oben auf der Eiche vor ihnen versteckst, diese Bestien sollen nicht dafür bekannt sein auf Bäume zu klettern." Es schien ihn in keiner Weise einzuschüchtern eine solche Schreckensmär zu hören. Das der Junge nicht auf seine Fragen eingegangen war ihm entweder nicht bewusst oder er hatte sich dazu entschieden es zu ignorieren.

Seine Aufmerksamkeit verlagerte sich immer mehr in Richtung der ankommenden Gestalten. Wohl nicht seine Eltern, aber definitiv Personen die in irgendeiner Art und Weise zu dem Jungen gehörten. Ihr fremdländisches Aussehen weckte Ajax Interesse. Er würde noch etwas hier verweilen und warten bis die Beiden angekommen waren.

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